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Re: Hühnerratsch
Verfasst: Di 13. Mai 2014, 08:07
von Olaf
Oh, Du hast Bresse?
Das war ja ursprünglich die Rasse bei meiner Idee, da bin ich sehr interessiert an Deinen Berichten!
Spätestens nächstes Jahr brauchen wir ja wieder neue
Wir hatten auch 14, eins ist irgendwann ganz plötzlich gestorben. Wir betrachten die 13 jetzt als Glückszahl.
Einen Thread für die Aufzucht gibt es glaub ich nicht. Wir fandens nicht anders als Wachteln, außer dass die Hühner nicht son Krach machen.
Mit der Schlupfhilfe:
Ich mach das auch dann und wann. Wenn man nur so wenige hat kommt es ja auch auf jedes einzelne an, und man hat ja so gesehen nichts zu verlieren.
Spätestens seit mir eine Gans im Ei verreckt ist und ich einer zweiten geholfen habe und die ganz prachtvoll geworden ist mache ich wie ICH denke und nicht was MAN sagt.
UNd wer kann zuschauen, wenn son Viech verreckt, obwohl es noch gute Chancen hätte.
LG und ich freu miich für Dich!
Olaf
Re: Hühnerratsch
Verfasst: Di 13. Mai 2014, 08:48
von Gartendilettantin
Bresse sind toll!
Ich hatte letzten Herbst Bresse-Küken, weil meine Seidenhenne genau zur Mauserzeit meiner Sulmtaler glucken wollte und ich nicht schnell genug an Sulmtaler-Bruteier kam. Ich finde Bresse optisch nicht so ansprechend, aber rein objektiv betrachtet sind das meiner Meinung nach wirklich die besten Zweinutzungshühner überhaupt. (Die Franzosen wissen eben, wie man leckeres Essen züchtet, und haben ihre Wirtschaftsrassen nicht so sehr durch die Ausstellungszucht verdorben wie wir hierzulande.) Die Küken wachsen wie Unkraut, die Hennen fangen früh (bei mir mit ca. 19 Wochen) an zu legen, die Hähne setzen ordentlich Fleisch an und schmecken mindestens so gut wie Sulmtaler. Schlachtgewicht (ausgenommen, küchenfertig) waren bei einem 4,5 Monate alten Bresse-Hähnchen 2,5kg. Gleich alte Sulmtaler-Hähnchen wiegen da eher 2-2,2kg.
Mit der Schlupfhilfe: wenn man mit dem Küken dann nicht weiterzüchtet, wieso soll man das arme kleine Wesen denn im Ei verrecken lassen, wenn es auch genau so gut leben kann? Ich habe hier auch eine Henne, der ich beim Schlupf geholfen habe, die ist jetzt ein Jahr alt, bis auf einen minimalen Kreuzschnabel kerngesund und legt fleißig Eier. Bei mir im örtlichen Geflügelzuchtverein geben selbst die alten Hühnerzüchter etwas verschämt zu, dass sie auch Küken aus dem Ei helfen.
Re: Hühnerratsch
Verfasst: Di 13. Mai 2014, 12:45
von hobbygaertnerin
Früher haben mir weisse Hühner nicht gefallen, je farbiger umso besser. Aber dann hab ich diese Bresse einmal in Natura gesehen, das strahlend weisse Federkleid, die sehr roten Kämme und die blauen Beine- schon eine stolze Erscheinung. Zumindest war dieser Hahn mit seinen Hühnern eine wahre Augenweide.
Auf Geflügelzuchtausstellungen habe ich Bresse noch nie gesehen.
Unsere legen sehr fleissig, sind eher ruhig vom Verhalten, wobei die Hähne schon alleine wegen ihrer Erscheinung Respekt einflössen.
Ich war nur von den wunderschönen Schlachtkörpern mehr als angetan und das Fleisch hat sehr gut geschmeckt- aber eben anders als die Masthähnchen, die wir normalerweise gewöhnt sind.
Von der 2Nutzung her sind sie den Vorwerkhühnern überlegen, andere Rassen wie Sulmtaler usw. kenne ich nicht.
Der kleinste Vogel ist jetzt ins Wärmebettchen gezogen, die anderen Rabauken sind einen Tag älter, die latschen einfach über den kleinen Winzling drüber.
Hab heute den Brüter sofort wieder startklar gemacht, möchte noch einmal brüten, der Herbst und Winter kommt und solche schönen Hähnchen hätte ich gerne in mehrfacherer Anzahl.
@Olaf, ansonsten hab ich schon öfters Küken aufgezogen, Wärmelampe oder dieser Ofen mit der Heizung, dass sie drunter schlüpfen können, eine Glucke wäre mir lieber, aber Vorwerk und Bresse scheinen keinen Bruttrieb zu entwickeln- und Zwerghühner zum Brüten, wenn ich an unseren grossen Bressedagobert denke, dann tun mir Zwerghühner leid- sie direkt extra zu sperren, da habe ich nicht den passenden Stall dafür.
Ich habe diese Frage nach Aufzucht reingestellt- weil ich feststelle, dass in neueren Büchern eher doch einer vom anderen abschreibt und das "alte Wissen" gar nicht mehr so leicht zu finden ist.
Muss dir ein Kompliment machen, dein Hühnerstall ist wirklich ein Hühnerhotel geworden, eure Hühner haben den Himmel auf Erden.
Re: Hühnerratsch
Verfasst: Di 13. Mai 2014, 12:58
von Gartendilettantin
@hobbygärtnerin: Ich habe eine Seidenhenne bei meinen Sulmtalern mitlaufen, die gluckt bisher recht zuverlässig. Das Größenverhältnis zum Sulmtalerhahn geht meiner Meinung nach gerade noch so, und dadurch, dass sie für den Hahn wahrscheinlich recht "seltsam" aussieht, ist sie sowieso nicht seine Lieblingshenne und wird gar nicht so oft getreten. Nachteil ist aber, dass unter eine Seidenhenne nicht allzu viele Eier passen - da wäre eine dicke Orpingtondame wahrscheinlich besser (aber da komme ich hier schlecht ran, und bin mir auch nicht sicher, ob die wirklich so zuverlässig glucken).
Re: Hühnerratsch
Verfasst: Di 13. Mai 2014, 13:17
von Thomas/V.
Auf Geflügelzuchtausstellungen habe ich Bresse noch nie gesehen.
Weil die keine in D. zugelassene Rasse sind. Überhaupt dürfen eigentlich nur die Tiere, die direkt in der Region aufwachsen, so genannt werden, die Bezeichnung ist nämlich geografisch geschützt.
Re: Hühnerratsch
Verfasst: Di 13. Mai 2014, 13:18
von Olaf
Auf Geflügelzuchtausstellungen habe ich Bresse noch nie gesehen.
Vielleicht weil man die hier nicht so nennen darf?
Ich mein, was hat ein Züchter davon, Bresses zu züchten, die keine sind bzw. sich nicht so nennen dürfen, weil sie nicht in Frankreich/Bresse großgeworden sind.
Wir, die wir mehr ans Essen denken sind da vermutlich pragmatischer

Edit: Thomas war schneller....
Re: Hühnerratsch
Verfasst: Di 13. Mai 2014, 13:38
von Melusine
In der Wiki schreiben sie ja,das Bresse vor dem Schlachten mit Milch gefüttert würde?
Und schrieben was von Dunkelmast?
http://de.wikipedia.org/wiki/Bressehuhn
Re: Hühnerratsch
Verfasst: Di 13. Mai 2014, 14:13
von Gartendilettantin
Die geschützte Bezeichnung "Bresse" für Hühner, die in genau dieser Region in Frankreich aufgezogen wurden, betrifft soweit ich weiß nur die Vermarktung von Fleisch.
Die Hühnerrasse "Bresse" darf durchaus überall so genannt werden, man darf aber z.B. geschlachtete Bressehühner aus Deutschland eben nicht als "Poulet de Bresse" im Geschäft verkaufen. Beispielsweise züchtet und verkauft die FH Weihenstephan in Triesdorf ganz offiziell Bresse-Hühner
(klick)
Für die kommerzielle Nutzung ist es aber natürlich blöd, wenn das Fleisch offiziell nicht so genannt werden darf wie die Hühnerrasse, von der es stammt. Daher hat sich ein findiger Hühnerzüchter für seine kommerzielle Zucht von Bresse-Hühnern in Bayern den Namen "Les Bleues" ausgedacht (
http://zweinutzungshuhn.de/ ), um seine Bresse-Hühner gewerblich anbieten und deren Fleisch bewerben zu können.
Dunkelhaft und Milchfütterung ist in der Bresse-Region die traditionelle Methode, um die Hühner vor dem Schlachten nochmal besonders intensiv zu mästen. Man darf bei der (berechtigten) Kritik an dieser Methode aber auch nicht vergessen, dass die original Bresse-Hühner vor dieser Dunkelhaft ein geradezu paradiesisches Leben im Freien geführt haben, von dem hierzulande auch die Bio-Masthähnchen nur träumen können.
Re: Hühnerratsch
Verfasst: Di 13. Mai 2014, 14:19
von Olaf
Das mit der Dunkelhaft hab ich auch schon gelesen.
Aber das käme ja bei uns sowohl aus moralischen als auch praktischen Gründen nicht in Frage oder?
Paradisisches Leben hin und her....um so mehr muss das für die dann aber auch ne Qual sein.
Naja, wer Frösche isst

Re: Hühnerratsch
Verfasst: Di 13. Mai 2014, 15:01
von Rati
Olaf hat geschrieben: (Hühner-)Eier verkaufen will ich nicht, der Straßenpreis von 2,50 ist für mich extreme Milchmädchenrechnung, das können die andern machen. Vielleicht treiben die das Futter ja billiger auf.
....
hast recht, für das Geld kannst du kein Futter kaufen, erst recht nicht in irgend einer Bioqualität.
Ich rechne gar nicht erst Futter gegen Eier. Ich verkaufe einfach den Überschuss (für besagte 2.50) aber wir verschenken auch viele.
Grüße Rati