Rückbau von Strassen und unnötigen Industrienalagen zum Ausgleich würde ja die Erkenntnis voraussetzen, dass die Fläche nutzbaren Landes nicht unendlich ist und dass landwirtschaftliche Nutzfläche nicht einfach nur Land ist, wofür es zur Zeit keine bessere Nutzung gibt.
Wenn irgendwo eine höhere Rendite mit einer überbauten Fläche erzielt werden kann, wird das gemacht. Um die Abfederung der Kollateralschäden darf sich dann ja die Allgemeinheit kümmern.
In der Schweiz wurden in den 70ern artenreiche Magerwiesen mit Fichte aufgeforstet, als Kompensation der Waldflächenverluste durch Autobahnbau. Klassischer Fall von Verschlimmbesserung. Dafür hingen damals in jeder Bushaltestelle Plakate mit Fotos der Blümchen, die man nicht pflücken darf.
Der masslose Maisanbau dürfte nur schon durch die Humusverluste des Ackerbodens, die diese Kultur mit sich bringt, so ziemlich alles wieder zunichte machen, was Deutschland in Sachen CO2-Reduktion zu erreichen versucht.
Ich sehe das Grundübel, das auch zu solchen Fehlentwicklungen führt, woanders: Rendite über alles.
Die gleiche Entwicklung in der Landwirtschaft (hin zur Monokultur) gabs ja schon in vielen Landstrichen der Dritten Welt, wo durch Mechanisierungen und Flurzusammenlegungen stabile Kleinbauerngesellschaften samt deren Landschaft zerstört wurden. Heute sind dort Soja- oder Baumwollwüsten oder bereits von Erosion unfruchtbare Böden, die Leute sind in den Favelas der Grosstädte, und der Devisensegen für die Volkswirtschaft blieb auch aus.
Für die Grossinvestoren funktioniert das alles wunderbar: Es gibt Massen von billigen Arbeitskräften, der Staat ist dauernd am Rand der Zahlungsunfähigkeit und hat deshalb keine Handlungsfreiheit mehr. Beides sind Sklaven des Grosskapitals. Als Grossinvestor muss man nur noch ab und zu die Börsenkurse lesen, mit dem Steueroptimierungsanwalt oder dem Fondsmanager telefonieren und von all dem Elend, das man damit verursacht, gar nichts wissen.
Falls man zufällig zu den 99 oder 99.9% der Bevölkerung gehört, die nicht durch Renten, Kapitalerträge und Dividenden allein leben kann, hat man eben Pech gehabt. Schuld ist man selber, denn wir leben ja in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft wo das Recht auf Selbstbestimmung zentral ist.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
also Kreislaufe können auch durchaus wachsen, aber nicht einfach so in nur einem Segment oder total liberal eben, sonst platzen sie.
deswegen bin ich für Kreisläufe.
Grüße Rati
Was ist ist! Was nicht ist ist möglich!"
[Einstürzende Neubauten 1996]
Unsere Erde kann nicht wachsen. Seit Mio von Jahren sind immer die gleichen Mengen an Stoffen vorhanden, sie verteilten sich. Die Anzahl der Menschen wuchs in den letzten 100 Jahren enorm, also mußten andere Mitgeschöpfe weichen.
Und wenn in einer Wirtschaft einzelne Menschen mehr bzw.sehr viel haben, dann haben viele andere Mitbürger weniger bis garnix. Ich denke die Verteilung des Kapitals verhält sich ähnlich oder sogar adäquat wie die Verteilung der Stoffe.
Wachstum dient also nur einzelnen Personen, die 90 oder gar 99 % der großen Masse hat garnix davon, wird noch weniger haben.
Mit dem ständigen Wachstum wird sich die Menschheit irgendwann selbst vernichten. Die, die das große Kapital haben, weil sie vorher ihre Mitbürger ausgebeutet haben, werden dann ganz allein dastehen, total arme Würmer sein, weil sie keinen mehr ausbeuten können. Was würde diesen Leuten das viele Geld nützen, wenn sie so degeneriert sind und nichtmal mehr einen 10 l Wasserkübel tragen können.