Das Leben meint es gut mit uns in Värmland, Schweden
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DerElch
Re: Das Leben meint es gut mit uns in Värmland, Schweden
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Benutzer 2354 gelöscht
Re: Das Leben meint es gut mit uns in Värmland, Schweden
wo den gerade alle " Schweden " versammelt sind , warum denn eigentlich Schweden ? Und nicht Finnland oder Norwegen oder was weiß ich.
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DerElch
Re: Das Leben meint es gut mit uns in Värmland, Schweden
lern mal finnisch inho dann weisst dus,,,und norwegen war nicht so meins
russland schied wie deutschland wegen der politik aus :D
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Olaf
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Re: Das Leben meint es gut mit uns in Värmland, Schweden
Sicher OT:
Habt Ihr mal "Populärmusik aus Vitulla" gelesen?
(Der Film ist nicht so der Knaller)
Es hat für mich witzige Paralellen zum Leben als Ossi und witzigerweise auch dem Leben in China für meine Generation, hab mich sehr lange gut darüber unterhalten mit ner ausgewanderten Chinesin, auch so Bj mitte sechziger.
Olaf
Habt Ihr mal "Populärmusik aus Vitulla" gelesen?
(Der Film ist nicht so der Knaller)
Es hat für mich witzige Paralellen zum Leben als Ossi und witzigerweise auch dem Leben in China für meine Generation, hab mich sehr lange gut darüber unterhalten mit ner ausgewanderten Chinesin, auch so Bj mitte sechziger.
Olaf
Eigentlich bin ich ein netter Kerl.
Wenn ich Freunde hätte, könnten die das bestätigen.
Wenn ich Freunde hätte, könnten die das bestätigen.
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gmc
Re: Das Leben meint es gut mit uns in Värmland, Schweden
Für Norwegen hat syldron hier ein beeindruckendes Plädoyer gehalten. Für Leute, die nicht dort arbeiten können, ist das Land einfach zu teuer. Die Lebenshaltungskosten, der Immobilienerwerb und fast alles andere. Ich selbst habe seit Anfang der Sechziger gute Freunde in Nordnorwegen. Landschaftlich sind Schweden und Norwegen nicht miteinander zu vergleichen. Die Küstenlandschaften, die Fjorde, das Hochgebirge, alles das gehört zum großartigsten, was ich bisher gesehen und erlebt habe.wo den gerade alle " Schweden " versammelt sind , warum denn eigentlich Schweden ? Und nicht Finnland oder Norwegen oder was weiß ich.
Damals, in den Sechzigern, guckten die Schweden mitleidig auf ihre armen Vettern im Westen herab; oder glaubten zumindest es tun zu müssen. Das waren meine Erfahrungen.
Dann fand man in Norwegen das Erdöl und das Erdgas. Das Land wurde eines der reichsten der Welt. Trotzdem haben sich die Norweger kaum verändert.
Sicher gibt es wie überall Positives und Negatives nebeneinander.
Beeindruckt hat mich, wie das Land, wie die Bevölkerung auf die schrecklichen Brevik Attentate reagierte.
Wir haben unser Haus dicht an der Grenze zu Norwegen. Oslo erreiche ich in knapp drei Stunden, dort bin ich schneller als z.B. in Göteborg; und zum Flughafen Gardemoen nördlich von Oslo brauche ich nur zwei Stunden. Viele Schweden in unserer Ecke arbeiten in Norwegen, denn Norwegen benötigt viele Arbeitskräfte, und man sagt sie verdienen dort das Doppelte. Andererseits kommen Norweger aus der Oslo-Region ins EU-Ausland nach Schweden zum Einkaufen. Manchmal kaufen sie, neben Holländern, auch Häuser.
Als wir das Haus kauften war gerade die Volksabstimmung und Schweden trat der EU bei. Danach war der Immobilienerwerb viel einfacher und Värmland und die Lage unseres Hauses ist wirklich schön! Obwohl ich das Haus seitdem innen wie außen verändert habe, und innen immer noch weiter an seiner Vervollkommnung arbeite, ging alles problemlos, ohne bürokratische Hürden.
Weshalb wir immer noch ganzjährig in Deutschland leben, hat persönliche Gründe.
- smörrebröd
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Re: Das Leben meint es gut mit uns in Värmland, Schweden
Nicht ganz einfach, die Frage. Es gab bei uns nie so eine Entscheidung, Land A, B, oder C.
Natürlich haben wir so eine Art "Auswanderer-Historie" - Mein Freund wollte, als wir uns kennengelernt haben, gerade nach Kanada gehen. Daraus wurde nichts. Gemeinsam haben wir eine grosse Liebe zu Grossbritannien und Irland. Irland hätten wir vor dem Wirtschaftsboom versuchen sollen. Als wir begonnen, uns ernsthaft zu interessieren, waren für unseren Geschmack die Häuser schon zu teuer, die Grundstücke zu klein und die Städte zu voll. Ausserdem wollten wir aus der "Euro-Zone" raus.
Mein Freund hatte schon in seiner Jugend viel Zeit in Värmland verbracht und ich kam 2007 zum ersten Mal hierher. Campingurlaub. Hab mich gleich wohlgefühlt, fand die Sprache toll, die Naturverbundenheit der Menschen, die Entspanntheit - Die Leute haben alle so die Ruhe weg, das kannte ich nicht. Na ja, und ich hab´s schon an anderer Stelle geschrieben: Hier ist die Zeit ein wenig stehengeblieben, und das liebe ich am meisten. Die Technikgeilheit und Innovationsbesessenheit ist hier (noch) nicht so angekommen - das tut uns einfach gut, und nimmt dem Leben das Tempo. Stress hatten wir in Deutschland - das sollte sich ändern, bevor wir davon krank werden.
Was wir erst später erfahren durften - dass die Menschen hier sehr warmherzig sind und man willkommen ist. Steinigt mich, aber bevor ich hierher kam, habe ich 9 Jahre in Niedersachsen gewohnt. Dort bin ich nie angekommen, also menschlich war mir das zu kalt und zu unlustig, das kannte ich armer Ruhri gar nicht. Dort fühlte ich mich wirklich als Ausländer, hier nicht...
Natürlich haben wir so eine Art "Auswanderer-Historie" - Mein Freund wollte, als wir uns kennengelernt haben, gerade nach Kanada gehen. Daraus wurde nichts. Gemeinsam haben wir eine grosse Liebe zu Grossbritannien und Irland. Irland hätten wir vor dem Wirtschaftsboom versuchen sollen. Als wir begonnen, uns ernsthaft zu interessieren, waren für unseren Geschmack die Häuser schon zu teuer, die Grundstücke zu klein und die Städte zu voll. Ausserdem wollten wir aus der "Euro-Zone" raus.
Mein Freund hatte schon in seiner Jugend viel Zeit in Värmland verbracht und ich kam 2007 zum ersten Mal hierher. Campingurlaub. Hab mich gleich wohlgefühlt, fand die Sprache toll, die Naturverbundenheit der Menschen, die Entspanntheit - Die Leute haben alle so die Ruhe weg, das kannte ich nicht. Na ja, und ich hab´s schon an anderer Stelle geschrieben: Hier ist die Zeit ein wenig stehengeblieben, und das liebe ich am meisten. Die Technikgeilheit und Innovationsbesessenheit ist hier (noch) nicht so angekommen - das tut uns einfach gut, und nimmt dem Leben das Tempo. Stress hatten wir in Deutschland - das sollte sich ändern, bevor wir davon krank werden.
Was wir erst später erfahren durften - dass die Menschen hier sehr warmherzig sind und man willkommen ist. Steinigt mich, aber bevor ich hierher kam, habe ich 9 Jahre in Niedersachsen gewohnt. Dort bin ich nie angekommen, also menschlich war mir das zu kalt und zu unlustig, das kannte ich armer Ruhri gar nicht. Dort fühlte ich mich wirklich als Ausländer, hier nicht...
Viele Grüsse,
Sandra
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Sandra
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gmc
Re: Das Leben meint es gut mit uns in Värmland, Schweden
Ausserdem wollten wir aus der "Euro-Zone" raus.
Genau das ist es, was mich stört. Wir haben schon viel Geld beim Umtausch verloren. Aber Schweden hat sich zum Beitritt verpflichtet.
Wir haben andere Erfahrungen gemacht. Auf Mails oder Briefe wird grundsätzlich nicht geantwortet.Was wir erst später erfahren durften - dass die Menschen hier sehr warmherzig sind und man willkommen ist.
Vielleicht liegt es daran, das wir in den anderthalb Jahrzehnten nur jeweils für einige Wochen pro Jahr anwesend sind.
Vor zwei Jahren haben sich Deutsche in der Nähe niedergelassen. Das sind jetzt meine Ansprechpartner.
Vielleicht liegst´s auch daran, dass ich die Mitarbeiter, Handwerker, Helfer aus Deutschland importiere, da ich mit der schwedischen Handwerker-Mentalität nicht klar kam.
Ich bin es gewohnt, das Arbeiten im Sinne des Auftraggebers ausgeführt werden.
Ich plane und zeichne zehn/elf Monate im Jahr an den Details und möchte sie so genau wie möglich ausgeführt haben.
Schwedische Handwerker arbeiten grundsätzlich so wie sie es immer schon gemacht haben und sind berechtigten Kritiken grundsätzlich nicht zugänglich.
Vielleicht sind wir Deutsche im allgemeinen wegen unserer Detail- und Qualitätsversessenheit verschrieen.
Nächstes Jahr arbeite ich zum vierten Male mit einem Polen aus Masuren zusammen, der alles das macht was ich nicht kann.
Ein perfekter Holzhandwerker, der ungeheuer arbeitsam, gewissenhaft ist; und das 10 Stunden am Tag.
Ich kümmere mich um Elektrik-, Heizung-, Wasser-, Sanitärinstallationen. Vor allem aber um die Gesamtplanung und das Design.
(Jetzt suchen wir noch einen Maler/Stukkateur für die Spachtel-, Schleif und Anstreicharbeiten.)
- smörrebröd
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Re: Das Leben meint es gut mit uns in Värmland, Schweden
Ich liebe es!Olaf hat geschrieben:Habt Ihr mal "Populärmusik aus Vitulla" gelesen?
Viele Grüsse,
Sandra
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- smörrebröd
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- Registriert: Sa 7. Sep 2013, 13:33
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Re: Das Leben meint es gut mit uns in Värmland, Schweden
Uff, gmc! Wenn ich Dein Statement so lese, stellt sich mir ihnos Frage gleich noch einmal:
oder gleich in Deutschland bleiben.ihno hat geschrieben:warum denn eigentlich Schweden ? Und nicht Finnland oder Norwegen oder was weiß ich.
Viele Grüsse,
Sandra
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- syldron
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Re: Das Leben meint es gut mit uns in Värmland, Schweden
Also auch von mir ein herzliches Willkommen! Ich glaub, dann sind die Skandinavier hier jetzt alle versammelt.
Zumindest kann ich gmc versichern, dass die Handwerker in Norwegen auch nicht besser arbeiten als in Schweden. Mittlerweile kommen bei uns in der Firma Leute ins Büro, die eine neue Terrasse haben wollen "aber nur, wenn der Deutsche das macht". Kommt bei meinen Arbeitskollegen übrigen nur mässig gut an. Einige haben neulich geäussert, dass sie lieber nur norwegische Kollegen hätten. Ist schon blöd, wenn einer in der Firma ist, der ihnen tagtäglich ihre Unzulänglichkeiten aufzeigt.
Warum gerade Norwegen? Kann ich gar nicht so einfach sagen, es war eher Zufall. Eigentlich wollte ich schon als Jugendlicher immer nach Schweden ziehen, aber am Ende ist es Norwegen geworden, weil ich dort einen Job angeboten bekam. Heute danke ich dem Herrgott dreimal täglich dafür, dass es nicht Schweden geworden ist. Die Relation zwischen Lohnniveau und Lebenshaltungskosten spricht in unserem Fall sehr deutlich für Norwegen. Klar ist Norwegen teuer, aber wir verdienen auch wesentlich besser.
Und die Natur ist hier einfach abwechslungsreicher. Schweden ist auch schön, aber wenn man Norwegen gewohnt ist, kommt es einem etwas, naja, man möge mir verzeihen, langweilig vor.
Finnland hab ich nie in Betracht gezogen, schon allein deshalb, weil mir klar war, dss die Sprache extrem schwer zu erlernen ist. Norwegisch gilt nach Holländisch als die für einen Deutschen am zweitleichtesten zu erlernende Sprache überhaupt.
Dass die Norweger sich nach der Entdeckung des Ölreichtums nicht verändert hätten, kann ich aber nicht bestätigen. Es wird hier in rasender Geschwindigkeit eine äusserst oberflächliche und besonders konsumorientierte Gesellschaft. Aber gut, ich muss da ja nicht mitmachen...
Zumindest kann ich gmc versichern, dass die Handwerker in Norwegen auch nicht besser arbeiten als in Schweden. Mittlerweile kommen bei uns in der Firma Leute ins Büro, die eine neue Terrasse haben wollen "aber nur, wenn der Deutsche das macht". Kommt bei meinen Arbeitskollegen übrigen nur mässig gut an. Einige haben neulich geäussert, dass sie lieber nur norwegische Kollegen hätten. Ist schon blöd, wenn einer in der Firma ist, der ihnen tagtäglich ihre Unzulänglichkeiten aufzeigt.
Warum gerade Norwegen? Kann ich gar nicht so einfach sagen, es war eher Zufall. Eigentlich wollte ich schon als Jugendlicher immer nach Schweden ziehen, aber am Ende ist es Norwegen geworden, weil ich dort einen Job angeboten bekam. Heute danke ich dem Herrgott dreimal täglich dafür, dass es nicht Schweden geworden ist. Die Relation zwischen Lohnniveau und Lebenshaltungskosten spricht in unserem Fall sehr deutlich für Norwegen. Klar ist Norwegen teuer, aber wir verdienen auch wesentlich besser.
Und die Natur ist hier einfach abwechslungsreicher. Schweden ist auch schön, aber wenn man Norwegen gewohnt ist, kommt es einem etwas, naja, man möge mir verzeihen, langweilig vor.
Finnland hab ich nie in Betracht gezogen, schon allein deshalb, weil mir klar war, dss die Sprache extrem schwer zu erlernen ist. Norwegisch gilt nach Holländisch als die für einen Deutschen am zweitleichtesten zu erlernende Sprache überhaupt.
Dass die Norweger sich nach der Entdeckung des Ölreichtums nicht verändert hätten, kann ich aber nicht bestätigen. Es wird hier in rasender Geschwindigkeit eine äusserst oberflächliche und besonders konsumorientierte Gesellschaft. Aber gut, ich muss da ja nicht mitmachen...
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