Adjua hat geschrieben:Rati, es ist einfach ein Märchen, das Menschen jemals - egal wo - mit Wölfen zusammengelebt haben, wenn sie es verhindern konnten. Frag mal die Bauern in Anatolien, wozu sie ihre Kagals haben. Da gibt es jede Menge stolzer Bauern, die die Beute ihrer Hunde präsentieren - tote Wölfe. Die dürften ihre Hunde nicht haben, um friedlich mit dem Wolf zusammenzuleben..
Coexistens heist für mich das dem Wolf begreiflich gemacht wird wo er eher nicht jagen sollte und das der mensch ihn außerhalb seiner Viehweiden Ställe und Siedlungen gefälligst in Ruhe lässt. Was anderes tuen die Bauern in Anatolien doch auch nicht
richtig, zB könnte es für Wölfe eine Bannzohne geben, ähnlich wie für Katzen und Hunde nur umgekehrt. Wennn ein Rudel sich menschlichen Viehweiden oder Siedlungen zu sehr nähert, müssen Vergrämungsaktionen gestartet und im Notfall Abschüsse erlaubt werden.Rohana hat geschrieben:Es gäbe ja immernoch die Möglichkeit dem Wolf durch Bejagung Respekt einzuflössen ohne ihn 100% auszurotten. ...
Nur sollten da erfahrene Jäger ran, es wäre nämlich zB ziemlich dämlich im Notfall das Leittier abzuschießen.
Ich möchte hier auch noch mal den Schäfer zitieren, beachtet bitte seine Meinung zur Zusammensetzung eines (für die coexistenz)idealem Wolfsrudels:
Grüße RatiGEO Artikel hat geschrieben:Ich habe bei meinen Recherchen viel mit einem Schäfer aus der Lausitz gesprochen, der in Deutschland die ersten Angriffe überhaupt von Wölfen hatte. Er hat damals zunächst höhere Elektrozäune errichtet und sich einen Herdenschutzhund angeschafft. Das half zunächst, doch nach einer Weile gab es weitere Angriffe, er verlor insgesamt 38 Schafe. Erst als er sich einen zweiten Herdenschutzhund zugelegt hatte, war Ruhe. Offenbar war den Wölfen klargeworden, dass sich Angriffe nicht mehr lohnen. Also jagten sie wieder Rehe und Wildschweine. Aus der Sicht dieses Schäfers ist es sogar wichtig, erfahrene Wölfe in der Gegend zu haben – weil die Tiere territorial sind, halten sie fremde Artgenossen aus ihrem Revier und damit auch von den Herden fern. In jedem Fall muss das Ziel sein, möglichst wenige Vorfälle zu haben. Tierhalter müssen also ihre Tiere schützen – und sie müssen eine Förderung bekommen, um diesen Schutz zu gewährleisten. Prävention ist das Zauberwort.
