Ich war mal in einem Vortrag von Prof. Spitzer, der hat erklärt, dass beim Kaufen so eine Art Belohungsreiz im Gehirn entsteht- er hält leider nur 10 Sekunden an. Also muss fleissig dafür geworben werden, dass immer neue Wünsche entstehen.
Das Schlimmste wäre die Erfüllung der Bedürfnisse und Zufriedenheit.
So massiv wie dieses Jahr für das Kaufen geworben wurde- habe ich es noch nie erlebt. Hat dazu geführt, dass das Radio wirklich aus blieb- denn über die Werbung, die uns für Volldöddel hält, muss ich mich dann noch immer auch im Nachhinein ärgern.
Bei uns gibt es Weihnachten nur selbstgemachte Geschenke- jemanden eine Freude machen zu können und zu sehen, dass sich der Beschenkte auch darüber freut, das tut einfach gut.
Zum Glück hat uns eine wirtschaftlich sehr schwierige Zeit zum "einfachen Leben" verholfen. Und so schlimm das auch war, ich bin heute dem Schicksal noch immer dafür von Herzen dankbar.
Einkaufen- mache ich gerne- Einkaufen im eigenen Haus, Garten, in der Natur draussen.
Und selbst hier habe ich auch meine Lebenslernlektion hinter mir, man braucht viel weniger, als man so meint.
Am Anfang sammelte ich Tomatensorten und vieles andere, um im Garten eine Fülle und Vielzahl haben zu können, inzwischen reduziere ich auch hier.
Ich brauche keine Deko kaufen, habe genug an Naturmaterialien, der Kleidungswegwerfwahn lässt mich kalt, Lebensmittel wegwerfen - hier habe ich von Kind an gelernt, dass nichts verkommen soll. Kochen habe ich vereinfacht, was da ist, wird verarbeitet- Hund, Katze, Wachteln, Kaninchen helfen auch mit, dass wirklich nichts verkommt- und der Kompost liefert auch wieder zurück, was er bekommen hat.
Aber trotzdem, ich gehe zum Einkaufen immer nach dem Essen, niemals hungrig oder sehr gefrustet. Denn die psychologisch ausgefuxten Verkaufsstrategien arbeiten unter der Denkschwelle.
Würden wir nur das Kaufen, was wir wirklich brauchen, was würde dann geschehen?
So diskutieren wir hier über ein "brandheisses Thema"- wir sind Konsumflüchter- vielleicht wird das mal bei Strafe verboten.
Unser einziger Lebenszweck als Konsumbürger- Geld heranschaffen und immer mehr davon ausgeben, immer in Bewegung bleiben, dass ja keine Minute zum Nachdenken bleibt.