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Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: So 11. Jun 2017, 16:47
von Benutzer 72 gelöscht
Ich hab einen mail bekommen - von we move eu, Unterschriftenaktion gegen Glyphosat...
Hallo ....,

die Europäische Kommission legt noch im Juni ihren Vorschlag vor, das Pflanzengift Glyphosat für zehn weitere Jahre zuzulassen. Dabei mehren sich die Beweise, dass das Gift “wahrscheinlich krebserregend” für den Menschen ist.

Monsanto kämpft verbissen darum, ihren “Bestseller” weiter verkaufen zu dürfen. Sie haben Wissenschaftler dafür bezahlt, die passenden Forschungsergebnisse zu liefern.[1] In der vergangenen Woche hat nun ein angesehener und unabhängiger Wissenschaftler die Rohdaten der Studien untersucht, die von Monsanto finanziert wurden. Kaum zu glauben, was er findet! 38 Prozent der Tumorfälle waren nicht berücksichtigt und wurden von den EU Behörden übersehen, als sie die Studien überprüften.[2] Zeit zu Handeln!

Vor weniger als vier Monaten haben wir mit unseren europäischen Partnern eine Europäische Bürgerinitiative gestartet (ECI), um die gekaufte Wissenschaft und die Machenschaften der Konzerne zu bekämpfen.[3] Wir brauchen eine Millionen Unterschriften, damit die Europäische Kommission unsere Forderungen anhören muss. Bis heute haben wir 900.000 Unterschriften gesammelt. Es bleiben uns noch drei Wochen für die restlichen 100.000. Schaffen wir die Million, können wir ein Stolperstein für Glyphosat sein.

Eine Millionen Stimmen sind nicht so einfach zu ignorieren! Jede Unterschrift zählt! Seien Sie jetzt dabei:
Unterzeichnen Sie jetzt!

Monsanto hat alles versucht, um die Lizenz von Glyphosat zu verlängern. Schließlich ist Glyphosat mit einem Milliardenumsatz die Gelddruckmaschine des Konzerns. Monsanto hat nicht nur massiv Lobbyismus betrieben, sondern sogar Wissenschaft gekauft. Eine E-Mail des Geschäftsführers belegt, was auch aus den Studienergebnissen klar wird: Wissenschaftler wurden dafür bezahlt, Studien voller Täuschungen zu schreiben.[4] Studien, die unter Verschluss gehalten werden, weil sie Betriebsgeheimnisse enthalten sollen.

Nachforschungen unserer Partner - Umweltorganisationen und grüne Parlamentarier - bringen nun die Rohdaten ans Licht. Gemeinsam arbeiten wir seit Herbst 2015 daran, dem Treiben der Konzerne ein Ende zu setzen. Und wir haben Erfolg. Schon letzten Sommer sollte die Genehmigung für Glyphosat erteilt werden. Unsere gemeinsamen Proteste haben das verhindert. Eine qualifizierte Mehrheit der Mitgliedsländer war gegen das Gift. Es gab lediglich eine “technische Verlängerung” bis zum Ende diesen Jahres.

Nun ist die Europäische Kommission am Zug und die Zeit wird für sie knapp. Wenn die Verlängerung bis Jahresende stehen soll, dann muss Ende Juni der Vorschlag der Kommission auf dem Tisch liegen. Genau dann wollen wir unseren millionenfachen Einspruch in Brüssel erheben. Also wird auch unsere Zeit knapp. Wir brauchen jetzt jede Unterschrift.
Unterzeichnen Sie jetzt!

Unsere Europäische Bürgerinitiative ist ein Höhepunkt im Kampf gegen ein Gift, das in der Landwirtschaft aber auch in Parks und Spielplätzen großflächig eingesetzt wird. Eine Millionen Unterschriften aus ganz Europa zwingen die Europäische Kommission, uns anzuhören. Auch im Europäischen Parlament muss es eine öffentliche Anhörung geben. Legen wir die Unterschriften Ende Juni vor, finden diese Anhörungen genau dann statt, wenn die Entscheidung über Glyphosat fällt.
Fußnoten:
[1] http://www.global2000.at/gekaufte-wissenschaft
[2, 4] http://www.global2000.at/glyphosat-beho ... ebsbefunde
[3] Wir organisieren die Europäische Bürgerinitiative zusammen mit: Campact, Corporate Europe Observatory (CEO), Global 2000, Greenpeace, Health and Environment Alliance (HEAL), Pesticide Action Network (PAN Europe), Skiftet, Danmarks Naturfredningsforening und mehr als 90 weitere Organisationen aus Europa
Das erinnert mich irgendwie an eine Geschichte, wo wir von der Buchhaltung unseres Chefs betrogen worden sind - draufgekommen bin ich nur, weil ich die excell-Ergebnisse im Kopf nachgerechnet habe und da waren einige Fehler drin gewesen!!
Man muss wohl alles selber nachrechnen......
(halte ich übrigens für wissenschaftlich) :flag:

wenigstens die Rohdaten selber bearbeiten.... selber Studien machen wär natürlich optimal, ist aber nicht machbar

Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: So 11. Jun 2017, 19:04
von emil17
Eigentlich dürften nur vor Versuchsbeginn angemeldete Studien zugelassen werden.
Die grösste und wohl üblichste Fälschung besteht nämlich darin, Studien, deren Ergebnisse nicht im Sinne der Geschäftsleitung sind, gar nicht erst zu vröffentlichen, oder die Versuchsobjekte, welche das Ergebnis "verderben", nachträglich auszufiltern und die Sache nochmals zu rechnen.

Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: So 11. Jun 2017, 20:26
von Rohana
Ich frag mich ja immer, wer die "unabhängigen" Wissenschaftler bezahlt. Die arbeiten auch nicht für lau, im Regelfall, und die lieben Spendensammelorganisationen haben genauso geldwerte Interessen wie die Konzerne. Abgesehen davon dass Glyphosat schon lange nicht mehr nur von Monsanto produziert wird und Monsanto ein Verbot nur recht sein kann, um das nächste Mittel am Markt zu platzieren.

Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: So 11. Jun 2017, 21:39
von Herbstelfe
Geldwerte Interessen der Naturschutzverbände? Etwas zynisch gesehen könnte man behaupten, sie profitieren von möglichst vielen Umweltsündern. Dann haben sie etwas woran sie sich abarbeiten und wofür sie Spenden sammeln können...

"Unabhängige Forschung" ist tatsächlich etwas schwierig, sobald die Geldquelle ein finanzielles Interesse am Ergebnis hat. Befangenheit und Interessenskonflikt sind hier die Schlagwörter.
Selber leider schon oft genug erfahren.
Kurz nach dem Studium haben wir als freie Mitarbeiter Pollen aus Maisblüten geschüttelt, die auf Rückstände von Neonics untersucht werden sollten. Das war im Zuge des großen Bienensterbens im Oberrheingraben. Wir haben sehr, sehr viel Geld bekommen damals, für effektiv 2 Wochen Arbeit. Sollten aber nicht so genau nachfragen, warum die Proben nicht gemäß sampling protocol gekühlt gelagert wurden...sondern im Hochsommer im heißen Kofferraum lagen. Auftraggeber war der Produzent des Beizmittels.

Aktuell sind meine Kollegen aus der Ornithologie, die als Freischaffende kartieren, maximal frustriert. Sie haben gerade für Effektstudien im Obstanbau kartiert. Die negativen Resultate dürfen natürlich nicht publiziert werden. Auftraggeber...naja, könnt ihr euch denken.

Aber auch an der Uni, wo man denkt, unabhängiger geht es nicht - sind ja staatlich finanziert - hatte ich schon Schwierigkeiten. Erst haben wir uns ja über das Industrieprojekt mit einem großen Auftraggeber gefreut. Blöderweise hatte deren Produkt ein paar unerwünschte Nebeneffekte, so dass wir für die Publikation auch einen Maulkorb bekommen haben und nur die schönen Ergebnisse drucken lassen durften. Der nächste Artikel muss dann möglicherweise über die Rechtsabteilung durchgesetzt werden. Ist mühsam.

Fazit: Vorsicht bei sehr einseitigen Darstellungen, z.b. in der Glyphosat-Diskussion. In der Forschung sind sehr eindeutige Ergebnisse selten, in der Regel ziehen Ergebnisse unterschiedlicher Studien auch in unterschiedliche Richtungen. Ich würde eher den differenzierten Darstellungen glauben.

Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: So 11. Jun 2017, 21:45
von Rohana
Herbstelfe hat geschrieben: Fazit: Vorsicht bei sehr einseitigen Darstellungen, z.b. in der Glyphosat-Diskussion. In der Forschung sind sehr eindeutige Ergebnisse selten, in der Regel ziehen Ergebnisse unterschiedlicher Studien auch in unterschiedliche Richtungen. Ich würde eher den differenzierten Darstellungen glauben.
Genau dies. Nur, wo findest du differenzierte Darstellung - und wen interessiert die? Wenn die Welt nicht schwarz-weiss ist, wirds kompliziert und anstrengend, das will ja keiner...

Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: So 11. Jun 2017, 21:52
von Herbstelfe
Man könnte auch selber recherchieren und die Quellen entsprechend prüfen und bewerten. Macht halt mehr Arbeit. Die Zeit hab ich bei vielen Themen, die mich interessieren nicht. Deswegen versuche ich möglichst diverse Nachrichtenquellen zu nutzen. Also Bauernverband vs Naturschutzbund beispielsweise :mrgreen:
Manchmal suche ich auch gezielt Gegenmeinungen heraus, um mir beide Seiten und Argumente anzuschauen und abzuwägen. Als letztes kommt noch dieses Dings dazu. Wie heisst es gleich?
Gesunder Menschenverstand :grr:

Re: Glyphosat ist nicht krebserregend

Verfasst: Mi 21. Jun 2017, 13:09
von Veri
Steinbock hat geschrieben: Du wirst doch hoffentlich nicht an der fachlich fundierten Meinung einer deutschen und einer europäischen Behörde zweifeln, oder? Für diese Behörden arbeiten unzählige Fachleute auf höchstem Niveau bzw. sie holen sich auch noch Expertenmeinung von außerhalb dazu. Die sind schließlich dazu da uns Verbraucher vor schlechten Dingen zu schützen!
War das ironisch gemeint? Weißt du wie viel Geld fließt, wenn es um Glyphosat geht?
https://www.youtube.com/watch?v=WN7-T7qTh38
Glyphosat in meinem Garten? - Nein danke!!

Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: Mi 21. Jun 2017, 20:40
von Steinbock
@Veri
War das ironisch gemeint? Weißt du wie viel Geld fließt, wenn es um Glyphosat geht?
Natürlich war das ernst gemeint! Wenn Du meine Beiträge hier im Forum liest, wirst Du feststellen was für ein großer Fan ich von der Chemie-, Pharma- und Agrarindustrie bin!
Und dabei habe ich hier im Forum auch jede Menge Unterstützung!

Im übrigen macht es vermutlich keinen Sinn gegen Glyphosat zu kämpfen.
Erstens steckt da mindestens die Chemieindustrie und vermutlich auch die Agrarindustrie dahinter, die jede Menge Geld haben um alle möglichen Leute zu bestechen oder sonstige Schweinereien anzustellen. Und zweitens gibt es ja längst nicht nur Glyphosat auf dem Markt der Pflanzen"schutz"mittel.

Viel sinnvoller ist es Glyphosat durch entsprechende Methoden und Pflanzen überflüssig zu machen - zum Beispiel durch die breite Anwendung und Verbreitung der Biolandwirtschaft.

Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: Mi 21. Jun 2017, 20:56
von Veri
Den Ansatz mit dem "überflüssig machen" finde ich auch gut! :daumen:
Trotzdem bin ich auch für "Gegenwind erzeugen", laut dem Motto "Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf".

Re: Glyphosat-Diskussion

Verfasst: Mi 21. Jun 2017, 21:16
von MeinNameistHASE
Veri hat geschrieben:Den Ansatz mit dem "überflüssig machen" finde ich auch gut! :daumen:
Ob ihr zwei das glaubt oder nicht: Dazu braucht es nicht unbedingt die Biolandwirtschaft... Umdenken gibt es bei einigen konventionellen Landwirten. Und da fördert sogar die pöse, pöse Chemieindustrie die Entwicklung alternativer Bekämpfungsstrategien via Bodenbearbeitung, Fruchtfolge usw.