Adjua hat geschrieben: Wenn ein Pferd tot ist weil der Besitzer nicht aufpasst, schade, aber so what..
Wenn ein Kind tot ist, weil die Eltern nicht aufgepasst haben, dann ist das sicher bedauerlich für die Eltern, aber so what...
Ich bin gewollt kinderlos, ich finde Kinder nicht wichtig und ich bin nicht bereit, meine Umgebung verarmen zu lassen, nur damit sich begeisterte Eltern nicht um ihr Wunschkinderl kümmern müssen.
Mein Biogärtner wollte unlängst nicht mal zwei Lilien pflanzen, die ihm ein Kunde geschenkt hat, weil er zwei kleine Kinder hat. Finde ich grundvernünftig.
Ich weise zu Besuch kommende Eltern darauf hin, dass der Garten großteils giftig ist, dass die Hunde nicht unbegrenzt belästigt werden dürfen und dass ich weder Geschrei noch Ballspiele sonderlich schätze. Nach der Neuanlage des Gartens wird es selbstverständlich einen Teich geben, den ich NICHT hinter einen Extrazaun verlegen werde.
In den meisten Fällen ist das gar kein sooooo großes Problem, wenn die Eltern mal die erste Schockbotschaft geschluckt haben. ("Boah, da kann ich jemanden nicht mit der Tatsache drangsalieren, dass ich mich vermehrt habe.")
In meiner Kindheit ist die Mutter dauernd hinter mir her gewesen, solange ich zu klein zum Lernen war. Danach begann der Unterricht. Bei Schuleintritt kannte ich die Giftpflanzen meiner Gegend und wäre nie ohne Mutters Erlaubnis an ein Ufer gegangen.
Einer meiner Hunde fraß als Welpe Zigarettenstummel. Der hat dann einige Wochen mit der Maulsperre gelebt. Es hat sich aufgehört, sobald die organische Ursache des Fehlverhaltens diagnostiziert war. Ist schließlich nicht ganz normal, Zigarettenstummel zu schlucken...
Vergiftungen kommen natürlich vor. Die doofen Viecher haben schon Hahnenfuß und Crocus geweidet, fauliges Aas und Kebap-scharf-mit-alles runter gewürgt. Da hätte ich viel zu tun, wollte ich in einer Stadt derlei Versuchungen aus der Welt schaffen. Hin und wieder haben wir halt eine Vergiftung. Die verläuft symptomatisch heftig, weil wir sowieso ein organisches Darmproblem haben, aber der Tierarzt stoppt die Sache mit zwei Infusionen.
Und nur um es ganz deutlich zu machen: Ich verbringe jede Minute mit meinen Hunden. Sie bedeuten mir extrem viel. Ich habe mir zeitlebens Tiere (nicht Männer und nicht Kinder!) gewünscht und lange darum gekämpft, welche haben zu können. Und mir gleichzeitig den Sozialzwang zum Schnackseln und Kinderkriegen vom Hals zu halten. Wer will, der soll - aber nicht jeder Mensch liebt Kinder und wird sein Leben auf Kinder ausrichten. Wo das nicht der Fall ist, müssen Eltern eben lenkend auf ihre Kinder einwirken. Im Straßenverkehr klappt das ja auch und keiner findet es ungewöhnlich....
Mir schmeißen noch immer die Leute ihre Kebapreste übern Zaun. In meinem 500m2-Garten gibt es: Eibe, Herbstzeitlose, Primel, Crocus, Narzisse, Blaustern, Traubenhyacinthen, Schneeglöckchen, Schneerose, Taumellolch (wild), Rainfarn, wilde Hahnenfüße, Küchenschelle, Trollblume, Lilien etc. etc. Außerdem Bohnen, Chili, einen Weinstock. Das alles ist für meine geliebten Hunde sehr giftig.
Was tue ich? -> Welpen dauernd kontrollieren. Ja, das geht, liebe Eltern.
-> Die Weintrauben in Netze stecken.
Und aus. Alles andere ist Schicksal. Giftpflanzen und - tiere gibt es auch draußen in der weiten Welt.
@Einheitsbrei:
Mir fällt auf, dass es schwer geworden ist, 0815-Gartenpflanzen außerhalb von großen Staudengärtnereien zu bekommen. Heliopsis, Helenium, Helianthus mehrj., Margeriten etc.
Die Tendenz geht zu "Neuheiten", "Raritäten", irgendwelchen "Öko-Mischungen" (Schmetterlingswiese etc.) und "Farbmischungen". Ah ja, und die Zielgruppe "überbesorgte Eltern" wird heftigst versorgt. ;-)
Im Frühling habe ich einem Kollegen "die gelben Stauden von der Fanni-Tant´" abgeschwatzt, wodurch er gelernt hat, dass es sich um Gilbweiderich und Heliopsis scabra handelt. Ich danke der Fanni-Tant´ - das ist eine alteingesessene Heliopsis und sie wächst prächtig ohne Pflege. Genau das habe ich - vergeblich - in 10 Gartencentern und im Internet gesucht.