Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens

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Olaf
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Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens

#781

Beitrag von Olaf »

Und die Aronia - hier geht ohne Vogelschnutznetz gleich gar nix, einen Nachmittag und die Sträucher waren abgeräumt,
*lach*, ja.
Eines Abends vor paar Tagen meinte meine Frau, die seien jetzt auch reif.
Ich meinte, "komisch, dass die von den Vögeln gar nicht geklaut werden."
(Sonst predige ich ja immer, was wir nicht zuhängen ernten wir auch nicht...)
Am nächsten Abend waren sie nahezu komplett weg.
Gut, wäre NOCH (Tendenz deutlich steigend) keine sensationelle Ernte gewesen, sei es ihnen gegönnt. Aber nächstes Jahr bin ich dann mal dran!
Letztes Jahr hab ich wohl zwei Tage früher geerntet. :hmm:
LG
Olaf
Eigentlich bin ich ein netter Kerl.
Wenn ich Freunde hätte, könnten die das bestätigen.
Olaf
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Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens

#782

Beitrag von Olaf »

Gestern haben wir unsere 4 Junggänse geschlachtet. Das zählt eigentlich nicht zu den schönen Momenten. Schön war aber, dass mir Cristinas Großer geholfen hat. Als der noch hier gewohnt hat, mag drei Jahre her sein, haben wir uns gar nicht gut verstanden, uns notgedrungen irgendwie ignoriert.
Inzwischen ist er zum Mittelalterfreak mutiert, hat ensprechende, sympathische Freunde und ne sehr nette Freundin. Am WE ist er oft hier, baut sich irgendwas, aktuell grad Langbögen, im Winter auch vieles andere in meiner Werkstatt. Ich find das spannend, was der macht, lass mir das gern erklären, manchmal kann ich mit Maschinen oder Ratschlag aushelfen, oder hab mal irgendwo ein schönes Stück Buche, wir können uns sogar über den Geruch verschiedener Holzsorten unterhalten.
Im Winter meinte er mal irgendwann, als Jugendlicher sei er ein ziemlicher Idiot gewesen, hätte überhaupt nicht begriffen, was er für Möglichkeiten hatte und was er alles hätte lernen können.
Das, zugegeben, geht runter wie Öl und entschädigt für manches.
Mit den Gänsen, hat er schon vor Monaten gesagt, er will unbedingt mithelfen, er möchte sowas alles können.
So hab ich ihm denn gezeigt, was ich weiß und für richtig halte, und ich weiß es wiederum auch nur von Konrad aka Gänsekonni, Klassenkamerad meines Sohnes. Er war verständlicher Weise sehr nervös. Wir haben uns sehr interessant über die Ethik der Tierhaltung und des Tötens unterhalten, waren uns aber auch völlig einig. So hat er denn die beiden letzten Gänse geschlachtet, und, so sagt er, dann war er auch schon viel ruhiger. Unter Cristinas Anleitung hat er dann eine gerupft, ich hab ihm gezeigt, wie man die ausnimmt.
Vorhin ist er, zu Recht stolz, mit seiner Gans losgezogen, mit seiner (hoffentlich) Schwiegermutter, auch total cool, bereiten die sie jetzt wohl grade zu. Die anderen sind in Klein-Sibierien.
LG
Olaf
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Rohana
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Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens

#783

Beitrag von Rohana »

Ein Hoch auf vernünftige Mittelalter-Freaks mit Langbögen, das klingt doch wirklich sympathisch! :daumen:
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Dyrsian
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Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens

#784

Beitrag von Dyrsian »

Ich sitze hier bei 30 Grad auf dem Campingplatz in Grado, Italien mit einem kühlen Birra Moretti!
Das Wasser ist flach, warm wie eine Badewanne und es gibt Sandstrand ohne Ende, perfekt für Kleinkinder. Nachts hat es angenehme 20 Grad. Kann ich echt nur empfehlen, man muss allerdings Italien in der Hauptsaison mögen, also alleine ist man hier nicht.
:grinblum: :grinblum: :grinblum:
Der Garten muSs jetzt zwar drei Wochen ohne mich klarkommen, aber nach der Mammutaufgabe Umzug musste Erholung her.
aron
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Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens

#785

Beitrag von aron »

@Dyrsian
Versorgst du dich da selbst oder was ?
sybille
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Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens

#786

Beitrag von sybille »

Mein 3 Blumenhuhnmixküken wachsen wie Schaum. Die Glucke führt sie jetzt schon 8 Wochen. Auf der Terrasse ernte ich reichlich Salat, Stangenbohnen, Zucchini und Tomaten aus den Kübeln und demnächst werden die Gurken reif. Der Mangold braucht noch eine Weile und die Topinarburpflanzen spenden schön Schatten. Dazwischen steht der Trompetenbaum, der mich abends und frühmorgens mit seinen herrlich riechenden Blüten erfreut.
Hühner sind Menschen wie Du und ich, nur das sie zur Hausordnung Hackordnung sagen.
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Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens

#787

Beitrag von hobbygaertnerin »

Hab heuer eine sehr gute Honigerne von den Bienen bekommen, so fleissig waren meine Damen noch nie, mein erster Waldhonig seit ich imkere.

@Peterle, ich weiß nicht, ob du hier mitliest, hab in Centauris SV- von deinen Erfahrungen gelesen,
ich habe auch schon ein paar Mal Leuten angeboten, die von Hartz und Tafel leben, dass sie zum Pflücken kommen können.
Sie haben zwar immer gejammert, dass sie sich so vieles nicht leisten können, aber gekommen ist keiner.
Gut, es ist ihre Entscheidung.
Aber generell, wir haben einen sehr grossen Obstgarten mit einer reichhaltigen Obstauswahl, es sind wenig Leute, die sich Obst holen wollen, meist heisst es, ach, die paar Beeren, die wir brauchen, die kaufe ich mir lieber oder wir mögen die Granny Smith Äpfel lieber bzw. generell die harten Äpfel schmecken uns besser als die gelagerten (wir hatten heuer die schönsten und grössten Klaräpfel, erst als sie knapp wurden, wären sie gefragt gewesen), ausserdem haben wir keinen Platz oder Ort um ein paar Äpfel zu lagern. Und warum einwecken oder einfrieren, gibts doch alles jederzeit im Supermarkt sehr preiswert zu kaufen.
Mann muss aber auch ehrlich zugeben, von selbst macht sich weder der Garten, noch das Pflücken- Ernte, noch die Verarbeitung nicht. Für Fernsehen hab ich zum Beispiel keine Zeit- bzw. ist sie mir zu schade.

Was mir aufgefallen ist, ich war letztes Jahr auch ziemlich krank, erst als ich wieder in der Erde wühlen konnte, gings aufwärts.
Am Anfang hab ich mich rausgeschleppt und konnte nur ein paar Minuten werkeln, aber mit jedem Tag wurde es besser.
Benutzer 2354 gelöscht

Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens

#788

Beitrag von Benutzer 2354 gelöscht »

hobbygaertnerin hat geschrieben:
Was mir aufgefallen ist, ich war letztes Jahr auch ziemlich krank, erst als ich wieder in der Erde wühlen konnte, gings aufwärts.
Am Anfang hab ich mich rausgeschleppt und konnte nur ein paar Minuten werkeln, aber mit jedem Tag wurde es besser.
Ach schön , Erde heilt.
hobbygaertnerin
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Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens

#789

Beitrag von hobbygaertnerin »

Mir fällt auf, dass ich mich schon immer für gutes Essen begeistert habe. War vielleicht auch der ganz tiefe Wunsch und die Motivation, dass ich trotz aller Heraus- und Anforderungen Bäuerin geworden bin.
Das was ich selbst mache, kann ich in (k)einem Delikatessenladen oder über Slow food um viel Geld kaufen.
Ich war neulich zu einem Frühstückbüffet eingeladen, es gab nur Selbstgemachtes- der Geschmack war ein Traum- bei den Rühreiern sah man beim Blick aus dem Gasthausfenster die Hühner im Auslauf, beim Rindersaftschinken die grasenden Rinder auf der Weide, bei der grossen Platte an Gemüse den riesengrossen Gemüsegarten.
Aber man spürte auch noch was anderes, es war alles mit sehr viel Liebe gekocht und angerichtet.
Ich habe dies dem Gastwirtsehepaar am Schluss gesagt und sie meinten, es würden wenige bemerken, wieviel Arbeit drinnstecken würde, deshalb waren sie für meinen Dank so überaus aufgeschlossen.
Ohne SV - wären meine Sinne vor allem meine Geschmackssinne vielleicht gar nicht so offen gewesen und mir wäre auch die viele Arbeit, die damit verbunden ist- nicht bewusst.
bielefelder13
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Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens

#790

Beitrag von bielefelder13 »

Ja Hobbygärtnerin da hast Du recht. Hier gibt es auch einen Hof der nur jeweils ein Wochenende im Monat öffnet und nur selbstgemachtes anbietet. Extrem Lecker und jedesmal ein Genuss. Gut das es soetwas gibt neben all dem "Alltagskram". :trank: :spiegelei:
Fang nie an aufzuhören. Höre niemals auf Anzufangen.
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