Re: Vom Kompost zur Humuserde
Verfasst: Mi 26. Jun 2024, 05:18
Das dauernde Herumgeeiere, um einfache Fragen nicht beantworten zu müssen, kennen wir schon. Darüber hinwegtäuschen, dass man es nicht kann gelingt nicht mehr.
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Ammonium (NH4+) steht ebenfalls für die Aufnahme durch die Pflanzen zur Verfügung, ist aber weniger mobil als Nitrat und geht austauschbare Bindungen mit Bodenpartikeln (überwiegend Tonmineralien und Humus) ein.
Ein Großteil des Stickstoffs im Boden ist an die organische Substanz (Humus) gebunden, zum Beispiel in Form von Eiweißen oder deren Abbauprodukten. Der darin enthaltene Stickstoff wird durch Mikroorganismen im Rahmen der Mineralisation in die pflanzenverfügbaren Formen Ammonium und Nitrat abgebaut.
Im Bodenwasser verfügbares Nitrat und Ammonium werden von Mikroorganismen aufgenommen und als Bestandteile von deren körperlichen Proteinen verbaut.
Ammonium ist bindefähig, auch mineralisch (Ton). Eine zeitweilige Immobilität spricht für Bindung.Beim Stickstoff werden derzeit im Schnitt nur etwa 40 Prozent der ausgebrachten Menge tatsächlich von den Pflanzen aufgenommen.
Kohlenwasserstoffe sind per Definition Substanzen nur aus Kohlen- und Wasserstoff, also Substanzen wie Methan, Propan, Benzol. Die allermeisten Treibstoffe sowie Wachse gehören hierzu. Lignin nur bedingt. Was du möglicherweise meinst, sind unlösliche Kohlenhydrate. Trockensubstanz ist nochmal etwas anderes, denn chemisch gebundenes Wasser geht eben durch Trocknen nicht raus.Eberhard hat geschrieben: Mi 26. Jun 2024, 11:24 Wenn ich mich gedanklich auf Kompost beschränke, der aus Pflanzenteilen besteht, hat man es dort über die Kohlenwasserstoffe hauptsächlich mit Kohlenstoff und Wasser zu tun. Die Trockenmasse besteht dann hauptsächlich aus Kohlenstoff, über die Erscheinungsform des begleitenden Stickstoffs gibt es gefühlt keine Aussagen.
Gar nicht (hat das jemand behauptet?). Wobei totes Eiweiss im Boden in Grössenordnungen kein wünschbarer Zustand sein dürfte.Eberhard hat geschrieben: Mi 26. Jun 2024, 11:24 Wie kommt Eiweiß (lebend + tot) im Boden in Größenordnungen zustande, wenn man es nicht per Düngung zugibt und Bodenorganismen keine Rolle spielen?
So eine Aussage ist das Ergebnis einer Bilanz. Es ist so ohne jede Zusatzinformation aber eine Aussage, die gar nichts aussagt. Was soll wer damit anfangen?Eberhard hat geschrieben: Mi 26. Jun 2024, 11:24 Nur 40 Prozent der Einbringung werden von Pflanzen aufgenommen? Was sagt die Bilanz dazu?
Eberhard hat geschrieben: Mi 26. Jun 2024, 11:24 Neben der allseits bekannten Auswaschung gerade von Nitraten (viel viel Regen wird das befördern)
Das musst du nicht immer von neuem beweisen. Aber es wird besser: Mit stiller biologischer Transmutation und unterirdischer Photosynthese durch Wärmestrahlung bist du ja schon länger nicht mehr gekommen.Eberhard hat geschrieben: Mi 26. Jun 2024, 11:24 Mir fehlen ja, attestiert von Rohana und emil17 u.a., die chemisch-biologischen Grundlagen.
Ich weiss ja nicht wo du suchst und vor allem wonach du suchst, aber Tante Gockel ist sehr leistungsfähig. Frag die doch mal.Eberhard hat geschrieben: Mi 26. Jun 2024, 11:24 Die Trockenmasse besteht dann hauptsächlich aus Kohlenstoff, über die Erscheinungsform des begleitenden Stickstoffs gibt es gefühlt keine Aussagen.
[...]
Die Quellen, die so etwas beschreiben, sind extrem dünn gesät. Eine interessante habe ich aber gefunden: K + S[...]
Ich kann lesen und erfassen, und auf ehrliche Fragen antworte ich gerne.Brunnenwasser hat geschrieben: Di 25. Jun 2024, 18:32 Welche Stoffe aber genau im Dauerhumus, haben diese Fähigkeit, Stickstoff für 25 Jahre zu binden und 10 % des Kohlenstoffs im Boden zu speichern?
Ich betrachte das als Antwort auf die Frage, warum der plötzlich von Kohlenwasserstoffen redet, wo es doch um biozyklisch-vegane Humuserde aus Kompost gehen sollte.Eberhard hat geschrieben: Do 27. Jun 2024, 10:52Die Klugscheißerei in unwichtige Randthemen wie Methan und blablabla mag sich zwar bedeutend und den Autoren heraushebend darstellen, ist aber thematisch komplett daneben und überflüssig.
was ja völlig neu ist ...Eberhard hat geschrieben: Do 27. Jun 2024, 10:52 Wenn man solche resultierenden Aggregate jetzt auf Haufen/Hügelbeet belässt und man darauf verträglich Pflanzen anbauen kann
Zum x-ten Mal: nur, wenn man nicht dauernd Stickstoff in Menge mit der Ernte wegführt, welche die natürliche Nachlieferung überschreitet. Deshalb muss man Wälder nicht düngen, Kartoffeläcker aber schon. x ist inzwischen eine deprimierend grosse Zahl.Eberhard hat geschrieben: Do 27. Jun 2024, 10:52sollte es da möglich sein, dass gebundene Nährstoffe einen längeren Zeitraum mehr als ausreichend für ein ertragreiches Pflanzenwachstum vorliegen und damit für diese Zeit (nicht zwingend auf unendlich) eine Nachlieferung per expliziter Düngung nicht notwendig wird?
Auch zum x-ten Mal: Was daran ist wirklich neu, ausser dass alles anders benannt wird?Eberhard hat geschrieben: Do 27. Jun 2024, 10:52Vielleicht hat man mit der vielbesprochenen Humuserde einen praktischen und dann auch zu verstehenden Weg gefunden, dahin einen größeren Schritt zu gehen?
87%C in der Trockenmasse sind sportlich, selbst wenn du vorher alle Bodenlebewesen aus dem rottenden Kompost rausnimmst, denn dann sind bei 8.7%N noch ganze 4.3% für Sauerstoff, Schwefel und ähnliches übrig. Das wäre viel besser, als was jedes Braunkohlewerk fördert.Eberhard hat geschrieben: Do 27. Jun 2024, 10:52 Den Teil Kompostierung kennt man recht gut. Für eine gute Kompostierung hält man ein enges C/N-Verhältnis ein, z.B. 10. Wenn man somit bei einem rottenden Kompost C-org von 87 Prozent misst, sollten da auch 8,7 Prozent Stickstoff sein.
... und jeder, der schon mal so eine Lagerhalle benutzt hat, kommt drauf, dass man nicht mehr herausholen kann, als was drin ist. Das ist jetzt die Geschichte mit den Bilanzen. Die dazu passende Rechenaufgabe lautet etwa so: In einer Lagerhalle hat es 400t Stickstoffdünger. Wie viele LKW-Ladungen zu 20 t Dünger kann man verkaufen, bis es keinen Dünger mehr in der Halle hat? Muss man zur Lösung der Aufgabe wissen, wie der Dünger verpackt ist und wo genau in der Halle er lagert, oder wo der Magaziner wohnt? Was muss man tun, wenn die Halle leer ist, man aber weiterhin Dünger herausholen möchte?Eberhard hat geschrieben: Do 27. Jun 2024, 10:52Aggregate (Dauerhumus, Humuserde, ...) verstehe ich hier als Wohnhäuser und Lagerhallen. Wohnhaus: Lebens- und Rückzugsraum für diverses Bodenleben. Lagerhalle: Möglichkeit des Aufnehmes und Abgebens von Wasser und Nährstoffen. Eine Nährstoffentnahme bewirkt nicht automatisch ein Abreißen der Halle. Das sind auch keine Definitionen, aber vielleicht anschauliche Bildvergleiche.
Der wiki-Artikel geht offenbar zu optimistisch davon aus, dass jeder Leser sich an die im Artikel verwendeten Definitionen erinnert. Die unterscheiden nämlich zwischen Fixierung und Einbau.Eberhard hat geschrieben: Do 27. Jun 2024, 10:52Darstellungen und Beschreibungen wie im verlinkten Wikipedia-Beitrag kenne ich selbstredend, da heißt aber Fixierung Umwandlung von Gasstickstoff in wasserlösliche Verbindungen, also Salze. Aminosäuren, Amide, organische Speicherung an Humus und in Bodenleben, das kommt in der Kreislaufdarstellung gar nicht vor.
Dann tu das bitte auch: Gleich weiter unten in der wiki heisst es nämlich: "Stickstoffassimilation: Pflanzen können Ammonium (NH4+) assimilieren, bevorzugen aber meist Nitrat (NO3−), wobei der Boden nicht angesäuert wird. Die anorganischen Stickstoffverbindungen Ammonium und Nitrat werden von Pflanzen und Mikroorganismen aufgenommen und zum Aufbau von stickstoffhaltigen organischen Verbindungen, zum Beispiel Proteinen und Nukleinsäuren, verwendet. "
Bei Mikroorganismen stimme ich zu. Dass aber Pflanzen IM BODEN als solche (lebend oder tot?) langfristige Nährstofffixierungen (25 Jahre) darstellen, stelle ich arg in Zweifel. Es gibt Moore, die sind aber extrem sauer und nährstoffarm und sicher nicht Spielplatz Deiner geforderten stetigen Höchsterträge. Andererseits werden in Böden mit wirklichem Leben keine Pflanzenteile als solche wie auch als fixierender Speicher überdauern. Die Pflanzen, die rein unterirdisch und mengenrelevant wachsen, sind mir nicht bekannt.Die anorganischen Stickstoffverbindungen Ammonium und Nitrat werden von Pflanzen und Mikroorganismen aufgenommen
Natürlich kommt es vor. Im Bild des verlinkten Artikels zwar nicht namentlich, aber was meinst du denn was das Bodenleben mit dem Stickstoff anstellt? Der wird ja nicht statisch durchgereicht in immer nur einer Erscheinungsform. Der Keislaufs ist zeitlich nicht beziffert - manche Stationen werden sehr schnell, andere sehr langsam, wieder andere variabel passiert. An die Pfeile gehört ggf. eine Aussage dazu wie und wo die Verweildauer so ist... aber das Bild eine vereinfachte schematische Darstellung mit Betonung des Kreises im Kreislauf, was erwartest du also.Eberhard hat geschrieben: Do 27. Jun 2024, 10:52 Aminosäuren, Amide, organische Speicherung an Humus und in Bodenleben, das kommt in der Kreislaufdarstellung gar nicht vor. Das sind dann auch nicht für sich wasserlösliche Nährstoffe wie das nachgefragte Nitrat oder Ammonium.
Es ist ja nicht so dass kein Humus oder Bodenleben in unseren Böden wäre. Hat auch niemand behauptet dass der Versuch einer Steigerung des Humusanteils schlecht wäre, im Gegenteil, machen wir ja. Nur nicht so wie du dir das vorstellst oder in deinem Garten praktizierst, weil Landwirtschaft eben kein Hobbygarten ist...Darüber hinaus werde ich ja stets für eine Hervorhebung der Wichtigkeit von Humus und Bodenleben kritisiert, weil es "ja auch anders geht". Jetzt ist aber Bodenleben nicht nur als Umwandler gefragt, sondern zusätzlich als Speicher. Woher kommt das bei vorheriger Vernachlässigung bzw. teilweiser Bekämpfung aus Desinteresse? Plötzlich ist Humus gefragt, der aufnehmen kann. Das wird nicht Nährhumus sein, der nur den Weg des Abbaus (Mineralisation) kennt. Wo kommt der plötzlich her?
Nochmal zur Verdeutlichung: Speichern ist etwas anderes als Kreislauf.
Und jetzt erkläre du doch mal, woraus der ganze Spass chemisch gesehen so besteht... vielleicht wird dir dann irgendwann was auffallen.Pflanzenteile (Blätter, Zweige, Apfelschalen) => Kompostierung => stabile Krümel (Qualitätskompost) => Weiterveredlung => stabile Aggregate (langfristige Nutzbarkeit)
Ahja, wie misst du denn so das C/N Verhältnis deines Kompostguts? An 87% C hab ich so meine ZweifelDen Teil Kompostierung kennt man recht gut. Für eine gute Kompostierung hält man ein enges C/N-Verhältnis ein, z.B. 10. Wenn man somit bei einem rottenden Kompost C-org von 87 Prozent misst, sollten da auch 8,7 Prozent Stickstoff sein.
Definiere diesen "fruchtbaren Boden". Ich meine, es gibt ja nicht nur einen, sondern viele verschiedene Böden bei uns, manche davon kultiviert, andere nicht. Fruchtbar sind sie alle, Wüsten haben wir nicht...Interessanterweise findet man, dass man bei fruchtbarem Boden wieder auf ein C/N-Verhältnis von 10 stoßen wird, wobei dann aber C-org dort nur mit etwa 2 bis 8+ Prozent vorliegt. Es scheint sich also um ein interessantes Verhältnis zu handeln.
Ich erwähnte schon die Batteriefunktion von Humus. Allerdings kann deine Lagerhalle auch abgerissen werden, wenn nicht mehr genug Steine drin stehen und nunmal Steine gebraucht werden.Lagerhalle: Möglichkeit des Aufnehmes und Abgebens von Wasser und Nährstoffen. Eine Nährstoffentnahme bewirkt nicht automatisch ein Abreißen der Halle. Das sind auch keine Definitionen, aber vielleicht anschauliche Bildvergleiche.