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Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens
Verfasst: Mi 18. Jul 2018, 09:10
von hobbygaertnerin
Ich hab gestern einen Eimer Klaräpfel zu einer Freundin gefahren, das ganze Auto duftete so gut nach den Äpfeln.
Freundin erzählte mir, dass sie aus gekauften Äpfeln ein Mus gekocht und es weggeschütet hat, weil es so geschmacklos war.
Also bild ich mir das doch nicht ein, dass Duft, Geschmack was ausmacht.
Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens
Verfasst: Mi 18. Jul 2018, 09:29
von Minze
Küken aufwachsen zu sehen ist immer schön

- k-DSC01326.JPG (100.53 KiB) 2224 mal betrachtet
Klaräpfel habe ich auch und der Duft ist wirklich wunderbar.
Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens
Verfasst: Mi 18. Jul 2018, 16:59
von Maisi
@hobbygärtnerin
Kann ich bestätigen. Normalerweise mache ich Apfelmus auch immer aus Klaräpfeln. Letztes Jahr gabs keine, also hab ich es aus anderen, eigentlich zum essen guten (eigenen) Äpfeln gemacht. Ergebnis: im Vergleich total fad. Dieses Jahr gibt's zum Glück wieder viele Klaräpfel *freu*
Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens
Verfasst: Do 19. Jul 2018, 07:47
von hobbygaertnerin
Wir haben nach den Klaräpfeln einen Baum, wir nennen sie Frauenäpfel, weil sie um die Zeit von Mitte August reif werden, ausserdem den Jakob Fischer-Apfel,
aus denen wird auch ein sehr guter Kuchen, Apfelstrudel und ein wohlschmeckendes Apfelmus, aber an den weissen Klar-Apfel kommen sie auch nicht ran.
In unserer Zeitung stand neulich ein Artikel, dass sich eine Gruppe befasst, um Zeitzeugen aus verschiedenen Epochen zu suchen und deren Wissen an die heutige Zeit weiter zu geben.
Unter anderem ist ein Vortrag über die Haltung von Hühner, Kaninchen, Tauben geplant, die früher als Fleischlieferanten eine wichtige Rolle spielten. Ein weiteres Mal über die Haltung von Ziegen und Schafen früher und um die Futterversorung früherer Zeit für diese Tiere.
Einmal soll über die Selbstversorgergärten referiert werden.
Und alles aus der Brille- weil es früher solche Not gab, mussten die Leute selbst was machen.
Eigentlich ist das traurig, dass das nur aus der Sicht von Not und Armut gesehen wird,
es geht sehr vile Wissen und Können verloren und auch ein Stück Bewusstheit, dass Essen einen Wert hat.
Kann man eh alles zu jeder Zeit kaufen.
In vielen Wohngebieten dürfen heute gar keine Hühner mehr gehalten werden, Kaninchen zur Fleischerzeugung zu halten, ein heisses Thema.
Die Gärten werden zu reinen Erholungsoasen, wo der Ropbotter den Rasen mäht, die Äpfelbäume stören, weil sie den Robotter bei der Arbeit behindern,
hab mich da schon öfters gefragt, sind wir jetzt reicher, weil wir uns das alles leisten können oder ärmer geworden,
weil uns sehr viel verloren geht?
Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens
Verfasst: Do 19. Jul 2018, 10:40
von 65375
In der Woche nach Ostern waren wir in Franken in einem Weingut, wo es auch Mollebuschbrand gab. Meine definitiv liebste Birnensorte, typisch für Mainfranken und Rhein-Main und sonst nirgends heimisch. Eigentlich eine Sorte, die nur zum Brennen angebaut wird, aber als Kind wußte ich das ja nicht, und das griesige Innenleben war mir unendlich viel lieber als jede zarte Williams (die sich bei uns den Baum mit der Mollebusch teilen mußte).
Nun hatte der Winzer auch einen Mollebuschbaum hinterm Haus und ich zuhause im Garten ein Wurzelausläuferbäumchen, der auf Veredlung wartet. Einen ordentlichen Zweig hat er mir geschenkt und ich habe, wohlwissend, daß die Bedingungen nicht den Regeln entsprechen, den Zweig nass eingepackt und zuhause nochmal drei Tage gekühlt, in der Hoffnung, daß er glaubt, es sei wieder Winter.
Dann hab ich drei kleine Zweigabschnitte mit banalem TE SA Krepp auf mein Bäumchen veredelt, wegen der Hitze mit unserm ungenutzten Thermokomposter beschattet - und recht flott die Hoffnung aufgegeben. Zu heiß, zu trocken, die Reiser waren eh zur falschen Zeit geerntet und schon im Saft. Beim Winzer hatten wir schon ein Weiderkommen im August angekündigt, um dann Okulationsreiser zu holen. Hab eh nur Okulation gelernt eigentlich.
Heute hab ich gesehen, daß eins, nur eins der drei Zweiglein ein Blättchen treibt!!!

Boah, bin ich happy!
Mit unserm hiesigen größten Obstbauern habe ich schon ausgemacht, daß ich im August einen Reiser Gute Luise zur Okulation kriege, dann kann das Bäumchen wachsen. Vielleicht mach ich dann noch zwei Sorten drauf, aber das hat dann Zeit.
Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens
Verfasst: Do 19. Jul 2018, 10:46
von Maeusezaehnchen
Ich finde es auch komisch, dass man von vielen belächelt wird, wenn man von SV-Garten redet und dass man sich was für die Winter haltbar macht.
"Das kann man sich ja eh alles kaufen"
Eben nicht.... zumindet wenn man sich nicht vom Einheitsbrei ernähren will und weiß wie gut Selbstgemachtes schmecken kann. Das sind aber auch die, die sich total über die Leckereien als Mitbringsel freuen, weil so was gutes bekommt man nirgenst.
Heuer hab ich mir bis jetzt schon brav mitgeschrieben, was ich so ernte und was das im Bio-Laden kosten würde. Bis jetzt sind ja noch nicht die großen Erntemengen wie Trauben, Kartoffeln, Tomaten usw und trotzdem hab ich schon ganze 40kg rein aus meinem Grundstück geholt. Die vielen Kilos die gar nicht ins Haus kommen weil sie zuerst im Bauch sind sind da natürlich nicht dabei.
Und das schönste daran ist, das meine Kids - vor allem die Große mit 12 Jahren - total gerne im Garten was holen und sie sagen, dass sie mir immer wieder helfen wollen, weil sie ja später auch mal was selbst anbauen wollen.
Das bringt mir auf jeden Fall Hoffnung für die Zukunft.
Dass wir dank dem "netten Nachbarn" keine Hühner haben dürfen nur weil wir um 1 Grundstück nicht im Dorfgebiet sondern im Wohngebiet sind und der andere Nachbar im Dorfgebiet schon einen Hahn haben darf ist mehr als eigenartig.... aber was soll´s. Wir haben Wachteln und 2 Streichelhasen. Das Fleich holen wir uns von den umliegenden Bauern. Die melden sich, wenn sie schlachten und man bekommt es noch zu moderaten Preisen.... und wir wissen wie die Tiere leben.
Schwierig wird es nur, wenn die Zeiten mal schlechter werden. Dann weiß keiner mehr, wie er selbst zu Nahrung kommt die nicht fertig in die Mikrowelle oder ins Rohr kommen. So weit will ich meine Mädels schon in die SV "einschulen" damit sie sich dann weiterhelfen können.
Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens
Verfasst: Do 19. Jul 2018, 11:06
von Maisi
Maeusezaehnchen hat geschrieben:Ich finde es auch komisch, dass man von vielen belächelt wird, wenn man von SV-Garten redet und dass man sich was für die Winter haltbar macht.
"Das kann man sich ja eh alles kaufen"
Eben nicht.... zumindet wenn man sich nicht vom Einheitsbrei ernähren will und weiß wie gut Selbstgemachtes schmecken kann. Das sind aber auch die, die sich total über die Leckereien als Mitbringsel freuen, weil so was gutes bekommt man nirgenst.
Ganz genau. Ich muß mir auch ständig anhören: "Boah, also das wär mir zuviel Arbeit, das lohnt sich doch nicht" oder "Sowas würd ich mir nie antun". Oder auch schon oft gehört: "Also wenn das mein Garten wär, würd ich das meiste von den ganzen Beerensträuchern rausreißen!" (der Spruch kam die letzten Wochen, wo ich dauernd am Beeren ernten und verarbeiten war...)
Aber daran schließt sich meistens an, daß das gekaufte Gemüse und Obst nach nix mehr schmeckt.
Und ehrlich gesagt ärgert es mich schon immer wieder, daß man sich für SV fast schon rechtfertigen muß. Natürlich geh ich keine 40 oder noch mehr Stunden in der Woche einer Lohnarbeit nach, das ginge gar nicht, weil ich das alleine sonst gar nicht alles schaffen würde. Ich komm dafür aber pro Monat mit 75 Euro für Lebensmittel, Getränke, Drogerie-/Hygieneartikel aus. Wenn ich das dann erzähle, schauen mich alle nur mit riesen Augen an und fragen: im MONAT???
Merke grad, das Posting würde eigentlich eher in den SV-Ärger-Thread passen...

Also dann freue ich mich darüber, daß ich nicht 8 Stunden am Tag in einem Büro eingesperrt bin. Und meine Lohnarbeit ermöglicht mir, notwendige Schreibtischarbeiten zu Hause im Home-Office zu machen, was ich jetzt grad aufm Balkon mit Laptop tue

Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens
Verfasst: Do 19. Jul 2018, 11:31
von osterheidi
also ich freue mich auch über das was ich selber direkt ohne tauschprozess nutzen kann. vor jahren habe ich einen Tag meiner Arbeit dauerhaft reduziert, damit ich mich mehr um sv , grundstück etc. kümmern kann. und das bedeutete bei mir schon einiges an einkommen einbuße. ich bereue es trotzdem nicht.
Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens
Verfasst: Do 19. Jul 2018, 12:30
von strega
hey, nö, dieses Thema gehört nicht in den SV-Ärger
ich arbeit im Sommer so etwa 10 Stunden die Woche für die Kohle, ansonsten mach ich den Garten und geh ans Meer und amüsier mich...
komm immer mehr zur Überzeugung, dass jede Stunde im Garten der pure Genuss ist
und brauch jedes Jahr eh weniger Geld.
Ist mir inzwischen absolut egal was andere sagen. Ich hab Freunde die auf ner ähnlichen Schiene fahren und das ist gut fürs Gemüt. Und wenn ich andere treff, die provozier ich dann gern auch mal etwas... gibt ja auch Leute die sich dann doch einen Topf Basilikum und eine Strauchtomate auf die Terrasse stellen, auch wenn sie vorher stolz drauf waren nix mehr im Garten machen zu müssen wie Papa damals noch, und den Olivenhain verkloppt haben... is ja uncool für die junge Generation...
aber was solls, die die irgendwo offen für SV sind, irgendwo reicht ja, die kann ich provozieren, vielleicht am Strand oder beim Wasserholen, und dann läuft da was, wie auch immer, irgendwann und irgendwo. Und darüber freu mich mich irgendwann.
Freu mich aber garantiert täglich und stündlich, wenn was bei mir läuft und bei guten Freunden

Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens
Verfasst: Do 19. Jul 2018, 16:46
von kaliz
Hab gestern Gurken (von denen ich momentan überreich habe) gegen eine große Menge Feigen (von denen ich leider noch keine habe), frisch vom Baum, eingetauscht.
Win win für Beide Parteien.