terra preta

Schwarzerde

Re: terra preta

#381

Beitrag von Schwarzerde »

Gute Idee, in meinen Garten kommen zum Düngen eh nur Jauchen, Urin, Rossmist von Freunden und Bokashi (fermentiertes org. Material).

Allerdings mache ich mir Gedanken darüber, ob ich mir mit dem Urin nicht meine Jauche versaue.

Ich will, sobald wir mind. +6°C haben, die Brennesseljauche vom letzten Jahr ausbringen.
Dazu gebe ich dann gleich die erste Dosis effektive Mikroorganismen (EM).

Wenn der Urin aber mit in der Jauche ist, befürchte ich ein mikrobielles Ungleichgewicht, bis es soweit ist.
Die EM kann ich nicht dazugeben, bevor es nicht warm genug ist. Sie können also auch nicht gegen eine ungewünschte Zersetzung helfen.
Ob die EM, die vom letzten Jahr in der Tonne sind, noch leben, bezweifle ich.

Muß mir das nochmal in Ruhe durch den Kopf gehen lassen - oder hat jemand/e ne Idee?
hobbygaertnerin
Förderer 2019
Förderer 2019
Beiträge: 4085
Registriert: Di 14. Jun 2011, 08:48

Re: terra preta

#382

Beitrag von hobbygaertnerin »

Der gesamte Obstbaumschnitt ist jetzt zum Glück gehäckselt. Ich überlege mir nur, wie ich ihn lagere, bzw. bevorrate, um ihn immer unter den Kompost zu mischen.
Für den kommenden Herbst überlege ich mir noch eine Lagermöglichkeit für das Laub.
Der Vorteil von Terra Preta oder einer guten Kompostwirtschaft, Biomasse wird ein geschätzter Rohstoff.
@Schwarzerde, ich setzte jedes Jahr im Frühling eine neue Jauche an, über den Winter lagern, da hat es mir schon 2 mal die Tonne mittels Frost zerlegt.
Ungeduld, oh nein, das kenne ich doch überhaupt nicht :engel:
Stieglitz

Re: terra preta

#383

Beitrag von Stieglitz »

Hallo hobbygaertnerin

Holzschnitzel fallen an, und sie sind bei mir ein integrierender Bestandteil von Kompost und Bokashi.

Bei uns kommt das Gemeindewerk mit einer Häckselmaschine, die an der Zapfwelle des Traktors angeschlossen ist, vorbei. Ich brauche nur das Häckselgut zusammen mit einer 300 Liter Regentonne an den Strassenrand zu stellen, und innert 5 Minuten ist alles vorbei, die Schnitzel in der Tonne und der Deckel drauf.

Dieses Material begiesse ich mit aufgelöster Presshefe. Diese bewirkt, dass die Holzschnitzel schneller in den Zustand der Zersetzung übergehen. Auch dem Kompost gebe ich manchmal etwas davon ab.

So habe ich immer Ordnung mit den Schnitzeln, und die Katzen müssen ein anderes Oertchen suchen, wo sie scharren und ihr Geschäft erledigen können. ;)

Gruss Stieglitz
hobbygaertnerin
Förderer 2019
Förderer 2019
Beiträge: 4085
Registriert: Di 14. Jun 2011, 08:48

Re: terra preta

#384

Beitrag von hobbygaertnerin »

Hallo Stieglitz,
habt ihr einen Luxus. :engel: So praktisch, bei uns kommt für die Hackschnitzel der Grosshacker, in der Regel geht da auch der Strauchschnitt manchmal mit, aber diesmal ist sehr viel Nadelholz dabei, ich brauch das Laubholz auch für die Pilzproduktion.
Die Idee mit der Aufbewahrung in einer Tonne, das ist sehr praktisch, ich mag auch nicht die Katzensch..... in den Hackschnitzeln. Danke für den Tip mit der Hefe.
Ich kann nicht verstehen, wenn die Gartenbesitzer mit den Autoanhängern in die Kompostwerkstatt fahren und dort ihren Strauchabfall für teures Geld abliefern und sich dann wieder Erde kaufen
Wir sind so modern, so unheimlich modern, es gibt fast keine Garten- oder umweltmässige Fernsehsendung, keine seriöse Garten oder Frauenzeitschrift ohne Terra Preta mehr.
Nur könnte ich mir aus diesen Beiträgen keinen Reim machen, wie man wirklich auf diese Schwarze Erde kommen könnte.

Nächste Woche kommt die Erdmischungsmaschinerie hoffentlich in Gang.
Ich brauche keine Anzuchterde mehr, schön gesiebte Erde, welch ein Traum.
Bhanta

Re: terra preta

#385

Beitrag von Bhanta »

@Stieglitz, die Idee mit der Hefe ist genial. Auf aehnliche Art entsteht ja auch Sauerkraut und die Mikroorganismen besetzen erst und zersetzen dann die Schnitzel.
Ja, und mit Terra Preta ist das so eine Sache. Wenn erstmal Geschaeftemacher auch nur einen Hauch von moeglichem Gewinn spueren, sind sie wie die Woelfe an der Beute dran. Schade eigentlich, dass man damit ein "Geschaeft" machen kann. Dabei war es den Inkas ueberhaupt nicht bewusst, WAS sie da hervorbrachten. Und uebrigens, die Fruechte ihrer Methoden konnten sie selbst nicht mehr ernten, sie verschwanden vorher vom Erdball...
Trotz alledem ist die Anreicherung der Erde mit Pflanzenkohle und Keramik die beste Erfindung seit es Humus und Kompost gibt...lg, Bhanta.
hobbygaertnerin
Förderer 2019
Förderer 2019
Beiträge: 4085
Registriert: Di 14. Jun 2011, 08:48

Re: terra preta

#386

Beitrag von hobbygaertnerin »

Hallo Bhanta,
hier hab ich einen Vorteil, ich beginne mich für solche Sachen zu interessieren, wo es noch sehr wenig an Info und Erfahrungen gibt, taste mich mühsam Schritt für Schritt vorwärts und dann kann ich bei den beginnenden Hypes ruhig zusehen, wie sie als Geschäftemacherei ausgeweitet werden. Viele Menschen wollen sich diese Mühe des Lernens sparen und gleich das fertige Ergebnis kaufen
Für mich sind Hochbeete und Terra Preta die wirkliche Revolution im Garten. Selbst die Zugabe von Holzkohle in die Mistbeete macht eine wunderbare schwarze Erde, schön locker und keine Mistbatzen mehr im nächsten Jahr zu finden. Die Kompostwürmer haben hier ganze Arbeit geleistet.
Mit den Kompostwürmern ist es das Gleiche, wer kennt sich schon damit aus, sind auch wenige, ich bin hier auch noch blutige Anfängerin, Komposttee ist ein Pflanzensegen.
Bhanta

Re: terra preta

#387

Beitrag von Bhanta »

Hey, du bist doch gar keine "hobbygaertnerin" mehr... :) .
Es ist immer das beste, seine eigenen Erfahrungen zu machen - egal, in welche Richtung sie letztlich fuehren. Mir ging es so mit den EMs. Ich sah nicht das Produkt als Ware (hier kostst der Liter Grundloesung umgerechn. 1,60 Euro), sondern als Herausforderung zum Ausprobieren. Zum Abwaegen aller pros & cons. Aber dazu, den EMs eine reelle Chance zu geben, sich zu beweisen. Und das haben sie in meinem Falle mit bravour hinbekommen... :)
LG, Bhanta.gif
LG, Bhanta.gif (4.96 KiB) 2945 mal betrachtet
hobbygaertnerin
Förderer 2019
Förderer 2019
Beiträge: 4085
Registriert: Di 14. Jun 2011, 08:48

Re: terra preta

#388

Beitrag von hobbygaertnerin »

Hallo Bhanta,
beim EM bin ich aus dem Probierstatus raus, da weiß ich was ich habe. Aber hier fing ich auch damit an, als noch niemand was davon wusste und ich mir das Wissen sehr mühsam zusammensuchen musste. Vor 15 Jahren war das noch sehr exotisch und misstrauisch beäugt.
Bei vielen anderen Bereichen reicht ein Leben wohl nicht aus.
Ich hab gestern die vergrabene Kuhsch.... nach einem Jahr aus der Erde geholt, das wird mit Sicherheit ein Pflanzenleckerli.
Und dieses Jahr möchte ich das Humofix in Verbindung mit Terra Preta versuchen, man kann es sich selbst herstellen und besonders die Kräuter wachsen sowieso wie Unkraut.
Bhanta

Re: terra preta

#389

Beitrag von Bhanta »

Hallo hobbygaertnerin, ja was waeren wir ohne die alten Erfahrungen der letzten Generationen...toll.
(aber 2,80 fuer ein gutes Gramm...okay, ist fuer die Abtei).
Hier gibt es ja die sog. Waldmoenche (von der Regierung gar nicht gerne gesehen, aber der Buddhismus ist staerker als staatliche Politik). Von diesen "Eigenbroedlern kann Mann/Frau eine Menge lernen. Fuer mich ist jede Begegnung - ich weiss, wo wer lebt :) - ein grosses und interessantes Erlebnis. LG, Bhanta.
Benutzeravatar
65375
Förderer 2019
Förderer 2019
Beiträge: 4592
Registriert: Fr 16. Dez 2011, 04:58
Wohnort: Rheingau

Re: terra preta

#390

Beitrag von 65375 »

hobbygaertnerin hat geschrieben: Und dieses Jahr möchte ich das Humofix in Verbindung mit Terra Preta versuchen, man kann es sich selbst herstellen und besonders die Kräuter wachsen sowieso wie Unkraut.
Verrätst Du, wie Du es machst? Die Zusammensetzung ist ja kein Geheimnis, und auf die exakten Mengenverhältnisse kommt es sicher nicht so an. Aber wie kriegt man den Honig vernünftig reingemischt? Oder läßt Du den einfach weg? Ich wollte auch schon länger mal eigenes machen, aber die Zeit, die Zeit....
Antworten

Zurück zu „Bodenpflege, Humus, Kompost, Düngung“