Planen fuer den Notfall oder nicht?

Was halt nirgendwo passt
Thomas74
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Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

#301

Beitrag von Thomas74 »

emil17 hat geschrieben:ausserdem ist das meldepflichtig.
Wie sagte olle Stalin so schön??
"In Deutschland wird es nie zu einer Revolution kommen, weil das Betreten des Rasens verboten ist."
Wie recht er doch hatte... :roll:

Wenn es bei der Krisenvorsorge um überleben/nicht überleben geht, werden sich die Leute einen Dreck um Mengenverordnungen scheren.

Oder glaubst du, wenn die letzten 100 Plätze im Rettungsboot (symbolisch) vergeben werden, zieht jeder eine Nummer und der 101. sagt "Ach, schade!" und dreht sich um??? :ohoh:
Optimismus ist,bei Gewitter in einer Kupferrüstung auf dem höchsten Berg zu stehen und "Scheiß Götter!" zu rufen...
Benutzer 146 gelöscht

Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

#302

Beitrag von Benutzer 146 gelöscht »

Thomas74 hat geschrieben:
emil17 hat geschrieben:ausserdem ist das meldepflichtig.
Wenn es bei der Krisenvorsorge um überleben/nicht überleben geht, werden sich die Leute einen Dreck um Mengenverordnungen scheren.
Du verwechselst gerade Krisenvorsorge mit Krise: IN der Krise hast Du völlig recht, da kümmert sich keine Sau um Verordnungen, aber VOR der Krise eben schon... :pfeif:
Wenn Du mit der Vorsorge allerdings bis zum Beginn der Krise wartest (wenn sich Niemand mehr um Verordnungen kümmert), könnte es eng werden.

Stichwort Alterung von Diesel/Heizöl: ich bin unfreiwillig an einem Langzeittest beteiligt, da mein Heizölvorrat aus verschiedenen Gründen schon teilweise 6 Jahre alt und älter ist. Kühl und dunkel gelagert, ist da bisher keine Veränderung festzustellen, - weder für den Ölbrenner noch für den Diesel-Motor (am stationären Generator ;) )
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emil17
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Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

#303

Beitrag von emil17 »

Ölkanne hat geschrieben: ich dachte das Kraftstofflager aber für etwas Anderes:
Nur ist es leider so, dass im Krisenfall Treibstoffe vom Staat zwangsbewirtschaftet und Vorräte als Erstes beschlagnahmt werden.
Alle hacken und jäten von Hand oder mit Pferdezug, einer oder zwei basteln sich einen Holzvergaser an ihren Schlepper, nur Ölkanne verfährt jeden Tag stundenlang Diesel und keinen sonst interessiert das?
Falls du Treibstoff verbrauchen darfst, wird die Ernte eingezogen - auch nicht besser.

Thomas hat nämlich was vergessen: Das mit dem Rasen betreten verboten stimmt, zudem sind unter hundert Deutschen mindestens zwanzig Möchtegern- Blockwarte.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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Reisende
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Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

#304

Beitrag von Reisende »

was ihr so für (deutsche) leute kennt ist schon erstaunlich.
husch husch, raus in die vorurteilsfreie zone mit euch beiden! :mm:

typisch schweizer und ossis :grinblum:
da ich laktose und gluten hervorragend vertrage, leiste ich mir als ausgleich dafür einige intoleranzen im zwischenmenschlichen bereich.
Akopalüze

Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

#305

Beitrag von Akopalüze »

Ein Vorurteil über die Schweizer würde mich aber noch interessieren.
Stimmt es wirklich, dass viele Schweizer ein Sturmgewehr zu Hause haben, weil die das nach dem Wehrdienst behalten dürfen?
Benutzer 3991 gelöscht

Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

#306

Beitrag von Benutzer 3991 gelöscht »

Akopalüze hat geschrieben:Stimmt es wirklich, dass viele Schweizer ein Sturmgewehr zu Hause haben, weil die das nach dem Wehrdienst behalten dürfen?
Ja, sieht so aus
http://www.handelsblatt.com/politik/deu ... 18330.html
Obwohl Waffenmissbrauch auch in der Schweiz ein Problem ist, ist das Waffenrecht der Eidgenossen immer noch eines der liberalsten der Welt. Abgesehen davon, dass Armeeangehörige ihre Dienstwaffe üblicherweise zu Hause aufbewahren, sind Kauf und Besitz von Waffen und Munition jedem Bürger gestattet. Seit 2008 müssen Waffenbesitzer allerdings amtliche Bewilligungen haben, vorher genügte der Nachweis eines Kaufvertrags
In der Schweiz gibt es bei rund acht Millionen Einwohnern etwa 2,5 Millionen legale Waffen, 1,2 Millionen davon kommen vom Militär.
Gefährliches Volk, diese Schweizer ;)

Die 1,2 Millionen Waffen vom Militär können wohl nicht nur von aktiven Armeeangehörigen sein. Emil weiß das sicher wie es sich wirklich verhält.
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emil17
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Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

#307

Beitrag von emil17 »

Lysistrata hat geschrieben:[
Die 1,2 Millionen Waffen vom Militär können wohl nicht nur von aktiven Armeeangehörigen sein. Emil weiß das sicher wie es sich wirklich verhält.
Doch, das ist so. Jeder Wehrpflichtige hat seine persönliche Waffe in der dienstfreien Zeit zu Hause. Wenn man an einigen Feldschiessen teilgenommen hat (ein alljährlich wiederkehrendes Nationales Schützenfest, das von allen Schützenvereinen des Landes durchgeführt wird) hat man als Armeeangehöriger die Wahl, die Dienstwaffe behalten zu dürfen. Nur die Mobilmachungsmunition muss bei der Ausmusterung abgegeben werden.
Diese Waffen werden dann oft weitervererbt und bleiben dann in der Familie. Da hat sich im Laufe der Jahrzehnte so einiges angesammelt.

Im Gegensatz etwa zu den USA kommt hier kaum einer auf die Idee, persönliche Konflikte mit der Waffe lösen zu wollen. Ein Grund ist sicher auch das Jedermannsrecht wie in Skandinavien. Während in den USA jeder sein Privatland umzäunen, ein Schild "No trespassing" aufstellen und jedem, der sich nicht dran hält, eins draufbrennen darf, kann hier keiner das Betreten von Privatland abseits der Siedlungsgebiete verbieten.

Zum Vorurteil: Hier trauen die Behörden im Gegensatz etwa zu Deutschland den Leuten deutlich mehr zu, nicht nur was die liberale Waffengesetzgebung anbetrifft. So bin ich für Baugesuche vorlageberechtigt (muss also nicht einen Architekten oder zugelassenen Planer damit beauftragen), und darf in selbst genutzten Räumlichkeiten die Elektro-Hausinstallation hinter dem Verteiler selbst montieren.
Hingegen wird erwartet, dass man z.B. Gerichtsurteile, die in einer anderen Landessprache erschienen sind, selbst übersetzt.

Es gibt einen starken Gradienten der Mentalität von der Nordschweiz in Richtung zu den Landesteilen mit romanischen Sprachen.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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65375
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Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

#308

Beitrag von 65375 »

Ich vermute mal, es hat auch damit zu tun, daß die Schweizer als Volk homogener sind.
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

#309

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

Nur ist es leider so, dass im Krisenfall Treibstoffe vom Staat zwangsbewirtschaftet und Vorräte als Erstes beschlagnahmt werden.
Alle hacken und jäten von Hand oder mit Pferdezug, einer oder zwei basteln sich einen Holzvergaser an ihren Schlepper, nur Ölkanne verfährt jeden Tag stundenlang Diesel und keinen sonst interessiert das?
Falls du Treibstoff verbrauchen darfst, wird die Ernte eingezogen - auch nicht besser.
Ich glaube zwar nicht das so ein Fall wie in diesem Thema behandelt wird, eintritt, antworte trotzdem mal:

ich würde da eher das Motto ansetzen
"Wer hat, der hat und wer hat, der kann!" ;)

Ich dachte das "System" ist nachher nicht mehr funktionsfähig?
Wer möchte von mir dann den Kraftstoff einziehen solange er noch bei mir Zuhause lagert?
Bzw. die Ernte sofern eine zustande kommt?
Da werden eher hunrige Mitmenschen einem das Essen aus der Tasche ziehen.

Was mach der Heinz mit dem Holzvergaser?
Der braucht auch Kohle/Gasholz...

Wenn jeder (Privatmann) der einen Traktor besitzt für 600 Betriebsstunden Kraftstoff ein lagert (bei 300g/PS/h und 40PS sind das 9m³, und ein Traktor mit 300g/PS/h ist ein Schluckspecht...) kommt er damit 1,5-2 Jahre über die Runden.
Diejenigen die einen Mähdrescher , Stromgenerator etc besitzen etc müssen eben auch dafür bunkern.

Dann kommt die Kraftstoffknappheit erst später/verzettelt/garnicht
man muss "nur" genug Ölsaaten anbauen und PÖl fähige Fahrzeuge verwenden.
Oder genauso schnell wie früher ein Werk wie das BKK Espenhain oder das BKK Schwarze Pumpe aus dem Boden stampfen. :mrgreen:

Um Mähdrescher, Pflug, Egge, Walze und Traktor wirst du aber nicht drumrumkommen wenn du DEs 12Mio ha bewirtschaften möchtest.

Dann wird es aber zum Großteil nur noch Roggenbrot geben, Roggen verträgt es wenn er nicht mit einer Drillmaschiene gesät wird sondern nur ausgestreut, eingeggt und angwalzt und er hat eine höhere Konkurenzkraft als Weizen.
(So wurde der Futterroggen und die Roggen-GPS in den LPG-Ps angebaut, ist günstig und funktioniert)
Weizen braucht ein richtiges Saatbett und eine Drillsaat.

eine Alternative zum Roggen wäre Hafer, da ist auch das Risiko durch Mutterkorn geringer.

Die Unkraut- und Ungrasbekämpfung geht von Hand, aber dauert lange und ist wenig effektiv
evtl. ist striegeln besser, da dann die Arbeiter/Menschen wo anderst produktiver sein können.

Drusch nur mit (alten, da PÖl fähig) Mähdreschern da noch ältere Druschtechnik nicht mehr vorhanden ist.
Wenn der Lexion 780 aber noch Spritt hat, wird der genutzt!
Und erst hinterher (mit PÖl) der alte DF M1000 vom Nachbar aus der Scheune...

Mais und Zuckerrüben bedürfen in der Jugend einer hohen Zuwendung mit der Hacke und eine Viehfütterung mit Grünland ist wahrscheinlich Kraftstoffsparender als mit Maissilage (Maishäcksler sind wahre Dieselfresser) allerdings bei weitem nicht so ertragreich.
Für Körnermais (ergänzend zu Roggen und Hafer) könnte aber interessant sein.
Zuckerrüben muss man noch zu Sirup kochen
Ich mag Zuckerrübensirup :) ist m.M.n. besser als Honig.
Mais und Rüben benötigen eine Einzelkornsaat.
(von Hand dauert das zwar lange ist aber machbar, z.T. gibt es (hier bei uns) noch alte Sägeräte im Einsatz)

Das wichtigste (wenn man nicht einfach an andere (fossile) Kraftstoffe rankommt) sind aber die Ölsaaten die den Kraftstoff für alles andere liefern:
Raps, Sonnenblumen, Leindotter

Raps ist sehr schädlingsanfällig (die RGK, Erdflöhe und div. Rüssler werden schließlich nicht dahingerafft am Tag X) und sollte nur alle 4-5 (besser 5 oder länger) Jahre auf einer Fläche stehen.
Die feinen Samen haben einen vergleichsweise hohen Anspruch an das Saatbett und die Rapspflanze möchte gerne bis zum Reihenschluss möglichst unkrautfrei stehen auserdem kann nur mit dem Mähdrescher geerntet werden.

Sonnenblumen sind da als Reihenkultur eher problemlos, da man sie lange und leicht hacken kann, die brauchen aber sehr viel Kalium und Bor sonst wächst nicht viel ölhaltiges ran und der Mähdrescher braucht einen Sonnenblumentisch.

Zu leindotter weis ich nur, das er als Untersast in Getreide angebaut werden kann, welche das Unkraut unterdrückt und zusammen mit dem Getreide gedroschen wird.
Man muss dann eben nach dem Drusch die feinen Samen vom groben Getreide trennen.
Bietet sich also zum Weizen an.

Für alle drei braucht man aber eine leistungsfähige Ölpresse und Ölaufbereitung.

Was zusätzlich nötig ist ist Tierhaltung mit Stroheinstreu und Feldfutterbau mit Leguminosen und ausreichend Grünland.
Asche aus der Holz- und Kohleverbrennung dient als Kalidünger.
Wo Phosphor herkommt ist mir noch ein Rätsel.

Fruchtfolge (aus dem Kopf mal kurz ausgedacht)

Luzerne - Luzerne - Roggen mit Kleeuntersaat und Mist - Raps mit Kleeuntersaat und Mist danach Zwischenfrucht - KöMais mit Zwischenfrucht, evtl. unterssat und Asche - Hafer mit Kleeuntersaat und ZF - Zuckerrüben mit Mist - Weizen mit Leindotteruntersaat und Mist - Sonnenblumen evtl. Asche

Die Luzerne liefert Futter für das Vieh, der Roggen unterdrück das Unkraut gut, die Kleeunterssaat und der Mist sorgt für die Stickstoff Versorgung, der Mist liefert ja nur 20% des N im ersten Jahr.
Beim Raps sollen nun die Nährstoffvorräte möglichst in Öl umgewandelt werden, deshalb zusätzlich Mist.
Die Zwischenfrucht soll nun die freigesetzten Nährstoffe aufnehmen und speichern, es ist möglichst aller ausfallraps zum keimen zu bringen.
Der KöMais nutzt nun die Nährstoffe aus dem Boden und der verrottenden ZF, eine ZF danach wird aber nur noch spärlich wachsen.
Hafer, als gesundungsfrucht zusammen mit der Kleeuntersaat päppelt den Boden wieder etwas auf und unterdrücken (hoffentlich) den Ausfallraps.
Die Zuckerrüben nutzen die Energie aus dem Mist und Dr ZF optimal aus, allerdings
muss der folgende Weizen frühgenug in den Boden um ausreichend winterfest zu sein und zwischen Rübenroden und Saat muss noch der Mist eingearbeitet werden.
Evtl. vorhandene Stickstoffdünger sollen zum Weizen gegeben werden.
Der Leindotter soll den jäteaufwand reduzieren und gleichzeitig Kraftstoff liefern.
In den Sonnenblumen kann man gut das Unkraut bekämpfen und sie ziehen den Letzten Rest an Nährstoffen aus dem Boden um Kraftstoff herzustellen.

Raps stellt ein hohes Risiko bzgl Krankheiten, Schädlingen und Unkraut (20 Jahre keimfähig im Boden!) dar, man kann ihn aber durch ein weiters Mal Sonnenblumen problemlos ersetzen.



Was nützt einem das ganze tolle Planen?
Hinterher kommt doch wieder alles anderst als man sich das vorher dachte :engel:


Edit:
Oh Oh, mein Blabla ist mal wieder viel zu lang geraten :ohoh:

Edit2:
unzählige grausame RS-Fehler ausgemerzt
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Oli
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Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

#310

Beitrag von Oli »

Reisende hat geschrieben:was ihr so für (deutsche) leute kennt ist schon erstaunlich.
husch husch, raus in die vorurteilsfreie zone mit euch beiden! :mm:

typisch schweizer und ossis :grinblum:
:daumen:
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