Weiter im Text: (S. 9. ff)
Hier versucht sich der Autor mit eine eigenen Definition des Begriffs Wärme. Wer mag, kann es selber nachlesen. Er fängt mit Goethe an. Das muss er aber nicht, denn was Wärme ist, hätte er in der Mittelschule beigebracht bekommen müssen.
Obwohl unsere Normen und vor allem die Warmeschutzverordnung das Ziel haben, die Wärmeleitung in den Außenhüllen unserer Gebäude zu mindern, ist das Fachgebiet der Wärmeleitung in Baustoffen praktisch nicht erforscht. Bekannt sind nur Laborwerte darüber, welche Energiebeträge durch Stoffe hindurchwandern. Hier handelt es sich aber nur um statistische Größen.
(S. 10, unten)
Eine lustige Behauptung, "Wärmeleitung in Baustoffen praktisch nicht erforscht". Kein Kommentar.
Dann definiert er auch den Begrif Entropie neu (seine Fussnote 14, S. 11)
S.14: Hier behauptet der die Untauglichkeit der Wärmeleitwerte:
Wir wissen alle – da muss man kein Bauphysiker sein -, dass Lufttemperaturen, Luftfeuchtigkeiten, Oberflächentemperaturen, Stofffeuchten sich fortwährend verändern. Hinzu kommen gewaltige Veränderungen durch wechselnde Einstrahlungsintensitäten aus dem Sonnenlicht. Ebenso weit weg von den Laborbedingungen ist der unterschiedliche Energieabtrag je nach Windgeschwindigkeit und abhängig vom Strahlungszustand der Umgebung. Diese von den Laborverhältnissen abweichenden Zustände beim Gebäude sind so gravierend, dass man getrost sagen kann, dass die k- Zahlen mit den wirklichen Verhältnissen am Bauwerk nichts zu tun haben. Sie sind objektiv falsch und nicht verwertbar.
Da wird schon mal das Kind mit dem Bade ausgegossen. EIn Wärmeleitwert ist eine Stoffeigenschaft und als solche selbstverständlich messbar. Er beschreibt (im Zusammenhang) die Wärmleitfähigkeit eines verbauten Materials, nicht die Angepasstheit des ganzen Gebäudes ans lokale Klima.
Eine Stoffkonstante kann objektiv falsch sein, wenn der numerische Wert falsch ist (Eisen hat eine Dichte von 2.5 kg/dm3) oder wenn dem Material die Eigenschaft gar nicht zukommt (Wärme ist orange). Den Begriff, den er hier eigentlich meinen sollte, heisst wohl "irrelevant".
Wenns draussen so warm ist, dass ich nicht heizen will, ist die Dämmung meines Hauses irrelevant. Das kommt schon mal vor. Daraus kann ich aber nicht schliessen, dass ein Mass für die Qualität einer Dämmung unnötig oder - wie er schreibt - objektiv falsch sei.
(S.16)
Die Wärmeleitfähigkeit eines Stoffes ist also keine feststehende Größe (spezifische Stoffkonstante) sondern das stets wechselnde Ergebnis höchst komplizierter und gemischter Vorgänge im Bereich der kleinsten Teilchen. Hinzu kommt bei diesen Vorgängen der große Einfluss aus der Wärmespeicherfähigkeit der Baustoffe, aus der Ab- sorptionsfähigkeit und sogar aus der Farbe der Baustoffe.
Ach so, jetzt wirds klar: Da wird Wärmeleitfähigkeit (hoffnungslos eine Stoffkonstante, auch wenn der Autor das anders sieht) mit tatsächlicher Wärmeleitung verwechselt. Na dann ist ja alles klar.
Nur - wenn der Autor nicht mal mit sowas klarkommt, wie soll ich ihm dann seine Schlussfolgerungen glauben können?