Grundsatz-Diskussion zum Nutzpflanzenanbau

heckenrose
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Re: Grundsatz-Diskussion

#51

Beitrag von heckenrose »

Unser Obst- und Gartenbauverein macht in der nächsten Zeit eine Veranstaltung über Schnecken, ich werde euch berichten, was dort zu hören war.
Liebe Hobbygärtnerin, bitte hingehen und uns informieren :-)) vielleicht gibt es ja neue Erkenntnisse, und vielleicht kannst du ja auch mal nachfragen, ob es Erfahrungen mit unterschiedlicher Bewirtschaftung und dieser Fäulnissache gibt
(Thorsten:)Schnecken sind tatsächlich dazu da, verfaultes zu fressen. Natürlich schmeckt ihnen auch alles andere, vor allem wenn nichts verfaultes mehr da ist. Aber man kann Fäulnisprozesse bekämpfen bevor die Viecher schlüpfen. Dicken Mulch kann man im Frühjahr mit EM behandeln und ohne Fäulnis schlüpfen die Schnecken nicht aus. Mulch muss für ein funktionierendes Mikroklima sehr dick sein (>10cm).
Im Winter 15/16 hatte ich zwei Beete erstmals dick mit Heu gemulcht und im Frühjahr war daraus eine wahre Schneckenzucht geworden - hab sie also tatsächlich mit einer perfekten Überwinterungsstätte selber so kräftig vermehrt. (Natürlich in erster Linie sie sich selber, aber ihr wisst, was ich meine...)
heckenrose
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Re: Grundsatz-Diskussion

#52

Beitrag von heckenrose »

@Thorsten
Schade, dass es nur Theorie ist. Ich hätte sogerne deine ERfahrungen gehört (nee, gelesen :) ).
Gabe Brown habe ich mal geguckelt, aber auf den ersten Blick leben die hauptsächlich von Weidetieren, dass passt zu meinem/unserem kleinräumigen Gartenbau leider nicht.
Und Geoff Lawton - sorry - scheint ein Lehrer zu sein, aber weniger ein Bauer/Gärtner/sonstwie selbst praktizierender.
Aber lass das bitte nicht so stehen, sicher gibt es über die beiden und ihre Methodiken mehr zu sagen.
Vielleicht kannst du was zusammenfassen?
Gelöschter Benutzer 54

Re: Grundsatz-Diskussion

#53

Beitrag von Gelöschter Benutzer 54 »

so zwischendurch:

das bild stellt sich im beitrag dorthin, wo aktuell der cursor steht. vor 'datei hinzufügen' am besten nochmal dorthin klicken, wo das bild hinsoll.
heckenrose
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Re: Grundsatz-Diskussion

#54

Beitrag von heckenrose »

kraut_ruebe hat geschrieben:so zwischendurch:

das bild stellt sich im beitrag dorthin, wo aktuell der cursor steht. vor 'datei hinzufügen' am besten nochmal dorthin klicken, wo das bild hinsoll.
Danke für den Tipp, nächstes Mal krieg ich's hoffentlich besser hin :aeh:
congarilla

Re: Grundsatz-Diskussion

#55

Beitrag von congarilla »

Das Thema ist zwar schon etwas älter, aber ich klinke mich doch noch mal ein:

Seit ich vor 3 Jahren begonnen habe, mein gesamtes Kompost-System umzustellen, habe ich keine Schnecken oder sonstigen Schädlinge, Pflanzenkrankheiten wie Mehltau...mehr!

Das System funktioniert mithilfe Effektiver Mikroorganismen weitgehend ohne Sauerstoff.

Ich setze den Kompost in ca 15 cm dicken Lagen auf, gieße jede Lage durchdringend mit einer Spezial-Mischung von Effektiven Mikroorganismen (die bestelle ich mir 1 x im Jahr, reicht für 2 wirklich seeeeehr große Kompost-Mieten)
dann wird jede Lage festgestampft- (Gummistiefel sind empfehlenswert!), sodass möglichst wenig Zwischenräume vorhanden sind, in denen Sauerstoff den Gärungsprozess stören könnte.

wenn der Haufen ca 80 cm hoch ist, wird er nocheinmal gestampft, und dann decke ich ihn mit einer Lage Heu oder Laub oder sonst ein "Dichtes" organisches Material zu, und das Ganze wird mit einer Folie abgedeckt,- wieder möglichst luftdicht....

Das Ganze ist also ein umgekehrter Kompostierungsprozess, der weitgehend ohne Sauerstoff stattfindet.
Eigentlich dann eine Fermentierung, die Effektiven Mikrorganismen verhindern Fäulnis und setzen das organische Material wirklich erstaunlich schnell um- der Kompost, der zu Ende des Sommers aufgesetzt wird, ist im darauffolgendem Frühling schon verwendbar.
Vorausgesetzt natürlich , dass keine großen Stücke drin sind,- ich schnipsle das ganze Material vorm Kompostieren ziemlich klein,- die Mühe lohnt sich!

Wiegesagt, ich war nach dem ersten Mal wirklich erstaunt, wie gesund und kräftig mein Gemüse wuchs, und die Schnecken machen einen Bogen um meinen Garten! :)

herzliche Grüße!

Doris
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Peterle
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Re: Grundsatz-Diskussion

#56

Beitrag von Peterle »

Falls das schon angesprochen wurde tut es mir leid, auf die Schnelle habe ich es nicht gefunden.

Vor Jahren hatte ich mal einen Garten in einer Vorzeigeanlage mit viel Rasen und einem Handtuch Alibigemüse.
Da hat mich dann irgendwann der Wahn gepackt und ich fing an, biologisch zu gärtnern mit Flächenkompost, ohne Blaukorn und Co. und viel Gemüse.
Im ersten Jahr ein super Ergebnis!
Im zweiten Jahr (und danach) eine super Schneckeninvasion!

Dieser war nicht Herr zu werden, auch nicht mit Schneckenkorn, Bierfalle, Schere und was man so liest. Einer der Nachbarn war etwas (viel) älter und ich habe bei im Rasen gemäht und Fenster saniert und so weiter.
Dem hatte ich das erzählt und der kam in meinen Garten, um zu sehen, was falsch läuft. (Bei ihm übrigens Wahnsinnsergebnisse was Gemüse anging).

Seine Tips waren:
-Kein Flächenkompost sondern Komposthaufen
-Viel Gründünger im zeitigen Frühjahr und Herbst
-Gründünger dicht über dem Boden abmähen oder abfrieren lassen
-Boden speziell im Herbst nicht umgraben sondern möglichst eben (feinkrümelig) hinterlassen
- Komposthaufen 2 x umsetzen und Rohkompost ausreifen lassen
- Kompost im zeitigen Frühjahr mit Kalkstickstoff versehen und gut feucht aufschichten, gegen zu viel Regen abdecken (Stroh)
- Düngen mit Jauchen an der Pflanze oder Mist im Kompost

Kompost in das Pflanzloch 1:1 (zu wertvoll für Fläche) nicht bei Bohnen/Erbsen

Begründungen:
- Grobe Scholle gibt der Schnecke viele Möglichkeiten der Eiablage. Nur strenge Winter helfen bei Schnecken.
- Wurzeln vom Gründünger helfen dem Boden (bleibt locker) und den Würmern
- Kalkstickstoff hinterlässt wenig Bodenlebewesen, daher nur als letzter Schritt und vier Wochen vor dem Ausbringen

Ich habe das nie so durchgehalten und immer mal wieder irgendwas anderes probiert (erfolglos), aber sein Gemüsegarten war eine Wucht. Kohlköpfe ohne Fraßstellen und schön groß!
Übrigens war bei dem auch kein Boden zu sehen, alles zugewuchert.

In letzten Jahr habe ich mich wieder besonnen und so angefangen. Der Flächenkompost (wegen Hitze habe ich den wieder genutzt) ist eine Variante von mir, aber jetzt bei feuchtem Wetter wieder mal kontraproduktiv.

Gruß

Peter
heckenrose
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Re: Grundsatz-Diskussion

#57

Beitrag von heckenrose »

Seine Tips waren:
-Kein Flächenkompost sondern Komposthaufen
-Viel Gründünger im zeitigen Frühjahr und Herbst
-Gründünger dicht über dem Boden abmähen oder abfrieren lassen
-Boden speziell im Herbst nicht umgraben sondern möglichst eben (feinkrümelig) hinterlassen
- Komposthaufen 2 x umsetzen und Rohkompost ausreifen lassen
- Kompost im zeitigen Frühjahr mit Kalkstickstoff versehen und gut feucht aufschichten, gegen zu viel Regen abdecken (Stroh)
- Düngen mit Jauchen an der Pflanze oder Mist im Kompost

Kompost in das Pflanzloch 1:1 (zu wertvoll für Fläche) nicht bei Bohnen/Erbsen
1. Mach ich bereits.
2.+3. ok,ließe sich einplanen (bisher meist nur Feldsalat und Wintergemüse über Winter)
4. Ich grab eh nicht um, muss nur im Sommer gründlich durchhacken zwecks "Engerling-Jagd"
5. uff,... ist das sehr zwingend notwendig???
6. Kalkstickstoff - würde mir gar nicht behagen, killt das nicht - wie du auch schreibst - das Bodenleben? Zu welchem Zweck benutzt man das? Gegen Schneckeneier wird's vielleicht gar nicht helfen? Und was könnte sonst schlimmes kurz vor dem Ausbringen im Kompost hausen?
7. Brennesseljauche benutze ich bereits, lockt aber m.E. auch oft unliebsame Tierchen (sprich "Ungeziefer") an,Mist im Kompost klingt gut, aber das woher ist umständlich bei mir

8. oh mann, echt? Hab ich jahrelang praktiziert, und jetzt hab ich mich gerade von Charles Dowding begeistern lassen und mach das erste Jahr den Kompost nur obendrauf... Er meint, das sei die neutralste Bodenbedeckung im Hinblick auf Schnecken, da sie von reifem Kompost nicht angelockt werden...

Also jedenfalls, Peter(le), bin sehr gespannt auf deine Erfahrungen. Bitte berichte, sobald du etwas dazu sagen kannst.
Bei mir sehen die überlebenden Kohlköpfe (Köpfe???) zum Fürchten aus, zerrupft und armselig.
Wenn dein Ratgeber das besser hinkriegt, ist er auf jeden Fall die beste Werbung für seine Tipps.
Aber bei Dowding sieht's auch toll aus, ich werde da immer ganz neidisch (will auch).

LG
heckenrose
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Peterle
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Re: Grundsatz-Diskussion

#58

Beitrag von Peterle »

Hallo Heckenrose,

ich meinem Gartenbericht ist der Ist- Zustand nachzulesen. Meines Wissens nach werden Schneckeneier durch KalkStickstoff ebenso belastet wie alles andere.
Bis jetzt läuft's bei mir ganz gut, obwohl ich einige Varianten nicht beachtet habe.

Gruß

Peter
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Till
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Re: Grundsatz-Diskussion

#59

Beitrag von Till »

Peterle hat geschrieben:[...] sein Gemüsegarten war eine Wucht. Kohlköpfe ohne Fraßstellen und schön groß!
Übrigens war bei dem auch kein Boden zu sehen, alles zugewuchert.
Weil er nicht so verklemmt mit dem Stickstoffdünger umgeht!! Gerade bei Kohl entscheidet der Stickstoff zu Anfang schon über das Gesamtergebnis (bei Brokkoli ganz extrem).
viktualia

Re: Grundsatz-Diskussion

#60

Beitrag von viktualia »

Weil er nicht so verklemmt mit dem Stickstoffdünger umgeht!!
Till, da drin liegt die Antwort auf eine Frage, die ich immer noch nicht klar formulieren kann.
Erklär bitte einer Staudengärtnerin mit Kräuterambitionen, was damit (genau) gemeint ist.

Ich versuch mal, unernsthaft, auszudrücken, was ich meine:
wie haben es unsere Vorfahren geschafft, die "Nutzpflanzen" daran zu gewöhnen, sich mit "Frankfurter Kranz" zu ernähren,
wenn es die "Urgemüse" noch mit "Marmorkuchen" geschafft haben?
Warum gehen meine Blümlies bei so ner Behandlung kaputt (hat hier wer mal Cosmeen "verwöhnt"?) und Kohl kann es ab?

Wo ist der Unterschied im Stoffwechsel? Na ja, so ist es wieder zu genau gefragt - weist du ungefähr, worauf ich hinaus will?
Ich brauch was mehr als "Starkzehrer".
Vielleicht würde mir so was wie: "in welchen Wachstumsstadien sind die größten Unterschiede" schon weiterhelfen.
(wenn so ein ganz klein bissl Stoffwechsel, bzw. Strukturunterschiede dabei sind....)
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