Ältere Kühe und Ochsen könne man durch Reifen zart machen. Bei Deckbullen ginge das nur sehr eingeschränkt bis gar nicht. Deshalb ab in die Wurst. Und deshalb wird das Fleisch noch schlechter bezahlt als alte Kühe.
Ja, das ist leider die bittere Realität, aber mit einem wirklich guten Metzger (der weiß, was er tut), würde *ich* persönlich jederzeit ältere Tiere auf dem Teller vorziehen - bloß keine Färsen oder Jungbullen - der Geschmack ist völlig anders.
Das ist dasselbe, wenn Leute zum ersten Mal ausgewachsene Weidehühner/Hähne oder alte Schweinerassen, langsam gewachsen, zu essen kriegen - das ist nicht so butterweich wie bei den 6WochenBrathähnchen, aber hat dafür deutlich mehr Geschmack (und intramuskuläres Fett).
Komischerweise kann man diese Qualität auch kaufen, aber man muß lange suchen und ziemlich viel Geld dafür hinlegen, was es aber in nahezu jedem Fall wirklich wert ist.
Also ist dafür ein Markt da, den man sich aber selbst erst mühsam aufbauen muß - Mundpropagaganda ist unbezahlbar.
Und leider muß man dafür auch Verkaufstalent und den Willen dazu haben - daran mangelt es den meisten Produzenten, die mögen sich damit nicht beschäftigen.
Ich hab auch kein Patentrezept dafür, aber aus meinen Ponderosa-Jahren hab ich immerhin gelernt, daß Anfüttern von Kundschaft mit erstklassigen Produkten der beste Weg ist - probieren lassen.....
Und man muß zweifelsfrei von seinen eigenen Sachen überzeugt sein, um Premium-Preise zu kriegen - nicht a la "ach, derJungbock war eh über", sondern "Weidemastlamm vom Feinsten"...
Es geht - wir haben haben 70kg Schweinehälften mit vollem Service für Schinken und Würste für 6€/kg verkauft, als der Realmarkt halbe Schweine für 2,49€ grob zerlegt anbot, und unser Geflügel ebenso - da war der Punkt die Größe (ab 10kg Pute aufwärts), das gab es nirgendwo sonst.
Als Fleischproduzent mit genug Weidefläche im Rücken hätte ich schon längst ne Kooperation mit dem besten Metzger der Gegend und ein eigenes Kühlhaus, aber mit meinen paar Quadratmetern kann ich hier nix reißen.
