Getreideanbau

poison ivy

Re: Getreideanbau

#31

Beitrag von poison ivy »

stoeri hat geschrieben:gibt es hier eigentlich jemanden der sich sein Getreide selber anbaut?
darf ich fragen wieso?
irgendwas von wegen 'taegliches Brot'?
waere es nicht einfacher, das Brot aus alternativem Mehl zu backen?
meines ist derzeit aus Bohnen und Nuessen
beides in D relativ problemlos anzubauen und zu ernten

wenn das die falsche Antwort war, 'scusi
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fuxi
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Re: Getreideanbau

#32

Beitrag von fuxi »

Autarkie hat geschrieben:[... S]pezielle Sensen, die hatten noch einen speziellen Aufbau:

http://static3.mainpost.de/storage/pic/ ... 1434601943
Das nennt sich "Reff" oder Sensenkorb/Korbsense. Der Sensende legt damit nach jedem Schwung das geschnittene Getreide links von sich ab. Dann folgt ihm jemand, der diese "Schwaden" (geordneten Haufen, bei denen alle Ähren in eine Richtung zeigen) dann zu einer "Garbe" (einem Bündel von Getreidehalmen) zusammenbindet. Die Garben werden dann zum Nachtrocknen aufgestellt, indem mehrere Garben mit den Ähren nach oben aneinandergelehnt werden (und manchmal noch eine Garbe geknickt obendrüber gelegt wird).
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Autarkie

Re: Getreideanbau

#33

Beitrag von Autarkie »

Danke Fuxi,

ich kenne diese nur unter den Namen "Troadsaas". Mit dieser Bezeichnung wird sich wahrscheinlich niemand auskennen :lol: Gibt es doch in jedem Tal eine eigene Bezeichnung, die anderswo oft was anderes bedeutet!

Autarkie

PS: Brot aus Bohnen (?) oder aus Bohnenmehl? DAS würde mich interessieren, gibt es auch irgendwelche Rezepte dazu?
Lumberjack
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Re: Getreideanbau

#35

Beitrag von Lumberjack »

Hallo! Nach längerer, inaktiver Zeit, melde ich mich mal mit einem Selbstversorgerthema zu Wort. Ich klink mich in den bestehenden Getreidethreat ein.
Hab jetzt nur die ersten und letzten Posts gelesen und fand das so interessant, das ich mir abends mal den ganzen Thread durchlesen werde.
Ich hab mir mal ein paar Weizenähren vom Feld mitgenommen und 2 Versuchsreihen angebaut. Eine im Hebst und eine im Frühjahr. Letztere kam nicht aus der Hüfte, aber der Winterweizen kam wunderbar. Aber als er anfing reif zu werden, waren in kurzer Zeit alle Körner weggeknispelt. Vermutlich Tiere.
Was kann man da machen? An fehlender Beize kann es ja wohl nicht liegen.
Rettet die Wälder, esst mehr Biber!
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Narrenkoenig
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Re: Getreideanbau

#36

Beitrag von Narrenkoenig »

Die erste Hälfte ist mal auf dem Hof, der Dinkel ist allerdings schon sehr reif. Da werden wir noch gut nachstopeln gehn. Von wegen Steinchen in der Niere und so war ich aber bis neulich verhindert.

Bild

Bild

Das Ackerjahr 2015 in wenigen Bildern Acker 2015.

Das Abenteuer mit dreschen und entspelzen kommt erst noch.

Grüße

Robert
Ich bin zur Vernunft gekommen,
leider war sie grad nicht da.
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Getreideanbau

#37

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

Vielspass beim Dreschen :mrgreen:

Gab es niemanden in der Nähe der einen kleinen Drescher (2-2,5SB oder so) besitzt und den nochmal anschmeisen wollte?

Ging das Getreide ins Lager, oder hab ihr es ein gekürzt? (wo bei es nicht so aussieht ;) )

Hast du es gedüngt, wenn ja wie?

Unkraut und ungras von Hand gezupft/gehackt oder anderweitig beseitigt?

Hast du eine Probe mal ins Lagerhaus gebracht und analysieren lassen, ob sich dein Getreide als Brotgetreide eignet? Wenn ja, was kam raus?


Ja, ich stelle gerne Fragen :lol:
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Narrenkoenig
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Re: Getreideanbau

#38

Beitrag von Narrenkoenig »

Ölkanne hat geschrieben:Vielspass beim Dreschen :mrgreen:
werden wir wohl haben, und dann auch berichten.
Ölkanne hat geschrieben:Gab es niemanden in der Nähe der einen kleinen Drescher (2-2,5SB oder so) besitzt und den nochmal anschmeisen wollte?
Nicht das ich wüßte, hab ich aber auch nicht weiter danach gesucht.
Ölkanne hat geschrieben:Ging das Getreide ins Lager, oder hab ihr es ein gekürzt? (wo bei es nicht so aussieht ;) )
Gelegen ist es nur stellenweise wo irgendwas 4-beiniges durch ist, ansonsten Dinkel wie Dinkel eben ist.
Ölkanne hat geschrieben:Hast du es gedüngt, wenn ja wie?
Vorfrucht Kartoffel und Phacelia als Gründüngung/Wildkrautunterdrückung.
Ölkanne hat geschrieben:Unkraut und ungras von Hand gezupft/gehackt oder anderweitig beseitigt?
Keins von beidem.
Ölkanne hat geschrieben:Hast du eine Probe mal ins Lagerhaus gebracht und analysieren lassen, ob sich dein Getreide als Brotgetreide eignet? Wenn ja, was kam raus?
Jetzt ist die erste Hälfte seit 2 Stunden aufm Hof, obs zum Backen taugt werd ich im Selbstversuch testen.
Ölkanne hat geschrieben:Ja, ich stelle gerne Fragen :lol:
Mach nur.

War so gesehen die Pflegeleichteste Kultur bisher, nach den Kartoffeln gegrubbert und geeggt. Wurfsaat aus der Papiertüte und mit der Egge eingearbeitet.
Das Saatgut war Getreide das ich ab und an in ner Mühle hier in der Gegend zum Mahlen und Backen hol, in einen Topf haben sich aber Motten verirrt. Also raus mit aufn Acker.

Bild

Grüße

Robert
Ich bin zur Vernunft gekommen,
leider war sie grad nicht da.
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guzzmania
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Re: Getreideanbau

#39

Beitrag von guzzmania »

Heute habe ich folgendes gelesen, was mich schon sehr beeindruckt hat. Dabei ist es eigentlich so naheliegend und natürlich:

"Etwa fünfzehn verschiedene alte Sorten Weichweizen wachsen gemeinsam in einer beeindruckenden Vielfalt an Farben und Formen. Alte Sorten haben oft wesentlich längere Halme, gut für die Strohproduktion, aber mit einem hohen Risiko für ein Umknicken verbunden. Also gibt es auch niedrigere Sorten, um die Nachbarinnen zu stützen. Sorten, die schnell viel Blattwuchs haben, den Boden bedecken und so die Konkurrenz von Beikräutern in Schach halten, dürfen auch dabei sein. Manche haben einen Bart, andere nicht. Eine Ähre ist blass wie die Birke, eine andere scheint ihren Kopf in Waldhonig gesteckt zu haben. Jede Sorte bringt einen anderen Geschmack mit. Wenn eine Sorte patzt, gibt es keinen totalen Ernteausfall, sondern eine natürliche Selektion für das kommende Jahr, in dem wir einen Teil der Ernte wieder aussähen." - Nachrichten aus Longo Mai

So geht das ohne Monokultur, ohne Agrochemie um Halme kurz und Beikräuter tot zu machen, ohne jährlichen Kauf von Hybridsaatgut vom Agrokonzern.

lg
guzzmania
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Re: Getreideanbau

#40

Beitrag von MeinNameistHASE »

guzzmania hat geschrieben: So geht das ohne Monokultur, ohne Agrochemie um Halme kurz und Beikräuter tot zu machen, ohne jährlichen Kauf von Hybridsaatgut vom Agrokonzern.

lg
guzzmania
1. Monokultur ist eine spezielle Form der Fruchtfolge. Bei Weizen wird in der Regel maximal 2 Jahre hintereinander angebaut, sog. Stoppelweizen. Der korrekte Begriff ist "Reinkultur", wenn auf dem Acker praktisch nichts anderes steht.
2. ganz spezielle Unkräuter, wie Winden und Klettenlabkraut kommen in diesem Anbausystem wahrscheinlich nicht vor. Die lassen sich nämlich nicht durch dichtes Blattwerk beeinflussen. Stroh hat heute eben mal nur eine geringe Bedeutung, wobei die meisten Sorten schon genetisch auf Kurzstrohigkeit ausgerichtet sind. Die Wachstumsregler dienen dazu die Seitentriebe zu fördern und die Haupttriebe im Wachstum etwas zu verlangsamen durch einen kurzfristigen Eingriff in die Gibberellinsynthese (Zellstreckung wird gemindert). Durch diese Maßnahme steigt auch die Dichte der Bestände/ der Grad der Bodenbedeckung.
3. Gerade beim Weizen sind nur 5 (2015) Hybridsorten auf dem Markt verfügbar, bei denen Landwirte jedes Jahr Saatgut kaufen müssten. Auch bei normalem Saatgut wird immer seltener nachgebaut, sondern auf die Qualität der Züchterhäuser vertraut.

Mich würde mal interessieren, wie es bei der von dir beschriebenen Methode mit der Qualität des Getreides aussieht? Und vor allem welcher Anteil an Ausfallgetreide damit fabriziert wird, der die Folgekultur beeinflusst.

LG Jonas
Ich verlasse mich auf meine Sinne: Irrsinn, Wahnsinn und Blödsinn!
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