Ja, ich habe nach einigen gescheiterten Experimenten mit Physalis Folgendes herausgefunden, das bei mir hundertprozentig hinhaut, seitdem habe ich jedes Jahr Physaliskirschen en masse. (Ich rede von den orangen, süßsauren Früchten in der Papierhülle, die man im Supermarkt kaufen kann.) Folgende Versuche sind gescheitert:
1. Im März im Gewächshaus aussähen - die erreichen die Größe nie.
2.Im Gewächshaus ziehen - die machen einen Haufen Blätter, aber mit der Bestäubung haut es nicht hin.
3. Im Januar vorziehen (Fensterbank auf der Heizung) und dann aussetzen. Riesenpflanzen im Herbst (Monster!), Früchte werden nicht reif, bei allen Bemühungen (Apfel dazu, warmer Standort, Sonne - vergiss es!)
Das Rezept: Ich habe im Januar die Samen auf der Fensterbank ausgesät (Mini-Gewächshaus): Die haben eine Keimtemperatur von 20 Grad, sonst brauchen sie ewig (wie Auberginen und Chili).Weil sie eine lange Entwicklungsperiode haben kratzen sie im Freien ab, bevor die Früchte reif werden.DANN habe ich fünf von den Pflanzen in große(!) Töpfe gepflanzt und auf die Terrasse gestellt. Sie haben sich prächtig entwickelt (in diesem Jahr gab es noch keine reifen Früchte) und dann im Herbst in den Heizungsraum gestellt (hell und warm). Dachte schon, sie wären allesamt eingegangen, hab sie aber im Frühling ins Gewächshaus transferiert, wo sie ab März unheimlich losstarteten und Riesenpflanzen wurden mit ausladenden Ästen und übersät mit Früchten - und das im Mai! (Die Ernte zieht sich dann bis zum Frost im Oktober - sogar November!) Genaugenommen hätte ich sie auch auf die Terrasse stellen können, wollte ihnen aber einen "Wärmevorsprung" verpassen. Der Vorteil: Von Physalis kann man ganz prächtige Stecklinge abnehmen im April. Das bedeutet, man spart sich das Samentheater und die Wartezeit. Man schneidet die Stecklinge und versenkt sie in der Erde, sie wurzeln problemlos an und man kann sich eine Physalisplantage anzüchten. Seitdem ich diese Erfahrung gemacht habe denke ich dran, mir mehr von den Pflanzen zuzulegen. Nachteil: In den Töpfen sind sie ziemlich schwer und man muss sie halt zweimal im Jahr übersiedeln, braucht auch Platz zum Überwintern. Je kleiner die Töpfe (logisch), desto kleiner die Pflanzen und desto weniger Früchte. Aber für mich lohnt es sich - alle Freunde und Familienmitglieder sind ganz wild auf die Früchtchen, ich habe sogar schon dran gedacht, die zu verkaufen.
Jedenfalls kurz zusammengefasst ist es meiner Erfahrung nach so:
1. Wenn man am Jahresbeginn nicht halbwegs große Pflanzen hat, kann man die Ernte im selben Jahr getrost vergessen.
2. Die Früchte reifen nicht nach.
3. Sie sind wirklich frostempfindlich und halten sich in unserem Klima (Tirol) keine zwei Tage bei Temperaturen um den Gefrierpunkt.
4. In Töpfen braucht man einen frostfreien Überwinterungsplatz und muss sie zweimal jährlich übersiedeln.
Vorteile:
1.Tolle Früchte, leichte, kontinuierliche Ernte.
2. Pflanzen sind (außer was Frost betrifft) ziemlich robust und anspruchslos.
3.Mehrjährige Kultur, die Pflanzen bringen in größeren Gefäßen anständigen Ertrag.
4. Sie sind hübsch auf der Terrasse oder dem Balkon.
5. Die Kinder sind ganz wild drauf.
6. Es gibt (hier bei uns) keine biologischen Physalis und eine große Bereitschaft (zumindest in meinem Umfeld), sie zu kaufen.
Tja, das wars von meiner Seite. Ganz liebe Grüße
Belisa