Diese Rubrik ist für Blogging-Threads gedacht, in denen Ihr über den Fortgang Eurer Selbstversorger-Projekte berichten könnt.
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Die zweite Frage verstehe ich nicht, aber wenn es Dich beruhigt, ich habe noch nie in meinem Leben eine Schusswaffe in der Hand gehabt und habe das für die Zukunft auch nicht beabsichtigt.
Waffenbesitz in Brasilien ist meldepflichtig und die Erlaubnis des Waffenbesitzes ist an strenge Regeln gebunden.
Nach meinem fast 3 monatigen Hamburg-Aufenthalt, bin ich, halb erfroren und Schneematsch müde, wieder in meine wärmeren brasilianischen Gefilde zurückgekehrt.
Der erste Besuch auf unserem Sitio hat mir wieder deutlich vor Augen geführt, wie stark die Natur ist, wenn man ihr nicht ständig aktiv gegenüber tritt.
Vieles von dem, was ich vor meiner Abreise gesäubert hatte, ist wieder zugewachsen. Bäume die wir im November gepflanzt haben, sind nur mühselig wieder aufzuspüren, die jungen Kaffeesetzlinge völlig überwuchert und auch ein Teil unserer Mais- und Bohnenpflanzungen haben gelitten. Wenn unsere beiden Pferde uns mit ihrem Appetit auf frisches Grün nicht helfen würden, sähe es noch zugewachsener aus. Die Kuh mit Kalb haben wir wieder abgegeben. Sie machen uns zu viel Arbeit und fressen wahllos unsere Anpflanzungen kahl.
Dennoch, so an die 40 kg Bohnen haben wir bisher eingelagert und der Mais ist teilweise auch schon erntereif.
Es beginnt jetzt die Zeit, dass die Araucarien (Araucaria angustifolia) ihre Samen abwerfen. Fast kleinfingerlange Pinienkerne, die wir geröstet oder gekocht wie Esskastanien essen.
Unsere Hühnerfamilie hat sich vergrößert. Es laufen 9 neue schon halbwüchsige und piepsende kleine Federviecher auf unserem Land herum und bevorzugen die gemulchten Flächen, um Leckereien aufzuspüren. Die Hunde und Katzen haben sich mit ihnen arrangiert und lassen sie in Ruhe.
Die schon gepflanzten Obstbäume entwickeln sich langsam. Die Feige ist am produktivsten, gefolgt von den Citrusbäumen. Der Kakibaum trägt die erste Frucht.
Die wenigen Äpfel haben die Vögel uns weggepickt. Der alte Bestand an Avocadobäumen wird eine gute Ernte bringen.
Wurzelfrüchte wie Kartoffeln, Maniok, Yamswurzel, Yacon u.a. können wir das ganze Jahr über ernten.
Nüsse fehlen uns noch und die Oliven tragen auch noch nicht.
Neben dem Anbau von Dingen, die uns ernähren sollen, laufen auch noch andere Projekte. Einen Damm, der uns einen Fischteich aufstauen soll, ist am entstehen, eine Zuwegung auf die höher gelegenen Landflächen wird verbessert und in wenigen Wochen beginnen wir mit unserem 2. Häuschen in Holz-Lehmbauweise.
Die Jungs planen einen Waldgarten anzulegen (Agrofloresta auf portugisisch ist eine bessere Bezeichnung) und sammeln geeignete Bäume und Pflanzen.
Das Ziel, daß uns unser Land ernährt, haben wir noch nicht erreicht, aber wir sind auf einem guten Weg dahin.
Ate logo (bis bald) mit sonnigen Grüssen
Michael
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Spencer, in vielen Deiner Beiträge lese ich Deine Sehnsucht nach Wärme und Sonne heraus.
Ich wünsche Dir für Dein nächstes Leben eine Wiedergeburt in einer wärmeren Gegend, aber wenn es schneller gehen soll, bist Du hier schon jetzt herzlich willkommen.
Vor 15 Jahren haben wir den ersten Baum im Garten unseres Stadthauses in Aiuruoca gepflanzt.
Es war der Setzling enes Macadamiabaumes, gezogen aus einer Nuss.
Heute habe ich die erste Nuss geerntet. Zwei weitere habe ich noch im Baum hängend entdeckt.
Ich weiss, eine Nuss zu ernten ist nicht besonders spektakulär aber wenn man nach 15 Jahren die erste in der Hand hält, kommt schon Freude auf.
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Lang ist´s her, dass ich mich das letzte Mal gemeldet habe, um über die Fortschritte auf unserem Sitio zu berichten.
Mein Unfall mit der Knieverletzung und einer nachfolgenden Thrombose des linken Beines hat mich doch in meinen Arbeitsmöglichkeiten ziemlich eingeschränkt.
Aber ich bin ja nicht allein. Zwei Söhne haben mit angepackt und Zé, unser einheimischer Helfer aus dem Nachbardorf, ist auch immer zur Stelle, wenn es sein muss. Außerdem hatten wir im August und September Geraldo, einen Mann, der uns bei allen Holzarbeiten beim Hausbau zur Seite stand.
So haben wir in der ersten Hälfte des Jahres unseren Teich weiter ausgebuddelt und geflutet, einen Teil des Waldes gelichtet, um Weideland zu gewinnen, Zäune gezogen, um die Weideflächen für die Pferde aufzuteilen und sie sich erholen zu lassen, weitere Obstbäume gepflanzt und natürlich geerntet:
Mais, Bohnen, Kartoffeln, Süßkartoffeln, Yamswurzeln, Yacon und Maniok, Gartengemüse und Kräuter, Pinienkerne der Araucarie, Bananen, Avocados, diverse Citrusfrüchte und verschiedenes Beerenobst ernähren uns in einer Weise, dass wir nicht darben müssen. Eier legen uns die Hühner und Milch holen wir uns vom Nachbarn, Die Kuh, die wir kurze Zeit hatten, haben wir wieder abgegeben, da sie uns zu viel Unheil anrichtete, indem sie alle gepflanzten Jungbäume anbiss.
Im August begann dann der Bau unseres ersten selbst entworfenen Hauses.
Die Vorgabe war, möglichst viel Baumaterial vom eigenen Grundstück zu nehmen.
So ist die Idee entstanden, eine mit selbst hergestellten Lehmziegeln ausgefachte Holzständerbauweise zu wählen, um vor der Regenzeit, die im Oktober beginnt, das Dach schon gedeckt zu haben.
Idee im Kopf, eine Zeichnung gemacht und ein Modell gebaut, um eine ungefähre räumliche Vorstellung von dem Ganzen zu bekommen.
Den Bauplatz hatten wir schon vorher gesäubert und mehr oder weniger gut planiert.
Mit zurechtgeschnittenen Bambusstäben habe ich dann den Grundriss auf dem Bauplatz ausgelegt
und begonnen, die Fundamentstreifen auszuheben.
Jetzt, gut 2 Monate später, ist das Holzständerwerk eingedeckt und wir können, geschützt vor dem Regen, mit der Herstellung unserer Lehmsteine fortfahren.
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So ziehen wir das geschnittene Bauholz aus dem Wald
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Der gefällte Baum wird mit der Kettensäge bearbeitet