Guten Morgen, schön, wirklich schön, dass wir wieder beim Thema sind.
Kurz o.t. Peter: Unser Missverständniss scheint zum Teil auch daran zu liegen, dass du Dinge, die von mir als Ergänzung gedacht sind, als Kritik verstehst. Sorry. Ja, du hast alle Einzelteile auf dem Radar; ja, du bist echt nicht dumm; ja, ich bin echt ne Pest, wenn es um Zusammenhänge geht, die ich nicht untern Tisch fallen lassen will. Können wir uns, so zum üben, für heute erst mal, darauf einigen, zu fragen, anstatt zu "beweisen", dass am eigenen Punkt doch was dran war?
Also, die Zusammenhänge.
Mr. Brown hat ne Menge Zeit und Arbeit darein investiert, die Zusammenhänge auf seinem Land zu erhalten, zu schonen, zu fördern und dann erst zu nutzen.
Konventionelle Äcker haben eher eine Abhängigkeit entwickelt, der Kontrolle durch den Bauern obliegt die Abfuhr und die Zufuhr von allem, sagen wir lieber Nötigen als Wesentlichen, denn grade reden wir ja nicht über "Murmeln" (das "Nötige"), sondern über Boden (das "Wesentliche").
Natürlich muss ich jetzt auch elegant um die Tatsache herum kommen, dass ich die Vorgänge in einem guten Boden nicht voll erfasse.
Bleiben wir mal beim Thema, denn das gute an der Verirrung grade ist, dass der Knackpunkt: "schadet Glyphosat, und wenn ja, wie sehr" in diesem Kontext eigentlich schön zu beantworten ist: wenn Ölkanne ansonsten durchaus recht haben könnte mit der Annnahme, Glyph´würde schnell vergehen und somit höchstens geringen Schaden verursachen können, ist es offensichtlich, dass es auf Mr. Brown´s Grund und Boden eine Schande wäre, zu spritzen. Da gäbe es null Nutzen und viel Schaden.
Das müsste doch Konsensfähig sein, oder?
(Dein Verdienst, Peter!)
Jetzt müsste ich, bevor ich mich den "Fraktionen" zuwende, noch was zur Denke sagen, zum Unterschied zwischen Dingen und Zusammenhängen:
Peter, auf Diagrammen hat man doch immer ne waagerechte und ne senkrechte Unterteilung. Also einmal die Dinge selber und dann die Zeit, zum Beispiel. Hier jetzt bitte langsam, denn da seh ich unser Problem.
Darf ich, ganz behutsam, als Beispiel das Steinmehl nehmen, ohne dass du dich kritisiert fühlst, weil ich aufführe, dass du, ähm, Äpfel mit Äpfelbäumen verglichen hast? Du hast deinen Garten 3 Jahre, Mr. Brown 22 - was glaubst du wohl, wieviel Eimer, sagen wir Granitstaub, in, na, 66 Jahren so in der Natur zusammen kommen? Frost, Wind, mal ne Lawine - dennoch, ich schätze, nicht mal ein Eimer pro Quadratkilometer.
Und das hat dann ne Körnung von Staub bis Krümel.
Während so ne Maschine, so ne große, innerhalb von Nullkommanix jede Menge Mineralien staubfein produziert. Fertig für Regenwurmmägen.
Ist halt, je nachdem unter welchem Aspekt man draufschaut, eben nicht ganz das gleiche.
-Die Reservefraktion wird nur durch starke mechanische Einflüsse verfügbar oder künstlich durch Steinmehl, mineralische Dünger
-Die nachlieferbare Fraktion ist weniger fest gebunden und wird zum Bsp. durch Wurzelausscheidungen bereit gestellt
-Die austauschbare Fraktion schlussendlich sind (wasser-)lösliche Elemente
Mineralien sind also einmal da, wenn der Bauer nen Sack Steinmehl kauft; aber in allem Kompost, den ich einbringe, sind auch Mineralien.
Und wenn meine Regenwürmer die fleissig zur Verfügung stellen, gehen sie in die Pflanze und wenn ich Ernte, kommen sie in meinen Bauch.
Wenn es Tieren futtern und diese auf dem selben Stück stehen bleiben und kacken, wo sie essen, habe ich da einen Kreislauf mit guter Bilanz.
Sonst nicht, egal, wie richtig deine Tabelle ist, verstehst? (Kreisläufe ja, woanders; und Bilanzen auch anders)
Wenn´s um Kreisläufe geht und einer mit Ebenen kommt, fehlt da noch was, ist der Kontext nur halb.
Der muss nicht mal ganz verkehrt sein, das ist unser Problem.
Nochmal langsam: Mineralien kommen als Reserve, als nachlieferbare und als austauschbare Fraktion vor, je nachdem, wie "alt sie sind".
Man kann sich nun die Kreisläufe anschauen, die auf Mr. Browns Land ablaufen und wie diese ineinandergreifen und sich dadurch ergänzen,
also durch Mehrfachnutzung "gute" Zahlen bei einer Bilanz ergeben;
oder nen Konvi-Acker, wo es keine oder weniger Kreisläufe gibt und ich einzelne Bilanzen erstellen muss, um dann in einer Gesamtbilanz auf, na ja, andere Zahlen zu kommen.
Ich denke, ein anderes Problem bei der Diskussion, bzw. bei der unterschiedlichen Denke ist die Tatsache, das auch Kreisläufe, hmm, "unterschiedliche Körnung" haben, also von Staubfein bis Dolomiten. Das Weltall ist einer, die Erde als ganzes ist einer, das Land von Mr. Brown ist auch´n Hügel, in dem Bild.
Wie die Kuh eiweissreiche Milch aus Gras macht ist einer, bzw. spätestens da müsste ich als Erbsenzähler schon drauf hinweisen, dass die Kreisläufe es an sich haben, ineinander zu greifen. Wenn man sie lässt.
(Und das macht es auch schwer, es zu kommunizieren.)
So, als Abschluss und weil ich es in einem meiner ersten Posts hier geschrieben hab und es untergeht, (nicht ganz zu Unrecht, Glyphosat ist grad ziemlich weit weg): der "Urzustand" was immer das nu genau ist, umfast nicht nur Gemüse. Da gibt es ja auch Bäume, Stauden und Einjährige, die ihre Wachstumsbedürfnisse, Kreisläufe haben. Mir ist das irgenwie komisch, von Kulturpflanzen auf die natürlichen Kreisläufe zu schliessen. Ich denk desshalb sind wir immer so schnell beim Stickstoff, den Murmeln. Aber es ist ein Punkt den Mr. Brown einbezieht, insofern sehe ich da ne Menge Relevanz. Für das "Wesentliche", nur indirekt für die Bilanzen. Und, lach, kaum für Glyphosat, das nimmt man ja nur, wenn man Natur "weg" haben will.
Hei, jetzt bin ich gespannt auf die Fragen. Sind hier, also im Glyph-Faden, denn noch welche übrig?
Könnten wir sie vielleicht doch erst hier sammeln, ich weis grad nicht so recht, wohin von hier aus.
P.S.: was mich jetzt interessieren würde wäre Reserve-, Nachlieferbare- und Austauschfraktion bei Kohlenstoff und Eiweisss.
Kohlenstoff ist dann wohl so was wie Kohle/Äste/Zucker, bei Eiweiss komm ich grad nicht weit.
Und ob das zu Kompost oder Boden oder sonst wohin gehört, weis ich auch nicht, ich brauch jetzt ne Pause, lach.