Thomas/V. hat geschrieben:Ich habe auch gestern erst erfahren, dass man gesund aussehende Tomaten von mit Braunfäule befallenen Pflanzen nicht essen soll. :-/
Wasn das fürn Quatsch? Dann hätte ich noch nie eigene Tomaten essen dürfen, denn meistens sind sie spätestens im September von BF befallen.
Ich bin Laie und wage es nicht, die Gefährlichkeit von Mykotoxinen für die Allgemeinheit zu beurteilen, deine Qualifikation kenne ich nicht. Vielleicht haben wir mit Glück jemanden hier, der ohne Fahrlässigkeit etwas dazu sagen kann?
Die deutsche Krebsgesellschaft schrieb dazu:
Auch die Braunfäule (Patulin) der Tomate und der Kartoffel hat Einfluss auf die Entstehung von Krebserkrankungen. An der Tomate wird diese an sich typische Kartoffelkrankheit durch den Pilz Phytophthora infestans hervorgerufen. Die deutsche Bezeichnung des Pilzes – Kraut- und Braunfäule – leitet sich aufgrund der betroffenen Pflanzenteile bzw. der auftretenden Symptome ab. Der Pilz bildet giftige Stoffwechselprodukte, die sogenannten Mykotoxine, zu denen u.a. die krebserregenden Aflatoxine gehören (siehe auch unter „Schimmelpilze“).
Bei Tomaten sind in erster Linie Freilandtomaten betroffen, weniger dagegen – witterungsbedingt – Tomaten im Gewächshaus. Da viele Menschen selbst Tomaten anbauen und diese keineswegs selten von der Braunfäule befallen werden, sollten Sie wissen, dass es bereits bei ersten Anzeichen heißen muss: Finger weg davon! Die Früchte sind nicht nur ungenießbar, ihr Verzehr ist auch gefährlich. Ausschneiden der befallenen Stellen oder Abwaschen und dergleichen schützen nicht!
Mit Ausnahme der Tomatenwurzel kann von dem Pilz die gesamte Pflanze (Frucht, Blatt, Stengel) befallen werden. Auf den Früchten bilden sich graugrüne, später eher braune, runzlige Flecken aus. Dabei bleibt das Fruchtfleisch an den Befallstellen im Gegensatz zu anderen Fruchtfäuleerregern oberflächlich hart. Das macht die Pflanze zusätzlich gefährlich, denn da sie nicht matschig ist wie andere verdorbene Früchte, erkennt man nicht eindeutig, dass sie ungenießbar geworden ist. Hinzu kommt, dass die Farben rot und braun bei einem flüchtigen Blick darauf auch nicht immer klar auseinander zu halten sind.
Quelle archivarisch: krebsgesellschaft.de/ernaehrung_schadstoffe,1045.html
Eine Expertenmeinung, die schnell und leicht zu finden ist wäre diese:
Während grüne (unreife) Tomaten einen hohen Gehalt des Plasmagiftes Solanin aufweisen und akut giftig sind, ist Solanin in reifen Tomaten nur noch in Spuren nachweisbar. Ein Befall mit P.i. veranlasst die Tomate Phytoalexine, das sind Abwehrstoffe, z.B. Solanin und Chlorogensäure, zu bilden. Diese Vorgänge sind für den Befall von Kartoffeln gut untersucht, aber auch für Tomaten anzunehmen. Die Mykotoxinforschung ist nur noch schwer überschaubar.
Im Grunde kann jedes Lebensmittel, Früchte und Obst bei entsprechenden feucht-warmen Umweltbbedingungen mit Aspergillus und Penicillium befallen werden, die carzinogene Aflatoxine und das zellgiftige Patulin (wie in faulen Äpfeln) bilden.
Akute Vergiftungen nach Verzehr befallener Tomaten sind nicht zu befürchten, wenn überhaupt, sind gesundheitliche Folgen erst nach chronischer Aufnahme zu erwarten.
Aber der Hinweis, dass Ausschnneiden der braunen Stellen nicht ausreicht, ist zu beachten, da sich Mykotoxine in "nassen" Früchten ungehindert ausbreiten.
MfG, Dr. Siegmar Berndt
Stammt von eben diesem Dr. Berndt, Mykologische AG im Naturwissenschaftlichen Verein Bielefeld, gefunden im Forum der deutschen Gesellschaft für Mykologie.
Vorsichtige Entwarnung?
Ich selber muss noch etwas mehr lesen und recherchieren, bevor ich mir eine (vorerst) abschliessende Meinung bilde. Mein Bauchgefühl sagte bei sowas: Igitt, nee, ungut. Schade drum aber ungut. Die wirklich spannende Frage für mich ist jetzt, was ist mit den Kartoffeln? Wegen ein paar Kilo Tomaten lohnt es nicht ein Fass aufzumachen obschon es schade ist, aber für 2 Äcker voll Kartoffeln schon.
