Hühnerratsch

Hühner, Wachteln, Puten, Fasane, Pfauen
Olaf
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Re: Hühnerratsch

#1241

Beitrag von Olaf »

Also ich ess eigentlich auch die Brust ganz gerne. Das mag damit zu tun haben, dass meine Frau und unsere "zahllose" Kinderschar ganz versessen sind auf die Keulen, und bei 4 Kindern und zwei (Hühner-)Beinen schon das nicht immer einfach war. (Oft mussten wir zwei machen, und meine Frau hat sich immer noch nicht ganz abgewöhnt, abartig große Portionen zu kochen).
Seit wir nun die Kinder los sind :grr: , ist das doch einfacher.
Ich war ehrlich gesagt auch etwas überrascht, wie wenig Brustfleisch das Tier hat, also vom Tasten her, ausgelöst haben wir es ja noch nicht - wir schwanken übrigens auch gerade, ob wir das nicht komplett zu ner Suppe verarbeiten, ich denke schon, dass wir da Geschmack reinkriegen.
Für Frikasse fehlen uns zwar entscheidene Zutaten, haben wir grad festegestellt, aber da sind wir flexibel.
Aus purer Neugier hab ich die für SchVater bestimmte Keule eben auf die Waage gelegt, 450 gr.
Nun überleg ich grad, ob das für uns zwei Hanseln nicht doch etwas übertrieben ist, die Bresse sind ja doch um einiges leichter.
Vom Fleisch her, vermute ich, ich weiß es nicht, geben die sich nicht viel, sind ja züchterisch auch irgendwie nahe beieinander.
Für die Mechelner spricht, dass sie ganz oben auf der roten Liste stehen, und ich beim Essen noch das Gefühl haben darf, ein gutes Werk zu tun. Für die Bresse spräche, dass, wenn man denn doch mal ein (Schlacht-)Tier verkaufen wollte , man den (bei mir ganz sicher schamlosen) Preis nicht begründen müsste.
Ich glaube, @ Hobbygärtnerin, Du musst mir im Frühjahr tatsächlich ein paar Bruteier vermachen.....
LG
Olaf
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hobbygaertnerin
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Re: Hühnerratsch

#1242

Beitrag von hobbygaertnerin »

@Birgit,
hab gute Kontakte zu einem Hähnchenmäster, ein junges Hähnchen ist nicht zu verachten, Schenkel gebraten, Brust ausgelöst und zu Schnitzeln verarbeitet- auch die Haut bei einem jungen Tier ist besser hinzubekommen, Bresse müssen anders zubereitet werden,
mir geht es bei den Hühnern ganz klar darum, dass die männlichen Tiere auch sinnvoll nutzbar sind, ein Huhn am Schluss auch noch eine wunderbare Suppe wird.
Bin da eben bei den Bresse hängen geblieben.
Würde zu gerne einem guten Koch/Köchin, die Erfahrung mit der Zubereitung dieser Tiere haben, über die Schulter schauen.
@Olaf, meld dich im Frühjahr.
Find es sehr wichtig, dass auch die alten Hühnerrassen, die kurz vor dem Aussterben sind, am Leben erhalten werden, hab mit Vorwerk angefangen, bei denen ist es ähnlich.
Hut ab vor dem Wissen unserer Vorfahren, die sich mit der Hühnerzucht befassten.
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Zacharias
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Re: Hühnerratsch

#1243

Beitrag von Zacharias »

Meine Hühner werden auch alle sinnvoll verarbeitet, aber die Hähne ersetzen kein Masthähnchen. Wir hatten heute Schenkel und Flügel auf dem Grill, es war das erste selbst gemästete Tier. Schmeckt anders als ein gekauftes Hähnchen, das Fleisch war fester, aber sehr lecker.
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Re: Hühnerratsch

#1244

Beitrag von hobbygaertnerin »

@Zacharias,
ich kann inzwischen das uralt Rezept meiner Vorfahren verstehen- zuerst fast fertig kochen, dann das Fleisch panieren und im Fett ausbacken (Wiener Backhendl)- hat 2 wesentliche Vorteile- es ergibt eine gute Suppe- und ein weiteres sehr schmackhaftes Gericht- mit lauwarmen Kartoffelsalat- ein Sonntagsessen.
Beim Stöbern in Asiakochbüchern fand ich diese Form der Verwertung des Huhnes öfters, die gute Suppe und das Fleisch, aber auch in vielen Kochbüchern anderer Länder.
Hühnerfrikasse war früher ein Festessen, besonders wenn die Tage kürzer und die Nächte länger werden, bei heranziehender Erkältungszeit gibt es nichts besseres als eine selbstgemachte heisse Hühnersuppe mit ebenso selbstgemachten Nudeln.
Schade eigentlich, dass in einer Zeit, in der es eine Vielfalt wie noch nie gab, Essen so wertlos geworden ist.
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Zacharias
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Re: Hühnerratsch

#1245

Beitrag von Zacharias »

Das ist eigentlich logisch, hat man zu viel, geht die Wertschätzung verloren. Ich sehe es anders, wir haben alles, aber die Qualität lässt stark nach, hierzulande sicherlich weitaus mehr als in weniger dichtbesiedelten Gebieten.
Das Wiener Backhendl muss ich mal probieren. Kochen und dann noch mal in den Ofen habe ich schon probiert, das ist nicht meins, aber frittieren ist ja noch mal was anderes. Wie lange wird das Huhn denn gekocht? Es darf ja nicht zerfallen, wenn es noch ins Fett muss?
Olaf
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Re: Hühnerratsch

#1246

Beitrag von Olaf »

Also meine Frau hat gestern ein bisschen Brust für einen Salat genommen,
und aus dem Rest eine improvisierte, aber sehr gelungene Suppe gekocht mit Zeugs, was unser und der Nachbarin Garten so hergab. (Das ist sehr nett bei uns, wenn einer was braucht, geht er erst mal zum Nachbarn, alternativ kann man auch So. eben noch die Straßenstände abklappern).
Jedenfalls haben mir sowohl die Keule als auch die Suppe vorzüglich geschmeckt, die Suppe mag so 6 L gewesen sein, ist noch reichlich da, ess ich nachher gleich noch mal. Ich denke aber, das liegt nicht nur am hochwertigen Fleisch, sondern auch daran, dass man das Verarbeiten von eigenen Hühnern wirklich etwas üben muss, wenn man nur Gummiadler kannte, und sooo viele haben wir ja noch nicht auf dem Gewissen.
Wir essen beide sehr gerne Suppe, ich bin immer wieder entsetzt, wenn ich mitbekomme, dass für viele, insb. jüngere Menschen eine Suppe gar keine richtige Mahlzeit ist... Aber McD.
Naja, kann mir auch egal sein.
LG
Olaf
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Re: Hühnerratsch

#1247

Beitrag von hobbygaertnerin »

Diese Form der Zubereitung kommt noch aus der Zeit, in der eben die überzähligen Hähnchen den Sommer mitgelaufen sind. Wie lange das Fleisch kochen muss- hab da noch nicht so genau darauf geachtet, weil im Slow Cooker Zeit nicht die Rolle spielt. Es darf auf alle Fälle nicht zerfallen, aber es soll fast fertig sein, werde diese Woche ein Backhenderl auf die Speisekarte setzen und genau darauf achten, wie lange es zu kochen ist.
Man schneidet die Teile vor dem Kochen in sinnvolle Mahlzeitportionen, Haxerl, Flügel, usw., kocht sie und lässt sie ein wenig abkühlen, damit die Panade hält.
Ist ein wenig Batzerei ( mir fällt der hochdeutsche Begriff dafür leider nicht ein)- aber das Ergebnis ist sehr lecker. In selbstgemachtem Butterschmalz ausgebacken, noch einen Touch mehr. Deshalb gibt es das bei uns wirklich nur zu ganz besonderen Anlässen.
Lauwarmer Kartoffelsalat ist ein Muss dazu. :)
Leider habe ich in meiner Kochbuchsammlung noch kein einziges früheres Rezept des Backhenderls entdeckt, die arbeiten alle mit den jungen Hänchen, die werden natürlich ohne Vorkochen sehr leicht durch.
Meine Bezugsquelle für junge Masthähnchen ist hier sehr verantwortungs- und qualitätsbewusst- das Fleisch ist sehr zart,
aber ich habe mir die Bresse in den Kopf gesetzt, weil es mir in der Seele weh tut, dass die männlichen Küken bei der Brut der Hühner.........
kann das nicht ändern, aber wenigstens die paar männlichen Hähne sind dann wenigstens die Mühe und Arbeit wert. Muss allerdings gestehen, um 50 Euro könnte ich mir die auch nicht leisten.
Deswegen mühen wir uns doch alle ab, um selbst was zu machen.
@Olaf,
hab den Autor des Buches "die Suppe lügt" Hans-Ullrich Grimm einmal persönlich in einem Vortrag gehört- wenn ich mich noch richtig erinnere, 2 Gramm Trockenhuhn oder 7 Gramm Nasshuhn ergeben einen Beutel Suppe für 4 Personen.
Und ich verschwende dafür ein ganzes Suppenhuhn.
Olaf
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Re: Hühnerratsch

#1248

Beitrag von Olaf »

Das ist ja auch keine Suppe und auch kein Essen.
Manche Arbeitskolleginnen (mir fallen echt nur Frauen ein) "essen" hier sowas mittags, riecht schon ekelhaft.
Ein ehemaliger Komillitone von mir hat an einer Fabrik mitgearbeitet, da kamen auf der einen Seite Holzabfälle und paar Chemikalien rein, und auf der andern Seite kamen u.a. raus Hamstereinstreu und diese "Möhrchen" für Tütensuppe.
Wenn ihr diese Backhendl so lobt, wäre ja auch mal einen Versuch wert, ist hier glaub ich eher unüblich. Mir kommen da die Chickenwings bei McD in den Sinn. Also ich hab sowas noch nie gegessen, die Kinder schon.
Ich bin mir sicher, die Panade lügt da auch :mrgreen:
Ich werd es mal meiner Frau vorschlagen, die überzähligen Vogtländer Hähne böten sich da vielleicht an, die haben nicht ganz so monströse Keulen....
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centauri

Re: Hühnerratsch

#1249

Beitrag von centauri »

Also ich freue mich immer wenn ich in einer Gegend bin wo es Backhendl gibt.
Schon als Kind freute ich mich immer darauf wenn wir nach Passau fuhren.
Da gabs das im Wienerwald.
Hat so mit einem Brathänchen nichts zu tun. Und schmeckt super!
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Zacharias
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Re: Hühnerratsch

#1250

Beitrag von Zacharias »

Vermutlich kann man das auch gar nicht so genau sagen, wie lange die gekocht werden müssen. Kommt ja auch auf Alter und Rasse an. Ich finde z.B. die Marans werden sehr schnell weich, selbst wenn sie schon ihr Alter haben.

Noch eine Frage zum Slow Cooker:
Wie lange kocht man ein altes Huhn? Die Frage musste ich mir die Tage stellen. Ich hatte schon mal jüngere Hühner darin gekocht, das ging über Nacht und war sehr lecker. Nun habe ich aber letzte Woche eine 2-jährige Krüperhenne geschlachtet und die wurd und wurd nicht weich. Letztendlich war sie 30 Stunden auf geringste Stufe drin. Fleisch schmeckt auch sehr gut, aber die Suppe schmeckt mir so nicht. Dabei dachte ich gerade älteres Fleisch ist klasse für den Slow Cooker.

@ Olaf
Für mich ist eine Suppe auch keine vollständige Mahlzeit und das hat nichts mit Alter zu tun. Ich bin einfach kein Suppenfan und brauche was Festes im Magen um satt zu werden.
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