terra preta

Gelöschter Benutzer 54

Re: terra preta

#311

Beitrag von Gelöschter Benutzer 54 »

Sabi(e)ne hat geschrieben: Sampada-Ofen zum Kochen, dann ablöschen, dann Holzkohle.
wie heiss kriegt man es in so einer art von ofen im maximum?
Sabi(e)ne

Re: terra preta

#312

Beitrag von Sabi(e)ne »

Äh, näh, nicht IN, sondern AUF dem Ofen - bitte guck das Video.
Das ist kein echter Ofen, sondern eher sowas wie ein Camping-Kocher.
Wenn die Kartoffeln im Pott oben drauf gar sind, ist das Holz fertig gekokelt zum Ablöschen.
hobbygaertnerin
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Re: terra preta

#313

Beitrag von hobbygaertnerin »

Hallo Kraut und Rübe,
für Wok- Gerichte müsste sich der Sampada gut eignen, die Hitze ist ziemlich heftig. Mein schöner neur Wok ist mir bis jetzt dafür zu schade, denn der Sampada macht den Topf unten sehr rußig,
ich bin auf der Suche nach einer schmiedeeisernen Pfanne, die müsste hier gut geeignet sein.
Spiegeleier gehen ganz am Anfang gut zu braten, wenn der Sampada richtig brennt, ist die Hitze zu hoch.
Leider war kein Kochbuch als Anleitung dabei, ich taste mich mühsam an diesen Herd heran.
Wenn ich Hähnchen schlachte, ist das Wasser sehr schnell heiss, 10 l Wasser macht unser Sampada mit einer Hackschnitzelfüllung kochend und dann noch 7 L mit Abspültemperatur.
Ganze Kartoffeln kann ich mir nicht vorstellen, damit zu kochen, aber Salzkartoffeln und Turmkochen müsste auch möglich sein. Schade finde ich, dass man die Hitze nicht steuern kann, mich würde echt interessieren, wie die Frauen in Indien mit diesem Kocher arbeiten.


@Stieglitz, danke für deinen ausführlichen Beitrag, Holzasche hab ich vergessen, gebe sie auf die Gartenabfälle, aber nicht auf den Mist, weil Kalk den Stickstoff austreibt. Und das Steinmehl hab ich auch vergessen, das streue ich dünn über die Schichten.
Ein Mischer wäre eine praktische Sache, hier bin ich technisch noch nicht so übermässig ausgestattet.
Mich fasziniert - dass es möglich war, aus Müll so eine fruchtbare Erde herstellen zu können, diese Kulturen haben auch ihre eigenen Hinterlassenschaften so kompostiert, dass sie keine Krankheitsgefahr darstellen, während das entsprechende Entsorgungssystem im damaligen alten Europa wirklich noch steinzeitlich war. Entweder es rann in die Flüsse oder in den Städten gab es zum Himmel stinkende Kloaken.
In einem vor gut 100 Jahren geschriebenen Buch über die Anbaumethoden in China wurde auch über die sorgsame Verwendung der menschl. Exkremente bzw. auch des tierischen Mistes ein Terra Preta ähnlicher Prozess beschrieben.

Mich interessiert, wie sich der Regenwurm in der mit Terra Preta versorgten Erde entwickelt, nach Beschreibungen heisst es, dass man Beet für Beet mit Terra Preta versorgen soll und dann würde das für lange vorhalten. Meine Vermutung, es muss aber immer genug Biomasse dem Bodenleben zur Verfügung gestellt werden.
Und da muss man wirklich Biomassejäger werden. Mir tut es in der Seele weh, wie achtlos dieser wertvolle Stoff behandelt wird.
Wie armselig sind wir an Wissen über die Abfallentsorgung im Verhältnis zu den Kulturen früherer Zeit, die aus Abfall schwarzes Gold herstellen konnten.
Hochbeete und Terra Preta - ein echtes Gartenglück.
Gelöschter Benutzer 54

Re: terra preta

#314

Beitrag von Gelöschter Benutzer 54 »

danke euch :)

mich interessiert aber tatsächlich die temperatur IM ofen, mir gehts um das verkohlen von knochen. es bräuchte 400 grad für die beste aller knochen-verkohl-prozeduren. ich überleg mir grad ob ein annäherndes ergebnis mit kleingeräten wie so nem ofen hinzubekommen ist.
hobbygaertnerin
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Re: terra preta

#315

Beitrag von hobbygaertnerin »

Hallo Kraut u Rübe,
beim nächsten Mal werd ich die Suppenknochen unter die Hackschnitzel mischen und einen Versuch starten, ob aus ihnen auch Kohle werden könnte. Gefühlsmässig ist beim Verbrennen des Holzes eine sehr hohe Temperatur in diesem Ofen, messen kann ich es leider nicht.
Danke, du hast mich auf eine gute Idee gebracht.
Schwarzerde

Re: terra preta

#316

Beitrag von Schwarzerde »

Warum macht Ihr es Euch nicht einfach und mischt die Zutaten gleich vorweg zusammen?

Wie ich in einem anderen Tröt bereits erzählt habe, halte ich mich weitestgehend an die Vorgaben von Marko Heckel, wenn es um TP geht und bin damit bisher sehr gut zurechtgekommen.
Seine Rezeptur habe ich hier veröffentlicht: http://terra-em.de/index.php/terra-preta-herstellen
Wer EM nicht mag, kann auch Sauerkrautsaft, o. ä., verwenden.
Ich empfehle den ganzen Artikel durchzulesen, wenn man diese Methode ausprobieren möchte.

Meine Starkzehrer, wie Tomaten, kommen dieses Jahr in meine erste TP, die Kot enthält.
Hierzu werde ich Pflanzgruben ausheben, die ich mit der TP fülle. Für flächendeckende Ausbringung fehlt es mir an Material.

Das Sammeln und Verarbeiten unserer Fäkalien verlief ohne Probleme.
Es gab keine Gerüche, Viecher, o. ä.. Die Fätze waren recht trocken und konnten leicht in die Erdmischung eingearbeitet werden.

Ich habe einen Eimerboden mit einer Schicht Stroh ausgelegt. Dies dient dazu, Flüssigkeiten zu binden.
Darauf haben wir unser Geschäft erledigt. Die Fäze haben wir mit der Pflanzenkohlestreu abgedeckt, die oben angeführt ist.

SEHR WICHTIG ist es, das Ganze trocken zu halten!!!!!!

Urin gehört hier auf keinen Fall hinein. Dies würde zu einer Vergärung, somit zu stinkender Gülle führen.

Zum Pinkeln benutzen wir Urinflaschen, die man günstig im Sanitätshaus bekommt.
(1:100 mit Wasser gemischt ist Urin übrigens ein hervorragender Dünger)
Seppel

Re: terra preta

#317

Beitrag von Seppel »

IngCent hat geschrieben:Ich würde gern normale Holzkohle nehmen. Doch diese ist ja bedeutend grober und die Stücke sind in der Erde stabil.
Wie kann ich die zerkleinern? Ein Test mit einem normalen Walzenhäcksler hat nicht viel gebracht.
Normale Holzkohle? Naja, die Indios haben wahrscheinlich auch weniger Wert auf bestimmte Pyrolyse-Temperatur-Porösitäts-Gradienten gelegt. Zum Thema Zerkleinerung; da funktionieren nur manche Garten-Häcksler. Wenn du die Kohle ein paar Stunden unter Wasser legst, bricht sie leichter.

Es gibt auch alte Rübenschnitzler, die entsprechend zerkleinern können. Wir haben seit ca. 25 Jahren mal einen selbstgebauten Häcksler, bestehend aus einer Mülltonne und einem Rasenmähermotor :)
Und falls dir gar nix einfällt, kannst du die Kohle auch auf einer festen Oberfläche streuen und mit dem Auto/Traktor drüber fahren.

hier eine einfache Mühle für kleines Geld
http://www.youtube.com/watch?v=HdhybY-8EIo
http://www.youtube.com/watch?v=bW6TDsAuiKI

Ich weiß nicht, ob der Link hier schon aufgetaucht ist, aber: http://www.ithaka-journal.net/55-anwend ... anzenkohle ..
Der direkte Weg der Kohle in den Acker ist mir mittlerweile schon fast zu schade. Evtl. versuchen wir demnächst, den Tieren (vorallem jetzt im Winter) Kohle unter das Futter zu mischen. So lässt sich eine gewisse Aufladung schon vor der Kompostierung erreichen. Dazu wird auch der Geruch vom Dung gebunden.

PS: Geht von hier jemand zum Kompost-Humus-Fachtage/Symposium ?

PPS: Ich halte EM in Verbindung mit Pflanzenkohle für überflüssig. Die wichtigen Mikroorganismen besiedeln die Kohle erst am entgültigen Standort. Ein entsprechen beimpfter Kompost ist da für mich der beste Weg zur Aufladung. In einem gut belebten Boden herrschen zumeist aerobe Verhältnisse; unter denen sich anerobe Mikroorganismen nicht mehr durchsetzen können.
holzgaser
Beiträge: 311
Registriert: So 26. Jun 2011, 20:20

Re: terra preta

#318

Beitrag von holzgaser »

Servus!

mann kann die Kohle auch mit Wasser tränken und dann bei Frost gefrieren lassen.

bei entsprechenden Temeraturen wird die Kohle auch kleiner.

Was auch geht .... kleine Kohle kaufen.... :) (ein Schrez...)

Gruß holzgaser
Holzkohle - warum die wertvollste Kohle nicht das Geld ist!
Sabi(e)ne

Re: terra preta

#319

Beitrag von Sabi(e)ne »

Evtl. versuchen wir demnächst, den Tieren (vorallem jetzt im Winter) Kohle unter das Futter zu mischen.
Bloß nicht - du weißt, daß medizinische Kohle im Darm allerlei bindet?
Auch Dinge, die der Körper eigentlich braucht?
So z.B. auch Fette und Vitamine?
Schwarzerde

Re: terra preta

#320

Beitrag von Schwarzerde »

holzgaser hat geschrieben:
Was auch geht .... kleine Kohle kaufen.... :) (ein Schrez...)
Das muß kein Scherz bleiben!
Ich kaufe die Kohle bei jemandem, der von Holzvergasung lebt.
Die Kohle ist in der Masse staubfein. Ansonsten sind die Kohlestückchen max. 1-2mm groß.

Das Blöde ist allerdings, daß der Versand fast so viel kostet, wie die Kohle selbst...
Günstiger wird es natürlich durch eine Sammelbestellung.

Bei Interesse kurz PN.
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