Glyphosat-Diskussion

strega
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Re: Glyphosat-Diskussion

#831

Beitrag von strega »

MeinNameistHASE hat geschrieben:
Veri hat geschrieben:Den Ansatz mit dem "überflüssig machen" finde ich auch gut! :daumen:
Und da fördert sogar die pöse, pöse Chemieindustrie die Entwicklung alternativer Bekämpfungsstrategien via Bodenbearbeitung, Fruchtfolge usw.
Haste für letztere Aussage irgendeine Quellenangabe? Wär ja direkt der Beginn einer neuen Welt................................................................
aber ich glaubs noch nicht so ganz............
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MeinNameistHASE
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Re: Glyphosat-Diskussion

#832

Beitrag von MeinNameistHASE »

@strega

1. Auszug von AbL Niedersachsen
"„Verschüttetes Wissen“ statt „Werkzeugkasten“
In einem mutigen und vielbeachteten Kommentar im Wochenblatt „Land & Forst“ hat Redakteur Werner Raupert schon vor einiger Zeit dazu aufgerufen, im Ackerbau „den Hebel umzulegen“ und wieder mehr Wert auf Nachhaltigkeit zu legen. Nach den Tierhaltern spürten nun auch die Ackerbauern, fass die bisherige Wirtschaftsweise in einigen Bereichen in die Sackgasse führe: so bei Resistenzen bei Unkräutern, Ungräsern, pilzlichen und tierischen Schaderregern. Bisher habe man sich damit vertröstet, dass die Industrie schon neue Wirkstoffe oder neue resistente Sorten bereitstellen werde – aber da sei derzeit mit einer längeren Durststrecke zu rechnen. Der „moderne Werkzeugkasten“ helfe nicht mehr bei „zu engen und einseitigen Fruchtfolgen, unangepasstem Sortenmanagement, Fehlanwendungen von Pflanzenschutzmitteln ohne Beachtung eines fruchtfolgeübergreifenden Resistenzmanagements oder mangelhafter Feldhygiene“. Angesagt seien Denkansätze wie „Wechsel von Winter- und Sommerfrucht oder das Striegeln
und Hacken der Feldfrüchte“ und Rückbesinnung auf „verschüttetes Wissen“… "

2. Projekt Ackerfuchsschwanz
http://www.gkb-ev.de/afu/

Projektbeteiligte:
Gesellschaft für konservierende Bodenbearbeitung e .V. (GKB – Dr. Jana Epperlein)
Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein (LK SH – Manja Landschreiber, Dr. Constanze Schleich-Saidfar)
Landwirtschaftliche Unternehmensberatung (Ulrich Henne)
Landwirte Klaus Olderog-Enge, Petersdorf, Fehmarn (Ostholstein) und Hinrich Matthiesen, Galmsbüll (Nordfriesland)
Thünen Institut Braunschweig, Institut für Agrartechnologie und Biosystemtechnik (PD Dr.
Hans-H. Voßhenrich, PD Dr. Joachim Brunotte)
Projektunterstützer aus dem Bereich Landtechnik: Kverneland Deutschland GmbH, Väderstad GmbH, Lemken GmbH & Co. KG

Projektunterstützer Bereich Chemie: BASF, Bayer Crop Science, Dow AgroSciences GmbH, Adama GmbH, Monsanto Deutschland GmbH, Nufarm Deutschland GmbH
Ich verlasse mich auf meine Sinne: Irrsinn, Wahnsinn und Blödsinn!
Steinbock
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Re: Glyphosat-Diskussion

#833

Beitrag von Steinbock »

MeinNameistHASE hat geschrieben: Der „moderne Werkzeugkasten“ helfe nicht mehr bei „zu engen und einseitigen Fruchtfolgen, unangepasstem Sortenmanagement, Fehlanwendungen von Pflanzenschutzmitteln ohne Beachtung eines fruchtfolgeübergreifenden Resistenzmanagements oder mangelhafter Feldhygiene“. Angesagt seien Denkansätze wie „Wechsel von Winter- und Sommerfrucht oder das Striegeln
und Hacken der Feldfrüchte“ und Rückbesinnung auf „verschüttetes Wissen“… "

2. Projekt Ackerfuchsschwanz
http://www.gkb-ev.de/afu/

Projektbeteiligte:
...
Thünen Institut Braunschweig, Institut für Agrartechnologie und Biosystemtechnik (PD Dr.
Hans-H. Voßhenrich, PD Dr. Joachim Brunotte)
Also der Name Thünen Institut kommt mir irgendwie bekannt vor. Das sind die Leute, die beim Verbreiten dieser unglaublich harmlosen und für die Menschheit unglaublich nützlichen Gentechnik in Deutschland ziemlich aktiv sind:

Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung gegenüber Jörg Bergstedt nach einer Feldbefreiung im April 2009
http://www.projektwerkstatt.de/gen/2009 ... 090528.pdf
MeinNameistHASE hat geschrieben:Projektunterstützer Bereich Chemie: BASF, Bayer Crop Science, Dow AgroSciences GmbH, Adama GmbH, Monsanto Deutschland GmbH, Nufarm Deutschland GmbH
Dass Monsanto/Bayer gerade dabei sind sich einen komplett neuen grünen Anstrich zu geben, habe ich schon mitbekommen.
Der Witz ist, dass sämtliche Lösungen, um relativ schnell überall in der Welt auf Biolandwirtschaft umzusteigen, schon vorhanden und bekannt sind. Es ist alles nur eine Frage des Wollens nicht des Wissens.
Steinbock
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Re: Glyphosat-Diskussion

#834

Beitrag von Steinbock »

Gerade habe ich noch eine interessante Aussage zum Thema Glyphosat entdeckt, auf einer neuen Webseite zum Thema moderne Landwirtschaft:

„Glyphosat kommt mit den Nutzpflanzen nicht in Berührung“
http://www.moderne-landwirtschaft.de/gl ... beruehrung

Wie ist das nochmal mit einer genehmigten Anwendung von Glyphosat bei der Sikkation - also kurz vor der Ernte, wenn es Probleme mit grünen Pflanzen im reifen Getreide beim Abernten geben würde? Was passiert wenn Glyphosat auf noch grüne Pflanzenteile trifft, die dann mit geerntet werden?
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MeinNameistHASE
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Re: Glyphosat-Diskussion

#835

Beitrag von MeinNameistHASE »

Steinbock hat geschrieben: Also der Name Thünen Institut kommt mir irgendwie bekannt vor. Das sind die Leute, die beim Verbreiten dieser unglaublich harmlosen und für die Menschheit unglaublich nützlichen Gentechnik in Deutschland ziemlich aktiv sind:
Mooment: Du wirfst hier zwei Sachen, die nicht zusammengehören in einen Topf! Es geht rein um den Beitrag zum Projekt. Was das Thünen-Institut sonst noch treibt und publiziert, da habe ich wenig Interesse dran. Und das deutsche Statement zur Gentechnik ist zur Zeit doch eigentlich eindeutig? Nur weil Gentechnik und Roundup in den USA untrennbar zusammengehören, muss das bei uns nicht so sein :aeh:

[/quote]Der Witz ist, dass sämtliche Lösungen, um relativ schnell überall in der Welt auf Biolandwirtschaft umzusteigen, schon vorhanden und bekannt sind. Es ist alles nur eine Frage des Wollens nicht des Wissens.[/quote]
Theoretisch ist das Wissen vorhanden, da stimme ich dir zu. ABER was davon wird in der praktischen Ausbildung/Studium etc. überhaupt gelehrt? Von meinem Standpunkt aus: nur ein minimaler Bruchteil! Und wie ist die praktische Umsetzung?
Und die Frage des Wollens ist auch berechtigt: Wo soll ein Landwirt die nötigen Arbeitskräfte hernehmen, wenn auf einmal 300ha Rüben gehackt werden müssen oder andere Sonderkulturen, die nur in begrenztem Umfang maschinell gepflegt werden können?

Es lässt sich leicht sagen, dass man es nur wollen muss. Da müssen vorher ganz andere "Wollen" und entsprechende Rahmenbedingungen schaffen (Wirtschaft, Gesetzgebung, Verbände) :kaffee:
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Re: Glyphosat-Diskussion

#836

Beitrag von Rohana »

In dem was ich an der Uni vom Modul Pflanzenschutz noch mitgemacht hab wurden durchaus die biologischen und mechanischen Möglichkeiten der Schadens- bzw. Schädlingsbekämpfung mit aufgezeigt, so es denn welche gibt. Die werden ja auch in der konvi-Landwirtschaft eingesetzt.
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Benutzer 72 gelöscht

Re: Glyphosat-Diskussion

#837

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

Rohana hat geschrieben:In dem was ich an der Uni vom Modul Pflanzenschutz noch mitgemacht hab wurden durchaus die biologischen und mechanischen Möglichkeiten der Schadens- bzw. Schädlingsbekämpfung mit aufgezeigt, so es denn welche gibt. Die werden ja auch in der konvi-Landwirtschaft eingesetzt.
Rohana hat geschrieben:Ich war nie auf einer Landwirtschaftsschule.
???
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Re: Glyphosat-Diskussion

#838

Beitrag von Benutzer 2354 gelöscht »

es gibt gerade Aktuell im Obstbau sehr viele Umsteller auf Bio Anbau . Allein was fehlt sind die Kunden. Also soweit nichts neues alles Schwafelei und wenn es dann ans eigene Portemonnaie geht ist wieder geiz Geil, siehe Sahne , Butter .
Steinbock
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Re: Glyphosat-Diskussion

#839

Beitrag von Steinbock »

@MeinNameistHASE
Und die Frage des Wollens ist auch berechtigt: Wo soll ein Landwirt die nötigen Arbeitskräfte hernehmen, wenn auf einmal 300ha Rüben gehackt werden müssen oder andere Sonderkulturen, die nur in begrenztem Umfang maschinell gepflegt werden können?
Biobewirtschaftung lässt die Aufwände für Dünger ganz und für PSMs vermutlich ebenfalls komplett wegfallen. Durch echte Biobewirtschaftung dürfte etwa der Zuckergehalt, aber auch der sonstige Mineralgehalt z.B. in Zuckerrüben sowie die Ertragsmenge deutlich höher liegen. Dadurch kann man den erhöhten Personalaufwand vermutlich ausgleichen.
Da müssen vorher ganz andere "Wollen" und entsprechende Rahmenbedingungen schaffen (Wirtschaft, Gesetzgebung, Verbände)
Ich denke dass Aufklärung sowohl bei den Erzeugern über die Möglichkeiten der Biobewirtschaftung als auch bei den Verbrauchern über die mangelhafte Qualität der normalen Lebensmittel den nötigen "Überzeugungs"druck bei den Verantwortlichen (Wissenschaft, Verbände etc.) herstellen kann. Wie würden Verbraucher wohl reagieren, wenn sie erfahren würden, dass sie mit echten Bioprodukten Geld sparen würden, weil sie aufgrund des duetlich höheren Mineralgehaltes weniger Essen (und weniger Nahrungsergänzungsmittel) kaufen müssten und dadurch auch noch etwas für die schlanke Linie und überhaupt etwas für die Gesundheit tun würde?
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Peterle
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Re: Glyphosat-Diskussion

#840

Beitrag von Peterle »

Lt. Email von heute haben Campact und WeMove die 1Millionen Hürde geknackt und können in Brüssel vorstellig werden:
eine Million Europäer/innen hat für ein Glyphosat-Verbot unterschrieben – und nebenbei einen Rekord aufgestellt: Noch nie hat eine Europäische Bürgerinitiative (EBI) innerhalb von vier Monaten die Million geknackt! Wir haben die offizielle Hürde praktisch überrannt – jetzt muss die EU sich unseren Forderungen stellen.
Es dreht sich, auch wenn ich nicht an den Erfolg glaube.

Gruß

Peter
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