Danke Rati, die Karte scheint zu bestätigen, dass die Peaks sich ausweichen.
Reisende hat geschrieben:ähm - das ist doch völlig logisch.
wölfe brauchen bestimmte bedingungen für ihre reviere. platz, bewaldung, nahrungsangebot, außerdem einen völlig (!) ungestörten rendevousplatz. ein waldgebiet, das eng durchzogen von stark frequentierten wander- und wirtschaftswegen ist, ist zb ungeeignet. die benötigte größe liegt zwischen 150 und 350 km², je nach nahrungsangebot. das findet sich alles nicht in dicht besiedeltem gebiet. ein rudel besteht aus den elterntieren sowie ihren direkten nachkommen, bis diese ca. 2 jahre alt sind. spätestens dann müssen sie die familie verlassen.
die fälle, wo wir zuletzt wolfkontakte in ortschaften etc hatten, betreffen lediglich die wölfe, die auf der suche nach einem neuen revier sind.
nu stellt euch mal vor, ihr seid ein junger wolf auf der suche nach einem geeigneten wohnraum und einem partner. ihr durchstreift also das land. die gebiete, auf die ihr trefft, müsst ihr also erstmal erkunden und kennenlernen. ist doch klar, dass ihr dabei auch in gegenden kommt, wo ihr auf menschen trefft. da ihr euch dort nicht niederlassen könnt und mögt zieht ihr weiter, bis ein geeigneter ort gefunden ist. so man euch denn lässt und ihr nicht unterwegs von autos überfahren oder erschossen und geköpft werdet.
in S-H zb gibt es nur sehr wenige nach diesen kriterien geeignete gebiete. das ist sicherlich auch der grund, warum die meisten wölfe bei uns nur durchziehen und sich in dänemark niederlassen.
die frage nach der definition von "funktionierendem miteinander" finde ich sehr berechtigt und elementar.
was heißt das denn für euch?
dass mensch niemals nie einen wolf zu gesicht bekommt und kein einziges nutztier gerissen wird?
außerdem definiere bitte bevölkerungsarm.
Natürlich ist es logisch @Reisende, dass die meisten Gebiete bei uns nicht den Kriterien für ein entspanntes Wolfsleben genügen. Daran wird sich auch nichts geändert haben, seit ich mich intensiv mit Wölfen beschäftigt habe. Allerdings können wir diese Situation mittelfristig auch nicht ändern.
Daher rührte ja meine Frage, ob es vergleichbare Bevölkerungsdichten mit funktionierendem Miteinander von Mensch-Wolf-Vieh gibt.
Hätte ja sein können.
Deine als Frage formulierte vermutete Antwort auf die Definition von 'funktionierendem Miteinander' empfinde ich ein wenig so, als würdest Du mich angehen oder provozieren wollen. Kann das sein? Nur damit wir das ein für allemal aus der Welt haben, ich bin kein Gegner der Wiedereinbürgerung des Wolfs in Deutschland, aber auch nicht so PRO wie ich es früher war. Liegt wohl am Lebensalter, dass die Spitzen der Einstellung erodieren und sich eine gemütliche Mittellinie bildet. An sich ist es mir egal. Wenn wir in unserem überbevölkerten Land kein Platz mehr haben für den Wolf und ad hoc auch keinen schaffen können, ist es für alle Beteiligten wahrscheinlich sinnvoller, er macht es sich da gemütlich, wo ausreichend Platz ist. Aber auch wenn ich total CONTRA wäre, wäre es mir lieb, wenn wir vernünftig schnacken könnten.
Das funktionierende Miteinander beinhaltet für mich auch, dass man nicht aus historischem Schuldgefühl oder Bilderbuchromantik heraus eine Situation herstellen will, für die die Voraussetzungen nicht mehr gegeben sind. Damit täte man niemandem einen Gefallen. Schon gar nicht so einem Wolf. Ich meine, nur weil gerade 'ne Bude im Plattenbau frei ist, können wir ja - nur um einen 'edlen Wilden' um uns zu haben - schlecht verlangen, dass er da 'ne 2-Kind-Familie gründet. Weisst Du wie ich meine?
Aber wir können versuchen, die Situation langfristig zu ändern.
Funktionierendes Miteinander heisst doch an sich nicht mehr oder weniger als das alle irgendwie auf ihre Kosten kommen. Und das ist eine Situation, die nur aus der Praxis heraus immer neu entstehen und beurteilt werden kann. In der Theorie sind schon genug kühne Pläne gescheitert weil die Dinge einfach nicht so vorhersehbar sind.
Und da kommt der zweite Teil des 'funktionierenden Miteinanders' ins Spiel. Ich zitiere mich nochmal schnell.
die ein funktionierendes Miteinander haben oder muss das von uns komplett neu herausgefunden werden, wie das klappen könnte?