Re: Herdenschutzhunde
Verfasst: Mi 18. Mär 2015, 11:51
Das ist spannend zu lesen - wir hier haben noch keine Herdenschutzprobleme, es gab also noch keine Übergriffe, möchten uns aber aufgrund einiger deutlicher Hinweise in letzter Zeit einfach auf der möglichst sicheren Seite bewegen. Unsere Tiere sind hier im Umfeld die einzigen, die draussen gehalten werden. Hinterwälder sind nun mal ziemlich klein, entsprechend klein fallen auch die Kälber aus. 2 Wochen vor dem Kalben haben wir - als noch Schnee lag - die letzte auffallende Spur gesichtet. Wohlgemerkt, innerhalb des Aussenzaunes. Bis dahin gab es hier 3 Reihen E-Zaun, u. a. auch der Pferde wegen, was ja schon mehr ist, als bei vielen anderen Rinderhaltern. Und auch im letzten Herbst gab es einige Hinweise, ebenfalls innerhalb des Aussenzaunes. Leider fehlt es noch an bestätigten und richtig dokumentierten Hinweisen, das muss man sich ja auch erstmal anlesen, worauf es da ankommt und Pfotenabdrücke im Schnee sind auch nicht so einfach zu fotografieren, wenn man die Tricks noch nicht kennt, so dass das hier eine dieser Phasen ist, in der man mit regelmäßigen Durchziehern oder sich allmählich etablierenden Einzeltieren rechnen muss und in der die offiziellen Stellen noch recht schweigsam sind. Glücklicherweise haben wir guten Kontakt zu den Jagdpächtern im Umfeld.
Unser Ansatz ist also mehr der, gleich von Anfang an mit möglichst sicherer Umzäunung Übergriffe so zu erschweren, dass der Risiko-Nutzen-Faktor sie möglichst unattraktiv macht.
Die offiziellen Empfehlungen der zuständigen Stellen gehen dahin, die Weiden kälber-ausbruchssicher einzuzäunen und auf die Instinkte der Muttertiere zu setzen - damit sind die Flächen aber nicht eindring/übersprungsicher eingezäunt. Das ist für mich, grad, wenn man Berichte über gerissene Jungtiere verfolgt, die es in Regionen mit etablierten Rudeln bereits regelmäßig gibt, eine "Salami-Taktik", also scheibchenweises Reagieren, das einem Beutegreifer mit etwas Pech immer wieder Erfolgserlebnisse verschaffen kann, so dass er auch bei der nächsthöheren Reihe E-Zaun versuchen wird, diesen Erfolg zu wiederholen. Anders sieht der Lerneffekt aus, wenn es erst zu gar keinem Erfolg kommt, weil ein gut gebauter und gut wirkender E-Zaun den Erfolg nachhaltig verhindert. Das ist meine Einstellung dazu - und solange warten, bis erst einmal was passiert ist, damit man von offizieller Seite aus dann endlich auch unterstützt wird, möchte ich nicht. Zuschüsse und Co gibt es allerdings erst, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist - eine Vorgehensweise, die ich persönlich für bedenklich halte, denn eine sinnvolle Prävention ist m. M. n. wirksamer als eine Reaktion auf bereits Geschehenes. Und nur so kann man auf Dauer nebeneinander her leben, ohne sich ständig in die Quere zu geraten.
LG, Chris
Unser Ansatz ist also mehr der, gleich von Anfang an mit möglichst sicherer Umzäunung Übergriffe so zu erschweren, dass der Risiko-Nutzen-Faktor sie möglichst unattraktiv macht.
Die offiziellen Empfehlungen der zuständigen Stellen gehen dahin, die Weiden kälber-ausbruchssicher einzuzäunen und auf die Instinkte der Muttertiere zu setzen - damit sind die Flächen aber nicht eindring/übersprungsicher eingezäunt. Das ist für mich, grad, wenn man Berichte über gerissene Jungtiere verfolgt, die es in Regionen mit etablierten Rudeln bereits regelmäßig gibt, eine "Salami-Taktik", also scheibchenweises Reagieren, das einem Beutegreifer mit etwas Pech immer wieder Erfolgserlebnisse verschaffen kann, so dass er auch bei der nächsthöheren Reihe E-Zaun versuchen wird, diesen Erfolg zu wiederholen. Anders sieht der Lerneffekt aus, wenn es erst zu gar keinem Erfolg kommt, weil ein gut gebauter und gut wirkender E-Zaun den Erfolg nachhaltig verhindert. Das ist meine Einstellung dazu - und solange warten, bis erst einmal was passiert ist, damit man von offizieller Seite aus dann endlich auch unterstützt wird, möchte ich nicht. Zuschüsse und Co gibt es allerdings erst, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist - eine Vorgehensweise, die ich persönlich für bedenklich halte, denn eine sinnvolle Prävention ist m. M. n. wirksamer als eine Reaktion auf bereits Geschehenes. Und nur so kann man auf Dauer nebeneinander her leben, ohne sich ständig in die Quere zu geraten.
LG, Chris