Zu mahalaxmi Aussagen:
Ich kann durchaus nachvollziehen, dass man einen kleinen (ungewollten) Überschuss weiterreichen kann und ich würde es ebenfalls als schlecht empfinden, wenn ich diese Lebensmittel verderben lasse und in den Müll schmeißen würde.
Ich denke aber, dass es Beschränkungen gibt, denen wir derzeit einfach mal unterliegen. Ich habe mich in diesem Thread vor längerer Zeit eingeklickt,weil ich die Selbstversorgung als ein durchaus erstrebenswertes Ziel ansehe, aber davon überzeugt bin, dass es derzeit in D keine Möglichkeit gibt, sich vollständig aus allen Geldkreisläufen auszuklinken. Ein Beispiel ist die Krankversicherungspflicht....
Also muss ich mich nach Möglichkeiten umsehen, mein Leben der Selbstversorgung anzupassen und trotzdem (ein bisschen) Geld zu verdienen. Ich persönlich würde es halt schön finden, wenn ich dass was ich selbstversorgerisch ohnehin mache, ein bisschen ausdehne und somit einen Überschuss zum Verkauf habe. Eine solche Tätigkeit würde sich am nahtlosesten in den SV-Alltag einbringen lassen.
Um beim Beispiel Krankenkasse zu bleiben: Dafür brauch ich gute 250-300Euro im Monat. Wenn ich jeden Monat 300Euro durch Verkauf von selbsthergestellten Produkten verdiene, ist das in D nunmal gewerblich. Ob ich das nun schön finde oder nicht.
Gewerblich => Ich unterliege gewissen Vorschriften und die sind meiner Meinung nach schwer zu durchblicken. Was ich nun aber schonmal weiß, ist dass eine Küche zur gewerblichen Verarbeitung verdammt vielen Regeln unterliegt und mit recht hohen Kosten verbunden ist. Die Kosten muss ich erstmal wieder rein bekommen, bevor ich meine 300 Euro für die Krankenversicherung verdiene.
Und da sind wir an dem Punkt angekommen, wo es ärgerlich wird, wenn der Markt mit Dumpingpreisen ruiniert wird. Wobei ich den Markt als einen tatsächlichen Ort ansehe: Wenn ich einen Marktstand habe und (klein-)gewerblich meine Produkte zu kalkulierten Preisen anbiete und neben mir steht irgendein Hobby-Marmeladen-Hersteller*, der aus reinem Spaß an der Freude Marmeladen produziert und sie für 1 Euro verschärbelt, hab ich keine Chance mehr etwas zu verkaufen.
Da wird für mich der Markt gestört.
Nicht gestört wird er meiner Meinung nach, wenn in der heutigen Zeit jemand privat unter Freunden mal ein Glas Marmelade für ein, zwei Euronen weitergibt. D
*Dieser Hobby-Produzent wird nicht auf das Geld durch den Verkauf angewiesen sein, sonst würde er ja andere Preise machen. Ich bin es aber.
Also liebe mahalaxmi, ich verstehe deine Grundgedanken und finde sie auch erstrebenswert. Aber sie haben mit der derzeitigen Sitution in D nichts zu tun und sind deshalb nicht pauschal umsetzbar. Das ist ein Prozess und Prozesse brauchen ihre Zeit.
Günther, du wohnst nicht in Deutschland, bist nicht bürokratie-gehirngewaschen und darum kapierst du mich hier wohl als Einziger.
Der Rest sollte erst mal bei mir mitdenken, statt zu glauben, ich dächte bei ihren Beiträgen nicht richtig mit oder läse zu oberflächlich!
Wir - die sich hier zum Thema austauschen - sind nicht bürokratie-gehirngewaschen. Finde ich ehrlich gesagt unverschämt sich so zu äußern. Wir versuchen nur unsere Existenz auf einem halbwegs sicheren Fundament aufzustellen. Der / die ein oder andere hat vielleicht auch noch Kinder für die Verantwortung getragen werden muss.
Von daher erhoffe ich mir hier im Thread weitere Ratschläge wie man vorankommen kann, genügend vom notwendigen Übel Geld verdient und dabei ruhig schlafen kann.
