Interessanter Thread. Hat gut mir getan darin etwas zu lesen und zu sehen, dass sich in Deutschland auch noch andere für so etwas wie nachhaltige Landwirtschaft interessieren und dabei auch die interessanten Entwicklungen in diese Richtung in anderen Ländern im Auge behalten.
Ich habe auf dieser Seite auch mit der Suchfunktion keinen Hinweise auf das "Salatin Semester" (
http://salatinsemester.com/ ) gefunden und weise daher hier darauf hin. Ich selber war durch das Interview von Joels Salatin mit Chris Martenson (
http://www.peakprosperity.com/podcast/9 ... ve-farming ) auf den Film "Polyfaces" aufermerksam geworden. Der Film hat mich dann dazu gebracht mir das "Salatin Semester" zu bestellen.
Die 12 DVDs habe ich mir inzwischen alle jeweils mindestens einmal angesehen. Ich fand das sehr interessant und lohnend. Ausserdem gehört dazu noch ein Buch in dem jede Menge Fragen beantwortet und Praktische Tipps gegeben werden. Angeregt durch das Salatin Semester habe ich mir auch den Vortrag von Allan Savory über Holistic Management (
https://youtu.be/kvpeLFrk5io ) angesehen und der wiederum hat mich dazu gebracht auch das Buch von Andre Voisin über die Weidewirtschaft (
Grass Productivity: An Introduction to Rational Grazing ) weitgehend zu lesen. Joel Salatin erwähnt es allerdings auch. Von Voisions Buch gibt es auch eine deutsche Übersetzung ( Die Produktivität der Weide), die aber vergriffen ist.
Letztes Jahr habe ich mir übrigens auch jei ein 3-tägiges Seminar bei Sepp Holzer (
http://www.seppholzer.at ) und bei John Jeavons (
http://www.johnjeavons.info/john-jeavons.html ) sowie eine Besichtigung des Kramterhofes (
http://www.krameterhof.at ) und der Singing Frogs Farm (
http://singingfrogsfarm.com/ ) gegönnt, und ich habe mir auch die DVD von Mark Shepard ( Restoration Agriculture) angesehen und das gleichnamige Buch von ihm gelesen. Siehe dazu auch meinen Blogbeitrag:
http://www.freizahn.de/2015/03/restauri ... irtschaft/
Unter
http://www.freizahn.de/category/landwir ... gartenbau/ habe ich auch noch andere Blogbeiträge zum Thema Landwirtschaft und Gartenbau.
Auch habe ich mir den "Ecology Action: 2 Week Farmers course" gekauft und angsehen, der hier auch einige interessieren könnte:
https://vimeo.com/ondemand/ecologyaction
Der Grund warum mich das alles interessiert ist, die extreme Fragilität der industriellen Landwirtschaft. Ein Zusammenbruch des globalen Handels, z.B. durch Krieg, wie im ersten und zweiten Weltkrieg, oder ein gezielter Angriff auf die technische Infrastruktur, z.B. mit einer Atomwaffe wie in "One Second After: Die Welt ohne Strom" (siehe auch
http://www.freizahn.de/2014/08/weitere- ... thema-emp/ ), würden heute in sehr kurzer Zeit zu der vermutlich katastrophalsten Hungersnot führen, die Deutschland und Europa je erlebt haben.
Der andere Ansatzpunkt ist der Roman "A World Made by Hand" von James H. Kunstler, der das Leben im Nordosten der USA einige Jahre nach dem Zusammenbruch der heutigen Industriegesellschaft zeigt, nachdem die Bevölkerung durch Kranhheiten, Hunger und Gewalt schon um ca. die Hälfte geschrumpft ist. Wie würde Landwirtschaft dann hier in Deutschland funktionieren? Was könnten wir tun um die Zahl durch Hunger und dessen Nebenwirkungen umkommenden Menschen bei der bei einem wie auch immer verursachten Zusammenbruch der Handelströme und unserer Industriegesellschaft zu vermindern? Wie könnten wir langfristig möglichst viele Menschen in Deutschland ernähren und wie könnte man in Afrika und Asien nachhaltig mehr Nahrungsmittel produzieren, die Bodenqualität verbessern und damit auch Fluchtursachen reduzieren.
Vor diesem Hintergrund frage ich mich, ob es nicht vernünftig wäre, und wie man es anstellen könnte, eine nachhaltige Landwirtschaft mit den Methoden von Joel Salatin, Sepp Holzer, Mark Shepard, John Jeavons usw. aus sicherheitspolitischen Gründen zu bewerben, zu fördern und zu realisieren. Das könnte aus staatlicher Sicht passieren. Immerhin würde so eine Hungersnot wie sie unserer Land erwartet weit mehr Menschenleben kosten als die beiden Weltkriege. Ausserdem könnte man überlegen, wie man der Bevölkerung glaubwürdig Nahrungsmittelsicherheit verkaufen könnte, die ja dann auch noch, wie bei Joel Salatin und John Jeavons, zugleich auch mit einer Verbesserung der Qualität der Nahrungsmittel und der Ernährung und damit auch mit gesundheitlichen (und gesundheitspolitischen) Vorteilen verbunden wäre.
Ein wichtiges Werbeargument wäre dann auch noch, dass mit diesen Methoden von Joel Saltin, John Jeavons, Mark Shepard usw. auch noch die Bodenerosion vermindert oder verhindert, die Bodenqualität verbessert, der Verbrauch an nicht erneuerbaren Rohstoffen vermindert und, umwelt und klimapolitisch ganz, ganz wichtig, die Einlagerung von Kohlenstoff in der Erde drastisch gesteigert und damit die Zunahme des CO2-Gehaltes der Atmosphäre gestoppt oder sogar reduziert werden könnte.