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Re: Euer SV-Ärger der Woche?

Verfasst: Mi 6. Aug 2014, 10:40
von Reisende
manfred :)
wir hatten doch auch schon letztes jahr einen jammerfaden für ertragsausfälle, vll zusammenlegen? ;)

und bitte nicht falsch verstehen, ich mach mich nicht lustig, sondern kann euch echt gut nachvollziehen!

Re: Euer SV-Ärger der Woche?

Verfasst: Mi 6. Aug 2014, 11:04
von Luna
Thomas/V. hat geschrieben:
(Vielleicht sollte man das auch hier abtrennen und ein neues Thema aufmachen? Ist ja weniger ein "Wochenthema" sondern ein grundsätzliches Problem.)
Ja, dazu brauchte beim Fred-Titel nur ..." der Woche" gestrichen werden.

Es gibt bestimmt eine ganze Menge von Gründen, weshalb bei Vielen der Gemüse und Früchteanbau nicht so klappt, wie sie das erhoffen. Ich lese immer mit einem tränenden Auge hier Beiträge aus Spanien oder anderen klimatisch begünstigten Regionen in Österreich, aber auch Deutschlands. Nur mit erheblichem Aufwand wäre in weniger begünstigten Lagen (hier: Höhenlage, schlechtes Kleinklima) auch nur annähernd eine Vegetationsperiode mit entsprechender Vielfalt in 9 von 12 Monaten möglich. Gut, das Klima ändert sich merklich ungünstig, aber obwohl es hinsichtlich der Forschung in den vergangenen Jahrzehnten Fortschritte auch hinsichtlich angepassteren Saatgutes gegeben hat, werden unsere Ansprüche, was "gehen" sollte, auch immer grösser. Blicke ich speziell in unserer Region zurück in die Vergangenheit, zeigt sich mir folgendes Bild:

Die Menschen lebten in Einzelgehöften als weitestgehende Selbstversorger mit jeweils einer Hand voll Kindern. 1 - 5 Kühe, 1-2 Schweine, Kaninchen und Hühner, sehr oft auch Bienen. Brot wurde auf Vorrat gebacken, geheizt wurden 1-2 Räume der grossen Häuser mit eigenem Holz.
Im Garten wuchs Kohl, Kartoffeln, Möhren und Salat. Getreide musste gekauft, oder getauscht werden. Ausser einer einzigen Sorte ganz kleiner saurer Äpfel (was daraus gemacht wurde, weiss ich bis heute nicht) wuchs hier auch kein Obst. Ich habe mich gefragt, weshalb hier alte Kirschbäume stehen, die aber nie Kirschen trugen? Das Wenige, was Klima und Boden hergab, wurde kreativ ergänzt. Aus Blättern(!) von Kirsch- und Nussbäumen wurde z.B. durch Auszüge Likör hergestellt, aus den runzligen Äpfeln Schnaps gebrannt.
Und ich warte seit 15 Jahren auf Nüsse an unseren gepflanzten Bäumen ... Und wenn dann durch günstige Frühjahre mal 5 Nüsse dran waren, haben sie die Eichhörnchen geholt. Das lässt sich fortsetzen mit Anbauversuchen von Bärlauch, Maiglöckchen, Zwetschgen - Arten, die es hier nie gegeben hat. Der Boden hier ist sauer und entsprechend muss der Kulturboden aufbereitet werden, um ganz verschiedenen Ansprüchen der Pflanzen zu genügen.

Ausserdem laden wir die Mundräuber geradezu ein, an unseren Anbau- und Aufzuchtversuchen teilzuhaben. Die Mittelgebirge sind ursprünglich keine Region für Graureiher. Mit der ersten Teichanlage mit Fischbesatz, sind sie ständige Gäste geworden und ausgesprochen erfolgreich. Fuchs, Habicht, Marder & Co hat es hier schon immer gegeben, aber, mit den menschlichen Versuchen, hier etwas für den Verzehr anzubauen oder aufzuziehen, ist ihr (Über)leben wesentlich einfacher geworden.

Und deswegen tun sich dies nur wenige Individualisten an, die immer auf der Suche nach einem Kompromiss sein sollten, in Abhängigkeit von Region und Klima, zwischen den Ansprüchen an die Neuzeit und der Sehnsucht nach dem einfachen Leben einen möglichst wenig frustrierenden Kompromiss zu finden.

Soweit bin ich inzwischen schon, dass ich innerlich lächelnd und ohne neidisch zu werden über Beiträge hinweg lese, wo Neulinge Pflanzen anbauen, deren Namen sich mir erst nach der I-Net Recherche erschliessen würden, anstatt erstmal mit Kartoffeln zu beginnen ...

Re: Euer SV-Ärger der Woche?

Verfasst: Mi 6. Aug 2014, 11:22
von Olaf
Also ich finds ja sinnvoller, bei dem jeweiligen Produkt-/ problemthread zu jammern. :lol:
Schon für den Fall, das einer ne Lösung anzubieten hat. Ich habe keine Lust, mir dutzende Jammerseiten reinzuziehen, wenn ich mich dunkel erinner, dass da vor zwei Jahren mal einer was zu geschrieben hat.
Ansonsten find ichs hier genauso gut aufgehoben, das ist doch hier zum jammern?
Wenn es, und ich glaube Thomas/V. eher so verstanden zu haben, darum gehen soll, was ist effizient, was lohnt sich, für solche Betrachtungen bin ich immer zu haben. Wenngleich das pauschal nicht gehen wird. Aber auf Lunas Kommentar hin, dass Anfänger öft die exotischten Sachen anbauen statt Kartoffeln, könnte es ja sinnvoll sein. (Auch wenn Centauri und ich auch aus Überzeugung keine Kartoffeln anbauen :lol: Immerhin haben wir Gründe und es früher gemacht. )
Olaf

Re: Euer SV-Ärger der Woche?

Verfasst: Mi 6. Aug 2014, 12:15
von Manfred
Ich hab jetzt mal einige Beitrage rausgepickt und einen neuen Thread damit eröffnet.
Eine richtige Trennlinie war nicht zu finden. Also seit mir bitte nicht böse, wenn der eine oder andere Beitrag zu viel oder zu wenig verschoben wurde.

Re: Euer Selbstversorger-Ärger

Verfasst: So 10. Aug 2014, 11:53
von Luna
Ein Bild mit glücklichen Kaninchen vom Juli des Jahres:
IMG_0489_II.JPG
2014-08-10 11.21.55_II.jpg
Dahin gerafft innerhalb eines Tages!

Re: Euer Selbstversorger-Ärger

Verfasst: So 10. Aug 2014, 12:03
von Reisende
was ist passiert????

Re: Euer Selbstversorger-Ärger

Verfasst: So 10. Aug 2014, 12:19
von Luna
Ich kann nur die Symptome beschreiben:

Die Tiere legen sich auf eine Seite und machen nur noch spastische Bewegungen.
Innerhalb von 3 -6 Stunden verenden sie dann. Keine Anzeichen von äusseren Verletzungen, getrübter Augen
Nasen oder Mundausfluss; auch der Kot war bis dahin normal.
2 Jungtiere, die 4 Wochen älter sind, vor 2 Wochen von ausserhalb gekommen sind
und zusammen mit den kleineren untergebracht waren, leben (heute) noch.

Re: Euer Selbstversorger-Ärger

Verfasst: So 10. Aug 2014, 12:55
von Mika
Gift?
Waren die alle zusammen oder die Überlebenden extra?

Re: Euer Selbstversorger-Ärger

Verfasst: So 10. Aug 2014, 13:16
von Thomas/V.
Tut mir leid.
Wenn sie nicht gegen RHD geimpft wurden, würde ich auf RHD tippen. Die Tiere verbluten innerlich und ersticken am Blut in der Lunge. Muskelspasmen gehören da auch dazu (Rückenverbiegen). Meistens sterben sie inerhalb weniger Stunden und sehen bis dahin gesund aus.
Seit ich die RHD einmal hatte und sämtliche Jungtiere eingangen sind, lasse ich sie jedes Jahr impfen.

Re: Euer Selbstversorger-Ärger

Verfasst: So 10. Aug 2014, 14:08
von Luna
Mika hat geschrieben:Gift?
Waren die alle zusammen oder die Überlebenden extra?
Die waren zusammen untergebracht
Thomas/V hat geschrieben:
Nein, geimpft waren sie nicht. Ist es denn - wirtschaftlich betrachtet - sinnvoll, Kaninchen impfen zu lassen, wenn die Juntiere doch schon mit ca. 12 Wochen zu schlachten sind, weil sie danach kaum noch an Gewicht zulegen? Eine Impfung bei dieser von dir - auch als "Chinaseuche" bekannt - genannten Krankheit, können Jungtiere ohnehin erst im Alter von 4-6 Wochen erhalten.
Ich erinnere mich, dass hier in der Region Leute die gewerbliche Kaninchenhaltung aufgegeben haben, weil die Ansteckungsgefahr immer sehr hoch war. Die Möglichkeiten einer Ansteckung durch die Vielfalt der Übertragungswege (Insekt-Kaninchen, Futter-Kaninchen, Mensch-Tier, Tier-Tier) hat die Halter resignieren lassen. Im Supermarkt gekaufte Kaninchen bekomme ich frisch unter 10 € pro Kilo und die Medikamentenbelastung dürfte dann ziemlich die selbe sein, wie bei den Eigenen.