Vernünftige Wege zum Leben auf dem Lande?

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Manfred

Re: Vernünftige Wege zum Leben auf dem Lande?

#51

Beitrag von Manfred »

Die wollen halt in jeder Filiale ihr Standardprogramm fahren. Wenn der Vermieter nicht mitzieht, machen sie zu und warten ab, bis der nächste Investor Dollarzeichen in den Augen bekommt und ihnen das gewünschte Gebäude hinstellt.
Wird bestimmt wieder einer gebaut innerhalb der nächsten 5 Jahre irgendwo im näheren Umkreis.
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krabbe
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Re: Vernünftige Wege zum Leben auf dem Lande?

#52

Beitrag von krabbe »

RichardBurgenlandler hat geschrieben:Eine Hofgründung, wie sie in vielen Projekten beschrieben wird kommt einer Unternehmensgründung gleich und dabei muss man beinhart kalkulieren. Mit Friede, Freude, Eierkuchen geht da gar nichts. :ohoh:
Dem würde ich gerne hinzufügen, dass jedes Projekt, wo zuverlässig Geld reinkommen muss eine Unternehmensgründung ist. Mit allem was dazu gehört. Und das macht man in der Regel nicht einfach mal so nebenher und in den man improvisiert.
Wenn es darum geht ein bisschen Geld dazu zu verdienen, so nach dem Motto : wen was reinkommt ist gut und wen nicht ist auch nicht schlimm, kann man das ganze ja locker angehen.

Ich möchte auch noch mal kurz Aufgreifen, was Nightshade geschrieben hat, im letzten Post und auch schon mal vorher.

Die Leute geben im Augenblick definitiv weniger Geld aus, zu mindestens mal für "unnützes". Aber die Auswirkungen sind nicht überall gleich tut zu Spüren. "Luxus" verkauft sich immer noch besser, genauso wie Dinge die zwar schön sind aber im Alltag zu benützen sind. Schönes Beispiel : Gute Bekannte sind Glasbläser und machen wirklich schönen Schmuck. Letztes Jahr haben sie angefangen, neben dem Schmuck noch - selbst gestricke Wollsocken ! zu verkaufen. Der Schmuck verkauft sich immer noch. Würde aber nicht reichen um "den Kochkessel kreisen zu lassen" wie man hier so schön sagt. Sie kommen mit dem Stricken gar nicht mehr nach.

Das Problem der Miete, sowohl auf den Märkten als auch Ladenmiete, ist wirklich ein wunder Punkt. Die Ausgaben um überhaupt verkaufen zu können sind vielerorts zu hoch. Ich habe am Sonntag auf dem Weihnachtsmarkt mit einer guten Bekannten gesprochen. Im letzten Jahr hatte sie grössere Märkte und Veranstaltungen getestet. Die sind zum Teil wirklich sehr teuer. Standmieten von 800 oder noch mehr Euros kommen da schon mal an. Sie macht es nicht mehr. Sie muss mehr produzieren um genauso viel als Gewinn zu erwirtschaften wie mit kleineren Märkten.
Aber ich denke, das sich die Mieten angleichen werden. Ein Hausbesitzer wird zum Beispiel seinen Laden nicht ewig leer stehen lassen. Die Tochter einer Freundin hat für ihre Crêperie eine Mietsenkung von immerhin 300€ bekommen. Im Augenblick ist halt alles in Veränderung.

Ich bin sehr gespannt auf das nächste Jahr. Bisher kann Thomas eine Verkäufe im Mittel halten (mal abgesehen von der verlorenen Zeit wegen dem kaputten Auto - leider zur falschesten Zeit) Das Problem ist, das bei mir dieses Jahr Einkünfte weggefallen sind. Und das wird sich nächstes Jahr wahrscheinlich noch mal fortsetzten. Mal schauen ob wir seine Einnahmen aufpuschen können. Ansonsten ist halt Plan B gefragt... Socken Stricken fällt schon mal aus. :)
lg Andrea
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krabbe
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Re: Vernünftige Wege zum Leben auf dem Lande?

#53

Beitrag von krabbe »

2.Versuch
Ach ja, bei uns sieht es so aus:
Wir wohnen zwar auf dem Land, aber am Meer in einer touristischen Gegend. Die Preise sind höher als zum Beispiel 15km im Landesinneren, dafür ist die Infrastruktur besser. Zudem bieten die Touristen eine zusätzliche Kundschaft.

Wir wohnen in einer kleinen Wohnung und der Garten ist 10 km entfernt. Die Entfernung bekomme ich nicht gut geregelt. Viel wirft der Garten nicht ab, aber ich übe schon mal. (:schmoll: wenn ich mir nicht so viele Wühlmäuse gezüchtet hätte würde es sogar ganz ordentlich laufen.)

Bis vor einem Jahr haben wir uns ganz gut durchgeschlagen mit einem 30h Stelle bei mir und den Rest hat Thomas mit seinen Bildern erwirtschaftet. Seit letztes Jahr gibt es bei mir eine deutliche Einkommenseinbusse. Jetzt wird halt was neues "gestrickt".
lg Andrea
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Reisende
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Re: Vernünftige Wege zum Leben auf dem Lande?

#54

Beitrag von Reisende »

was braucht man, um erfolgreich zu sein? unwissenheit und selbstvertrauen.
- mark twain -

;)
da ich laktose und gluten hervorragend vertrage, leiste ich mir als ausgleich dafür einige intoleranzen im zwischenmenschlichen bereich.
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Spottdrossel
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Re: Vernünftige Wege zum Leben auf dem Lande?

#55

Beitrag von Spottdrossel »

Was mich an den Neugründungsideen inkl. Neubau der Gebäude wundert: sollte man nicht gerade sehr vermögend sein oder Goldeselzüchter, kommt eine Bank ins Spiel.
Und welche Bank würde Geld rausrücken, wenn weder Gebäude als Sicherheit oder die Umsatzzahlen der letzten Jahre vorliegen? Selbstständige sind da doch erst erwünscht, wenn ausreichend Nullen vor dem Komma stehen.
Ich hab mich ein paar Jahre lang dumm und dämlich gezahlt, damit mein Mann ein Büro mit Internetanschluß mieten konnte.
Selbstständigkeit ist wesentlich entspannter, wenn man es aus der Wohnung/dem Haus heraus betreiben kann, wofür man sowieso schon bezahlt. So lassen sich Durststrecken wesentlich streßfreier durchstehen. Und wenigstens 1 gesichertes Einkommen muß während der Übergangszeit da sein, wenn man nicht zum Amt dackeln müssen will.
Und nach meiner Erfahrung ist dieses Existenzgründerblabla a la "Sie müssen nur wollen und positiv denken" kompletter Quatsch, Durststrecken sind normal, und was wir auch gelernt haben: die Leute wollen abgezockt werden. Wir dachten, mit Nachhilfeangebot ohne Knebelvertrag hätte man eine Marktlücke abgedeckt - denkste.
Lieber wird für Lernfüchse/-kids und wie diese Kinderverwahranstalten alle heißen, ein Haufen Geld ausgegeben, ohne sich zu fragen, woher die wohl das Geld für die vielen bunten Anzeigen haben :ohoh: .
Das, was man selber toll findet trifft also nicht automatisch den Nerv der Kundschaft.
Nightshade
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Re: Vernünftige Wege zum Leben auf dem Lande?

#56

Beitrag von Nightshade »

krabbe hat geschrieben:Die sind zum Teil wirklich sehr teuer. Standmieten von 800 oder noch mehr Euros kommen da schon mal an.
Für wie viele Tage?

Am Wiener Christkindlmarkt legst du für die gesamten 4 Wochen 2500.- (Maronihütte) bis 14.000 (großer Stand) ab. Gewerbestrom hast du da noch nicht bezahlt.

Das musst mit Kunsthandwerk einmal verdienen. Ergo ist auch kein Kunsthandwerk dort.

Ich besitze eine Krippe mit "handgeschnitzten" Figuren. Von meiner Maria gibts zigtausende Klone, von den schafen hunderttausende. Komisch, wenn ich handarbeite, sieht jedes Teil anders aus. Aber vermutlich ist es Handarbeit, die CNC-Fräse einzuschalten.
Little Joe

Re: Vernünftige Wege zum Leben auf dem Lande?

#57

Beitrag von Little Joe »

Spottdrossel hat geschrieben:Und welche Bank würde Geld rausrücken, wenn weder Gebäude als Sicherheit oder die Umsatzzahlen der letzten Jahre vorliegen? Selbstständige sind da doch erst erwünscht, wenn ausreichend Nullen vor dem Komma stehen.
... und wenns vom Alter her noch passt. Selbst meine Hausbank hat mir erzählt, dass sie mir mit 40 Wintern keinen Kredit mehr geben würden, weil sie ja nicht wüssten ob ich die 50 noch erreiche und ich ja ganz allein für das Haus zuständig wär. Und ich brauchte nicht viel Geld :grr: Im Endeffekt wars aber gut so sonst hätt ich nie nach anderen Krediten geforscht.
Nightshade hat geschrieben:Von meiner Maria gibts zigtausende Klone
:ohoh: als ob eine allein nicht schon reichen würde :pft:
Benutzer 2354 gelöscht

Re: Vernünftige Wege zum Leben auf dem Lande?

#58

Beitrag von Benutzer 2354 gelöscht »

glaube mir es ist einfacher 100.000 € zu bekommen wie 3000
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krabbe
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Re: Vernünftige Wege zum Leben auf dem Lande?

#59

Beitrag von krabbe »

Reisende hat geschrieben:was braucht man, um erfolgreich zu sein? unwissenheit und selbstvertrauen.
- mark twain - ;)
Mit dem Selbstvertrauen bin ich absolut einverstanden. Bei der Unwissenheit höchstens für die Zeit und die Energie die man investiert, bis es dann mal wirklich läuft. Da stellt man sich glaube ich immer zu wenig vor, auch wenn man schon mit viel gerechnet hat. :platt:
Nightshade hat geschrieben:Für wie viele Tage?
ist ganz unterschiedlich. In dem Fall waren es glaube ich 3 Tage. Auch das ist für jemanden der wirklich alles selber macht viel zu teuer.
Nightshade hat geschrieben:Das musst mit Kunsthandwerk einmal verdienen. Ergo ist auch kein Kunsthandwerk dort.
Ganz genau! Grosses Marinefest hier in der Gegend. Für einen 3X3m Stand waren es glaube ich für 4 Tage 2.500€ und die ganz klare Aussage, dass Künstler/Kunsthandwerker nicht interessant sind. Da findest du vor allem Fressstände und Massenartikel. Anders bekommt man das Geld nicht zusammen. Was mich daran am meisten ärgert, ist solche Feste oft auf "authentisch" und so weiter machen. An der Masse der Besucher sieht man, dass das scheinbar sonst keinem auffällt.
Bei anderen Festen gibt es das "Künstlerdorf", wo es bei wirklicher Handarbeit einen Verträglichen Preis gibt. Das finde ich dann OK.
Spottdrossel hat geschrieben:Das, was man selber toll findet trifft also nicht automatisch den Nerv der Kundschaft.

Unterschreib! Genau wenig reicht es, das die Leute toll finden was du machen willst. Sie müssen auch bereit sein dafür zu bezahlen. Lob ist schön und braucht man auch. Aber nur davon kann man nicht leben...
lg Andrea
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krabbe
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Re: Vernünftige Wege zum Leben auf dem Lande?

#60

Beitrag von krabbe »

ihno hat geschrieben:glaube mir es ist einfacher 100.000 € zu bekommen wie 3000
Am besten Grossmotzig auftreten, dass scheint auch zu helfen.
lg Andrea
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