Thomas Mueller hat geschrieben:
Und viertens wird man, selbst wenn man Tierverluste durch Woelfe erleidet, dann so gut entschaedigt, dass man hinterher besser dasteht als zuvor.
Also, keine Sorgen machen!
Bist du sicher, dass das in Deutschland auch so ist?
Ich wohne ja nun auch in einem Land, in dem es Bären, Luchse und eben auch Wölfe gibt. Letztere sind bei uns direkt aber das geringste Problem, unsere östlichen Nachbarn haben da schon mehr mit zu kämpfen.
Der landwirtschaftlich nutzbare Teil der gesamten Fläche Norwegens liegt bei nur etwa 3%. Da hat man die Weideflächen ausschliesslich zur Erzeugung von Winterfutter für das Vieh genutzt, während die Tiere im Sommer im Wald geweidet haben. Dass diese Form der Viehhaltung zu Konflikten mit Raubtieren führt, dürfte auf der Hand liegen. Es gibt ja auch einen Grund dafür, dass dieses in fast allen stärker besiedelten Gebieten ausgerottet wurde.
Heute sehen vor allem die Leute in den Städten das Ganze etwas anders. Sie wollen wieder Bären und Wölfe in den Wäldern haben, kann ihnen dann ja auch egal sein, sie sind ja nicht davon betroffen. In anderen Regionen, wie zum Beispiel hier bei uns in Richtung schwedischer Grenze, sieht das ganz anders aus. Auch wenn es Entschädigungen gibt, wenn die Leute drei Jahre hintereinander 30% ihrer Tiere an die Bären verfüttert haben, dann hören sie schlicht und ergreifen mit der Viehhaltung auf. Mit Arbeitsplätzen ausserhalb der Landwirtschaft sieht es mau aus, die Leute ziehen weg.
Die Raubtierpolitik ist hier eine Riesensache, die in einigen Regionen ganze Wahlen entscheidet. Noch gibt es nur wenig Raubwild in Deutschland, aber es wird mehr werden. Und dann werden auch die Konflikte stark ansteigen. Unterschätzt das nicht. Recht haben weder die, die sich für den Abschuss aller Wölfe starkmachen, noch die, die meinen, die Wölfe seien kein Problem. Die Antwort liegt wie so oft irgendwo in der Mitte.