Aktuelle Ereignisse in der Ukraine

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Benutzer 3991 gelöscht

Re: Aktuelle Ereignisse in der Ukraine

#341

Beitrag von Benutzer 3991 gelöscht »

babayaga hat geschrieben:sehe ich derzeit nicht, dass der Osten den Westen dominieren will, umgekehrt jedoch eher.
Der "Westen" macht da auch kein Geheimnis draus

http://de.wikipedia.org/wiki/Die_einzig ... herrschaft
Amerikas zentrales Ziel

Brzezinskis Schlussfolgerung ist, dass die USA sich für die europäische Einigung engagieren und Europa als echten globalen Partner akzeptieren, also Entscheidungsgewalt und Verantwortung teilen müssen. Kurzfristig sollen die USA Deutschlands Führungsrolle taktisch unterstützen und Frankreichs Wunsch nach einer Strukturreform der NATO entgegenkommen und die Rolle den Westeuropäischen Union in der Befehlsstruktur und bei der Entscheidungsfindung der NATO stärken. Die USA müssen besonders auf Deutschland einwirken, um die weitere Ost-Ausdehnung Europas zu fördern, wobei Brzezinski besonders das Baltikum und die Ukraine im Blick hat.
5. Denkbare neue eurasische Koalitionen könnten den Interessen der USA gefährlich werden: eine Koalition zwischen China, Russland und vielleicht dem Iran; eine "chinesisch-japanische Achse"; eine deutsch-russische Absprache, eine französisch-russische Entente oder gar eine europäisch-russische Verständigung.
Die europäisch-russische Verständigung ist ja jetzt erstmal vom Tisch... :roll:
Rati
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Re: Aktuelle Ereignisse in der Ukraine

#342

Beitrag von Rati »

babayaga hat geschrieben:Genau so ein Verbrecher? Wie wer? "Der Feind meines Feindes ist mein Freund", dazu braucht es mind. 3 Beteiligte, runtergebrochen sind aber nur 2 da.
steht in meinem Beitrag Babayaga.
eu und usa, der böse Westen eben. Und der dritte im Bunde sind diejenigen welche Putin feiern weil er angeblich gegen den bösen westen kämpft.
Eigentlich kämpft er nur um sein Stück vom Kuchen.

Grüße Rati
Was ist ist! Was nicht ist ist möglich!"
[Einstürzende Neubauten 1996]
babayaga
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Re: Aktuelle Ereignisse in der Ukraine

#343

Beitrag von babayaga »

Rati hat geschrieben:Und der dritte im Bunde sind diejenigen welche Putin feiern weil er angeblich gegen den bösen westen kämpft.
Eigentlich kämpft er nur um sein Stück vom Kuchen.
Es gibt keinen Dritten im Bunde, der hätte können Europa sein, aber Chance vertan.
Was Du meinst sind Meinungen, Putinfans/Putingegner, USA-Fans/USA-Gegner oder oder, man könnte maximal sagen der dritte im Bunde sind die Medien, welche Meinungen machen. Und je nachdem wie überzeugend sie es machen, stehen die Menschen hinter Gegner1 oder Gegner2 bzw. diskutieren darüber wer der 'gutere Böse' ist.

Die Metapher mit dem Kuchen ist interessant, Du redest ja quasi über eine ungeteilte Torte, was aber nicht der Fall ist.
Putin kämpft nicht um sein Stück Kuchen, er versucht es zu verteidigen, es liegt ja bereits auf seinem Teller. ;)
Ich glaube die Russen wußten selbst nicht, über welch reiches Land sie verfügen, das ist denen erst so richtig bewußt geworden,
als sich der Westen darüber her machte.

Anbei mal ein Link zu einem, wie ich finde interessantem Gespräch (hab mal etwas vorgespult):

https://www.youtube.com/watch?v=c5j0V2NgBrM#t=24m24s

Irgendwann ab der 50. Minute spricht Wimmer an, dass Amerika schon immer Angst gehabt hätte, ein Inselstaat zu bleiben, was ja auch verständlich ist.
Im Gegenzug sollte man aber (heute) auch Verständnis mit Russland haben, das ist imho eine Frage des gegenseitigen Respektes.

Der Name Putin ist dabei völlig irrelevant, der macht mit seinem Erbe auch nur seinen Job, genauso wie es Obama mit seinem Erbe tut, beide fühlen sich verpflichtet.
(Wobei ich Putin eher abkaufe für sein Volk zu agieren als Obama, aber mal egal)
'spirit of america' oder den 'spirit of russia', Dialog, Respekt? vergiss es...

Da kann man nun pro oder kontra sein oder auch neutral, ändert aber nichts an dem mMn angeschlagenen Konfrontationskurs derzeit.
Eigentlich beängstigend.

lg baba
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Advocatus Diaboli

Re: Aktuelle Ereignisse in der Ukraine

#344

Beitrag von Advocatus Diaboli »

babayaga hat geschrieben:Dass dies mitunter einer härteren Gangart bedarf, sollte klar sein - besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen - eben auch die, Sanktionen einzukassieren und zu versuchen, damit (erstmal) zu leben.
Vorsicht, das ist sehr dünnes Eis, damit hat Hitler schon sein Ermächtigungsgesetz begründet und die Amis haben die Folter wieder eingeführt, ohne sie Folter zu nennen. Der vermeintlich gute Zweck sollte wirklich nicht jedes Mittel rechtfertigen. :motz:

babayaga hat geschrieben:Wichtig ist dabei nur, dass das Volk hinter ihm steht, dann nimmt es auch ein paar Sanktionen in Kauf, solange es sich nicht verraten fühlt.
Du glaubst aber nicht wirklich, dass das russische Volk die Wahrheit darüber erfahren hat, warum die Sanktionen verhängt wurden? Oder, wie weit sie gehen? So wie wir hier alle Schuld für Alles der EU anlasten, wird dort wahrscheinlich jeder Mangel jetzt den Sanktionen und damit den USA/der EU angehängt.:pfeif:

babayaga hat geschrieben:Was die wirtschaftl. Investitionen angeht und Silivon Valley etc., vergiß dabei nicht, dass Amerika keine nennenswerten Kriege erlebt hat (bis auf einmal - gegen sich selbst), und dass Amerika nie wirtschaftlich so unterlaufen wurde, wie es Russland im großen Stil erfahren musste.
Beide Länder bzw. beide 'Systeme' haben von daher völlig andere Ausgangspositionen und agieren dementsprechend unterschiedlich, der Westen subtil, der Osten pragmatisch.
Ich verstehe nicht, was du damit sagen willst.
Gerade wenn Russland pragmatisch wäre, müßte es die Endlichkeit seiner Rohstoffe erkennen und dringendst in neue Wirtschaftszweige und Technologien investieren - statt dessen werden 400 Milliarden Reserven gehortet, das Militär soll wieder seinen alten Glanz bekommen, die Universitäten und öffentlichen Einrichtungen gehen vor die Hunde. :ohoh:
Schau dir dagegen die Ölländer Arabiens an, die orientieren sich wirtschaftlich schon die letzten 15 bis 20 Jahre am Nachlassen des Öls, versuchen sich als Wirtschaftsstandort, Tourismuszentrum etc. pp. zu etablieren. :roll:

babayaga hat geschrieben:Das mag im Endeffekt so sein, allerdings sehe ich derzeit nicht, dass der Osten den Westen dominieren will, umgekehrt jedoch eher.
Dann wirf einen Blick zurück auf die alte Sowjetunion und ihre Satellitenstaaten: Dass die UdSSR aufgrund ihrer Erfahrungen einen "Schutzgürtel" haben wollte, ist verständlich. Aber wie wurden diese Nationen behandelt? Ungarn 1955, die DDR 1956, die Tschechoslowakei 1968? Und alle zusammen bis 1989? "Dominieren" ist ein freundliches Wort für Unterdrücken. :eek:

babayaga hat geschrieben:Natürlich, der übersättigte Westen hat ja auch die Kohle dazu und kann es sich leisten 'subtil' vorzugehen, während der Osten 'den Gürtel bewusst enger schnallt' und sich nicht 'ausver'kaufen lassen will.
Weil ich kein Geld habe, darf ich brutal vorgehen und mir alles mit Gewalt holen? :dreh:

rati hat geschrieben:Ganz nach dem Motto "Der Feind meines Feindes ist mein Freund" ganz egal ob der genau so ein Verbrecher ist.
babayaga hat geschrieben:Genau so ein Verbrecher? Wie wer?
"Der Feind meines Feindes ist mein Freund", dazu braucht es mind. 3 Beteiligte, runtergebrochen sind aber nur 2 da.
Du kennst dieses Sprichwort anscheinend nicht, denn es handelt wirklich von drei Beteiligten: Mir, meinem Feind und dem Feind meines Feindes.
Es bedeutet, dass ich jeden als Verbündeten akzeptiere, solange er Feind meines Feindes ist. Bekanntestes Beispiel ist das Bündnis von USA und UdSSR gegen das Dritte Reich.
Die USA haben leider damit Schindluder getrieben, indem sie bis in die 1980'er jeden hergelaufenen Diktator unterstützten der ihnen weismachen konnte, die Befreiungs-/Widerstandsbewegung gegen ihn sei Kommunistisch oder von den Russen unterstützt. :bang:


:kuuh:
Advocatus Diaboli

Re: Aktuelle Ereignisse in der Ukraine

#345

Beitrag von Advocatus Diaboli »

Lysistrata hat geschrieben:Der "Westen" macht da auch kein Geheimnis draus
http://de.wikipedia.org/wiki/Die_einzig ... herrschaft
Tja, jetzt sind 18 Jahre seit dem Erscheinen dieses Buches vergangen und man kann sagen, dass er ziemlich weit daneben lag... :pft:
Haben wohl zu wenige oder die falschen Leute gelesen?


:ziege:
Advocatus Diaboli

Re: Aktuelle Ereignisse in der Ukraine

#346

Beitrag von Advocatus Diaboli »

babayaga hat geschrieben:Anbei mal ein Link zu einem, wie ich finde interessantem Gespräch (hab mal etwas vorgespult):
https://www.youtube.com/watch?v=c5j0V2NgBrM#t=24m24s
Irgendwann ab der 50. Minute spricht Wimmer an, dass Amerika schon immer Angst gehabt hätte, ein Inselstaat zu bleiben, was ja auch verständlich ist.
Die Stelle konnte ich nicht finden und ich verstehe sie auch nicht: Bis zum 2. Weltkrieg galt für die USA mehr oder weniger streng die Monroe Doktrin, um England mit Material zu Hilfe kommen zu können, mußte Roosevelt erst das Leih- und Pachtgesetz ins Leben rufen. :aeug:
Ein Land "das Angst hat, ein Inselstaat zu bleiben" und sich dann 120 Jahre lang an das Gesetz hält, das diese Isolation verlangt?? :eek:

babayaga hat geschrieben:Im Gegenzug sollte man aber (heute) auch Verständnis mit Russland haben, das ist imho eine Frage des gegenseitigen Respektes.
Das Gespräch wurde zwar erst im Februar d.J. eingestellt, das Buch erschien bereits im August 2014. Wann das Gespräch stattfand und ob Wimmer angesichts der letzen Ereignisse immer noch dazu steht? :hmm:


:ziege:
Benutzer 3991 gelöscht

Re: Aktuelle Ereignisse in der Ukraine

#347

Beitrag von Benutzer 3991 gelöscht »

http://www.tagesschau.de/inland/bundesr ... o-101.html
Wolfgang Ischinger, Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, zeichnet ebenfalls ein verheerendes Bild der ukrainischen Armee: "Wie wenig Widerstandskraft - im konkreten Fall schon im Sommer in der Ostukraine und jetzt bei den Kämpfen um Debalzewe - wie wenig Widerstandskraft da noch übrig geblieben ist, das hat aber in der Tat wahrscheinlich nicht nur die ukrainische Führung erstaunt und überrascht, sondern auch viele im Westen. Wir haben es mit einer zerfallenden, nicht mehr kampffähigen Armee zu tun."
Hat sich also Poroschenko in Debalzewe auf ein militärisches Abenteuer eingelassen, obwohl von Anfang an klar war, dass die ukrainische Armee den von Russland unterstützten Separatisten weder in Kampfmoral noch in der Ausrüstung Paroli bieten konnte?

Das Ergebnis jedenfalls ist ein Fiasko. Seine Truppen sind demoralisert, die Soldaten wütend und enttäuscht. Elendig und gedemütigt zogen sie unter Artillerie-Beschuss der Separatisten aus Debalzewe ab - der Stadt, die Kiew zuvor als Symbol für Kraft und Widerstandswillen der Ukraine ausgab.

Völlig unnötig verloren viele ihr Leben - auch unter der Zivilbevölkerung. Gleichzeitig lobte sich Poroschenko: Er sei "stolz und glücklich, Oberkommandierender dieser Streitkräfte zu sein".
:dreh:

Aber damit nicht genug. Unser Nasenbär wirds richten

http://diepresse.com/home/politik/innen ... e/index.do

Man könnte auch die Sängerknaben gegen Drogenkartelle vorschicken.

Arme Ukrainer.

PS Kommentar aus derPresse :lol:
Ich habe schon gewusst, dass der russische Geheimdienst gut ist,
aber einen derart fiesen Plot, die Ukraine zugrundezurichten, hätte ich ihnen trotzdem nicht zugetraut.

Denn einen anderen Grund dafür, dass ausgerechnet unser Spindi angeblich ein anderes Land retten soll als eine von finsteren Mächten eingefädelte Verschwörung kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.
babayaga
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Re: Aktuelle Ereignisse in der Ukraine

#348

Beitrag von babayaga »

Bei uns der Peer: http://www.handelsblatt.com/my/politik/ ... 48220.html

Berger schrieb dazu auf den Nachdenkseiten:
Was wir hier erleben ist Feudalismus in Reinkultur. Nicht das gewählte Parlament, sondern privat finanzierte Agenturen bestimmen die Eckpunkte.
Das Gefühl beschleicht mich auch, wenn man sich das Spiel so anschaut.
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Re: Aktuelle Ereignisse in der Ukraine

#349

Beitrag von babayaga »

A.D.
erst knallste mir die Hitler/Nazikeule um die Ohren, dann Unterdrückung - warum nicht gleich Sklaverei? - und dann:

> Weil ich kein Geld habe, darf ich brutal vorgehen und mir alles mit Gewalt holen? :dreh:

DAS A.D. sind Deine Worte, nicht die meinen.

Du verkehrst bzw. interpretierst fast jeden Satz von mir ins negativ Extreme garniert mit wahlweise :ohoh: :dreh: :eek: :aeug: :pfeif: :roll: :bang:

Das Gespräch mit Wimmer ... stimmt es war nicht um die 50. Minute sondern genau ab der 40. Minute, skusi,
interessant fand ich noch, dass Wimmer einräumte, dass die USA Anfang der 90'er auf einmal einen anderen Kurs einschlugen,
also in Richtung shareholdervalues/Privatisierung.
Das deckt sich mMn 1:1 mit dem, was nach 2000 schleichend passiert(e), das geht in eine Art neofeudalistische Richtung.

Wann das Gespräch mit Wimmer aufgezeichnet worden ist, weiss ich auch nicht, allerdings kann es nicht älter als ein halbes Jahr sein,
in deinen Augen natürlich totaaaaal veraltet und fragwürdig - die Ukrainekrise begann ja erst viel später - nunja ... :flag:
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Benutzer 3991 gelöscht

Re: Aktuelle Ereignisse in der Ukraine

#350

Beitrag von Benutzer 3991 gelöscht »

Für Geld tun halt anscheinend doch alle alles.

Weißt, wir haben hier in Wien einen total peinlichen Baumeister, ziemlich überwutzelt, und eigentlich zum Fremdschämen.
Zum Opernball bucht er immer irgendwelche Promis, Paris Hilton, Pamela Anderson, Sophia Loren - und alle, alle tanzen sie an, wenn der Betrag passt. Mittlerweile denke ich, die Welt ist so trivial, im Grunde.
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