viktualia hat geschrieben:@Emil, du bist zwar meist genial, aber manchmal auch bissl eklig.
Als ob die Bandbreite von Klugheit mit "Faulheit denkt scharf" abgedeckt sei; als ob "Obrigkeitstreu" nicht auch noch Spielraum von Loyalität bis Kadavergehorsam hätte; und arbeitsam ist auch mal hohl, mal engagiert.
Schere, Stein, Papier, mehr is das nicht.
Wenn du hier nicht recht hättest, wäre die Welt langweilig.
Selten genial, oft eklig trifft es vermutlich besser
Schere Stein Papier funktioniert im Haushalt mit Kindern ganz gut. Wer macht den Abwasch? Keiner will, Stein Schere Papier, der Gewinner ist erst morgen dran, und schon haben die lieben Kinder vergessen, dass eigentlich keiner wollte. Das funktioniert in der Gesellschaft auch erstaunlich oft.
Es ging ja eigentlich nur um die Frage, wie man für den Notfall vorsorgen soll und dann darum, dass es einem in der Not auch bleibt.
Dann gings darum, wieso ein Teil der Notvorsorge von Geld unabhängig sein sollte, und von da warum Geld als Wertaufbewahrungsmittel so seine Tücken hat.
Dann kam man auf die Probleme von Gesellschaften, die zu gross sind, als dass sich alle persönlich kennen. Hier taugt mein Schema als ganz grobe Klassifikation für Verhaltensmotive.
Was nicht heisst, dass andere Schemen falsch sind, von individuellen Unterschieden und weiteren Charaktereigenschaften gar nicht zu reden.
Was du auch noch nicht erwähnt hast: In gewissen Bereichen bin ich obrigkeitsgläubig und vertraue auf die Behörden, in anderen nicht, und in noch anderen habe ich keine Lust, mich zu engagieren. Das dürften viele so halten. Schon wird es komplizierter.
Letztlich geht es um das alte Problem, dass bei zu grossen Gruppen Egoismus belohnt wird, weil man den Vorteil sofort und persönlich und ungeteilt hat, während der Nachteil auf die ganze Gemeinschaft (meist eine Zwangsgemeinschaft) übewälzt wird und oft unmerklich klein ist.
Es ist die Logik der Warenhausdiebe: 5% des Preises ist Aufschlag wegen Verlusten durch Klauen, Veruntreuung usw., Also ist man blöd, wenn man nicht klaut - solange man nicht erwischt wird, denn andere klauen auch und das Warenhaus hält sich sowieso an allen schadlos.
Ich hab an mich den Anspruch, auch in Notzeiten moralisch akzeptabel leben und handeln zu können, deshalb sorge ich vor. Überleben um des Überlebens willen - ein Bunker voll Fressalien und eine Knarre um ihn zu verteidigen - ist keine Perspektive, denn es stellt sich die Sinnfrage.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.