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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Do 27. Jul 2017, 13:46
von Rohana
Bleibt noch der ganze Rest von Problemen der an tierfreier Landwirtschaft hängt. Das ist natürlich ein anderes bzw. weitergehendes Thema. Aber: Die meisten NGOs bzw. das was ich so mitbekomme machen generell Stimmung gegen Gentechnik, egal was wozu wie und wo eingesetzt. Das widerspricht sich dann doch irgendwie, wenn daraus der Burger der Zukunft werden soll...

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Fr 28. Jul 2017, 10:47
von Rati
Rohana hat geschrieben:Bleibt noch der ganze Rest von Problemen der an tierfreier Landwirtschaft hängt....
natürlich. :)
Rohana hat geschrieben:...Die meisten NGOs bzw. das was ich so mitbekomme machen generell Stimmung gegen Gentechnik, egal was wozu wie und wo eingesetzt. Das widerspricht sich dann doch irgendwie, wenn daraus der Burger der Zukunft werden soll...
ja das daß nicht so ins Gesinnungsbild passt, stimmt natürlich. Allerdings haben generelle Anti oder Pro Einstellungen ja oft den Makel das so manche Konsequenzen ausgeblendet werden.
Und ich persönlich denke, das wir menschen noch viel zu wenig über die "Programmierung" von Lebewesen wissen.
Heißt, weiter forschen und strengstens auf Sicherheit achten.

Grüße Rati

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mi 15. Nov 2017, 18:19
von Manfred
Laut topagrar baut China seine Eigenversorgung mit Schweinefleisch weiter aus.
Die Produktion beträgt jetzt 37,2 Mio. Tonnen jährlich.
Obwohl tausende kleiner Schweineerzeuger wegen steigender Umweltauflagen ihre Betriebe schließen mussten, steigt die Gesamtproduktion zügig an, weil die Großbetriebe kräftig expandieren.

Die Folge sind deutlich verringere Importe.
Die Schweinefleischimport wurde um ca. 920.000 Tonnen und der Import von Schlachtnebenerzeugnissen um 877.000 Tonnen reduziert.
Besonders stark betroffen ist Deutschland. Unsere Schlachtbetriebe haben innerhalb eines Jahres fast 47% des bisherigen Exportes nach China (ca. 140.000 Tonnen) verloren.


In der Schweiz werden bis September 2018 wohl viele Schweinemastbetriebe aufgeben, weil die Haltung von Mastschweinen auf Vollspaltenböden ab dann verboten sein wird. Aktuell geht man vom Verlust von 60.000 Mastplätzen aus.
Für die Ferkelzeuger wird deshalb mit einem massiven Preiseinbruch gerechnet, bis auch dort entsprechend viel Kapazität abgebaut wird.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Do 16. Nov 2017, 17:27
von marceb
http://www.ndr.de/nachrichten/niedersac ... ne588.html

Studie zeigt Leiden kranker Schweine vor Tötung
Eine Studie der Tierärztlichen Hochschule (TiHo) Hannover sorgt für Aufsehen in der Landwirtschaft. Sie zeigt erstmals, in welchem Ausmaß, es in der Schweinehaltung Verstöße gegen das Tierschutzgesetz gibt. Elisabeth große Beilage, Veterinärwissenschaftlerin in Hannover, untersuchte im Frühjahr gemeinsam mit Kollegen Hunderte toter Schweine, die wegen Krankheit nicht in den Schlachthof, sondern bereits getötet zur Entsorgung in die Tierkörperbeseitigung gebracht worden waren. Laut dieser Studie werden deutschlandweit jeden Tag rund 1.200 Schweine in Tierkörperbeseitigungsanlagen entsorgt, die zu Lebzeiten unter länger anhaltenden und erheblichen Schmerzen gelitten haben müssen. Zuerst hatte die "Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ) berichtet.
Auch Mängel bei der Tötung festgestellt
Die für die Studie untersuchten toten Tiere stammten aus sechs Bundesländern. 13 Prozent der Mast- und 12 Prozent der Zuchtschweine wiesen der Wissenschaftlerin zufolge Hinweise auf, die auf Verstöße gegen das Tierschutzgesetz hindeuteten. Daneben seien auch erhebliche Mängel bei der Betäubung und Tötung der Tiere festgestellt worden. Laut NOZ-Bericht sollen die Schweine mit einen Bolzenschuss oder einen Schlag auf den Kopf betäubt worden sein, der gesetzlich vorgeschriebene Entblutungsstich, bei dem das Tier anschließend verblutet, aber wurde nicht getätigt.
Mehr als nur Einzelfälle
Die Studie der Wissenschaftlerin große Beilage zeigt, dass kranke oder verletzte Tiere zum Beispiel nicht angemessen versorgt werden. Das gehe mit Blick auf die Anzahl solcher Tiere sehr deutlich über das Maß gelegentlicher Einzelfälle hinaus, erklärte die Professorin NDR 1 Niedersachsen. An den Ergebnissen der Studie gebe es nichts zu beschönigen, so Thorsten Staack, Geschäftsführer der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands mit Sitz in Damme (Landkreis Vechta). Besonders die Defizite bei der Nottötung im schweren Krankheitsfall wolle man nun mit kurzfristigen Schulungen für Bauern und Tierärzte angehen.
"Das gehört sofort geändert"
Den nicht fachgerechten Umgang mit kranken Schweinen verurteilt auch das Landvolk des Landkreises Cloppenburg. Das gehöre "sofort geändert", sagte der Vorsitzende Hubertus Berges. Er verwies darauf, dass die Landwirte regelmäßig geschult würden, wie sie mit kranken und verletzten Tieren umgehen müssten. Viele Berufskollegen seien auch bereit, sich den Problemen zu stellen. Die Region Südoldenburg mit den Kreisen Cloppenburg und Vechta zählt als Hochburg der Schweinehaltung in Deutschland.
Dieses Thema im Programm:
NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 16.11.2017 | 14:00 Uhr

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Do 16. Nov 2017, 22:00
von Manfred
Wo gibt es denn diese Studie im Original zu lesen?
Die Zahlen scheinen mir in dem Artikel etwas durcheinander zu gehen.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Do 16. Nov 2017, 22:17
von Manfred
Laut Albert Schweitzer Stiftung wurden in D 2016 ca. 59,3 Mio. Schweine geschlachtet.
Davon sind ca. 16 Mio. Tiere, die als Ferkel oder fertige Mastschweine importiert wurden.
Bleiben ca. 43,3 Mio. in D geborene und erfolgreich aufgezogene Ferkel (die geringen Verluste bei der Mast der schon älteren Importferkel ignoriere ich mal, die höchsten Verluste treten ja in den ersten Tagen auf).
In dieser schon älteren Aufstellung werden die durchschnittlichen Ferkelverluste mit 16,3% angegeben:
http://www.schweinebesamung.de/pdf/saug ... rluste.pdf
Das entspräche 43,3 Mio. * 16,3 % / 83,7 % = 8,43 Mio. Millionen toten Ferkeln im Jahr.
Durch 365 Tage sind 23.000 tote Ferkel am Tag.
1.200 wären davon 5%.

D.h. eines von 20 toten Ferkeln wurde zu lange gepäppelt und hat dadurch gelitten oder wurde nicht rechtskonform getötet?

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Do 16. Nov 2017, 22:27
von Benutzer 72 gelöscht
Manfred hat geschrieben:D.h. eines von 20 toten Ferkeln wurde zu lange gepäppelt und hat dadurch gelitten oder wurde nicht rechtskonform getötet?
echt? nur?
stimmen die Zahlen?

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Do 16. Nov 2017, 23:08
von Benutzer 4754 gelöscht
Manfred hat geschrieben:Laut Albert Schweitzer Stiftung wurden in D 2016 ca. 59,3 Mio. Schweine geschlachtet.
Davon sind ca. 16 Mio. Tiere, die als Ferkel oder fertige Mastschweine importiert wurden.
Bleiben ca. 43,3 Mio. in D geborene und erfolgreich aufgezogene Ferkel (die geringen Verluste bei der Mast der schon älteren Importferkel ignoriere ich mal, die höchsten Verluste treten ja in den ersten Tagen auf).
In dieser schon älteren Aufstellung werden die durchschnittlichen Ferkelverluste mit 16,3% angegeben:
http://www.schweinebesamung.de/pdf/saug ... rluste.pdf
Das entspräche 43,3 Mio. * 16,3 % / 83,7 % = 8,43 Mio. Millionen toten Ferkeln im Jahr.
Durch 365 Tage sind 23.000 tote Ferkel am Tag.
1.200 wären davon 5%.

D.h. eines von 20 toten Ferkeln wurde zu lange gepäppelt und hat dadurch gelitten oder wurde nicht rechtskonform getötet?
Deine 16,3% Verluste sind SAUGferkelverluste
es werden also 16,3% Ferkel mehr geboren als am Ende der Laktation abgesetzt.
Angesichts der 16,3% Ferkelverluste sind die 5% Mastverluste sehr gering.
Und kein Betrieb tötet unnötig Ferkel und Mastschweine!
Schließlich fehlt dann auch 5% Umsatz/Gewinn und man versuchst die Ferkelverluste so gering wie möglich zu halten.
Wie groß sind eigentlich die "Mastverluste" bei uns Menschen zwischen 12 und 85 Jahren?

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Do 16. Nov 2017, 23:16
von Benutzer 72 gelöscht
Oelkanne hat geschrieben:Wie groß sind eigentlich die "Mastverluste" bei uns Menschen zwischen 12 und 85 Jahren?
:haha: :haha:

85? wer wird denn so alt?
Da ist das Fleisch ja nicht mehr eßbar, müssen spätestens mit 18 geschlachtet werden.
obwohl: ein paar müssen weiterleben, wir brauchen ja auch Stimmvieh! :pft:

:hmm:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Do 16. Nov 2017, 23:25
von Benutzer 4754 gelöscht
ina maka hat geschrieben:
Oelkanne hat geschrieben:Wie groß sind eigentlich die "Mastverluste" bei uns Menschen zwischen 12 und 85 Jahren?
:haha: :haha:

85? wer wird denn so alt?
Da ist das Fleisch ja nicht mehr eßbar, müssen spätestens mit 18 geschlachtet werden.
obwohl: ein paar müssen weiterleben, wir brauchen ja auch Stimmvieh! :pft:

:hmm:
Ich ging von einem durchschnittlich langen Schweineleben aus übertragen auf ein durchschnittliches Menschenleben.

OT:
Wenn, dann müsste man Jungen vor der Pubertät aufessen,
ebergeruch gibt's auch beim Menschen...