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Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: Mo 30. Okt 2017, 13:39
von Benutzer 4754 gelöscht
es tötet die Artenvielfalt
und das tut es wie?

Es macht für ein Pflanzenleben kein Unterschied ob es an Eiweißmangel (grob gesagt) stirbt oder durch 30cm tiefes vergraben.
Tot ist tot.
Ebenso macht es für ein Insekt kein Unterschied ob es nix findet, weil die Pflanze abgestorben oben aufliegt oder 30cm tief vergraben ist.
tot ist tot.
oben aufgelegen schützt sie immerhin noch vor Erosion, mindert den Wasserverlust und dient Regenwürmern&CO als Nahrung.

Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: Mo 30. Okt 2017, 19:49
von Benutzer 72 gelöscht
viktualia hat geschrieben:Sag bitte nicht so was wie "G. tötet die ARTENVIELFALT", das ist unhaltbar.
hast Recht!
viktualia hat geschrieben:Punkt ist doch, dass WIR, also Menschen, solange sie noch "unordentlich" sind, auch viel Vielfalt erzeugen.
:nick:
und so ganz nebenbei - wie Kühe auch :pfeif: - CO² erzeugen....

Das mit der Unordnung stimmt - gilt auch für Faulheit übrigens
:lol:

so und jetzt? :hmm:

http://www.ecosia.org/search?q=glyphosa ... %C3%BCrmer

stimmt das alles nicht?

Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: Mo 30. Okt 2017, 20:20
von Rohana
Unabhängig von Laborstudien, die ich nicht beurteilen kann: Pflug und diverse andere Bodenbearbeitungsgeräte zerschneiden Regenwürmer, zerstören ihre Gänge und vergraben ihr Futter. Das halte ich für eine wesentlich gravierendere Beeinträchtigung als mögliche Aktivitäts- oder Fortpflanzungsstörungen... versteht vielleicht nicht jeder. :kaffee:

Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: Di 31. Okt 2017, 08:22
von viktualia
Ölkanne sagte:
tot ist tot.
...... und dient Regenwürmern&CO als Nahrung.
Ja, ich hatte auch den ganzen Abend das Bild kotzender Regenwürmer im Kopf.....
Ehrlich, Ölkanne, wenn so ne Pflanze plattgeht, nachdem "Glyphosat blockiert das Enzym 5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat-Synthase (EPSPS), das zur Synthese der aromatischen Aminosäuren Phenylalanin, Tryptophan und Tyrosin über den Shikimatweg in Pflanzen, wie auch in den meisten Mikroorganismen, benötigt wird" (Wiki), sie also kein Eiweiss aufbauen konnte, bekommt der Wurm vielleicht kein Bauchweh, vielleicht kotzt er auch nicht gleich, dick und rund wird er so aber auch nicht.
Bezieht sich dieser Antropomorphismus grad auf Pflanzen oder auf Tiere?
Also in meinem Weltbild, in dem ich den Antropomorphismus ja durchaus als "bildgebendes Verfahren" schätze,
sind vergiftete Leichen blöder als zerhackte. Zerhackt fällt im weitesten Sinne unter Unordentlich. Liegt jetzt nicht am heutigen Halloween.
Zerhackt ist einfach nur schneller Abbaubar; vergiftet heist, es sind andere Abbauschritte nötig für´s gleiche Ergebniss, in dem Falle Verdaulichkeit.
Besser heist doch nicht gleich "Gut".

P.S.: Ich finde aber, man kann aus dieser etwas unglücklichen Argumentation ganz klar ableiten, dass in der Kanne ÖL ist und kein Glyph´, sonst hätte er verstanden, seine Argumente manipulationstauglicher zu formulieren!

Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: Di 31. Okt 2017, 08:30
von MeinNameistHASE
viktualia hat geschrieben:wenn so ne Pflanze plattgeht, nachdem "Glyphosat blockiert das Enzym 5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat-Synthase (EPSPS), das zur Synthese der aromatischen Aminosäuren Phenylalanin, Tryptophan und Tyrosin über den Shikimatweg in Pflanzen, wie auch in den meisten Mikroorganismen, benötigt wird" (Wiki), sie also kein Eiweiss aufbauen konnte, bekommt der Wurm vielleicht kein Bauchweh, vielleicht kotzt er auch nicht gleich, dick und rund wird er so aber auch nicht.
Das heißt nicht, dass in der Pflanze keine AS mehr vorhanden sind. Bis zur Anwendung von Glyphosat betreibt die Pflanze alle Stoffwechselprozesse uneingeschränkt. Erst zum Anwendungszeitpunkt und darüber hinaus wird die EPSPS blockiert. Die Pflanze kann also keine weiteren Proteine aufbauen, andere Umsetzungsprozesse laufen noch eine Weile ab, bevor diese auch zusammenbrechen.

Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: Di 31. Okt 2017, 10:27
von viktualia
Das heißt nicht, dass in der Pflanze keine AS mehr vorhanden sind.
hat MNiHASE gesagt; du beziehst dich auf den Teil hier, oder:
vergiftet heist, es sind andere Abbauschritte nötig für´s gleiche Ergebniss, in dem Falle Verdaulichkeit.
Ich wollte weder sagen, die AS hätten sich in Luft aufgelöst, noch die gesamte Pflanzenmasse sei verseucht.
Aber entsprechend der Menge an aufgenommenem Wirkstoff sind Mengen an Phenylalanin, Tryptophan und Tyrosin ans Glyph´gebunden
und stehen nicht zum Aufbau von Pflanzen- oder Wurmkörper zur Verfügung. Erst mal.

"Toxisch" und ungesund muss nicht das gleiche sein. Wenn ich meine Schildrüsenhormone mit Milch zu mir nehme, bindet das Calcium einen Teil der Wirkstoffe. Calcium ist nicht giftig, denoch ist dieser Vorgang für meinen Körper ungünstig.
Komplexbildung ist das Stichwort.
Oder was reg ich mich immer auf über "Möhrengrün ist schädlich für Kaninchen, weil zuviel Calcium" am besten in Kombi mit "Oxalsäure ist giftig". Da Kaninchen (und Meerlies) nachwachsende Zähne haben, haben die nen Stoffwechsel, der mehr Oxalsäure braucht, um halt eben mit Zahnabrieb und Möhrengrün klar zu kommmen. (Achtung: dies spricht FÜR die Möglichkeit, dass Glyph´ harmlos für Würmer ist. Im Zweifel für die Objektivität...)
Ich wollte also eher sagen: dieser Punkt wäre als nächstes zu klären: entsteht ein Mangel? "Hungert" der Wurm oder besorgt er sich die fehlenden Stoffe unabhängig von der "gewohnten Masse an Grün", bzw. bekommt er nen Nierenschaden (er hat keine...) durch das Ausscheiden der gebundenen AS?
Und: die Arbeit hat er am Back, dafür, dass er nicht zerhackt wird, bekommt er statt Frühstück ne Art Neo-Smoothie.
Glück im Unglück oder Pest statt Cholera? Halte ich noch für -nicht geklärt-.

Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: Mi 1. Nov 2017, 08:20
von Manfred
"Glyphosate and Roundup negatively affect gut bacteria"

https://detoxproject.org/glyphosate/gly ... -bacteria/

Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: Mi 1. Nov 2017, 10:08
von viktualia
Oh, danke Manfred, 2 Fliegen mit einer Klappe:
erst mal muss ich mich berichtigen, ich hatte gestern einen Denkfehler, MNiHASE hatte natürlich recht, die Aminosäuren bleiben unbetroffen.
meine Aussage: "Aber entsprechend der Menge an aufgenommenem Wirkstoff sind Mengen an Phenylalanin, Tryptophan und Tyrosin ans Glyph´gebunden" ist quatsch, das Glyph bindet das Zeug, was die AS aufnehmen WÜRDE, die Pflanze stirbt, weil eben nix mit Eiweiss passiert. Sorry.

ABER:
If this potential pathway to modern diseases is confirmed by further research, it highlights the industry’s failure to consider any mechanism of glyphosate toxicity other than the shikimate pathway, which plants have but humans and animals do not.5 In a second review, Samsel and Seneff pointed out that gut bacteria have this pathway and are susceptible to glyphosate toxicity, with the resulting disruptions in gut bacteria potentially impacting human and animal health. In addition, the authors noted glyphosate’s ability to chelate essential nutrient metals [Glyphosate chelates metals], making them unavailable to human and animal consumers. Thus glyphosate could potentially affect health by causing deficiencies of these nutrients.6
Grob übersetzt steht da, dass Menschen und Tiere zwar anders Eiweiss synthetisieren als Pflanzen (kein "shikimate pathway")
aber unsere Gesundheit ja von den vielen Mikroorganismen abhängt, die in unserem Darm leben und diese wiederum durchaus betroffen sind,
dummerweise die Heilsamen mehr als die Krankheitserreger.
Und das meine Hypothese zwar nicht auf Eiweiss zutrifft, aber auf Metalle
und dies zu ner Unterversorgung an metallischen Spurenelementen führen könnte.

Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: Do 2. Nov 2017, 08:32
von viktualia
Mmmh, Manfred, nochmal zu dem link von gestern, "Glyphosat schädigt die "guten" Darmbakterien":
mir sind da Zweifel gekommen. O.K., der Artikel ist sehr übersichtlich und wirkt auf den ersten Blick sehr klar, sehr "nachvollziehbar" -
aber eigentlich beschreiben die doch nur Fütterungseffekte.
Denn den beschriebenen Effekt auf die Darmflora bekomme ich bei jeder MAST mit den entsprechenden Futtermitteln,
auch wenn diese BIO wären, einfach nur durch den Stärkegehalt.
"Nachvollziehbar" war also nur, dass ich es in anderen Worten schon kannte.....

Also o.k., dass die "Bösen" (also Clostridium botulinum, Salmonella spp, und E. coli.) nicht von Glyph´betroffen werden ist "schade", aber sowieso bekannt.
Im Normalfall überleben die "Guten" halt nur in dem Maße, wie sie gefüttert werden, und sie überleben die Mast nicht, denn sie brauchen mehr von dem Raufutteranteil, andere Relationen bei der Fütterung.

Die Behauptungen in dem link sind nichtssagend, da sie die Art des Futters nicht differenzieren, woraus ich schliesse, dass sie ganz normales Futter, sprich Getreide untersucht haben und nicht Heu oder andere "artgerechte" Sachen.
Und wie gesagt, dann ist dieses ungleiche Bakterienwachstum sowieso der Fall, auch in Bio.
Schade, dass die das auf Glyph´schieben, sonst könnte man da viel interessantere Sachen draus ableiten, find ich.

Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: Do 2. Nov 2017, 09:20
von Manfred
Ich habe die Sachen nicht im Detail angesehen.
Vor längerer Zeit hatte ich mal irgendwo Ergebnisse von Monsanto selbst gelesen. Da ging es um den Einfluss von Glyphosat auf das Bodenleben.
Sie haben einige Modenmikroben mit Glyphosat behandelt. Die Bestände sind teilweise deutlich eingebrochen, haben sich aber bald wieder erholt. Deshalb waren sie der Meinung, dass es keinen negativen Einfluss gibt.
Untersucht wurden nur wenige Mikrobenarten von vielen tausend im Boden. Vermutlich gibt es welche, die stärker und welche die schwächer betroffen sind.

Und bei Fütterungsversuchen muss man sich schon an der Realität in der Mastpraxis orientieren.
Das meisten konventionelle Milch- und Mastvieh hat halt nun mal größere Mengen Getreide und Ölsaaten in der Ration, um den für die abgerufenen Leistungen nötigen Energie- und Eiweißbedarf zu decken.
Ein sinnvoller Versuch wäre dann halt vergleichbare Rationen mit und ohne Glyphosat-Restgehalten zu untersuchen.

Auslöser für mein Post war das neulich von mir verlinkte Interview mit Charles Massey.
Der meinte, in der letzten Zeit kämen immer mehr Untersuchungen bezüglich der Wirkung von Glyphosat auf die Darmflora von Menschen heraus.
Der vermutetet, dass das ein noch umfangreichere Skandal als damals der Tabak-Skandal werden könnte und Glyphosat durch die Wirkung auf die Darmflora evtl. ein Hauptauslöser für diverse Zivilisationskrankheiten sein.
Ich hatte dann kurz gegoogelt, aber auf die schnelle nur diese Info zu möglichen Wirkungen auf Tiere gefunden.

Selbst kann ich das nicht beurteilen. Die Datenlage ist extrem gestreut und unübersichtlich.
Da müsste man sich dran setzen und nach den ursprünglichen Veröffentlichungen suchen.
Was die NGOs und die Presse aus irgendwelchen Veröffentlichungen machen, schlägt ja oft sogar ins Gegenteil der Forschungsergebnisse um, wie wir kürzlich an der Insektenstudie gesehen haben.