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Re: Vegane Permakultur und Essbare Wildfplanzen Enthusiast
Verfasst: Mo 30. Mär 2026, 22:31
von Zacharias
Ich liebe diesen Thread - herrlich! Wenn ich mal Argumente gegen Veganismus brauche, weiß ich, wo ich gucken muss. Der Threadersteller ist sicherlich schon längst vergrault, so wie manch ein anderer, der versucht hat, uns zu bekehren.
@unkrautaufesserin
Deine Schafe gehören sicherlich einer Rasse an, die Behausungen nicht mögen. Das ist keine Blödheit. Wenn sie sich draußen wohlfühlen und kein Raubwild seinen Hunger stillen will, spricht doch nichts dagegen. Pack die Heuraufe nach draußen und gut ist. Ich kannte mal Schafe, die bei Regen nur den Kopf unterstellten. Verständlich, der ist ja auch nackiger als der Rest.
Re: Vegane Permakultur und Essbare Wildfplanzen Enthusiast
Verfasst: Di 31. Mär 2026, 00:56
von Jan65
Amigo hat geschrieben: Mo 30. Mär 2026, 09:09
oder auch , wie wichtig wäre es , daß die Buxx sauber aus der Wish wish wish in the water raus geschlissen wird ?
Ich verstehe nur Bahnhof!
Re: Vegane Permakultur und Essbare Wildfplanzen Enthusiast
Verfasst: Di 31. Mär 2026, 01:03
von Jan65
emil17 hat geschrieben: Mo 30. Mär 2026, 07:39
Zurück zum Wildpflanzen-Thema: Als Bereicherung des Speisezettels sind Wildpflanzen wervoll, als Grundnahrungsmittel eher weniger. Dafür spricht schon, dass die Bevölkerung bis zum Beginn der Landwirtschaft (das war in Mitteleuropa vor so etwa 3000 Jahren, regional sehr unterschiedlich) sich vor allem von der Jagd ernährt hat. Dies kann durch moderne Methoden der Archäologie zweifelsfrei nachgewiesen werden. Ebenfalls dafür spricht, dass die einheimische Flora kaum Nahrungspflanzen hat, die Kalorien in Menge liefert. Unserer Nutzpflanzen sind bestenfalls Archäophyten - darunter versteht die Botanik Pflanzen, die seit der Beginn der Landwirtschaft hier in Kultur sind oder seit dann als "Beikräuter" vorkommen, aber aus anderen Regionen stammen (Weizen, Kartoffeln, Walnuss etc.) oder hier erst ertragbringende Kulturformen gezüchtet worden sind (Karotte, Kohl, Apfel usw.). Bohnen, Kartoffeln, Tomaten, Mais stammen aus der Neuen Welt, waren also noch im Mittelalter unbekannt.
Wenn dann noch Fell, Leder und Wolle für Winterkleidung verboten sind, wird es echt schwer. Darf man auch keine Haus- und Nutztiere zum Ziehen und Tragen halten, wird die traditionelle Selbstversorgerlandwirtschaft unmöglich.
Die Idee der "Veredelung" pflanzlicher Nahrungsmittel durch Tiere ist so alt wie der aufrechte Gang; daran ändern Exzesse der modernen Nahrungsmittelproduktion nichts.
Und was ist mit der Zeit vor 3000 Jahren bis zur Entdeckung Amerikas. Das blieb den Menschen nichts anderes übrig, als sich von heimischen Wildpflanzen oder deren Züchtungen zu ernähren.
Aus Brennnesseln kann man z.B. einen leckeren Spinat kochen. Gib noch etwas Speck hinein und als Beilage gekochtes Getreide. So könnte ein Mahl damals ausgesehen haben.
Re: Vegane Permakultur und Essbare Wildfplanzen Enthusiast
Verfasst: Di 31. Mär 2026, 07:49
von emil17
Jan65 hat geschrieben: Di 31. Mär 2026, 01:03
Und was ist mit der Zeit vor 3000 Jahren bis zur Entdeckung Amerikas. Das blieb den Menschen nichts anderes übrig, als sich von heimischen Wildpflanzen oder deren Züchtungen zu ernähren.
Aus Brennesseln kann man z.B. einen leckeren Spinat kochen. Gib noch etwas Speck hinein und als Beilage gekochtes Getreide. So könnte ein Mahl damals ausgesehen haben.
Amerika wurde erst 1492 "entdeckt", aber auch die Ureinwohner Nordamerikas waren keine Vegetarier.
Du merkst aber schon, dass "Ernährung aus Wildpflanzen und deren Züchtungen (Kulturpflanzen gibt es erst seit einigen 1000 Jahren) alleine keine leckere Mahlzeit mit Speck ergibt? Getreide gibt es übrigens auch erst, seit es Landwirtschaft gibt. Getreidebau ist eine der arbeitsintensivsten Anbaumethoden und lässt sich nur mit Arbeitsteilung und speziellen Gerätschaften betreiben, setzt also Bodenbearbeitung, Getreidesorten, die Ertrag liefern, Erntegeräte und mäusesichere Lagermöglichkeiten voraus. Das alles wiederum geht nur mit sesshafter Lebensweise. Es gibt Orte, wo man z.B. sesshaft ohne Landwirtschaft von Fischfang gelebt hat, was aber auch nicht wirklich als fleischlose Ernährung durchgehen kann.
Yuval Harari hat populärwissenschaftliche Bücher geschrieben, die das alles leicht verständlich (nun ja, so leicht wie die Tatsachen eben verständlich sind) und nachvollziehbar und wissenschaftlich korrekt beschreiben. Lies "eine kurze Geschichte der Menschheit" - und lass dir den Brennesselspinat mit Speck schmecken.
Typische Lebensweise der Frühmenschen: Jäger und Sammler. Aus heutiger Sicht extrem fleischlastig.
Wie bereits erklärt: Aus der Steinzeit findet man massenhaft Überreste von Tieren, die gejagt und dann gegessen wurden. Auch die Steinwerkzeuge und seltenen Holzfunde deuten darauf hin, denn mit Pfeilen und Speeren kann man keine Landwirtschaft betreiben und zum Sammeln von essbaren Pflanzenteilen taugen sie auch nicht. Ebenso nicht die Feuersteinschaber. Man hat bei den Ureinwohnern der Arktis (die bis Anfangs 20. Jahrhundert noch in der Steinzeit lebten) gesehen, wie diese Werkzeuge verwendet werden.
Die heutige Analytik erlaubt zudem sehr gut, aus Kulturschichten, Ascheresten und alten Abfallhaufen und Senkgruben auf die damalige Nahrung und Lebensweise zu schliessen.
Re: Vegane Permakultur und Essbare Wildfplanzen Enthusiast
Verfasst: Di 31. Mär 2026, 12:10
von unkrautaufesserin
https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6bekli_Tepe
Das ist der Wikipediaeintrag zu Göbekli tepe, einer frühsteinzeitlichen Fundstätte in der Türkei.
Die Leute vor etwa 10 000 Jahren hatten noch keine gebrannte Keramik, keinen Ackerbau oder so, aber schon Möglichkeiten, Bier zu brauen. Das stellt einige der bisher gefestigt geglaubten Annahmen über die frühmenschliche Ernährung und Lebensweise in Frage.
Re: Vegane Permakultur und Essbare Wildfplanzen Enthusiast
Verfasst: Di 31. Mär 2026, 16:49
von Elli1
Lies "eine kurze Geschichte der Menschheit" - und lass dir den Brennesselspinat mit Speck schmecken.
Gar keine so schlechte Idee

Re: Vegane Permakultur und Essbare Wildfplanzen Enthusiast
Verfasst: Di 31. Mär 2026, 17:03
von Zacharias
Ich hab das Buch mal angefangen, weil mein LAG so begeistert war. Ich hasse Bücher, wo der Autor vom Holzken aufs Stöcksken kommt. Ziemlich am Anfang kommt irgendwas über Autos - typisch Mann! Und statt auf des Pudels Kern zu kommen, schweift er total aus. Da hab ich das Buch weggelegt und meinen LAG gebeten, mir das vorzulesen und solche Ausschweifungen zu überspringen. Hat er nur nie gemacht. Kann nur ein Mann lektiert haben!
Re: Vegane Permakultur und Essbare Wildfplanzen Enthusiast
Verfasst: Di 31. Mär 2026, 17:28
von Elli1
Ich hatte das Buch irgendwann zur Seite gelegt weil ich es nicht mehr lesen konnte und wollte. Nach ein paar Wochen hatte ich es jedoch zu Ende gelesen und das war gut so. Eigentlich spiegelt es das wahre Leben ohne irgendwelche Verschönungen.
Re: Vegane Permakultur und Essbare Wildfplanzen Enthusiast
Verfasst: Mi 1. Apr 2026, 19:12
von Maria
emil17 hat geschrieben: Mo 30. Mär 2026, 21:05Die paar wenigen Baumschläfer landen nach wenigen Tagen in einem Fuchs- Marder- oder Bussardmagen.
Unsere Baumschläfer, die Olivleger (meine Lieblingshennen) schlafen seit kurzem wieder draußen. Bis jetzt haben wir noch keine verloren. ist eine dichte Fichte.....
Man kann nie alle über einen Kamm scheren.
Ich esse kaum Fleisch, weil ich es eben nicht mag, keine Ahnung, ob ich genug Eiweiß bekomme. Ich habe 4 Kinder. Die Erstgeborene hat 10 bis 11 Monate nur gestilt und aß danach nur wenig Beikost. wär mir neu, dass sie irgendwann gedroht hätt zu verhungern. Die 3 Söhne haben sich ganz verbotener Weise vor dem 6. Lebensmonat was eßbares gegrapscht....
Ich mag es nicht, andere Lebewesen zu zwingen. Trotzdem hab ich schon beim Hähneschlachten geholfen. Ich hab erlebt, wie gluckselig unser Seidenhuhn beim Brüten war! Und ohne Tod gibt es keine Babys - so global und langfristig gesehen.
Man kann nur neues leben lassen und töten oder neues Leben verhindern....
Das ist mein Argument gegen Vegetarismus
Verstehe aber voll, warum ein Veganer "missionieren" will. Er will eben fremdes Leben schützen.
Ähnlich wie wir wilde Kriegergesellschaften mit "unterdrückten Frauen" verbieten wollen.
Gott sei Dank gibt's Vielfalt.
Re: Vegane Permakultur und Essbare Wildfplanzen Enthusiast
Verfasst: Mi 1. Apr 2026, 19:38
von emil17
unkrautaufesserin hat geschrieben: Di 31. Mär 2026, 12:10
https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6bekli_Tepe
Das ist der Wikipediaeintrag zu Göbekli Tepe, einer frühsteinzeitlichen Fundstätte in der Türkei.
Die Leute vor etwa 10 000 Jahren hatten noch keine gebrannte Keramik, keinen Ackerbau oder so, aber schon Möglichkeiten, Bier zu brauen. Das stellt einige der bisher gefestigt geglaubten Annahmen über die frühmenschliche Ernährung und Lebensweise in Frage.
Im zitierten Artikel steht weiter unten: "Hinweise auf eine Ackerbau betreibende Kultur am Göbekli Tepe wurden zu Lebzeiten Schmidts [das ist der erste Grabungsleiter] nicht gefunden. Er nahm daher an, dass die dort umherstreifenden Jäger und Sammlerhorden vor allem deswegen mit ihrer politischen Kooperation begonnen haben müssten, um das große Vorkommen nahrhaften Wildgetreides vor der Abweidung durch Wildtierherden zu bewahren. Für diese Annahme fehlen am Göbekli Tepe archäologische Belege, stattdessen deuten die Befunde und Analysen der jüngeren Ausgrabungen an, dass Formen domestizierten Getreides in Göbekli Tepe bereits während der Nutzung von Schicht III verarbeitet wurden."
Das Problem all dieser grundlegende Erfindungen, die vor ewig langer Zeit gemacht worden sind, ist, dass es zwei unabhängige Voraussetzungen braucht und das eine ohne das andere keinen Sinn macht. Die Sache mit den Bienen und den Blümchen ist auch so etwas. Die Biologie ist voll davon.
Der vordere Orient oder Kleinasien ist vermutlich die Herkunft unserer Getreide. "Am Anfang war das Bier" ist abgesehen davon gar nicht so eine unangenehme Vorstellung.
Ein grosses Problem für den Nachweis von Landwirtschaft ist das Fehlen von Funden primitiver Werkzeuge, die vermutlich aus Holz waren und im Klima Kleinasiens nicht über so lange Zeit erhalten werden. Meist gelingt das besser über den Nachweis früher Kulturpflanzen, deren Reste zuweilen verkohlt in alten Feuerstätten, oder auch in trockenen Höhlen und dergleichen gefunden werden. In Mitteleuropa ist die Situation besser, weil Moore, Gletscher und auch nasse Lehmböden mit Luftabschluss seltene, aber doch vorhandene Konservierungsmöglichkeiten für Nahrung, Werkzeuge und Kleidung aus vergänglichem Material bieten. Deshalb hat auch Ötzi unsere Vorstellung der jungsteinzeitlichen Lebensweise völlig verändert.