Euer Selbstversorger-Ärger

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strega
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Re: Euer Selbstversorger-Ärger

#1721

Beitrag von strega »

SV ist schön. Und ich geh damit, soweit ich ohne schmerzhafte Verrenkungen gehen kann. Hab nicht den Ehrgeiz, absolut autark sein zu müssen. Momentan kauf ich hin und wieder Nudeln, auch wenn ich noch etwas eigenes Getreide auf Halde liegen hab. Ich unterstütze auch gerne hin und wieder mal Erzeuger, die ich für unterstützenswert halte. Haben alle was davon, ich auch, ich ess mal wieder was anderes :)
Falls es mal nix zu kaufen geben sollte, dann ess ich halt ein paar Wochen Saubohnen und Löwenzahn, ist bestimmt gesünder als vieles, was es zu kaufen gibt.... aber das wollen wir ja nicht hoffen derzeit.

Wenns mit den Kartoffeln dieses Jahr nicht funzt, dann schau ich halt, dass ich im Herbst vielleicht mehr Maroni und Nüsse und Eicheln sammel. Ist nicht fürs Überleben, aber für den Ehrgeiz, was selber zu haben, und für den Spass am Sammeln und Rumtigern.... für meine Lebensqualität.
Frauen, die sich gut benehmen, schreiben selten Geschichte. Eleanor Roosevelt
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Zacharias
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Re: Euer Selbstversorger-Ärger

#1722

Beitrag von Zacharias »

Hallo Phönix,

mit scheint, du hast eine sehr hochgesteckte Vorstellung von Selbstversorgung und dazu recht wenig Ahnung.
Mal Beispiele: Beeren tragen an mehrjährigen Zweigen und du erwartest im ersten Jahr eine Vollernte? Dass die Zweijährigen ganz gut tragen hätte dir zu denken geben können. Kohl braucht einen sehr nährstoffreichen Boden, hast du den? Kürbisgewächse ebenfalls und eine Honigmelone hat in Deutschland nicht die nötige Vegetationszeit. Paprikas brauchen ebenfalls länger und werden je nach Wetter nicht mehr reif, tröste dich, ich habe auch erst eine mit fast reifen Früchten dran und den Rest nur walnussgroß - entmutigen tut mich das aber nicht. Wenn die Tomaten braun sind, klingt das nach Krautfäule, hast du ein Dach drüber? Hast du sie täglich ausgegeizt und tomatengerecht gedüngt? Wenn du nicht in den Garten gehst, brauchst du dich über mannshohes Unkraut und Schlingpflanzen nicht wundern. Ein Garten braucht regelmäßige Pflege. Und genau das haben die Menschen, die früher auf den Garten angewiesen waren gemacht. Ein Boden will gepflegt und genährt werden, wenn du das nicht zu bieten gewillt bist, kauf deine Sachen lieber im Laden.
Phoenix87
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Re: Euer Selbstversorger-Ärger

#1723

Beitrag von Phoenix87 »

Vielen Dank für den netten Beitrag...

1. Ich erwarte keinen Vollertrag bei Beeren. Wo hab ich das geschrieben? Es war NICHTS dran. Die neuen die ich letztes Jahr gesetzt habe trugen direkt jeweils eine gute Hand voll. Abgesehen davon das man die Himbeerzweige ja wohl im Herbst entfernt und dann neue wachsen.

2. Kohl ist im letzten Jahr gut gewachsen, also würde ich sagen ja.

3. Die Honigmelone lebt in einem Gewächshaus

4. Paprika wurden letztes Jahr im Freiland alle 6 groß und trugen jeweils bis zu 10 Früchte.

5. Die Tomaten standen im Gewächshaus bis sie diese ungesunde Farbe bekamen, danach haben wir sie rausgestellt weil wir angst hatten das es ihnen doch zu warm wird. War aber wohl auch nicht der Fall.

6. Der Garte wird auch regelmäßig gepflegt. Ich habe das Unkraut nur angesprochen weil es einfach nervig ist das die Gemüse kaum zum wachsen kommen, das Unkraut aber unter allen Bedingungen wächst wie der Weltmeister.

7. Vielen Dank für den weisen Ratschlag doch bitte auf den Garten zu verzichten, aber ich bin durchaus gewillt Arbeit in diesen zu stecken. Abgesehen davon bin ich vielleicht nicht der beste Gärtner der Welt (wie auch nach zwei Jahren). Aber ich denke in meinem eigenen Garten kenne ich mich durchaus aus.

Ich war eben der Meinung dieses Thema hier ist für die weniger optimistischen Momente im Leben des Gärtners gedacht. Tut mir leid wenn ich das missverstanden habe. Ich bin sicher meine Urgroßmutter hat auch bei jeder, noch so grässlichen, Missernte gelacht und gepfeift und sich über das abwechslungsreiche Unkraut gefreut. :pfeif:
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Thomas/V.
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Re: Euer Selbstversorger-Ärger

#1724

Beitrag von Thomas/V. »

@ Phönix: Mach Dir nix draus, bei mir wird "alles" auch fast jedes Jahr schlimmer. Deswegen reduziere ich ja auch alles, was ich anbaue.
Das Wetter spielt seit 15 Jahren verrückt, es gibt nur noch Extreme, nichts "normales" mehr...

Meine Konsequenz: ich bin am Überlegen, meine SV komplett zu überarbeiten. Es hat einfach keinen Sinn mehr, ständig Arbeit in den Garten zu stecken und jedes Jahr die Hälfte oder 2/3 oder gar alles, was gesät oder gepflanzt wurde, in den Wind zu schreiben.
Mit ner Mißernte bei diesem und jenem Zeug mußte man schon immer klarkommen, aber heutzutage...
Das letztes Jahr Pflanze XY toll geworden ist, heißt noch lange nicht, das es nächstes und übernächstes keinen Totalausfall geben wird.
Nachdem dieses JAhr alles verfault und an Unterkühlung eingeht, wirds wohl nächstes Jahr wieder alles vertrocknen, oder wieder absaufen, oder was weiß ich, vielleicht schneits auch wieder im Mai und alles erfriert. Für nen Anfänger wie Dich ist es sicher noch frustrierender, ich konnte ja wenigstens in meinen Anfängerjahren noch halbwegs normales Wetter und Erträge genießen...
Mein Rat wäre: beschränke Dich auf weniger Arten, baue den Obstanbau aus (Äpfel sind bei mir unempfindlicher als Birnen oder Kirschen z.B.) und lass dafür ein paar Gemüsearten weg. Bei Deinen vielen Arten sind bestimmt welche dabei, die bei Dir prinzipiell schlecht funktionieren oder nur unter erheblichem Mehraufwand, nicht nur in diesem Jahr.
Lassen sie mich durch, mein Bruder ist Arzt!
Benutzer 72 gelöscht

Re: Euer Selbstversorger-Ärger

#1725

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

strega hat geschrieben:vielleicht ist dieses Jahr die Gelegenheit, das zu würdigen und zu schätzen, was geht...
Ich war ja auch sehr sehr traurig, dass die Schnecken meinen ganzen roten (roten!! den übersehen die ja angeblich) Grünkohl vertilgt haben ... Doch eigentlich sollte ich mich freuen, dass wir wieder viele Tomaten haben und dass der Mais schon kleine Kolben hat und dass die russischen Gurken so reichlich tragen und dass ...
Die Himbeeren, die wir zwischen Teich und Weg gepflanzt haben, es uns inzwischen unmöglich machen, dort mit der Scheibtruhe durchzukommen - wie Unkraut ;)
Dafür hatten wir heuer fast Himbeermarmelade gehabt (wenn ich nicht statt Gelierzucker normalen genommen hätte in der Hoffnung, es werde Sirup). Wir müssen einen anderen Platz finden für die. muss dazu sagen, dass wir sie eigentlich nicht pflegen - deshalb die Idee, die statt den Fichten auf unsern Hang zu setzen. sind zwar von einer Freundin geschenkte Pflanzen, schmecken aber und verhalten sich wie wilde Himbeeren.
Die Brombeeren tragen wieder mal irre viel, hängen aber leider so arg in die Straße rein, dass sie womöglich wieder kurz vor der Reife abgemäht werden...
obwohl - inzwischen haben auch die Nachbarskinder das Naschen dort entdeckt, vielleicht bitten sie ihre Eltern dort doch aufzupassen.

Es ist schon so:
Jedes Jahr kommt was anderes, ehrlich gesagt: ein Jahr, wo gar nichts zu ernten war, hab ich (ich persönlich) noch nie erlebt. Heuer sind weniger Walnüsse, aber ganz viele Haselnüsse, unter anderem auch an einem Strauch, der neben dem Zaun von selber gekommen ist, aber genauso aussieht wie unser gekaufter (den die Käfer nicht so arg anbohren, weil er lange Hüllen hat - heißt ?? "hallescher Riese" oder so).

Mein echter Ärger in den letzten Wochen: dass die Sommertage nicht 48 Stunden lang dauern.....
Phoenix87 hat geschrieben:Ich war eben der Meinung dieses Thema hier ist für die weniger optimistischen Momente im Leben des Gärtners gedacht.
ja, ja, so hab ich es auch verstanden.
Man versucht halt trotzdem, gute Ratschläge zu geben bzw. zu trösten...
Wenn ich dir jetzt vorschlage, wie Phoenix aus der Asche wiederaufzustehen, ist das auch nicht zynisch gemeint, sondern ein Versuch zu trösten... :flag:
Wir haben heuer am Boskoop keinen einzigen Apfel, die Zwetschke war voll, wir wollten eine Woche zuwarten und dann war der Bum leer - wegen Überreife abgefallen oder Nachbarskinder??
Aber wenigstens stehen die Bäume noch und ich kann auf nächstes Jahr hoffen.

Und die erste Portion Brennesselsamen hab ich schon geerntet! :bieni:
Wozu? die schmecken mir und sollen ja sooo gesund sein

edit @Thomas/V.:
soweit bin ich noch nicht. Ich versuche jetzt schon ein paar Jahre lang, immer wieder neue Sorten, bis eine passt....
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Re: Euer Selbstversorger-Ärger

#1726

Beitrag von Thomas/V. »

Ich versuche jetzt schon ein paar Jahre lang, immer wieder neue Sorten, bis eine passt....
Den Schnecken sind die Sorten egal, die fressen alles. Eigentlich brauche ich nur noch Bohnen (natürlich im Topf im GH vorgezogen), Kartoffeln und Erdbeeren anzubauen. Sowas ist natürlich auch keine Lösung, da zu einseitig...
Alles andere ist Glücksspiel oder nur mit erheblichem Mehraufwand (Vorziehen in Töpfen, Abdecken bei Regenperioden o.ä.) mit Aussicht auf Erfolg.
Meine stachellosen Brombeeren hängen jedes Jahr brechend voll, aber was nutzt das, wenn es im Frühsommer zu trocken ist und dann zu Reifezeit wochenlang schüttet und alles verfault.
Lassen sie mich durch, mein Bruder ist Arzt!
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Re: Euer Selbstversorger-Ärger

#1727

Beitrag von Phoenix87 »

Hi Thomas,
Obstanbau nur zu gerne, aber dafür fehlt mir der Platz. Deshalb auch die drei Säulen. Mit 6 Himbeeren,4 Johannisbeeren, 4 Stachelbeeren, einer Brombeere, 2 Erdbeerstandorte und den 3 Säulen dürfte so ziemlich das maximum erreicht sein. Vielleicht passen nochmal 3-4 Sträucher rein wenn ich den einen Wildnis-Hort noch entfernt bekomme. Aber mehr definitiv nicht. An "echte" Obstbäume ist nicht zu denken.

Bei mir ist eben das Problem dass das erste Jahr ziemlich gut war( glaub ich jedenfalls, vielleicht war ja auch das eigentlich nur ok :) ) dadurch werd der Totalausfall eben noch gemeiner.
Nächstes Jahr werd ich wohl komplett auf Möhren verzichten, die sind schon im zweiten Jahr garnix. Dafür werd ich Kürbis mal im Freiland versuchen anstelle vom Topf. Kohl ist so ne Sache. Im Winter bzw. Frühjahr werd ich das entsprechende Beet mal mit Kompost vollpumpen( ging dieses Jahr nicht weil kein Kompost vorhanden). Ein neues Netz drüber, und wenn dann noch Raupen dran kommen... weiß ich auch nicht weiter.

Mein Netz hatte etwa 1 cm große Maschen, reicht das?

Ach, und bleib auch du bei der Stange! Ist schade um jeden der die Segel streicht :-)
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Re: Euer Selbstversorger-Ärger

#1728

Beitrag von Buchkammer »

Phoenix87 hat geschrieben:Mein Netz hatte etwa 1 cm große Maschen, reicht das?
Bei 1 cm schlüpft noch einiges durch. Hier kommen Kulturschutznetze mit 0,8 mm Maschengröße zum Einsatz. Schonmal perfekt gegen Erdflöhe, Blattläuse, weiße Fliege und anderes Getier.
Gestern war ich klug und wollte die Welt verändern. Heute bin ich weise und möchte mich verändern. (Rūmī)
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Re: Euer Selbstversorger-Ärger

#1729

Beitrag von Thomas/V. »

Obstanbau nur zu gerne, aber dafür fehlt mir der Platz.
Klar, mehr Platz hätte ich auch gerne ;) . Ich meine: Anstatt der Möhren kannst Du eben dann noch dort etwas anderes anpflanzen. Mein Nachbar hat z.B. Aronia-Beeren, die schmecken ihm und denen scheint das Wetter nix auszumachen, der Strauch hängt voller Beeren.
Das Deine Äpfel und Birnen und Beeren im 2. Jahr nicht viel abwerfen ist klar. Bei mir trägt z.B. ein Birnenbaum dieses JAhr das erste Mal voll, der steht seit seit ca. 15 Jahren und ist erst 2m hoch :lol: . Solche Rostflecken hat der auch, aber das scheint ihn nicht sehr zu stören. Ich muß mal anfangen, überzählige Birnen abzumachen, es sind etliche, die anscheinend aufplatzen.
Auch meine 2 Apfelbäume, die ebenso alt sind, tragen erst seit ein paar Jahren gut, während der 3. noch vor der ersten richtigen Ernte von Wühlmäusen gekillt wurde und einer von 2 Kirschen ebenso.
Bei mir ist eben das Problem dass das erste Jahr ziemlich gut wa
Ja, letztes Jahr hab ich sogar Auiberginen geerntet (im Tunnel angebaut), dieses Jahr sind sie gleich gar nicht weiter gewachsen nach dem Pflanzen...
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Re: Euer Selbstversorger-Ärger

#1730

Beitrag von Phoenix87 »

Buchkammer hat geschrieben:
Phoenix87 hat geschrieben:Mein Netz hatte etwa 1 cm große Maschen, reicht das?
Bei 1 cm schlüpft noch einiges durch. Hier kommen Kulturschutznetze mit 0,8 mm Maschengröße zum Einsatz. Schonmal perfekt gegen Erdflöhe, Blattläuse, weiße Fliege und anderes Getier.
Danke für die Info, werd mal wieder auf Einkaufstour gehen müssen. Aber ob ch im Gartenmarkt netze mit 1mm Maschen bekomme?! Wir werden sehen :-)

@Ina Maka: DAS ist auch durchaus erwünscht( also bei mir), mein Beitrag bezog sich ja auch auf einen wenig hilfreichen-destruktiven Beitrag. Aber egal, vegessen wirs. :)
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