Milchsäuregärung in Humusherstellung spielt praktisch gar keine Rolle, ein Humusaufbau ist weit entfernt von Zersetzung, Destruktion, Konservierung. Die Verbindung zu Terra Preta hat die EM-Gemeinde eingebracht.
Die Milchsäuregärung als Konservierungsmethode wie erlebt hat zwei einfache Grundlagen: Milchsäurebakterien vermehren sich sehr rasch. Das entstehende saure Milieu ist abwehrend gegen andere Mikroben wie Fäulnisbakterien, unerwünschte Pilze usw. Das alleine könnte man auch mit Essig nachstellen. Der zweite Punkt ist, dass die Milchsäurebakterien für ihren Stoffwechsel diese einfachen Zucker verbrauchen, an denen sich die Fäulnisbakterien bedienen würden. Also wird grob vereinfacht dem Verderben die Nahrungsgrundlage entzogen.
Versauerung im Kulturboden? Ein gesunder Boden stellt sich, basierend auf einer gesundmachenden Vielfalt auch an Mikrooganismen, auf ein neutrales und gesundes Niveau ein, auch hinsichtlich pH-Wert. Soviel Sauerkraut kannst Du gar nicht einbringen, dass der gute Boden sauer wird.
Wenn man allerdings durch eigene Maßnahmen (Kunstdünger, flächenhafte Ausbringung von unbehandelter Gülle und unbehandeltem Mist, Pestizide usw.) das Gleichgewicht in der Fläche gestört hat, kann anderes eintreten.
In vielem werden EM auf Milchsäurebakterien (Sauerkrautsaft) reduziert. Das ist in vielen Betrachtungen ausreichend, aber natürlich nicht selbstredend über alles korrekt und angemessen. Aber belassen wir es dabei. Da kann man als guten Ersatz für EM auch den Saft seines unsterilisierten Sauerkrautes oder anderen Gemüses verwenden. Dieser ist ja schon lebensmitteltauglich und somit unbedenklich in einer offenen Anwendung.
Solcher Sauerkrautsaft hat schon Effekte, wenn man ihn verdünnt in die Luft sprüht als Alternative zu Haushaltchemie mit künstlichen Duftstoffen. Schlechte Gerüche gehen da ganz schnell weg. Das kann man für sich einfach testen nach einer größeren Sitzung in der Toilette, sowohl am Haufen als auch für die Luft.
In Indien sprüht man EM von Amts wegen auf die offenen Müllhaufen in den Städten, mit spürbarem Erfolg. Sanitation von belasteten Gewässern und Flächen ist ein großes Thema, auch in unseren Regionen, wo z.B. Hochwasser Heizöl aus den Tanks über Wiesen und Gärten verteilt hat.
Damit macht ein Einsatz auch bei Küchenabfällen Sinn, es muss da gar nicht zu einer Fermentation kommen. Man kann die auch im offenen Eimer lagern und etwas Sauerkrautsaft darübersprühen. Je nach Abfällen einige Holzspäne, Pflanzenkohle o.a. dazu, fertig.
Eine richtige Fermentation erzeugt dann noch weitere Stoffe wie Vitamine, Enzyme - was Du sicherlich am eigenfermentierten Gemüse schätzen wirst.
Milchsäurebakterien sind allgegenwärtig, auch auf unserer Haut, auch im Mikrofilm, der Pflanzenhaarwurzeln überzieht. Das Spontan-Silieren von Gras oder die spontane Fermentierung von Sauerkraut gelingen ja auch, eigen Zusätze gibt man eher wegen der Sicherstellung des gewünschten Prozesses zu, nicht wegen einer unbedingten Notwendigkeit. Im Umkehrschluss: in einer Normalumgebung sind Milchsäurebakterien nicht schädlich, die Natur kann damit umgehen und augenblickliche Überlagerungen sehr schnell ausgleichen. Da muss man nicht "nachkalken", bestenfalls für eine sehr kurzfristige Wirkung. Beispielsweise wollen desöfteren manche ihren Bokashi als Futter in einer Wurmfarm einsetzen. Die Kompostwürmer mögen das saure Milieu gar nicht und werden mit Flucht reagieren.
Milchsaure Behandlung ist recht interessant zur Behandlung von Problemmaterialien, z.B. von Fäkalien. Da kommen dann zum Geruch noch weitere Gesichtspunkte hinzu, teilweise richtig spannend und einfach in der Umsetzung:
Das Fermentieren von Urin