Lass dich nicht täuschen: Alle Pflanzen brauchen Wasser, um zu wachsen. Grund ist der, dass das Luft-Co2, aus dem die Pflanze Zucker als Primärprodukt der Photosynthese macht, nur durch feuchte Membranen in die Zellen zum Blattgrün kommen kann. Und damit die Membranen feucht bleiben, muss dauernd Wasser verdunstet werden. Das ist bei unserer Lungen ganz genau gleich - Gasdiffusion durch trockenen Membranen geht in der Biologie nicht.Pastinake hat geschrieben: Letztes Jahr war bei den Kartoffeln überall aufrechter Sauerklee (Oxalis stricta) dazwischen und ich hatte den Eindruck, daß der Klee als Bodendecker gut funktioniert. Er braucht so gut wie gar kein Wasser
Deswegen wächst in den Trockenwüsten auch gar nichts, obwohl die spärlichen Niederschläge dort durchaus ausreichen würden, um den Wassergehalt für das zu decken, was im lebenden Gewebe enthalten ist.
Die Pflanzen, die "fast kein Wasser brauchen", können besser mit Trockenheit umgehen, d.h. sie machen entweder tiefere Feinwurzeln oder/und können noch einem Boden Wasser entziehen, der für die Kulturpflanze schon zu trocken ist. Wenn aber ein Unkraut wie Amaranth oder Aufrechter Sauerklee in trockenem Boden steht ohne zu welken heisst das nicht, dass die dann wirklich wachsen. Die machen bloss früh genung die Spaltöffnungen zu, um den Wasserverbrauch zu reduzieren, und müssen dann genauso wie alle anderen auch die Photosynthese runterfahren, weil sie kein CO2 aufnehmen können.
Zum Klimawandel: Klima ist das, was wir erwarten. Wetter ist das, was wir bekommen. Dieser banale Spruch hilft, das eine vom Anderen zu unterscheiden. Solche regenlosen Perioden gabs in unregelmässigen Abständen schon immer: Trockene Sommer 1906, 1921, 1947, 1949, 1976, 1983, 2003 und eben wieder 2015. Kimawandel erkennt man nicht an einem extrem trockenen Jahr (obwohl die Presse das jedesmal schreibt, wenns wieder mal soweit ist), sondern daran, dass Dinge passieren, die auf langjährige Trends reagieren. Z.B. Abschmelzen der Gletscher, Ansteigen der Waldgrenze im Gebirge, Auftreten von kälteempfindlichen Neophyten, die vor 100 Jahren häufig von einem kalten Winter weggeputzt worden wären, die so nicht mehr auftreten, und so weiter.
Letztes Jahr war hier der nässeste Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen um 1860. Hatten wir hier letztes Jahr keinen Klimawandel?
Wildpflanzen sind deshalb erfolgreich, weil sie an unser Klima angepasst sind: weil sie mit aussegewöhnlichem Wetter zurechtkommen, wozu Trockenperioden oder auch unübliche Kälte im Winter gehören. Langfristiger Erfolg besteht viel öfter darin, die schlechten Zeiten zu überdauern, statt in guten Zeiten extrem viel zu wachsen (gilt auch für uns Selbstversorger?)
Abhilfe: Mulchen, falls kein Mulch da ist oberflächlich oft hacken, weil die trockenen Erdkrumen wenn aufgehackt die Verdunstung darunter hemmen, weniger oft aber durchdringend giessen, damit die Pflanzen tiefer wurzeln und weil das Wasser, was die Pflanzen und den obersten Bodenzentimeter benetzt sowieso gleich wieder verdunstet.
