Manfreds kleiner Bauernhof
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Manfred
Re: Manfreds kleiner Bauernhof
@Daisy:
Die Entscheidung ist ziemlich komplex, zumal vieles davon wohl unterbewusst abläuft.
Ich habe zwei grundsätzliche Zuchtziele:
Das eine ist easy care (also Tiere, die ohne viel Aufwendungen und Zeiteinsatz funktionieren). Dazu gehören z.B. minimale Tierarztkosten, mögl. keine Erfordernis für Klauenpflege, problemlose Geburten, gute Fruchtbarkeit, langlebig keine aggressiven oder übermäßig scheuen Tiere.
Das andere ist eine mögl. gute Verwertung des verfügbaren Futters wobei die Tiere aber gleichzeitig noch in die Schlachtmasken passen müssen und eine ausreichende Fettabdeckung für eine längere Fleischreifung haben sollen. (Weil ich an Metzger verkaufe. Würde ich direkt vermarkten, würde ich vermutlich auf noch kleinere Tiere mit noch besserer Futterverwertung setzen.)
Außerdem möchte ich die Tiere mit 1 1/2 Jahren Schlachtreif haben, da das teuerste an der Haltung die Überwinterung ist und ich die Schlachttiere deshalb nur 1 x überwintern möchte. Also Geburt im Frühjahr und Schlachtreife im Herbst des Folgejahres.
Das Thema easy care habe ich inzwischen halbwegs im Griff. Seit über 2 Jahren keine Medikamenten-Einsatz mehr. Die Kuh mit der Schwergeburt dieses Jahr wird natürlich aussortiert. Mit den Klauen bin ich noch nicht glücklich. Das liegt vor allem an den Fleckviehkühen, die zu stärken Klauenwuchs haben und dann im Winter auf dem weichen Boden und der Einstreu nicht genug ablaufen. Und mit den Eutern bin ich noch nicht zufrieden, aber schon sehr viel weiter als zu Beginn. Die übernommenen Tiere hatten leider viele Eutermacken. Schlecht aufgehängte, tief hängende Euter z.B. führten z.B. dazu, dass Kühe vorzeitig ausscheiden mussten, weil die Kälber die sehr tief hängenden Striche nicht mehr von alleine gefunden haben.
Für die Futterverwertung ist es schwer, einfache Kriterien zu finden. Ich orientiere mich da an der Arbeit von Johann Zietsman. Der führt bei der Auswahl der Jungbullen bezüglich Futterverwertung 3 Hauptkriterien an:
Die Bullen sollen aussehen, wie ein vollgestopfter Mehlsack. Wie 8 Pfund Mehl in einer 5 Pfund-Tüte. Also Kugelrund und gut bemuskelt. Das zeugt davon, dass sie viel fressen und dieses Futter gut verwerten.
Sie sollen sich körperlich schnell entwickeln, spricht zum Zeitpunkt der Auswahl, vor dem ersten Deckeinsatz, bereits einen mögl. hohen Prozentsatz ihrer voraussichtlichen Endgröße und ihre Endgewichts erreicht haben.
Und sie sollen eine ausgeprägte Maskulinität besitzen, die sich z.B. in der Ausbildung des typischen Stiernackens und der Bemuskelung zeigt.
Maskuline Stiere produzieren natürlich viel Testostern. Umso wichtiger ist die strenge Selektion auf Friedfertigkeit. (Maskuline Stiere haben eine hohe Fruchtbarkeit, bringen feminin ausgeprägte weibliche Nachkommen und meist leichte Geburten, weil die Kälber erst nach der Geburt richtig Muskelmasse aufbauen.
Und den letztjährigen Stieren, die jetzt ca. 13 Monate alt sind, würde ich die 3 auf den letzten 3 Bildern in die Auswahl nehmen. Die restlichen haben deutliche Macken oder sind von der Wachstumsleistung her zu schlecht.
Nur anhand der Bilder kann man sie aber schlecht vergleichen. Wenn man sie nebeneinander stehen hat, und von allen Seiten anschauen kann, sind die Unterschiede offensichtlicher. Und die Vorzüge und Nachteile der Eltern spielen natürlich auch mit rein.
Der vorletzte scheidet für mich aus, weil er sich langsamer entwickelt als die anderen beiden, also weniger % vom Endgewicht erreicht hat. Außerdem ist er nach dem Absetzen nicht mehr so gut weitergewachsen wie die anderen und scheint damit eine schlechtere Futterverwertung zu haben. Und er hat irgendein Problem mit der Nase, wie schon sein Halbbruder vorher. Er macht ab und zu seltsame Röchelgeräusche. Das scheint ihn nicht zu beinträchtigen, aber vermehren will ich das auch nicht.
Bei den anderen beiden kann ich mich nicht recht einigen. Der schwarze (drittletztes Bild) ist "ausgestopfter" und hat die bessere Rückenmuskulatur. Er stammt von einer jetzt 8-jährigen Kuh (4. Bild von oben) die immer kugelrund ist und trotzdem viel Milch liefert (eine untrügliche Kombination bzgl. Futterverwertung und Appetit) . Ihr diesjähres Kuhkalb (mit auf dem Bild) ist das jüngste in der Herde und schon wieder einigen anderen davon gewachsen.
Das Euter der Kuh ist aber noch etwas suboptimal und die Klauen könnten auch besser sein.
Am Bullen selbst gefällt mir nicht, dass er nicht tiefer ist (das Maß von Unterkante Bauch bis Oberkante Rücken, je mehr, desto besser, da mehr Pansenvolumen) und für sein Alter noch etwas maskuliner sein könnte.
Der graue (letztes Bild) ist nicht so gestopft, und hat einen weniger ausgeprägten Rücken. Dafür ist seine Keule besser bemuskelt (sieht man von der Seite schlecht), er ist tiefer und seine Mutter verspricht ordentlich Milch und eine gute Euteraufhängung.
Nachteile der Mutter (Fleckvieh) sind die etwas schwach ausgeprägte Bemuskelung und die Fleckvieh-Klauen. Wobei bei ihren bisherigen Kreuzungskälbern die Klauen immer gut waren. Die Frage ist halt, was die Kinder weitervererben.
Vermutlich würde ich beide Bullen zur Herde lassen. Dann kann die Natur entscheiden, welcher sich besser durchsetzen kann.
Das hat sich auch bei Zietsman und Lasater bewährt. Die haben natürlich andere Herdengrößen... Aber sie fahren Massenselektion. Sprich es kommen immer mehrere Bullen gleichzeitig zum Einsatz und daraus werden wieder die besten Nachkommen ausgewählt bzw. bei den Weiblichen die schlechtesten ausselektiert. Sollen Bullen als Altbullen bleiben, dann werden bei den Kälbern Gentests gemacht um herauszufinden, welcher Bulle der effektiv fruchtbarste ist (also den meisten Nachwuchs gezeugt hat) und welcher die besten Nachkommen liefert.
Die Entscheidung ist ziemlich komplex, zumal vieles davon wohl unterbewusst abläuft.
Ich habe zwei grundsätzliche Zuchtziele:
Das eine ist easy care (also Tiere, die ohne viel Aufwendungen und Zeiteinsatz funktionieren). Dazu gehören z.B. minimale Tierarztkosten, mögl. keine Erfordernis für Klauenpflege, problemlose Geburten, gute Fruchtbarkeit, langlebig keine aggressiven oder übermäßig scheuen Tiere.
Das andere ist eine mögl. gute Verwertung des verfügbaren Futters wobei die Tiere aber gleichzeitig noch in die Schlachtmasken passen müssen und eine ausreichende Fettabdeckung für eine längere Fleischreifung haben sollen. (Weil ich an Metzger verkaufe. Würde ich direkt vermarkten, würde ich vermutlich auf noch kleinere Tiere mit noch besserer Futterverwertung setzen.)
Außerdem möchte ich die Tiere mit 1 1/2 Jahren Schlachtreif haben, da das teuerste an der Haltung die Überwinterung ist und ich die Schlachttiere deshalb nur 1 x überwintern möchte. Also Geburt im Frühjahr und Schlachtreife im Herbst des Folgejahres.
Das Thema easy care habe ich inzwischen halbwegs im Griff. Seit über 2 Jahren keine Medikamenten-Einsatz mehr. Die Kuh mit der Schwergeburt dieses Jahr wird natürlich aussortiert. Mit den Klauen bin ich noch nicht glücklich. Das liegt vor allem an den Fleckviehkühen, die zu stärken Klauenwuchs haben und dann im Winter auf dem weichen Boden und der Einstreu nicht genug ablaufen. Und mit den Eutern bin ich noch nicht zufrieden, aber schon sehr viel weiter als zu Beginn. Die übernommenen Tiere hatten leider viele Eutermacken. Schlecht aufgehängte, tief hängende Euter z.B. führten z.B. dazu, dass Kühe vorzeitig ausscheiden mussten, weil die Kälber die sehr tief hängenden Striche nicht mehr von alleine gefunden haben.
Für die Futterverwertung ist es schwer, einfache Kriterien zu finden. Ich orientiere mich da an der Arbeit von Johann Zietsman. Der führt bei der Auswahl der Jungbullen bezüglich Futterverwertung 3 Hauptkriterien an:
Die Bullen sollen aussehen, wie ein vollgestopfter Mehlsack. Wie 8 Pfund Mehl in einer 5 Pfund-Tüte. Also Kugelrund und gut bemuskelt. Das zeugt davon, dass sie viel fressen und dieses Futter gut verwerten.
Sie sollen sich körperlich schnell entwickeln, spricht zum Zeitpunkt der Auswahl, vor dem ersten Deckeinsatz, bereits einen mögl. hohen Prozentsatz ihrer voraussichtlichen Endgröße und ihre Endgewichts erreicht haben.
Und sie sollen eine ausgeprägte Maskulinität besitzen, die sich z.B. in der Ausbildung des typischen Stiernackens und der Bemuskelung zeigt.
Maskuline Stiere produzieren natürlich viel Testostern. Umso wichtiger ist die strenge Selektion auf Friedfertigkeit. (Maskuline Stiere haben eine hohe Fruchtbarkeit, bringen feminin ausgeprägte weibliche Nachkommen und meist leichte Geburten, weil die Kälber erst nach der Geburt richtig Muskelmasse aufbauen.
Und den letztjährigen Stieren, die jetzt ca. 13 Monate alt sind, würde ich die 3 auf den letzten 3 Bildern in die Auswahl nehmen. Die restlichen haben deutliche Macken oder sind von der Wachstumsleistung her zu schlecht.
Nur anhand der Bilder kann man sie aber schlecht vergleichen. Wenn man sie nebeneinander stehen hat, und von allen Seiten anschauen kann, sind die Unterschiede offensichtlicher. Und die Vorzüge und Nachteile der Eltern spielen natürlich auch mit rein.
Der vorletzte scheidet für mich aus, weil er sich langsamer entwickelt als die anderen beiden, also weniger % vom Endgewicht erreicht hat. Außerdem ist er nach dem Absetzen nicht mehr so gut weitergewachsen wie die anderen und scheint damit eine schlechtere Futterverwertung zu haben. Und er hat irgendein Problem mit der Nase, wie schon sein Halbbruder vorher. Er macht ab und zu seltsame Röchelgeräusche. Das scheint ihn nicht zu beinträchtigen, aber vermehren will ich das auch nicht.
Bei den anderen beiden kann ich mich nicht recht einigen. Der schwarze (drittletztes Bild) ist "ausgestopfter" und hat die bessere Rückenmuskulatur. Er stammt von einer jetzt 8-jährigen Kuh (4. Bild von oben) die immer kugelrund ist und trotzdem viel Milch liefert (eine untrügliche Kombination bzgl. Futterverwertung und Appetit) . Ihr diesjähres Kuhkalb (mit auf dem Bild) ist das jüngste in der Herde und schon wieder einigen anderen davon gewachsen.
Das Euter der Kuh ist aber noch etwas suboptimal und die Klauen könnten auch besser sein.
Am Bullen selbst gefällt mir nicht, dass er nicht tiefer ist (das Maß von Unterkante Bauch bis Oberkante Rücken, je mehr, desto besser, da mehr Pansenvolumen) und für sein Alter noch etwas maskuliner sein könnte.
Der graue (letztes Bild) ist nicht so gestopft, und hat einen weniger ausgeprägten Rücken. Dafür ist seine Keule besser bemuskelt (sieht man von der Seite schlecht), er ist tiefer und seine Mutter verspricht ordentlich Milch und eine gute Euteraufhängung.
Nachteile der Mutter (Fleckvieh) sind die etwas schwach ausgeprägte Bemuskelung und die Fleckvieh-Klauen. Wobei bei ihren bisherigen Kreuzungskälbern die Klauen immer gut waren. Die Frage ist halt, was die Kinder weitervererben.
Vermutlich würde ich beide Bullen zur Herde lassen. Dann kann die Natur entscheiden, welcher sich besser durchsetzen kann.
Das hat sich auch bei Zietsman und Lasater bewährt. Die haben natürlich andere Herdengrößen... Aber sie fahren Massenselektion. Sprich es kommen immer mehrere Bullen gleichzeitig zum Einsatz und daraus werden wieder die besten Nachkommen ausgewählt bzw. bei den Weiblichen die schlechtesten ausselektiert. Sollen Bullen als Altbullen bleiben, dann werden bei den Kälbern Gentests gemacht um herauszufinden, welcher Bulle der effektiv fruchtbarste ist (also den meisten Nachwuchs gezeugt hat) und welcher die besten Nachkommen liefert.
- Daisy Duck
- Beiträge: 371
- Registriert: Do 12. Sep 2013, 14:06
Re: Manfreds kleiner Bauernhof
Hallo Manfred,
ganz herzlichen Dank für Deine Mühe und die ausführlichen Erläuterungen, das muss ich jetzt erstmal verdauen, mehrfach lesen und mit den Bildern vergleichen, um annähernd zu verstehen, was Du meinst.
Daisy
ganz herzlichen Dank für Deine Mühe und die ausführlichen Erläuterungen, das muss ich jetzt erstmal verdauen, mehrfach lesen und mit den Bildern vergleichen, um annähernd zu verstehen, was Du meinst.
Daisy
Re: Manfreds kleiner Bauernhof
Wir sehen ja nur die Bilder. Und im Vergleich zu den beiden schwarzen Färsen, finde ich, sieht die graue ganz gut aus.Manfred hat geschrieben:@matt:
Ja, die Färse ist nicht schlecht. Andere gefallen mir aber besser. Die Farbe ist halt sehr schön, und die Fleckvieh-Mutter lässt ordentlich Milch erwarten. Werde sie wohl behalten. Andererseits hab ich auch keine richtig schlechten Kühe mehr. Da muss ich schon überlegen, wer bleiben darf.
Was haben die im Schnitt so für Schlachtgewichte?Manfred hat geschrieben:Die Jungbullen stehen zur Zeit separat auf der Weide. Gemästet ist relativ. Sie fressen ja fast nur Gras. Nur alle paar Tage mal gibt es wenig Schrot, um den Menschenbezug aufrecht zu erhalten. Denke aber, dass ich die Graszusammensetzung dieses Jahr besser im Griff habe. Nicht mehr so viel Eiweißüberschuss. Der Kot ist nicht mehr so flüssig. Sie scheinen auch mehr Fett auf den Rippen zu haben als der letzte Jahrgang. Sie sind zwar einen Monat später geboren, aber mit etwas Glück sollte ich auf Schlachtgewichte wie letztes Jahr kommen.
Das ist jetzt aber keine richtige Kurzrasenweide mehr, die du machst, oder? Dafür scheint mir das Gras (auf den Bildern) zu lang zu sein...
Mit Geduld wird aus Gras Milch.
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Manfred
Re: Manfreds kleiner Bauernhof
Ja. Die stehen auf ihren gut 4 ha und fressen selektiv heraus, was ihnen schmeckt. Gut für die Bullen, nicht so gut für die Weide.
Aber was anderes geben Zeit und Zäune aktuell nicht her. Muss ja irgendwie nebenher laufen, der Hof.
Das Verfahren Bullen auf der Weide ist neu für mich. Vorher hat mein Vater die Absetzer im Stall gefüttert und danach hatte ich nur Ochsen auf der Weide.
Letztes Jahr waren es 7 Bullen. Schlachtgewicht im Mittel 336 kg. Alter im Mittel 18,2 Monate.
Waren halt 2 Ausreißer nach unten dabei, mit 299,8 und 305,8 kg. Ohne die beiden hätte der Schnitt bei 350 gelegen.
Mit einem Schnitt von 350 kg und Fettabdeckung 2 bis 3 wäre ich schon ganz zufrieden. Werde ich wohl aber auch dieses Jahr nicht schaffen, da die Bullen 1 Monat später geboren wurden und wieder 2 Ausreißer dabei sind. Der eine hat ohne Mutter überwintert (die habe ich im Herbst geschlachtet, wegen dem schlechten Kalb), der andere stammt von einer Färse.
Aber ich lerne ja ständig dazu. Wird schon noch werden.
Mit intensiver Mast im Stall, mit Silomais und Kraftfutter, wo die Fleckviehbullen mit 15 Monaten 370 kg Schlachtgewicht erreichen, kann man so ein extensives Verfahren halt nicht vergleichen. Dafür ist auch das Kostengefüge ein ganz anderes.
Aber was anderes geben Zeit und Zäune aktuell nicht her. Muss ja irgendwie nebenher laufen, der Hof.
Das Verfahren Bullen auf der Weide ist neu für mich. Vorher hat mein Vater die Absetzer im Stall gefüttert und danach hatte ich nur Ochsen auf der Weide.
Letztes Jahr waren es 7 Bullen. Schlachtgewicht im Mittel 336 kg. Alter im Mittel 18,2 Monate.
Waren halt 2 Ausreißer nach unten dabei, mit 299,8 und 305,8 kg. Ohne die beiden hätte der Schnitt bei 350 gelegen.
Mit einem Schnitt von 350 kg und Fettabdeckung 2 bis 3 wäre ich schon ganz zufrieden. Werde ich wohl aber auch dieses Jahr nicht schaffen, da die Bullen 1 Monat später geboren wurden und wieder 2 Ausreißer dabei sind. Der eine hat ohne Mutter überwintert (die habe ich im Herbst geschlachtet, wegen dem schlechten Kalb), der andere stammt von einer Färse.
Aber ich lerne ja ständig dazu. Wird schon noch werden.
Mit intensiver Mast im Stall, mit Silomais und Kraftfutter, wo die Fleckviehbullen mit 15 Monaten 370 kg Schlachtgewicht erreichen, kann man so ein extensives Verfahren halt nicht vergleichen. Dafür ist auch das Kostengefüge ein ganz anderes.
- emil17
- Beiträge: 8381
- Registriert: Di 21. Sep 2010, 08:07
- Wohnort: In der Schweiz da, wo die Berge am höchsten sind
Re: Manfreds kleiner Bauernhof
Diese Art der Fleischproduktion sollte in die Gewerbe- oder Industriezone verbannt werden.Manfred hat geschrieben:Mit intensiver Mast im Stall, mit Silomais und Kraftfutter ...
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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Manfred
Re: Manfreds kleiner Bauernhof
Nachdem jetzt auch die Flächen mit Schnittzeitpunkt-Auflagen abgeerntet sind, ist der erste Grasschnitt 2015 komplett.
Insgesamt ergab er nur 52 Heu-Rundballen a 1,8 m. Letztes Jahr waren es 79 und der Schnittzeitpunkt zudem im Mittel 2 Wochen früher. Über den Daumen 35% weniger Ernte bei gleichem Aufwand.
Die Trockenheit macht sich deutlich bemerkbar. Ich habe kürzlich zum ersten mal überhaupt Heu gekauft, um frühzeitig meinen Wintervorrat zu sichern.
Zum Glück hatte ich bereits letzten Herbst den Viehbestand etwas reduziert. Deshalb habe ich auf der Weide noch Reserve. Manche anderen Weidebetriebe hier in der Gegend füttern schon seit Wochen Heu oder Silage zu, was, abgesehen von den Kosten, ihr Winterfutter-Problem weiter verschärft. Ackerbaubetriebe können wenigstens auf Getreide-Ganzpflanzensilage und Zwischenfrüchte ausweichen.
Insgesamt ergab er nur 52 Heu-Rundballen a 1,8 m. Letztes Jahr waren es 79 und der Schnittzeitpunkt zudem im Mittel 2 Wochen früher. Über den Daumen 35% weniger Ernte bei gleichem Aufwand.
Die Trockenheit macht sich deutlich bemerkbar. Ich habe kürzlich zum ersten mal überhaupt Heu gekauft, um frühzeitig meinen Wintervorrat zu sichern.
Zum Glück hatte ich bereits letzten Herbst den Viehbestand etwas reduziert. Deshalb habe ich auf der Weide noch Reserve. Manche anderen Weidebetriebe hier in der Gegend füttern schon seit Wochen Heu oder Silage zu, was, abgesehen von den Kosten, ihr Winterfutter-Problem weiter verschärft. Ackerbaubetriebe können wenigstens auf Getreide-Ganzpflanzensilage und Zwischenfrüchte ausweichen.
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Manfred
Re: Manfreds kleiner Bauernhof
Heute früh habe ich die Herde auf eine meiner Holistic-Management-Testflächen gelassen.
Es handelt sich um eine kleine Hangfläche, die im oberen Bereich relativ trocken ist und unten in eine Sumpffläche übergeht.
Die Rinder hatten dort, im oberen, steilen Bereich im alten Beweidungssystem große Kuhlen mit nackter Erde ausgehoben, wohl auf der Suche nach Mineralien und um sich mit Staub zu bewerfen.
Inzwischen ist der Boden wieder fast vollständig geschlossen. Die Fläche soll zukünftig nur noch 1 bis 2 Mal im Jahr für einen Tag beweidet werden.
Die Disteln und das Johanniskraut sind jetzt ziemlich abgeblüht und verlieren ihre Attraktivität für Insekten und die Wiesenpieper sind durch mit ihrer Brut. Deshalb weide ich diese Fläche heute ab.










Es handelt sich um eine kleine Hangfläche, die im oberen Bereich relativ trocken ist und unten in eine Sumpffläche übergeht.
Die Rinder hatten dort, im oberen, steilen Bereich im alten Beweidungssystem große Kuhlen mit nackter Erde ausgehoben, wohl auf der Suche nach Mineralien und um sich mit Staub zu bewerfen.
Inzwischen ist der Boden wieder fast vollständig geschlossen. Die Fläche soll zukünftig nur noch 1 bis 2 Mal im Jahr für einen Tag beweidet werden.
Die Disteln und das Johanniskraut sind jetzt ziemlich abgeblüht und verlieren ihre Attraktivität für Insekten und die Wiesenpieper sind durch mit ihrer Brut. Deshalb weide ich diese Fläche heute ab.










- Reisende
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- Registriert: Fr 20. Jul 2012, 15:05
- Wohnort: Altmoränenlandschaft in Klimazone 8a
Re: Manfreds kleiner Bauernhof
mit was für einer besatzstärke gehst du denn da drauf, dass das innerhalb eines tages abgefressen ist?
da ich laktose und gluten hervorragend vertrage, leiste ich mir als ausgleich dafür einige intoleranzen im zwischenmenschlichen bereich.
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Manfred
Re: Manfreds kleiner Bauernhof
Ist ja nur eine kleine Fläche mit geschätzt 2500 m2. Davon 1/3 recht trocken und trockenrasen-ähnlich.
Der Besatz dürfte über den Daumen 80 Großvieheinheiten pro ha betragen.
Und sie sollen auch gar nicht alles abfressen, sondern einen Teil stehen lassen und einen Teil niedertrampeln, zur Humus-Bildung, damit eine mögl. abwechslungsreiche Struktur entsteht.
Der Besatz dürfte über den Daumen 80 Großvieheinheiten pro ha betragen.
Und sie sollen auch gar nicht alles abfressen, sondern einen Teil stehen lassen und einen Teil niedertrampeln, zur Humus-Bildung, damit eine mögl. abwechslungsreiche Struktur entsteht.
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Re: Manfreds kleiner Bauernhof
ah verstehe. 
da bin ich ja mal gespannt, wie schnell du dort effekte verbuchen kannst.
auf jeden fall wieder sehr schöne bilder, die sehen alle so richtig zufrieden aus.
am we bringe ich meine truppe auf die neue weide, mal sehen wie lange sie brauchen um die abzuweiden und wieviel dabei zertrampelt wird.
da bin ich ja mal gespannt, wie schnell du dort effekte verbuchen kannst.
auf jeden fall wieder sehr schöne bilder, die sehen alle so richtig zufrieden aus.
am we bringe ich meine truppe auf die neue weide, mal sehen wie lange sie brauchen um die abzuweiden und wieviel dabei zertrampelt wird.
da ich laktose und gluten hervorragend vertrage, leiste ich mir als ausgleich dafür einige intoleranzen im zwischenmenschlichen bereich.
