Landwirtschaft mit Pflanzenkohle

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osterheidi
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Re: Landwirtschaft mit Pflanzenkohle

#2

Beitrag von osterheidi » Sa 18. Nov 2017, 07:51

Das ist ein traum, aber wäre noch genauer interessant wann sich das ganze rechnet.

hobbygaertnerin
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Re: Landwirtschaft mit Pflanzenkohle

#3

Beitrag von hobbygaertnerin » Sa 18. Nov 2017, 08:50

Keine Ahnung,
Bis sich so eine grosse Anschaffung rechnet ist sicher eine längere Zeit zu rechnen, er kann auf Pflanzenreste zurückgreifen, das ist schon sehr praktisch.
Das Speicherungsvermögen der Pflanzenkohle ist meines Erachtens die gute Wirkung. Ich arbeite ja nur im Garten mit der Terra preta und die Wirkung ist beachtlich.

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Renysol
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Re: Landwirtschaft mit Pflanzenkohle

#4

Beitrag von Renysol » So 19. Nov 2017, 16:36

Man sollte immer beide Seiten sehen. Im folgenden Artikel wird beschrieben, warum Pflanzenkohle nicht so toll ist wie allgemein dargestellt und dass sie in der Gesamtbilanz sogar schädlich sein könnte:

http://www.i-sis.org.uk/bewareTheBiocharInitiative.php
Einkommen vom eigenen Grund und Boden: http://renysol.com

Pastinake

Re: Landwirtschaft mit Pflanzenkohle

#5

Beitrag von Pastinake » Di 21. Nov 2017, 16:31

Renysol, bei Deinem verlinkten Artikel mußte ich die Online-Übersetzung wählen, weil ich nicht ganz schlau daraus geworden bin. :tast:
Wenn ich es richtig verstehe, ist bei einigen Sachen der Ertrag gesunken? Aber die Grafik würde ich anders verstehen. Der Grafik nach würde ich das so auffassen, daß der Ertrag bei Geflügelmist mit Kohle höher war als mit Kunstdünger und Kohle?

Ich finde diesen Artikel noch ganz interessant (und relativ neutral):
http://www.spektrum.de/news/biokohle-da ... el/1345551

viktualia
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Re: Landwirtschaft mit Pflanzenkohle

#6

Beitrag von viktualia » Di 21. Nov 2017, 18:07

Es wird vor allem beschrieben, dass die CO2 Speicherwirkung nicht so ist wie "versprochen", also die ausgebrachte Kohle sich doch zersetzt, langsam zwar, aber währenddessen auch zu einer schnelleren Umsetzung des Humus´drumrum führt, insofern nix mit "besserer Bilanz".
Auch nach Waldbränden bleibt da wohl nicht soviel Kohle zurück wie angenommen.
Ich fand ihn aber auch schwer zu lesen und das mit der Gefahr der O2 Reduzierung hat sich mir nicht erschlossen.
Ja, Hühnermist sei besser und irgendwas hätte auch zu niedrigeren Ernten geführt, aber ging es da dann nicht auch gleich um unterschiedliche Arten von Kohle? Herstellungstechnisch?
Interessant fand ich, dass halt nur eine große homogene, isolierte Menge Holzkohle sich nicht zersetzt.
Das, was als "Biokraftwerk" funktioniert, verstoffwechselt natürlich auch Mengen an CO2. Hätte mich auch gewundert.....
Der Artikel warnt vor nem Biokohle Hype, nicht ganz zu unrecht.

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Re: Landwirtschaft mit Pflanzenkohle

#7

Beitrag von hobbygaertnerin » Do 23. Nov 2017, 10:23

Ich hab mich nicht der Mühe unterzogen, um das alles zu übersetzen und zu lesen.
Sicher ist eine flächendeckende Ausbringung von Biokohle auf alle landwirtschaftlich genutzten Flächen nicht der Weg, aber kleinflächige Gartenfläche mit selbstgemachter Biokohle aus pflanzl. Abfällen funktioniert sehr gut.
Und genau das hat mich an dem Projekt dieses jungen inovativen Bauern begeistert. Er macht aus dem Schnitt- und Grüngutabfall Biokohle und verwendet sie im Betrieb.
Da wird immer geschimpft, was die Bauern alles verkehrt machen, da ist einer, der sich auf den Hosenboden gesetzt hat und was verändern will.
Wenn es stimmt, dass ein grosser Teil der Nahrung von kleinen bäuerlichen Betrieben oder aus Gärten kommen könnte, dann sehe ich es als Versuch, hier möglichst gute Pflanzenwachstumsbedingungen zu schaffen.
Auch mit Wurmkompost wird man die Menschheit nicht ernähren können, aber wenn man mal sieht, wie die Pflanzen darauf oder auf Terra Preta abfahren, dann reicht mir dieser eigene Augenschein.
Gibt sicher auch Methoden von bester Komposterzeugung, aber so ganz habe ich das Gefühl, dass das noch nicht in aller Konsequenz ausgereizt ist. Auch die Böden bei biologischer Bewirtschaftung sind nicht immer im besten Zustand, Humusaufbau bzw. -erhalt ist noch nicht in seiner letzten Konsequenz umgesetzt.
Früher hiess es, die Wiese ist die Mutter des Ackers-
heute wissen wir alles besser oder nicht?????
Man wird überhaupt mit der derzeitgen Praxis von Lebensmittelverschwendung, von Bodenversieglung usw. nicht die Menschheit der Zukunft ernähren können, dafür stehen viele grosse Firmen in den Startlöchern, um uns in ihrem Sinne ernähren zu wollen.
Wie man vor allem mit der Verschwendung und der Herumkarrerei der Biomasse unsere Erde zukunftsfähig machen will, ich kann da rechnen und denken wie ich will, ich komme zu keiner guten Lösung.

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Re: Landwirtschaft mit Pflanzenkohle

#8

Beitrag von holzgaser » Fr 24. Nov 2017, 14:10

Ja, Hühnermist sei besser und irgendwas hätte auch zu niedrigeren Ernten geführt, aber ging es da dann nicht auch gleich um unterschiedliche Arten von Kohle? Herstellungstechnisch?
Interessant fand ich, dass halt nur eine große homogene, isolierte Menge Holzkohle sich nicht zersetzt.
Was noch besseres als Hühnermist währe der Taubenmist. Aber Tauben hat nicht jeder.

Ich hab 2017 einen Versuch mit Unterfußdüngung gemacht. Wenn das Verhältnis von Holzkohle zum Hühnermist passt funktioniert das hervorragend.
Wenn das Verhältnis von Holzkohle zum Hühnermist passt funktioniert das hervorragend.

Schau mal: http://www.holzgasjournal.de/2017/10/04 ... ivduenger/
Holzkohle - warum die wertvollste Kohle nicht das Geld ist!

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Re: Landwirtschaft mit Pflanzenkohle

#9

Beitrag von hobbygaertnerin » Sa 25. Nov 2017, 09:50

@Holzgaser,
Danke für deinen Beitrag und das Foto, so ein wunderschöner Mais, der Unterschied ist mehr als augenfällig. Da sieht man, was so ein bisserl gutes Pflanzenhappi unter den Wurzeln ausmacht. Dein Beitrag hilft mir auf alle Fälle jetzt wieder um vieles weiter.
Und ich bin so froh um die Tauben, diesen Mist wertschätze ich damit noch um einiges mehr.
Wie du schreibst, das Gackern ist nicht so wichtig- wie das was hinten rauskommt. Also Ei, Fleisch und die Hinterlassenschaften als wertvolle Ressource.

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Re: Landwirtschaft mit Pflanzenkohle

#10

Beitrag von hobbygaertnerin » Sa 25. Nov 2017, 09:51

@Holzgaser,
Danke für deinen Beitrag und das Foto, so ein wunderschöner Mais, der Unterschied ist mehr als augenfällig. Da sieht man, was so ein bisserl gutes Pflanzenhappi unter den Wurzeln ausmacht. Hast du den Hühnermist mit der Pflanzenkohle fermentiert? Dein Beitrag hilft mir auf alle Fälle jetzt wieder um vieles weiter.
Und ich bin so froh um die Tauben, diesen Mist wertschätze ich damit noch um einiges mehr.
Wie du schreibst, das Gackern ist nicht so wichtig- wie das was hinten rauskommt. Also Ei, Fleisch und die Hinterlassenschaften als wertvolle Ressource.

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