Seite 8 von 9
Re: Tiere schlachten
Verfasst: Mo 4. Feb 2013, 17:49
von sybille
Bunz hat geschrieben:Nein, es kommt auf die richtige Technologie an.
Da kenne ich Leute, die kreisen zu dritt das zu schlachtende Huhn ein, irgend einer fängt es dann im Hechtflug, und dann wird es unter lautem Geschrei vom Leben zum Tod befördert.
Nee, nee, nee, was es nicht alles gibt. Da kann man sich nur wundern.
lg
Bunz
Ja, Bunz, das ist richtig. Deswegen habe ich mich für meine Methode entschieden. Das geht bei mir ganz schnell, muß aber nicht für jeden gelten.
Thomas/V. hat geschrieben:
Am Schlachtort angekommen nimmt man den bereitliegenden Stock (Besenstiel, abgesägt) und kann mit einem gezielten Schlag auf den Kopf das Huhn schon fast töten (Gehirnzertrümmern).
Das so betäubte oder fast tote Huhn versteift sich sofort, sogar der Hals wird steif,
das habe ich versucht und es war eine Katastrophe! Wenn ich den Kopf gegen die Stallwand schlage, hat es denselben Effekt wie bei Dir mit dem Stock. Und nur das ist wichtig!
Re: Tiere schlachten
Verfasst: Di 5. Feb 2013, 02:06
von Andreas75
Hallo!
In meinen Augen hat die Sache mit der Wand den Nachteil, dass man dazu das Huhn gegen die Wand schleudern muss. Das sorgt für Blutstau im Kopf (auch bei nur kurzen Schwüngen), und unter Umständen kommt's dann zu unschönen Blutungen aus den Augen oder dem Schnabel, oder gar zu Blutaufschwemmungen der Augenbereiche.
Ich finde da ehrlich gesagt den Knüppel, präzise hinter den Kamm gesetzt, die allerbeste Möglichkeit. Also quasi den Schlaggegenstand zum Huhn führen, und nicht umgekehrt, sonst wird's leicht unschön.
Das Huhn gegen die Wand hauen ist quasi, als ob unsereiner vom Haus springt, und ganz ehrlich: Ich hätte da schon lieber 'nen Knüppel, der mir ganz unvorbereitet in Sekundenbruchteilen das Licht ausknipst, als mich vorher so ausgeliefert zu fühlen.
Sicher, geht so schnell, dass die Hinkel das mit der Wand gar nicht realisieren, mag man einwenden, aber auch wenn ich nicht gerne vermenschliche, so tue ich meinen Tieren doch nicht an, was ich "nicht auch selber wollte"

.
Grüße,
Andreas
Re: Tiere schlachten
Verfasst: Di 5. Feb 2013, 09:40
von Zacharias
Ich denke, das Problem, das viele haben - insbesondere die, die nur gelegentlich schlachten - ist die Treffsicherheit. Wo genau ist denn die Stelle am Kopf, die zur Betäubung führt und wie treffe ich die bei so einem kleinen Köpfchen? Vielleicht kann mal einer von euch, der das öfter macht genau beschreiben. Wie hält man das Huhn und wo genau schlägt man hin?
Re: Tiere schlachten
Verfasst: Di 5. Feb 2013, 10:27
von Sabi(e)ne
Deshalb gibt es von der LWK/DEULA Kurse zum Erwerb der Sachkunde des Schlachtens bei kleinen Tieren....

Re: Tiere schlachten
Verfasst: Di 5. Feb 2013, 10:37
von Rati
Zacharias hat geschrieben:. Wo genau ist denn die Stelle am Kopf, die zur Betäubung führt und wie treffe ich die bei so einem kleinen Köpfchen? ...
ich halte die Hühner mit einer Hand die Flügel zusammen und benutze den Griff der Hackmessers um ihnen einen Schlag hinter den Kamm zu geben. Dabei nicht zu weit ausholen, das erhöht die Treffsicherheit.
Dann hab ich sie bisher geköpft, aber vielleicht versuche ich mal Thomas Methode mit dem Ohrstich, um die Zappelei zu vermeiden.
Grüße Rati
Re: Tiere schlachten
Verfasst: Di 5. Feb 2013, 11:36
von Zacharias
Deshalb gibt es von der LWK/DEULA Kurse zum Erwerb der Sachkunde des Schlachtens bei kleinen Tieren....

Klar, gibt es sowas. Aber um gelegentlich ein Huhn zu köpfen betreibe ich so einen Aufwand nicht. Die Kurse werden in der Regel nicht um die Ecke angeboten, kosten nicht wenig und beinhalten wesentlich mehr, als ich wissen will.
Re: Tiere schlachten
Verfasst: Di 5. Feb 2013, 12:41
von Andreas75
Hy!
Bei mir geht's so (gelernt 1997 von einem 60jährigen Bauern- Urgestein):
Huhn an den Ständern nehmen und hängen lassen, das spreizt dann die Flügel leicht ab und hält den Kopf halb hoch. Dann, wie Rati beschreibt, mit dem Schlagwerkzeug nicht zu weit ausholen (für besseres Zielen), und mit Vehemenz eine hinter den Kamm/ auf den Hinterkopf gegeben.
Erforderlichenfalls sofort einmal nachhauen, und dann Flügel festhalten (also die Handschwingen mit in den Fußgriff nehmen), auf den Klotz und Huhn einkürzen.
Ich finde das aber eine ziemliche Sauerei, zumal sich ein Flügel beim Rumzappeln auch mal lösen kann, dann gibt es Geflatter und dergleichen. Darum will ich mir bis Herbst einen Schlachttrichter anschaffen, wo das Tier nach dem Schlag reinkommt, und dazu will ich mir auch den Ohrstich aneignen, was nebenbei noch eine weniger barbarische Optik ergibt und vor allem den Hals gerade/ hängen lässt (bei geköpften beugt sich der Hals ja hoch).
Grüße,
Andreas
Re: Tiere schlachten
Verfasst: Di 5. Feb 2013, 12:55
von roland
Hi,
ich hätt nochmal eine Frage wegen den Bolzenschussgeräten:
was ich nicht wusste (danke für die Info) ist, das die Federgeräte nur für junge Kaninichen gehen. Daher stellt sich die Frage, doch ein Patronenbetriebenes Teil zu kaufen. Aber wie ist das? Darf man das in DE noch ohne Waffenschein?
Roland
Re: Tiere schlachten
Verfasst: Di 5. Feb 2013, 14:04
von Sabi(e)ne
Soweit ich weiß, ja, aber eben nur mit den Nachweis über die Sachkunde.
Re: Tiere schlachten
Verfasst: Di 5. Feb 2013, 14:22
von Thomas/V.
Zacharias hat geschrieben:Ich denke, das Problem, das viele haben - insbesondere die, die nur gelegentlich schlachten - ist die Treffsicherheit. Wo genau ist denn die Stelle am Kopf, die zur Betäubung führt und wie treffe ich die bei so einem kleinen Köpfchen? Vielleicht kann mal einer von euch, der das öfter macht genau beschreiben. Wie hält man das Huhn und wo genau schlägt man hin?
Ich klemme das Huhn unter den linken Arm (bin Rechtshänder).
Also Füße mit der linken Hand festhalten, Flügel und Körper mit dem Ellenbogen/Oberarm an meine linke Seite drücken. So ist das Huhn fixiert, ohne es stark zu quetschen oder einzuklemmen.
Der Kopf ist nach vorn gerichtet.
So kann ich mit dem Huhn/Hahn ziemlich gut irgendwo hin laufen. Wenn es sehr unruhig ist, kann man ihm mit der rechten Hand die Augen zu halten.
Da der Kopf relativ nah am Körper des Schlachtenden ist, und auch etwa in Bauchhöhe, kann man einerseits nicht zu stark ausholen beim Schlag, andererseits ziemlich genau zielen, sodaß der Schlag gut sitzt.
Man schlägt also weniger mit der Schulter und dem Oberarm, sondern mit dem Unterarm und dem Handgelenk, was zu einem schnellen, kurzen, präziesen Schlag führt.
In dieser Haltung ist es allerdings schwerer, den Hinterkopf zu treffen, sondern man trifft eher die Stirn. Was aber nicht weiter schlimm ist. Die Stirn und der Vorderschädel ist Sitz des Großhirns, wo ja die "Bewußtseins"vorgänge stattfinden. Im Hinterkopf sitzt das Kleinhirn, was für Bewegungsabläufe zuständig ist, womöglich wäre das Tier, wenn es dort getroffen wird, nur gelähmt, aber noch bei Bewußtsein?