Kohl- ein anspruchsvolles Gemüse

hobbygaertnerin
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Kohl- ein anspruchsvolles Gemüse

#1

Beitrag von hobbygaertnerin »

Ich hab mir gestern Rosenkohl vom Wochenmarkt geleistet, die Gärtnerin hat mir erklärt, dass Rosenkohl zu den anspruchvollsten Gemüsearten gehört, Kohlarten generell etwas schwieriger als andere Gemüsesorten heranzuziehen wären.
Für dieses Jahr steht Rosen- und anderes Kohlgemüse auf der "gerade extra Liste".
Es wird ein Gemüseschutznetzt gekauft.
Vielleicht sammeln wir die Tricks und Tips für den Kohlanbau.
Sabi(e)ne

Re: Kohl- ein anspruchsvolles Gemüse

#2

Beitrag von Sabi(e)ne »

Bei Rosenkohl unbedingt Mitte September die Spitzen abkneifen, dann werden die Röschen fester als wenn die Pflanze noch weiter wächst.
Und immer schön von unten ernten. ;)
Nightshade
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Re: Kohl- ein anspruchsvolles Gemüse

#3

Beitrag von Nightshade »

Ich glaube, das hängt sehr vom Kohl ab.

Futterkohl gehört zu den Pflanzen, die auf meinem sehr lehmigen, kalten und schweren Boden gedeihen. Arbeit macht der Futterkohl kaum.

Der Rosenkohl hingegen war chronisch von Schädlingen befallen und ich habe nie wieder welchen angebaut.
Olaf
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Re: Kohl- ein anspruchsvolles Gemüse

#4

Beitrag von Olaf »

Der Thread soll mir recht sein, aber ich denke, es hängt extrem vom Boden ab. Ich hatte das eigentlich schon aufgegeben bei unserem jammervollen Boden. Aber nachdem wir letztes Jahr meinen Nutzgarten komplett gepflügt haben und das mit ordentlich Mist, hab ich ohne große Erwartung noch einen Versuch gestartet, und siehe, Kohlrabies super, auch Brokoklie war akzeptabel, von Spitzkohl bin ich inzwischen totaler Fan, auch milchsauer statt normalem Sauerkraut. Grünkohl ein Traum, gibts heute übrigens, wir müssen das Zeug ja loswerden.
Rosenkohl wollt ich auch machen, da hab ich aber was mit dem Saatgut durcheinander gebracht, das sind gelbe Rüben geworden :pfeif:
Irgendwo schrieb hier irgendwer, Holzasche sein für Rosenkohl sehr förderlich für feste Röschen, auch soll der Boden sehr verdichtet sein, damit die Rosen fest werden. Ich probier das dieses Jahr in jedem Falle noch mal, Holzasche sammel ich schon, im Sommer hab ich nämlich keine...
LG
Olaf
Eigentlich bin ich ein netter Kerl.
Wenn ich Freunde hätte, könnten die das bestätigen.
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Minze
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Re: Kohl- ein anspruchsvolles Gemüse

#5

Beitrag von Minze »

McCandless hat geschrieben: Der beste Rosenkohl den ich je geessen habe. In der Pfanne zusammen mit Maronen aus dem nahen Wald.
Alles Gemüse aus dem Garten schmeckt besser, aber beim Kohl ist es mir auch extrem aufgefallen, egal ob Rosen-, Weiß-, Rotkohl oder Wirsing. Ich habe mit meinem Kohl immer Probleme, Weißkohl gedeiht prima, Wirsing hat Jahre keine Köpfe gebildet, letztes Jahr zum ersten Mal. Und beim Rotkohl bin ich ratlos. Jedes Jahr, wenn ich die vorgezogenen Pflänzchen ins Beet setze, werden sie "abgeknipst". Die Blätter liegen auf dem Beet und der Stiel steht da. Ich bin noch nicht dahinter gekommen, wer das macht. Und es passiert nur beim Rotkohl, die anderen Kohlpflanzen werden in Ruhe gelassen. :hmm:
Liebe Grüße
Minze
Benutzer 72 gelöscht

Re: Kohl- ein anspruchsvolles Gemüse

#6

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

bei mir sind Kohlgewächse die, die am besten wachsen :im:

Wir haben eher fruchtbaren Lehmboden, wenig Sonne, auch im Hochsommer nicht wirklich heiß, und es regnet viel bis "zu viel".

Ich denke, Kohl hat ein bisschen andere Ansprüche an den Bodern/das Klima als andere Gemüsearten, aber als extra kompliziert oder anspruchsvoll tät ich ihn nicht bezeichnen!!
Außerdem braucht er genug Kalk. :wink_1:

p.s.: Schnecken lieben Kohl......
Das ist der einzige Wermutstropfen
AnamPrema

Re: Kohl- ein anspruchsvolles Gemüse

#7

Beitrag von AnamPrema »

nightshade - isst Du den Futterkohl oder futtern den nur die Tiere?
Ich frage, weil hier alle Felder damit voll sind und gut gedeihen.

Hat jemand Erfahrungen mit alten oder außergewöhnlichen Kohlsorten?

Danke

AnamPrema
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Minze
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Re: Kohl- ein anspruchsvolles Gemüse

#8

Beitrag von Minze »

Ich hatte es schon in einem anderen Faden geschrieben, ich habe letztes Jahr Markstammkohl (eigentlich für die Hühner, die ihn nicht mochten) angebaut. Uns hat er hervorragend geschmeckt, zubereitet wie Grünkohl oder im Gemüseeintopf, klasse. Den ganzen Sommer habe ich geerntet und die Stämme stehenlassen um zu sehen, was passiert. Von 5 Pflanzen haben 4 den Winter überstanden und treiben schon wieder kleine Blättchen aus den Blattachseln. Ein sehr empfehlenswertes Gemüse.
Liebe Grüße
Minze
hobbygaertnerin
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Re: Kohl- ein anspruchsvolles Gemüse

#9

Beitrag von hobbygaertnerin »

Ich hab Meerkohl, aber bisher ist noch nichts zu sehen, Palmkohl ziehe ich im Kübel.
Aber zum Kohlanbau generell, meine Eltern hatten immer auf dem Feld draussen Weißkohl, zuerst den frühen, dann mittelfrühen und dann den späten Kohl zum Sauerkrauteinmachen.
Ich kann mich weder an Gemüseschutznetze oder sonstiges erinnern, wir mussten Unkraut hacken oder jäten. Im Herbst standen prachtvolle Kohlköpfe auf dem Feld.
Heute scheint sich was zu verändern, ohne Gemüseschutznetz scheint Kohl nicht mehr sinnvoll zu sein, das Spitzkraut ist nach dem ersten Frühkraut ein wunderbar zartes Gemüse, aber es setzt dem Kohl auch ganz schön was zu.
Die Frage ist, kann ich es nicht mit dem Kohl, verändern sich die Sorten, die Umwelt, das Klima, das inzwischen nicht nur Tomaten ohne Überdachung nicht mehr erntereif zu bringen sind, beim Kohl hab ich auch einiges an Lehrgeld bezahlt.
Holzasche, Rosenkohltriebe im September ausbrechen, Schutznetze, was gäbe es noch an an Tips, um an den Kohl zu kommen.
Komposttee, um dem Starkzehrer noch was Gutes zum Futtern zu geben.
Ich hab gelesen, dass nur 15 % des Rosenkohls aus deutscher Erzeugung kommen.
Ursprünglich kommen die Kohlgewächse eher aus dem Mittelmeerraum, was haben die, was wir nicht haben?
Landfrau
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Re: Kohl- ein anspruchsvolles Gemüse

#10

Beitrag von Landfrau »

Kohl braucht guten Boden, gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit und tunlichst ein Gemüseschutznetz.
Insofern ist er anspruchsvoll, besser gesagt, nicht für jeden Standort / jeden Gärtner geeignet.

Es ist halt eine KULTURpflanze. Ein vom Menschen gezüchtetes biologisch schwaches, aber in richtiger Kultur hochleistungsfähiges Gewächs. Muss man halt was für tun.
Wenn man das nicht will, kann man alternativ Brennesseln oder Sauerampfer sammeln gehen.

Kulturpflanzen brauchen wie Nutztiere, die ja eigentlich auch Kulturtiere heißen könnten, die Betreuung des Menschen, denn sie (die Sorten bzw. Rassen) sind Menschenwerk.
Der Mensch will davon Nutzen haben und und wird sie entsprechend anbauen / hegen (von "Hecke", also einsperren und schützen) und pflegen.

zu den Tipps:
bereits die Anzucht im Freiland unter Schutznetz vornehmen. Sondern sind die Pflanzen evtl. schon vorm Auspflanzen mit zB der Drehherzmücke infiziert. Hegen und pflegen halt.

L.
Den Inhalt einer Botschaft bestimmt der Empfänger :-)
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