Hallo Olaf,
Voratsbuchhaltung ist ein Ordner in der Küche mit Unterteilungen für Tiefkültruhe, Vorratsschrank, Speisekammer.
Was in die Kühltruhe raus oder reinkommt, was im Vorratschrank an Marmeladen, eingeweckten, eingesalzenen Gläsern raus oder reinkommt.
Ich brauch nicht im eiskalten Bermudadreieck herumsuchen, weil ich in der Küche nachschauen kann, in welchem Korb was ist.
Ich hab nichts gegen Biogemüse, aber meines mit Familienanschluss und in Hausnähe ist mir lieber und vor allem viel praktischer.
Du hast schon recht, dass du dir selbst deinen Spitzkohl nicht abkaufen kannst, ich tus ja auch nicht, aber für nächstes Jahr möchte ich mir was einfallen lassen, festzuhalten,
was ich mit meinem Hobby erwirtschafte.
In meiner Haushaltsbuchführung wird nur ausgewiesen, was als Geldfluss läuft, aber dass ich mit der Selbermacherei einen ganz schönen Anteil einspare und deshalb sinnvoll und nachhaltig einkaufen kann, das geht nicht daraus hervor.
Die selbstgemachten Schätze aus der Küche ersparen eine Menge Ausgaben für Geschenke, aber die gestrige Diskussion hat mich nachdenklich gemacht.
Der tolle Urlaub, der viel Geld kostet, wird sehr hoch bewertet, mein Geniessergarten eher als Marotte abgetan.
Ist jetzt nicht so, dass ich mir das so zu Herzen nehme, hab nur darüber nachgedacht, dass mein Hobby ein preiswertes, nahrhaftes Ergebnis hat, dass wir uns diese Delikatessen in diesem Umfang sicher nicht alle leisten könnten.
Aber dass das Geschenk für die Freundin - weil selbstgemacht- eben als etwas billiges angesehen wurde.
Hier muss ich an mir selbst arbeiten.
Slow food ist für mich nicht eins zu eins umsetzbar, vielleicht auch nicht meine Welt, aber der Grundgedanke, nachhaltig, fair und gut-
passt gut zu meinem Hobby.
@Theo, der selbstgemahlene Paprika hat ein viel intensiveres Aroma, die meisten Gewürze aus dem Garten schmecken viel würziger, selbstgemachter Apfelsaft schmeckt nach den Apfelsorten (hab auch schon sortenreine Apfelsäfte gemacht) und nicht ständig der gleiche Einheitsgeschmack, das Sauerkraut frisch vom Fass schmeckt auch anders, ebenso die Marmeladen, der selbstgemachte Essig, der Salat kurz vor dem Essen reingeholt ist wirklich noch taufrisch, die sonnenwarmen Tomaten vom Strauch-

, ebenso die Trauben vom Rebstock, die verschiedenen Obstsorten, unser Hausflur duftet nach den Quitten, die Himbeeren hängen jetzt noch am Strauch und kommen in den Apfelessig, aus Heidel- Brombeeren hab ich auch verschiedene Essige angesetzt, zu den etwas herzhafteren Herbst- und Wintersalaten ergibt das ein ganz tolles Dressing.
Ich kaufe auch keinen Tee, weil der bei mir vor der Haustüre wächst, im Winter hab ich genug Vorräte, besonders der Zitronenverbenentee ist gut bei trüben Tagen,
heisser Holundersaft mit Gewürzen, da weiß ich was alles enthalten ist.
Selbst die Apfelschalen aus den säuerlichen Äpfelsorten ergeben eine wunderbare Teemischung.
Brauch diese aromatisierten Teesorten nicht, weil ich meine eigenen Teearomen habe.
Kurzum, ich mach das gerne, es ist ein Ausgleich zu meiner anderen Tätigkeit und was ich mache, das mache ich nach meinen Geschmacksknospen, ich brauch zum Glück keine Geschmacksverstärker, keine künstlichen Aromen und keine Zusätze.
Aber es ist eben eine belächelte Marotte.