Planen fuer den Notfall oder nicht?

Was halt nirgendwo passt
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Renysol
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Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

#161

Beitrag von Renysol »

emil17 hat geschrieben:tja, da hätte ich weniger Probleme. Mit etwas Können und etwas Ausrüstung erfriert man nicht. Das etwas Ausrüstung (Feuerzeug, Taschenmesser, Zeltplane, Dauerwurst) ist im Rucksack und der Rest im Kopf. Der Unsinn fängt erst an, wenn man daraus eine Religion macht und so lebt, als wüsste man schon, dass es morgen soweit ist.
Das ist irgendwie hängen geblieben und hat mich zum Nachdenken veranlasst. Verstehe mich bitte nicht falsch, ich will nicht recht behalten. Aber folgende Überlegung.

Muss man nicht gerade immer so machen, als käme das Unheil schon morgen/sofort, wenn man sich auf etwas vorbereitet?

Wenn ich mit dem Auto losfahre, lege ich sofort den Gurt an, nicht erst, wenn der Verkehr dicht wird.
Wenn ich den Weihnachstbaum aufstelle, stelle ich sofort einen Wassereimer bereit, nicht erst wenn es kokelt.
Die Feuerwehr macht auch immer so, als wäre es schon morgen soweit, und hat die Tanks voll und alle Ausrüstung zum Abfahren bereit.

Warum soll das bei einem flächendeckenden Stromausfall nicht so sein, und warten, bis man vermutet, dass es gleich soweit ist.

Wenn, betont wenn, man glaubt, dass es kommt und sich vorbereiten will, dann richtig und jederzeit bereit. Sonst bringt es doch nicht viel, oder?
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guzzmania
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Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

#162

Beitrag von guzzmania »

Renysol hat geschrieben: empfiehlt sich Collapse of Complex Societies by Dr. Joseph Tainter http://www.youtube.com/watch?v=ddmQhIiVM48
Danke für den Tipp! Finde ich sehr erhellend. Das Buch findet sich übrigens auch als pdf im web.
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fuxi
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Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

#163

Beitrag von fuxi »

Renysol hat geschrieben:Wenn ich mit dem Auto losfahre, lege ich sofort den Gurt an, nicht erst, wenn der Verkehr dicht wird.
Wenn ich den Weihnachstbaum aufstelle, stelle ich sofort einen Wassereimer bereit, nicht erst wenn es kokelt.
Die Feuerwehr macht auch immer so, als wäre es schon morgen soweit, und hat die Tanks voll und alle Ausrüstung zum Abfahren bereit.

Warum soll das bei einem flächendeckenden Stromausfall nicht so sein, und warten, bis man vermutet, dass es gleich soweit ist.
:daumen:
We have normality. Anything you still can’t cope with is therefore your own problem.
Nightshade
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Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

#164

Beitrag von Nightshade »

Renysol hat geschrieben: Wenn ich mit dem Auto losfahre, lege ich sofort den Gurt an, nicht erst, wenn der Verkehr dicht wird.
Darf ich fragen, wo du wohnst?
Wenn ich losfahre, BIN ich im dichten Verkehr. Dichter geht es in Ö nicht mehr. Also halte ich mich natürlich an die Gurtenpflicht.

Wohnte ich im tiefsten Tirol auf einem Berg und müsste abends irgendwen/was vom Nachbarhof abholen, über eine "Straße" der Kategorie "halbe Sicht und Achtung unbeaufsichtigte Weidetiere", dann würde ich mir den Gurt vermutlich sparen. *Kriechgang*
Renysol hat geschrieben:Wenn ich den Weihnachstbaum aufstelle, stelle ich sofort einen Wassereimer bereit, nicht erst wenn es kokelt.
Deswegen gibts bei uns elektrische Kerzen. Im Lauf der Zeit gabs Kinder unter den Tannen und lebende Vögel in den Tannen, und der Löschkübel wäre jedenfalls zu spät gekommen. Es zahlt sich aus, mit der Zeit zu gehen.
Renysol hat geschrieben:Warum soll das bei einem flächendeckenden Stromausfall nicht so sein, und warten, bis man vermutet, dass es gleich soweit ist.

Wenn, betont wenn, man glaubt, dass es kommt und sich vorbereiten will, dann richtig und jederzeit bereit. Sonst bringt es doch nicht viel, oder?
Ich frag mich halt, ob ich die einzige bin, die schon Tage ohne Strom und Leitungswasser erlebt hat? Finster wirds immer wieder mal und das Wasserwerk hat auch schon mal das Grätzel sperren müssen. Damals wurde uns per Laufbote gesagt, wir sollten Wasser für 2 Tage einlagern, weil es sei was Gröberes.
Die Stromausfälle fand ich als Kind immer sehr romantisch. Kerzenlicht und Spaghetti vom Campingkocher wie im Urlaub.

Mit den ganz normalen Küchenreserven komme ich 10 Tage durch. Zwar wären alle dauerbesoffen, aber mit den Dopplern im Keller kommen wir LANGE durch. (Der liebe Augustin soll ja seinerzeit sogar den Sturz in eine Pestgrube überstanden haben dank solcher Wasserversorgung...)
Einen Bunker brauch ich wirklich nicht.
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Renysol
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Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

#165

Beitrag von Renysol »

Nightshade hat geschrieben: Darf ich fragen, wo du wohnst?
Was sind das denn für Argumente?

Es ist zwar ruhig hier, aber auch wenn das Auto fast jeden Tag hier vorbeifährt, brauche ich
dafür zwar keinen Gurt, aber schon wenn ich bergab ins Rutschen komme, dürfte der Gurt
sehr hilfreich sein.

Auf den Rest deiner Erwiderungen gehe ich nicht ein, darum geht es nicht, aber es zeigt sich,
dass du den Bericht

http://www.tab-beim-bundestag.de/de/pub ... 1.html#z11

nicht gelesen hast. Was wohl auf den Großteil der Bevölkerung zutreffen dürfte.

Wenn es Katastrophen gibt, wie etwa große Überschwemmungen, wird von allen Seiten
nach THW und Bundeswehr um Hilfe gerufen. Warum ist es dann aber so, dass vorher
viele möglichst gar nichts davon wissen wollen, was diese Experten sagen? Das erinnert
mich echt an den Vogel Strauß.

Besonders, wenn der weiter oben verlinkte Tainter (leider nur auf Englisch) darlegt, dass
mit der gleichen Logik wie etwa, dass deine Festplatte mit Sicherheit kaputt geht, auch
mit Sicherheit das gesamte Stromnetz zusammenbrechen wird, die einzige Frage ist: wann?

Wem es zu lästig ist, solche langen Dokumente zu lesen, kriegt in diesem siebenminütigen
Fernsehbeitrag eine anschauliche Zusammenfassung:

http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=29474

Das ist doch schon mal etwas Denkfutter für das Wochenende.
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citty
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Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

#166

Beitrag von citty »

Du hast es auf den Punkt gebracht, Renysol. Und bei dem "bergab ins Rutschen komme" musste ich grinsen. Ich lege mir den Gurt auch im dichten Verkehr manchmal nur so um weil es 80 Dollar Strafe kostet nicht angeschnallt zu sein aber wenn ich rueckwaerts in eine bestimmte Einfahrt fahre, schnalle ich mich schnell an weil es links den Hang runtergeht... Vorbeugen, vorsorgen ist einfach lebensnotwedig.

LG Citty
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Spottdrossel
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Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

#167

Beitrag von Spottdrossel »

Renysol hat geschrieben:
emil17 hat geschrieben:tja, da hätte ich weniger Probleme. Mit etwas Können und etwas Ausrüstung erfriert man nicht. Das etwas Ausrüstung (Feuerzeug, Taschenmesser, Zeltplane, Dauerwurst) ist im Rucksack und der Rest im Kopf. Der Unsinn fängt erst an, wenn man daraus eine Religion macht und so lebt, als wüsste man schon, dass es morgen soweit ist.
Das ist irgendwie hängen geblieben und hat mich zum Nachdenken veranlasst. Verstehe mich bitte nicht falsch, ich will nicht recht behalten. Aber folgende Überlegung.

Muss man nicht gerade immer so machen, als käme das Unheil schon morgen/sofort, wenn man sich auf etwas vorbereitet?
Ich denke, Emil geht es nicht darum, daß es sinnlos wäre, sondern daß manche Leute sich in das Thema so reinsteigern, daß der Eindruck entsteht, sie wären enttäuscht, wenn dann nix passiert. Und das kann definitiv nicht gesund sein.
Und so Aktionen wie die Umstellung aufs Jahr 2000, wo dann angeblich sogar die Kaffeemaschine streikt (habe nie verstanden, wo in der Kaffeemaschine der Kalender sein soll) machen es den seriösen Institutionen auch nicht leichter, Otto Normalbürger zur Vorsorge zu bewegen.
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emil17
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Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

#168

Beitrag von emil17 »

Spottdrossel hat geschrieben: Ich denke, Emil geht es nicht darum, daß es sinnlos wäre, sondern daß manche Leute sich in das Thema so reinsteigern, daß der Eindruck entsteht, sie wären enttäuscht, wenn dann nix passiert. Und das kann definitiv nicht gesund sein.
Na ja, die Welt an sich ist unsere Wahrnehmung dieser Welt.
Der Vergleich mit der allzeit bereiten Feuerwehr hinkt, weil diese statistisch sehr vorhersagbar jedes Jahr eine gewisse Anzahl Einsätze zu bewältigen hat. Bei ihr besteht die Unbekannte im Wo und wann genau, aber nicht in der Frage, ob.
Persönlich habe ich einen Feuerlöscher und eine Autoapotheke. Aber ich übe nicht jeden Tag Feuerlöschen und Samariter.
Das Grundproblem ist, dass die Vorbereitung auf selten bis nie eintreffende Ereignisse leicht eine Paranoia auslösen kann - man steigert sich in etwas hinein. Jeder der schon mal Prüfungsangst hatte kennt das.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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Renysol
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Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

#169

Beitrag von Renysol »

Spottdrossel hat geschrieben: Ich denke, Emil geht es nicht darum, daß es sinnlos wäre, sondern daß manche Leute sich in das Thema so reinsteigern, daß der Eindruck entsteht, sie wären enttäuscht, wenn dann nix passiert. Und das kann definitiv nicht gesund sein.
Und so Aktionen wie die Umstellung aufs Jahr 2000, wo dann angeblich sogar die Kaffeemaschine streikt (habe nie verstanden, wo in der Kaffeemaschine der Kalender sein soll)
Lassen wir mal die Kaffeemaschine weg.

Ansonsten ist das genau das Problem des Krisenmanagements: Es wird vor einer Gefahr gewarnt, es wird vorgesorgt, es passiert nichts ...

... und hinterher wird gehämt: Ätsch, ist ja gar nichts passiert.

Auch schön zu sehen beim Waldsterben. "Der Wald steht ja immer noch, das Waldsterben ist gestorben."

In Wirklichkeit wurde der saure Regen verringert und der Wald wurde nicht mehr so stark beeinträchtigt.

Und das Jahr-2000-Problem war tatsächlich ein Problem, aber in den Jahren davor wurden alle Rentner, die RPG oder Cobol können, aus dem Ruhestand geholt und haben die erwarteten Probleme verhindert. Passiert ist nichts, dank der Vorsorge.

Hinterher zu sagen, es war alles nur Panikmache. ist ziemlich fies, gegenüber denen, die es verhindert haben.
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emil17
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Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

#170

Beitrag von emil17 »

Hey, bitte nicht mit dem Bad auch noch das Kind ausschütten!
Es geht nicht darum ob Vorsorge oder nicht. Es geht darum wieviel und mit welchem Aufwand.
Zudem sind Deine zum Vergleich herangezogenen Probleme anders, denn dies sind nicht plötzlich hereinbrechende Naturkatastrophen, die direkt lebensbedrohlich wären.
Der Umgang mit Umweltproblemen, die schleichend und langsam, aber sicher unsere Lebensgrundlage zerstören, ist ein ganz anderer.

Um nochmals den Vergleich zu bemühen: Ich habe einen Feuerlöscher, aber ich sitze nicht andauernd auf gepackten Koffern.
Ich will nicht in Zeiten normaler bis üppiger Versorgung die Hälfte meines Kalorienbedarfes mit fast abgelaufenen Dauerkonserven decken, nur um im Falle des AKW-Super-GAUS 300 Tage im Privatbunker überleben zu können.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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