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Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

Verfasst: Mi 22. Feb 2017, 14:15
von emil17
Buchkammer hat geschrieben:Wer sich in den 14 Tagen nach einem atomaren Unfall in der Nähe oder ungünstigen Windrichtungen auf die Straße wagt ist selbst dran Schuld - da hilft auch kein 08/15 Schutzanzug.
Genau da setzt meine Kritik am Betrieb solcher Werke an. Opposition vor dem GAU wird mit undemokratischen Methoden unterdrückt oder lächerlich gemacht (darf man gegen etwas sein, womit andere Geld verdienen können?) und nachher war dann die ungünstige Windrichtung am Ausmass der Katastrophe schuld.
In der wiki zu Fukushima lese ich etwa "Mehr als 100.000 Menschen sind nach wie vor evakuiert. Ab 2017 sollen die Evakuierten aus Gebieten, die nicht mehr als „stark kontaminiert“ gelten, keine Unterstützung der staatlichen Stellen mehr erhalten und so zur Rückkehr in die Sperrgebiete bewegt werden"

Es ist ja eben nicht so, dass man mit ein paar Pappmasken und einem Ganzkörper-Gummistrampelanzug die Sache im Griff hätte.

Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

Verfasst: Mi 22. Feb 2017, 17:52
von fuxi
emil17 hat geschrieben:Gegen hausgemachte Katastrophen wie Chemieunfälle oder geplatzte Atomkraftwerke halte ich Vorbereitung wie Vorräte horten für ziemlich sinnlos, hier wäre politischer Druck die bessere Strategie. Die Verantwortung der Industrie kann doch nicht darin bestehen, dass jeder Bürger Gasmasken und Dosenfutter horten muss.
Ich seh das wie Fahrradfahren. Klar, ist politischer Druck nötig, damit der Straßenverkehr für alle Verkehrsteilnehmer sicher wird und Unfälle und Todesfälle nicht als bedauerlich aber normal* angesehen werden. Die Verantwortung der (Auto-)Industrie, der Verkehrspolitik und der Fahrer kann nicht darin bestehen, dass jeder Radfahrer Helm und Warnwesten tragen muss.

Ich wehre mich daher mit Klauen und Zähnen gegen Helmpflicht-Diskussionen und Warnwestenpropaganda. Und dennoch entscheide ich, dass ich angesichts der aktuellen Lage im Dunkeln eine Warnweste trage und ein Reflektorfähnchen an meinem Liegerad habe. Das mindert aber nicht die Verantwortung der Politik, grundlegende Änderungen zu bewirken.


*und im Fall von nicht-helmtragenden Radfahrern auch gerne: "selber schuld"

Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

Verfasst: Mi 22. Feb 2017, 21:37
von Nordwest
Ich bin im Jahr 2007 nach dem Verkauf meines Trucks und meiner drei alten Motorräder komplett aufs Radfahren umgestiegen, das war auch mein Wunsch.

Die Maschinen standen nur noch herum, der Truck wurde nicht mehr genutzt, die laufenden Kosten frassen mich auf...

Dann nur noch mit dem Radel, sehr edles TREK 7600 aus dem Jahr 1993, das ich mir einst als ein Luxusspielzeug gekauft hatte, was für eine Umstellung.

Gute Jahre mit dem Radel, für einmal Einkaufen hin und zurück 16 Kilometer, alles im Rucksack transportiert zurück in mein norddeutsches Dorf auf dem platten Land.
2013 musste ich das Radfahren komplett abbrechen, mein Lebensweg führte mich in eine andere Richtung, mein geliebtes TREK Radel liess ich mir Jahre später nachschicken, es wurde später leider gestohlen, sehr schade...

Die Jahre, in denen ich ausschließlich geradelt bin, auch im Winter, das waren gute Zeiten, es war ein großartiges Gefühl, als einiziger Mensch mitten im Winter mit einem Fahrrad unterwegs zu sein.

Als ein sehr bequemer Mensch hat mir diese Zeit gut getan, obwohl ich mir im Winter auf dem Radel nach Stürzen drei Rippen gebrochen habe, ich würde es wieder tun... :grinblum:

Micha

Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

Verfasst: Do 23. Feb 2017, 06:10
von Rohana
Buchkammer hat geschrieben:Gut finde ich allerdings, das die Menschen mit solchen Sendungen für das Thema Vorsorgen sensibilisiert werden. In den letzten Jahren wurden die sogenannten Prepper eher belächelt oder verspottet.
Einiges ist sinnvoll und machbar, aber ich gehe davon aus dass im schlimmsten Fall des Falles Glück und Zufall entscheidend sind. Als Prepper hat man vielleicht eine bessere Starthand im Spiel, aber noch lange keinen Joker...

Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

Verfasst: Do 23. Feb 2017, 06:51
von bielefelder13
Ich mache es seit Jahren auch so wie Nordwest. Erledige fast alles mit dem Rad. Hab kein eigenes Kfz. Wenn ich eines brauche mache ich es über car sharing. Das geht ganz gut hier. Hat aber mit meiner Einstellung zu tun. Umwelt- und Konsumverhalten. :pfeif: Jeder sollte das machen was er für richtig hält. Glaube nicht an den großen Notfall hier. :aeh: Wenn er denn kommt, Plane ich. Mich mit Eventualitäten zu beschäftigen raubt mir Energie die ich lieber für das "Jetzt "einsetze als für irgendwelche Zukunftsängste. Das Leben hat mir gezeigt das es meist doch ganz anders kommt als wie man Plant. :kaffee:

Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

Verfasst: Do 23. Feb 2017, 09:23
von fuxi
Das mit dem Fahrrad war eine Analogie, Leute ... :kaffee:
bielefelder13 hat geschrieben: Wenn er denn kommt, Plane ich.
"Ich glaube nicht daran, dass es bei mir brennen könnte. Aber wenn es mal brennt, gehe ich los und kaufe einen Feuerlöscher." :roll:
bielefelder13 hat geschrieben:Mich mit Eventualitäten zu beschäftigen raubt mir Energie die ich lieber für das "Jetzt "einsetze als für irgendwelche Zukunftsängste.
Planen und Vorsorgen muss nichts mit Angst zu tun haben. Im Gegenteil, Angst ist ein schlechter Ratgeber. Aber keinen zumindest rudimentären Vorrat zu haben und einfache Vorsorgemaßnahmen zu treffen, halte ich nicht für "gegenwartsorientiert" sondern für kurzsichtig.
Und ~2 Wochen Stromausfall mitten im Winter sind übrigens keine realitätsfernen Eventualitäten. Siehe das bereits hier im Thread erwähnte "Münsterländer Schneechaos".

Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

Verfasst: Do 23. Feb 2017, 09:49
von bielefelder13
Das hat für mich nichts mit Notfallplanung zu tun. Ist bei mir normale Vorratshaltung. Unter Notfall verstehe ich andere Geschehnisse. Wäre vielleicht eine genauere Definition von "Notfall" hilfreich. :pfeif:Feuerlöscher hat man doch sowieso.Oder?

Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

Verfasst: Do 23. Feb 2017, 10:03
von fuxi
"Was für Notfälle und welche Vorbereitung?" Da hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz mal was vorbereitet.
Broschüre unter http://www.bbk.bund.de/SharedDocs/Downl ... rosch.html

Nachtrag: Die darin beschriebenen Maßnahmen plus "gelebte Selbstversorgung" zu welchem Anteil auch immer man unter seinen individuellen Umständen umsetzen kann, halte ich persönlich für ein gutes Gleichgewicht zwischen "Zukunftsangst" und "im Hier und Jetzt leben".

Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

Verfasst: Do 23. Feb 2017, 20:09
von emil17
Ich sags mal mit Mathe:
Das Produkt aus Aufwand der Vorbereitung, der Eintretenswahrscheinlichkeit des Bedarfsfalles und des Linderungseffektes muss gross genug sein.
Einen Feuerlöscher oder eine Taschenlampe nicht zu haben ist dumm.
Sich einen Bunker gegen den nächsten Atomkrieg zu bauen ist auch dumm.
Ein Stückholzofen, der auch bei Stromausfall heizt ist da, weil wir sowieso mit Holz heizen, der macht sich auch im Alltag nützlich. Würde ich in der Stadt zu Miete wohnen und hätte keinen Platz um das Holz zu lagern, sähe die Sache anders aus. Dann stünde da vielleicht ein Campingkocher für Flaschengas im Keller.
Ein Stromerzeuger wäre hingegen diskussionswürdig - wenn man ihn sonst nie braucht, geht er dann nicht, wenn man ihn brauchen könnte, oder es ist kein Sprit da.
Lebensmittelvorräte hat man auch aus Gründen der Einkaufsrationalisierung. Eingedoste Lebensmittel für ein Jahr würde ich aber nun nicht horten, denn dann muss man rotieren und es gibt jeden Tag abgelaufene Dosenware. Das hab ich beim Bund geübt und brauche ich nicht mehr.

Dann gibts Leute, die halten sich dauernd ein Allradfahrzeug mit beladenem Fluchtanhänger fahrbereit (Eine halbe Stunde nach Katastrophenmeldung ist Abfahrt) und üben Schiessen zur Selbstverteidigung und um sich Durchfahrt bei verstopften Strassen zu verschaffen. Sowas ist einfach nur egoistisch.

Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

Verfasst: Do 23. Feb 2017, 23:27
von woidler
Die Kunst ist, vor der ersten Kathastrophenmeldung schon mal eine halbe Stunde Vorsprung zu haben !http://www.selbstvers.org/forum/posting ... =40&t=8549#

Und was ist egoistisch dran, seinen Fluchtanhänger mit Vorräten bereit zu halten . Der steht dann nich
bei der Suppenküche an und für die unvorbereiteten ist mehr da !

woidler