Seite 10 von 14

Re: Vögel füttern

Verfasst: Mi 24. Jun 2015, 15:25
von lianehomann
Zwar ist die Ganzjahresfütterung noch umstritten, aber mich haben folgende Argumente überzeugt: Durch die teilweise ausgeräumten bereinigten Landschaften fehlen mehr und mehr die natürlichen Nahrungshabitate. In einer Ganzjahresfütterung wird daher lediglich versucht diese nahrungsmindernden Einwirkungen zu kompensieren. Bei Schlechtwetterperioden können die Ganzjahresfutterstellen als unterstützende Nahrungsquellen in Notlagen genutzt werden. Aber Vögel müssen, bevor die Notlage kommt, den Futterplatz kennen, sonst sind sie ausgebrannt, bevor sie ihn gefunden haben. In einem anderen Faden dieses Forums wurde schon festgestellt, dass die Menge der Insekten erheblich zurückgegangen ist. Auch Samen gibt es immer weniger u.a. aufgrund der früh gemähten Wiesen. Um ausreichend Insekten zu finden zur Aufzucht der Jungen müssen die Vögel viel mehr fliegen als früher, das kostet unglaublich Energie. Da hilft es wenn sie durch Fettfutter Treibstoff zum Fliegen bekommen.
http://www.nabu-bremen.de/index.php?opt ... Itemid=604

Re: Vögel füttern

Verfasst: Mi 24. Jun 2015, 15:41
von Rati
Hi lianehomann

ich kann die Argumentation schon verstehen, allerdings handelt Tiere (mensch wie Vogel) bei einfach erreichbaren ständig vorhandenen Nahrungsangeboten immer auf die gleiche Weise sie nutzen sie mehr und mehr und stellen sich darauf ein.
lianehomann hat geschrieben:...In einem anderen Faden dieses Forums wurde schon festgestellt, dass die Menge der Insekten erheblich zurückgegangen ist
hab ich so in diesem traed nicht gelesen.
Die Meinung war eher gemischt.
Bei uns brüten die Meisen zum !dritten! Mal, gab also genug Insekten für die Brut und die Alten.

Und NABU & BUND in allen Ehren, auch die haben nicht immer die richtigen Schlussfolgerungen.

Ich will keinem die Freude daran nehmen, sicherlich werden dadurch auf kurze Sicht keine Generationen adipöser Singvögel zu erwarten sein (langzeitwirkungen müssen leider immer erst abgewartet werden), aber es wird damit wieder nur das Symptom glattgestreichelt.
Und die Ursachenbeseitigung vernachlässigt.

Grüße Rati

Re: Vögel füttern

Verfasst: Mi 24. Jun 2015, 17:42
von lianehomann
Wie in so vielen Fällen ist's so eine Sache mit der absoluten Wahrheit, es streiten sich die Wissenschaftler und so sucht sich jeder das raus, was ihm näher liegt. Nun jedenfalls in meinem Garten trage ich auch zur Ursachenbeseitigung bei, was ich kann.

Re: Vögel füttern

Verfasst: Do 25. Jun 2015, 11:03
von Rati
@ lianehomann :daumen:

und was natürlich schön an so einer Dauerfütterung ist, du kannst sehr einfach Vögel beobachten.
Da muß ich halt drauf verzichten bzw mich mehr für anstrengen. :aeh:

Grüße Rati

Re: Vögel füttern

Verfasst: Mi 8. Jul 2015, 11:50
von Kalinka
Ich füttere immer Vögel. Meine Hühner zum Beispiel :lol:
Grundsätzlich nehmen wir immer Brot mit wenn wir an den See fahren um Schwäne und Enten zu füttern. Im Garten haben wir Spatzen, Rotkehlchen, Amseln, sie bekommen aber gekauftes Vogelfutter. Die Häuschen hat mein Sohn aus Holz gemacht.

Re: Vögel füttern

Verfasst: Mi 8. Jul 2015, 12:34
von fuxi
Kalinka hat geschrieben:Grundsätzlich nehmen wir immer Brot mit wenn wir an den See fahren um Schwäne und Enten zu füttern.
Bitte kein Brot füttern. An den Stellen, an denen man füttert, ist man selten der/die einzige, der das tut. Dadurch ernähren sich die Tiere zu einem großen Teil von (Weiß-)Brot. Das macht die Wasservögel krank und fett (und kann zu Beginn der Brutzeit sogar zu Legenot und damit zum schmerzhaften Tod führen) und lässt das Gewässer eutrophieren, also "kippen", wodurch das Gewässer-Ökosystem zerstört (oder zumindest erheblich gestört) wird. Wenn ihr nicht aufs Füttern verzichten wollt, nehmt lieber Getreide (ungeschrotet, so keimt es wenigstens, anstatt zu faulen, falls zuviel gefüttert wird), gekochte Kartoffeln (in Maßen!) oder kleingerupfte Grünpflanzen, oder nehmt nächstes Mal die gesammelten Nacktschnecken aus dem Garten mit.

Vögel füttern im Winter versus Vogelschutz

Verfasst: Fr 8. Jan 2016, 21:25
von Benutzer 1612 gelöscht
[Themen zusammengelegt]

https://berlin.nabu.de/tiere-und-pflanz ... 15359.html

ein informativer Artikel des NABU
Einiges wusste ich bislang nicht. Es gibt auch eine "Anleitung", Futter-Mischungen selbst zu sammeln.

Re: Vögel füttern im Winter versus Vogelschutz

Verfasst: Sa 9. Jan 2016, 07:27
von Buchkammer
Beruhigend zu wissen dass man mit einem unaufgeräumten und naturnahen Garten mehr für die Wildvögel tun kann, als nur zu füttern. :aeh:

Zum Thema Futter: Das Kilo Premium-Streufutter kostet im NABU-Shop 3,58 Euro. :hmm: Ist wohl mehr als Spendenbeitrag zu sehen, denn im Fressnapf bekommt man das Kilo Wildvogelfutter, dass auch nicht schlechter aussieht, derzeit für 1,58 €.
In der Bucht kostet der 25 kg Sack Sonnenblumenkerne knapp 20 € und bei ebay kleinanzeigen läuft einer rum, der verscheuert 200 Meisenknödel für den selben Betrag inkl. Versand. ;)

Re: Vögel füttern im Winter versus Vogelschutz

Verfasst: Sa 9. Jan 2016, 12:11
von Benutzer 1612 gelöscht
Äh hast Du den Artikel wirklich gelesen? Und verstanden?
Sie verteufeln das Füttern aus einem Grund nicht: Weil es für bestimmte Personengruppen (Gehbehinderte und Kinder) eine der wenigen Möglichkeiten ist, diese Wildtiere in Ruhe aus der Nähe zu beobachten. Ansonsten ist das Füttern (von Ausnahmen abgesehen) ÜBERFLÜSSIG.
Also wenn Du auf Sparen aus bist und nicht gehbehindert, dann lass es einfach, hm? :)

Re: Vögel füttern im Winter versus Vogelschutz

Verfasst: Sa 9. Jan 2016, 12:50
von Buchkammer
Aso, dann dürfen laut Nabu nur Kinder und Gehbehinderte Vögel füttern? :hmm:

Na ich fütter trotzdem weiter - Sommer wie Winter. Denke nicht dass ich den Wildvögeln dadurch Schaden zufüge. Die wissen alleine, wann sie einen Wurm aus der Erde ziehen, ein Insekt verspeisen oder eben meine bescheidenen Gaben in Anspruch nehmen. Die schönen Erlebnisse am und um das Futterhäuschen lass ich mir nicht nehmen. :aeh: Wäre ja noch schöner, wenn andere bestimmen, was ich zu tun habe. :aeug: