Manfred hat geschrieben:Woraus schließt du, dass die Teilchenzahl gemeint ist?
ppm wird für alle möglichen Formen der Konzentrationsangabe verwendet. Auch für Volumen, Masse, etc.
ppm ist definiert als "parts per million", also "Teilchen pro Million (Gesamtteilchen)". Da es ein Anteil ist, ist die Grösse dimensionslos.
Volumenanteilsangaben sind bei Flüssigkeiten unsinnig, wegen der Volumenkontraktion (100 g Salz in 1 Liter Wasser geben 1.1 kg Salzwasser, aber eben nicht 1.1 Liter Salzwasser). 1 Liter Alkohol und 1 Liter Wasser zusammengegossen sind nicht exakt 2 Liter Gemisch, nicht 50 Gewichtsprozent Alkohol in der Mischung und auch nicht eine 50%ige Alkohol-Wasser-Mischung, denn es sind mehr Wasser- als Alkoholteilchen vorhanden. Gemacht wird es trotzdem, z.B. bei Mischvorschriften (2% Öl-Benzin-Gemisch), wenn der Fehler klein und das Abmessen von Volumen bequemer ist als einwiegen.
ppm ist in Gasen (und nur dort) gleichzeitig eine Volumenanteilsangabe, weil ein Mol Gasteilchen unter Standardbedingungen immer gleichviel Volumen einnimmt (die berühmten 22.4 Liter bei 1 bar und 20 Grad C) und sich die Teildrücke und also auch die Volumenanteile der Komponenten proportional zu den Mischungsanteilen verhalten.
Nitrat ist eine Leitsubstanz für die Belastung eines Trinkwassers durch Landwirtschaft (ausser in der Nähe von Flugplätzen), auch wenn es direkt nicht giftig ist. In funktionierenden Ökosystemen mit geschlossenem Nährstoffkreislauf ist im Abflusswasser (dem Niederschlagsüberschuss, der nicht von den Pflanzen verbraucht wird und abfliesst) kaum Nitrat vorhanden, auch wenn diese Systeme wie der Regenwald höchst produktiv sind.
Will heissen: hoher Nitratgehalt im Abflusswasser bedeutet, dass mehr Stickstoff an die Pflanzen gegeben wird, als diese aufnehmen können. Mit anderen Worten: Überdüngung.
Die meisten natürlichen Ökosysteme sind stickstofflimitiert, und die Pflanzen sind sehr effizient in der Aufnahme von Stickstoff. Nitratarmes Abflusswasser bedeutet deshalb nicht unproduktive Vegetation (genauso wenig wie sich der Reichtum der Bevölkerung an der Menge Geld ablesen lässt, das auf der Strasse herumliegt).
Wenn also unter landwirtschaftlichen Nutzflächen Nitratbelastung des Wassers auftritt, wird wesentlich mehr Stickstoff zugeführt, als in der Vegetation gespeichert und/oder als Ernte vom Feld gefahren wird (wozu auch Milch, Fleisch usw. gehören).
Ausnahmen gibt es etwa bei Windwurfereignissen, wo in wenigen Jahren trotz üppiger Kahlschlagflora der Stickstoff, der vorher in den Feinwurzeln und im Laub und Feinreisig der Bäume enthalten war, frei wird.
Leider wirkt Stickstoffüberdüngung ertragsfördernd und ernteverfrühend. Es besteht also seitens der Landwirtschaft ein finanzielles Interesse (oder Zwang, je nach Standpunkt) daran, zu überdüngen.