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Re: Wölfe

Verfasst: Sa 26. Sep 2015, 20:20
von Wild-Bunch-Chris
Das mit dem Wetter finde ich sehr spannend - von solchen Infos in Punkto Verhalten von Wölfen bräuchte man als Weidetierhalter deutlich mehr, um sich besser mit den Herrschaften vertraut machen zu können.

Auch, wenn ich es persönlich vorziehen würde, wenn Wölfe sich vermehrt in lauen Sommernächten auf Beutezug begeben.... :pfeif:

Beim Lesen des Artikels habe ich in den Kommentaren gleich eine neue eher niederschmetternde Nachricht gelesen - eine behörnte Mutterkuh wurde gerissen. Noch wehrhaftere Weidetiere gibt es doch eigentlich nicht:
http://www.boehme-zeitung.de/lokales/ne ... hance.html

Mir genügt das Bild erstmal - den Artikel kann man ohne Bezahlung nicht lesen.

LG, Chris

Re: Wölfe

Verfasst: Mi 30. Sep 2015, 20:56
von Wild-Bunch-Chris
Wie immer weiss man nix Genaues:
http://www.agrarheute.com/kehlbiss-mutt ... f-gerissen
https://www.ndr.de/nachrichten/niedersa ... f2064.html

Nun müssen Wolfsberater natürlich auch mal Urlaub machen - aber für den Landwirt geht es ja nun auch um Schadensausgleich. Wer wäre denn offiziell noch in der Lage, ordnungsgemäße Proben zu entnehmen?

LG, Chris

Re: Wölfe

Verfasst: So 4. Okt 2015, 18:27
von Oli
Und was passiert, wenn Landwirte die Schäden nicht melden weil sie den Aufwand scheuen? Dann fehlen sicher über kurz oder lang auch Fähnchen auf der Karte und die Wanderwege bzw. Verbreitung kann nicht genau festgestellt werden.

Re: Wölfe

Verfasst: Sa 24. Okt 2015, 23:49
von Manfred
Ein Video aus Schweden:
Zwei Wölfe gegen einen Jagdhund.
Die Hündin trug die Action-Cam auf einer mit Stahldornen besetzten Schutzweste.
Sie wurde schwer verletzt, lebt aber noch. Für den Jagdeinsatz ist sie aufgrund einer bleibenden Muskelverletzung nicht mehr tauglich.

https://www.youtube.com/watch?v=u1zCNH_oN2Q

Re: Wölfe

Verfasst: So 25. Okt 2015, 11:27
von Wild-Bunch-Chris
Nachdem diese Wölfin bereits mehrere Schafe gerissen hat, indem sie über den E-Zaun gesprungen ist, wohlgemerkt, einem den Empfehlungen entsprechendem E-Zaun, verfolgt sie nun auch noch die Zaun-Aufrüstung durch den Schäfer vom Waldrand aus:
https://www.kreiszeitung.de/lokales/old ... 77281.html

Die Intelligenz, die Präsenz, das ständige Dazulernen bei den Wölfen und das dadurch vermittelte Gefühl, als Weidetierhalter ständig auf die Probe gestellt zu werden und bloss ja keinen Fehler machen zu dürfen, sind die Dinge, die mir dabei ein gewisses Mulmigkeitsgefühl verschaffen.


Und zu dem schwedischen Video - was ich dabei so ernüchternd beeindruckend fand, war, dass ich die Wölfe, bzw. meist sieht man ja nur den einen, der andere arbeitet von hinten, erstmal gar nicht so eingeschätzt hätte, dass sie die Jagdhündin als Beute betrachten. Aber mir wurde erklärt, dass Beutetieren gegenüber keine Kommunikation stattfindet. "Mit Beute kommuniziert man nicht!"


Und noch was gänzlich anderes.
Gibt es in einzelnen Bundesländern Regelungen, nach denen Hobby-Nutztierhalter, die den Status "Landwirt" nicht erfüllen (können), Gleichstellungsregelungen in Sachen Herdenschutz-Förderungen?
Oder gibt es irgendwo bereits Ansätze, zumindest einen Bestandsschutz von Hobby-Nutztierhaltungen einzurichten, die vor Ausweisung von Wolfsgebieten schon da waren?

Gibt es irgendwo schon mal einen Bericht darüber, dass ein Hobby-Nutztierhalter per Eilentscheid eine bauliche Massnahme im Aussenbereich als Einzelfall-Entscheid genehmigt bekommen hat, weil seine Tiere durch die Anwesenheit von Beutegreifern gefährdet waren?

Ich finds nämlich ganz schön unfair, dass viele Hobby-Nutztierhalter, die zur Arterhaltung von bedrohten Nutztierrassen beitragen, ihren Teil zum Naturschutz und zur Landschaftspflege beitragen und ihren Teil in Sachen Öffentlichkeitsarbeit zum Thema artgerechte Tierhaltung leisten, aber zu wenig Erlös erzielen, zu wenig Tiere oder zu wenig Land haben, um als Landwirt zu gelten, aus dem Raster in Sachen Förderung von Präventionsmaßnahmen fallen. Und ggf. diese Haltung aufgeben müssen, weil entweder das Geld für Schutzmaßnahmen fehlt (ein zertifizierter HSH, der schon ein wenig Erfahrung mitbringt, z. B. muss mit etwa 3.500,- € veranschlagt werden) oder das Baurecht, z. B. für sichere Nachtpferche für den Winter im Weg steht.

Man liest es immer wieder, dass kleinere Tierhaltung bei Wolfsanwesenheit aufgeben werden (müssen) - was da für Schicksale hinter stecken mögen (Hof gekauft, extra für die Tierhaltung z. B.) scheint niemanden allzusehr zu interessieren.

LG, Chris

Re: Wölfe

Verfasst: Mo 26. Okt 2015, 12:20
von marceb
Preisgekrönter Schafbock von Wolf gerissen?

http://www.ndr.de/nachrichten/niedersac ... f2090.html

Der Zaun mit 1,60 m ist ja wohl für einen Wolf ein Witz.
Meine Hunde springen locker über 1.80 m.
Bei mir ist das gesamte Gelände über 2 m eingezäunt und an kritischen Stellen 2,30 m.

Gruß
Martina

Re: Wölfe

Verfasst: Di 27. Okt 2015, 14:02
von Manfred
Der Elektrozaun hat ja zusätzlich bzw. hauptsächlich eine psychologische Wirkung.
Aber wenn ein hungriger Wolf mal gelernt hat, dass er springen kann, ohne dass es weh tut (er muss ja gleichzeitig Zaun und Boden berühren, um einen Schlag zu bekommen), ist auch diese Höhe witzlos.
Konsequent wäre es, den oder die betreffenden Wölfe umgehend töten zu lassen. Sonst wird sich dieses Wissen unter den intelligenten Tieren verbreiten.
Aber mit Pragmatismus ist in der Frage leider derzeit nichts zu erreichen.

Re: Wölfe

Verfasst: Di 27. Okt 2015, 22:42
von Fred
Die Archaeologie rätselt ja noch immer, was es mit den Viereckschanzen, die hier in Süddeutschland unsere Altvorderen, also die Kelten vor 2½-Tausend Jahren so zahlreich hinterlassen haben. Kultstätten ist inzwischen wohl raus. Damit wird eine neue, nicht spirituelle Begründung gesucht, weshalb der Eingang nie nach Nord war.
Ich muss da immer ein einen HaHa- Zaun denken: saut-de-loup.

Re: Wölfe

Verfasst: Do 5. Nov 2015, 18:17
von Manfred
http://www.boehme-zeitung.de/lokales/ne ... e-auf.html

Da der Artikel nur gegen Gebühr lesbar ist, dazu ein Langzitat aus dem Wild und Hund Forum:

"Wie die Tage in der Böhme-Zeitung (Soltau) zu lesen war, gibt ein Rinderzüchter aus Wietzendorf die Freilandhaltung von Limousin-Rindern auf, nachdem zwischen 20.September und Ende Oktober drei seiner Mutterkühe getötet wurden. Die Hälfte der Herde wurde in den letzten Tagen verkauft, die anderen Rinder sind so verstört, daß sie in den nächsten Tagen wohl nur unter Lebensgefahr eingefangen werden können.
Alle drei Kühe sind mit Kehlbiß getötet worden. Laut mündlicher Aussagen der jeweils hinzugerufenen Wolfsberater handelt es sich um Wolfsrisse, aber offizielle Bestätigungen dieser Aussagen gibt es natürlich nicht.
Problem des Züchters ist, daß es einerseits wirtschaftlich nicht möglich ist, 30 ha Grünland auf denen die Rinderherde bisher gehalten wurde wolfsdicht einzuzäunen. Zum Anderen sind die Wölfe des Wietzendorfer Rudels inzwischen so dreist, daß sie am hellen Tag völlig unbeeindruckt direkt am und um den Hof herumlaufen, weshalb man die kleinen Kinder kaum mehr im Freien spielen lassen kann."

Re: Wölfe

Verfasst: Mo 9. Nov 2015, 20:38
von Manfred
Doku über Raubtiere im Yellowstone-Park
https://www.youtube.com/watch?v=2Wcezkx4wu4