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Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: Do 22. Jun 2017, 09:24
von Rohana
In dem was ich an der Uni vom Modul Pflanzenschutz noch mitgemacht hab wurden durchaus die biologischen und mechanischen Möglichkeiten der Schadens- bzw. Schädlingsbekämpfung mit aufgezeigt, so es denn welche gibt. Die werden ja auch in der konvi-Landwirtschaft eingesetzt.

Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: Do 22. Jun 2017, 09:48
von Benutzer 72 gelöscht
Rohana hat geschrieben:In dem was ich an der Uni vom Modul Pflanzenschutz noch mitgemacht hab wurden durchaus die biologischen und mechanischen Möglichkeiten der Schadens- bzw. Schädlingsbekämpfung mit aufgezeigt, so es denn welche gibt. Die werden ja auch in der konvi-Landwirtschaft eingesetzt.
Rohana hat geschrieben:Ich war nie auf einer Landwirtschaftsschule.
???

Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: Do 22. Jun 2017, 12:53
von Benutzer 2354 gelöscht
es gibt gerade Aktuell im Obstbau sehr viele Umsteller auf Bio Anbau . Allein was fehlt sind die Kunden. Also soweit nichts neues alles Schwafelei und wenn es dann ans eigene Portemonnaie geht ist wieder geiz Geil, siehe Sahne , Butter .

Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: Fr 23. Jun 2017, 13:42
von Steinbock
@MeinNameistHASE
Und die Frage des Wollens ist auch berechtigt: Wo soll ein Landwirt die nötigen Arbeitskräfte hernehmen, wenn auf einmal 300ha Rüben gehackt werden müssen oder andere Sonderkulturen, die nur in begrenztem Umfang maschinell gepflegt werden können?
Biobewirtschaftung lässt die Aufwände für Dünger ganz und für PSMs vermutlich ebenfalls komplett wegfallen. Durch echte Biobewirtschaftung dürfte etwa der Zuckergehalt, aber auch der sonstige Mineralgehalt z.B. in Zuckerrüben sowie die Ertragsmenge deutlich höher liegen. Dadurch kann man den erhöhten Personalaufwand vermutlich ausgleichen.
Da müssen vorher ganz andere "Wollen" und entsprechende Rahmenbedingungen schaffen (Wirtschaft, Gesetzgebung, Verbände)
Ich denke dass Aufklärung sowohl bei den Erzeugern über die Möglichkeiten der Biobewirtschaftung als auch bei den Verbrauchern über die mangelhafte Qualität der normalen Lebensmittel den nötigen "Überzeugungs"druck bei den Verantwortlichen (Wissenschaft, Verbände etc.) herstellen kann. Wie würden Verbraucher wohl reagieren, wenn sie erfahren würden, dass sie mit echten Bioprodukten Geld sparen würden, weil sie aufgrund des duetlich höheren Mineralgehaltes weniger Essen (und weniger Nahrungsergänzungsmittel) kaufen müssten und dadurch auch noch etwas für die schlanke Linie und überhaupt etwas für die Gesundheit tun würde?

Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: Fr 23. Jun 2017, 13:55
von Peterle
Lt. Email von heute haben Campact und WeMove die 1Millionen Hürde geknackt und können in Brüssel vorstellig werden:
eine Million Europäer/innen hat für ein Glyphosat-Verbot unterschrieben – und nebenbei einen Rekord aufgestellt: Noch nie hat eine Europäische Bürgerinitiative (EBI) innerhalb von vier Monaten die Million geknackt! Wir haben die offizielle Hürde praktisch überrannt – jetzt muss die EU sich unseren Forderungen stellen.
Es dreht sich, auch wenn ich nicht an den Erfolg glaube.

Gruß

Peter

Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: Fr 23. Jun 2017, 14:47
von Benutzer 4754 gelöscht
Biobewirtschaftung lässt die Aufwände für Dünger ganz und für PSMs vermutlich ebenfalls komplett wegfallen.
Dünger kann nicht wegfallen,
das geht aus Prinzip nicht.

PSM könnte wegfallen, geht praktisch aber nicht.
Durch echte Biobewirtschaftung dürfte etwa der Zuckergehalt, aber auch der sonstige Mineralgehalt z.B. in Zuckerrüben sowie die Ertragsmenge deutlich höher liegen. Dadurch kann man den erhöhten Personalaufwand vermutlich ausgleichen.
wat soll das denn werden?
Das ist unmöglich und (der Mineralien Gehalt) absolut unnötig.

Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: Fr 23. Jun 2017, 14:50
von Peterle
@oelkanne,

da habe ich heute aber was ganz anderes gelesen und verlinkt bekommen. Das war bei Gabe Brown, ganzheitlicher Ackeranbau.
Vielleicht magst du dir die Mühe mal machen (ist auf Deutsch)? Sind ja 22Jahre Erfahrung und sollte auch für dich etwas beinhalten.

Gruß

Peter

Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: Fr 23. Jun 2017, 19:59
von Benutzer 4754 gelöscht
Peterle hat geschrieben:@oelkanne,

da habe ich heute aber was ganz anderes gelesen und verlinkt bekommen. Das war bei Gabe Brown, ganzheitlicher Ackeranbau.
Vielleicht magst du dir die Mühe mal machen (ist auf Deutsch)? Sind ja 22Jahre Erfahrung und sollte auch für dich etwas beinhalten.

Gruß

Peter
meinst du das:
http://ich-mache-boden-gut.de/?page_id=307?

Kurze Erläuterung hierzu:
Oelkanne hat geschrieben:
Biobewirtschaftung lässt die Aufwände für Dünger ganz und für PSMs vermutlich ebenfalls komplett wegfallen.
Dünger kann nicht wegfallen,
das geht aus Prinzip nicht.

PSM könnte wegfallen, geht praktisch aber nicht.
Durch echte Biobewirtschaftung dürfte etwa der Zuckergehalt, aber auch der sonstige Mineralgehalt z.B. in Zuckerrüben sowie die Ertragsmenge deutlich höher liegen. Dadurch kann man den erhöhten Personalaufwand vermutlich ausgleichen.
wat soll das denn werden?
Das ist unmöglich und (der Mineralien Gehalt) absolut unnötig.
Dünung:

Wenn ich ein Ernteprodukt von einer Fläche abfahre, so fährt da eine gewisse nährstofffracht (NPK und Konsorten) mit, Getreide Mais und Kartoffeln bestehen ja nicht nur aus Kohlenstoff und Wasser.
Diese Nährstoffmemge fehlt nun auf der beernteten Fläche ich muss sie also durch Dünung ersetzen.
Ob das nun Gülle oder Mineraldünger ist ist in der Hinsicht egal.
Aber daraus resultiert auch, das ein Betrieb der etwas an Produkten verkauft (Milch, Fleisch, Getreide etc) ohne auch Nährstoffe zu kaufen auf Dauer seinen Boden auslaugt,
das ist in der Biobranche leider gang und gäbe.
Mist auf dem Acker von Kühen die nur Wiesengrasfressen hilft dem Ackerboden, der Wiesenboden verarmt dadurch umsomehr (an P und K, N kann teilweise durch Leguminosen erschlossen werden aber auch nur unzureichend).

PSM könnte man weglassen, ja.
Aber das möchte z.B. bei Obst (Äpfeln) der Verbraucher nicht und bei anderen Früchten (Kartoffeln) kann es einen Totalausfall geben,
also fährt der Biobauer doch X-mal mit seiner Spritze durch...

Wenn biorüben den höheren (geldwerten) Ertrag hätten, würden alle Rübenbauern biorüben haben,
den haben sie aber nicht.
Fängt schon damit an das man die 1,7 fache saatstärke hat (ggü normal) und das Saatgut 25% teuer ist.
Geht damit weiter das der extrem Empfindliche Rübenkeimling ungeschützt ist, das versucht man durch die extrem hohe Saatstärke auszugleichen schafft RS aber nicht immer, d.h. es kann stellenweise oder ganzflächig zu wenig auflaufen.
Rüben reagieren wie Mais extrem auf Unkraut in der Jugendphase,
d.h. hacken hacken hacken pro ha etwa 200-300h macht schon mal 2550€ plus 3mal maschinenhacke,

so Rüben saubergehackt reihen sind geschlossen.

jetzt wirds warm und und etwas feucht:
die Rübe bekommt Blattkrankheiten,
hast du Cercospora und kannst nix gegen tun ist der Bestand nach 2-3 Wochen zusammengebrochen
dann ist Ende.

Warm/heiß und trocken:
Die Rübe hat kein Bock und lässt die Blätter hängen:
Darauf wartet nur das Unkraut und schies mit einem affenzahn als sog. Spätverunkrautung durch die Decke.
Wenn die Rübe die Blätter (durch regen) nicht sofort wieder hoch bekommt ist es vorbei,
ist der Regen aber zu lang kommen die Blattkrankheiten und dann die Spätverunkrautung.

Mittel gegen Spätverunkrautung und Blattkrankheiten?Sehr sehr früh Roden (Anfang September)
bevor der Dreck kommt.
Nachteil:
Man verschenkt Ertrag ohne Ende, den die Rübe eigentlich erst im September / Oktober generiert hätte,
auch doof.

Und nicht das es heißt ich denke mur das nur aus:
Der Lehrbetrieb hat 13ha Biorüben und zu Hause wohne ich mitten im Zuckerrübenanbaugebiet (alle normal)

Der Mineraliengehalt ist völlig Wurst.
Du wirst nach Masse bei einem mindestzuckergehalt bezahlt plus Zuschläge (höherer Zuckergehalt) und Abschläge (anhaftungen, Zuckergehalt zu gering, Melassebildner etc).

Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: Fr 23. Jun 2017, 20:52
von Benutzer 72 gelöscht
Oelkanne hat geschrieben:Der Mineraliengehalt ist völlig Wurst.
Du wirst nach Masse bei einem mindestzuckergehalt bezahlt
Da hast du den Unterschied zwischen Landwirt und Selbstversorger schön auf den Punkt gebracht ....

Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: Fr 23. Jun 2017, 21:18
von Steinbock
Oelkanne hat geschrieben: Wenn ich ein Ernteprodukt von einer Fläche abfahre, so fährt da eine gewisse nährstofffracht (NPK und Konsorten) mit, Getreide Mais und Kartoffeln bestehen ja nicht nur aus Kohlenstoff und Wasser.
Diese Nährstoffmemge fehlt nun auf der beernteten Fläche ich muss sie also durch Dünung ersetzen.
Klar, wenn man davon ausgeht, dass im Boden sonst nur ganz wenig davon vorhanden ist, dann fährt man natürlich mindestens einmal im Jahr zum Düngerhändler seines Vertrauens und gibt einen großen Auftrag in Rechnung oder moderner: Man bestellt über das Internet eine große Menge.

Andererseits, wenn man Bescheid weiß, so wie anscheinend auch Gabe Brown, der keinen Dünger mehr kauft, dann kann man 'ne Menge Geld sparen.

Warum wird z.B. hier in Folie Nr. 5 erklärt (scheinbar die Foliem vom gleichen(?) Vortrag vom Vorjahr):

Oxford Keynote 2014
https://drive.google.com/file/d/0B6tV3T ... B2MWM/view

Das sind die gleichen(?) Folien von Frau Dr. Inghams Vortrag von Januar 2015 in Oxford, UK (ab 32:35 geht es um den Mineralgehalt in Pflanzen und im Boden):

The Roots of Your Profits - Dr Elaine Ingham, Soil Microbiologist, Founder of Soil Foodweb Inc
https://www.youtube.com/watch?v=x2H60ritjag
der Wiesenboden verarmt dadurch umsomehr (an P und K, N kann teilweise durch Leguminosen erschlossen werden aber auch nur unzureichend).
Als ich zum ersten Mal mitbekommen habe, dass normale Landwirte ihre Wiesen/Weiden mit Mineraldünger düngen, bin ich fast vom Stuhl gefallen.
Fängt schon damit an das man die 1,7 fache saatstärke hat (ggü normal) und das Saatgut 25% teuer ist.
Auch dafür gibt's 'nen Trick.
höherer Zuckergehalt
Genau darum gehts. Ich sag nur: holländische Wassertomaten. Sehen innen und außen aus wie Tomaten, schmeckten aber wie gefärbtes Wasser. Wie kann das sein?