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Holzbackofen

Verfasst: Di 14. Apr 2015, 23:15
von Haldir
Hallo zusammen,

wir haben uns entschlossen, dieses Jahr einen Holzbackofen mauern zu lassen.
Ein Bekannter ist gelernter Ofenbauer und die Schamott-Ziegel sind aus früheren Zeiten auch bereits vorhanden.

Da wir aber noch keine Erfahrung mit solchen Öfen haben, wollte ich schon Vorab mal ein paar Infos sammeln was das Anheizen und den Backvorgang an sich betrifft.

Wer von euch bäckt denn regelmäßig in so einem Ofen und kann mir ein paar Tipps geben, auf was man bei solchen Öfen achten muss?

Ich versuche auch noch, hier in der Gegend jemanden ausfindig zu machen, der einen solchen Ofen hat, da könnte ich mir das mal live ansehen (leider nicht ganz leicht, wirklich viele davon scheinen nicht mehr übrig zu sein). Ich hoffe auch, dass meine Großmutter das Ein oder Andere beisteuern kann, die hat früher Brot gebacken. Das letzte mal ist zwar schon gute 50 Jahre her, aber die alten Leute vergessen ja nichts :pft:

Viele Grüße,
Tobi

Re: Holzbackofen

Verfasst: Mi 15. Apr 2015, 09:39
von zaches
Haste hier schon mal nachgelesen?

Re: Holzbackofen

Verfasst: Mi 15. Apr 2015, 12:24
von Holger
Hallo Haldir,

sieh dich mal hier http://www.backofenrobi.de/forum/ um. Weiterhin viel Erfolg beim Planen, Bauen und Backen.

viele Grüße
Holger

Re: Holzbackofen

Verfasst: Do 16. Apr 2015, 10:27
von Dyrsian
wranger hat geschrieben:Moin,
- Entweder ist der Ofen zu heiß oder zu kalt
- Wenn die Temperatur stimmt ist das Brot noch nicht richtig aufgegangen, oder hat dann übergare
- Der Holzverbrauch ist enorm, vielleicht habe ich es auch ein wenig zu gut gemeint. Mein Backraum ist so 80 x 80 x 80 cm . Ne Schubkarre Holz brauchst da schon für 300°C und ne Pizza.
Aus eben diesen Gründen habe ich mir bisher noch nicht so ein Teil gebaut. Ein elektrischer Steinbackofen hat den Vorteil, dass man die Temperatur genau einregeln kann und der Ofen "auf das Brot wartet", d.h. die Temperatur hält. Grade wenn man Sauerteig macht und den nicht genau führen kann, d.h. die Temperaturen beim Reifen nicht elektronisch regelt sind die Geh-Zeiten der Brote nicht zu kontrollieren, weil das Hefewachstum sich je nach Temperatur unterscheidet. Ein Holzbackofen wird viel Übung brauchen und das Ergebnis wird nicth vernünftig reproduzierbar sein. Das führt im Hobbybereich meiner Meinung nach schnell zu Frustration. Wer hohe Ansprüche an sein Brot hat, wird mit einem E-Ofen schneller zum Erfolg kommen.
Man sollte auch beachten, dass ein Steinbackofen voll gepackt werden muss wenn man Brote backt, daher würde ich die Backfläche nicht zu groß wählen.

Re: Holzbackofen

Verfasst: Do 16. Apr 2015, 11:45
von Minze
Dieser Faden hat mich inspiriert, unseren schon seit einigen Jahren (fast) fertigen Lehmbackofen zu reparieren und in Betrieb zu nehmen. Wir hatten ihn zwar überdacht, aber es konnte Schlagregen ran. Jetzt haben wir einen Holzlagerplatz benötigt und diesen so gebaut, daß der Ofen integriert ist und vor Niederschlägen geschützt wird. Nun werden die Risse verputzt und eine Tür ist auch gebaut, vielleicht heizen wir am Wochenende mal an, für eine Pizza und einen Kuchen, zunächst einmal.

Ich werde berichten.

Re: Holzbackofen

Verfasst: Fr 17. Apr 2015, 22:41
von Haldir
Super, vielen Dank für die Links, das hilft schon mal ein gutes Stück weiter...

Ich finde es auch gut, dass ihr eure Bedenken dazu äußert, das sind einige Punkte, die man nicht außer Acht lassen sollte.

Dass wir am Anfang einiges an Lehrgeld zahlen werden müssen, ist mir bewusst, aber das wollen wir in Kauf nehmen.
Der Ofen wird mehr oder weniger ein gemeinsames Projekt der Dorfgemeinschaft, gehört zwar uns, aber die Nachbarn möchten auch mit backen.

Ein Elektro-Ofen kommt schon alleine wegen der doch verhältnismäßigen hohen Anschaffungskosten nicht in Frage.
Für den geplanten Ofen ist bis auf den Mörtel alles vorhanden, Feuerholz liefern die eigenen Wälder mehr als genug.

Am meisten Sorgen macht mir tatsächlich der Brotteig, das habt ihr ja schon angesprochen...mal sehen wie das klappen wird. Da kann ich hoffentlich auf den Erfahrungsschatz der Nachbarin zurück greifen, die bäckt ihr Brot fleißig selbst (allerdings im normalen Küchenherd).

Minze, ich würde mich auch über ein Bild vom Ofen freuen ;)

Re: Holzbackofen

Verfasst: Fr 17. Apr 2015, 22:43
von Haldir
wranger, Bilder wären super :)

Re: Holzbackofen

Verfasst: Sa 18. Apr 2015, 00:06
von LauraSophie
Die beste adresse ist das Forum der Steinbackofenfreunde!!! Einfach mal googlen, das motiviert so sehr da kannst du dich gar nicht frustrieren lassen. Da gibts tolle Rezepte und alles wird super erklärt!
Ich backe regelmäßig im Steinbackofen und bin völlig begeistert von den Möglichkeiten. Ich brauche für unseren großen Ofen (alter gemauerter Steinbackofen, der schon in der alten Mühle vorhanden war, in der wir wohnen...) ca ne Schubkarre Holz, backe dann aber auch Pizza für 10, eine Ladung Brot (10 stück a 1 kg), manchmal auch 2, ne Fuhre Kuchen, gare Niedrigtempersturmäßig Fleisch über Nacht und schiebe am 2. Tag mehrere Trockengestelle mit Apfelringen oÄ ein... Klar so ein Backtag ist voll und anstrengend, aber macht mich unglaublich glücklich.
Erfahrungen muss man machen, unbedingt gaaanz langsam die ersten Male anfeuern, lesen, lesen, lesen und aus Fehlern lernen
:pfeif:

Zum Theme Brotteig empfehle ich den plötzblog!

Viel Spaß bei diesem wundervollen Hobby!
Und wenn du mal in Mittelhessen bist, bist du herzlich eingeladen!

Re: Holzbackofen

Verfasst: Sa 18. Apr 2015, 10:03
von Benutzer 3370 gelöscht
Wir haben einen alten Brotbackofen in der Küche, den wir 2-3 Mal im Jahr anheizen. Meist zu einem Geburtstag, da gibt es dann Pizza im Baukasten (Jeder darf selbst belegen :) ) und zum Schluss wird noch Brot nachgeschoben. Leider wurde bei einer Sanierung eine zu kleine Ofentüre eingebaut, sodass das Einschießen in den riesigen Backraum etwas schwierig ist, und zusätzlich wurde beim Einbau der Rauchabzug vor der Ofentüre zugemauert :nudel: . Diese Reparatur steht für mich noch an, dann wollen wir alle Monate einmal ein gemeinsames Brotbacken veranstalten, Interessenten gäbe es ja genug.
Das mit dem Fleisch über Nacht garen hat mir ein Nachbar auch erzählt, der in Holland ähnliche Aktionen durchgeführt hat, er meinte ein Laserthermometer wäre gut, da kann man die Oberflächentemperatur in der Kuppel und am Boden sehr gut messen.
Der Holzverbrauch ist nicht so gigantisch (eine Kiste etwa 25 kg Weichholz) nur das Anfeuern muss man langsam mit kleinen Spänen machen damit der Kamin beginnt zu ziehen, sonst haben wir eine Rauchkuchl (zugemauerter Rauchabzug vor der Ofentüre :nudel: )
Ja und davon gibt es auch Bilder :lol:

Brotbackofen (9).JPG
Brotbackofen (3).JPG
Brot und Pizza für 20 Gäste an meinem Geburtstag letztes Jahr
Brot und Pizza.JPG

Re: Holzbackofen

Verfasst: Sa 18. Apr 2015, 14:45
von Minze
Wow, viel Arbeit und anscheinend sehr hungrige Gäste :lol: . Sieht jedenfalls klasse aus.